KATHARINENPALAST – und die Suche nach dem Bernsteinzimmer

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Das goldene Zeitalter war damals, als das Gold noch nicht herrschte. Unbekannter Verfasser.

St.Petersburg selbst bietet an sich ja schon eine Menge unglaublich faszinierender Sehenswürdigkeiten. Wenn du die zweitgrößte russische Stadt besuchst, gibt es aber noch weitere Attraktionen, die du dir keinesfalls entgehen lassen darfst: etwa 30 km südlich bzw. südwestlich der Stadt liegen der Katharinenpalast und Schloss Peterhof. Beide zählen zu den beeindruckendsten Bauwerken, die Russland zu bieten und sie sind auf jeden Fall ein absolutes „must see“ bei deiner Russlandreise.Version 2

Es gibt etliche Anbieter, die Tagesausflüge zu den beiden Schlössern anbieten – entweder in Kombination (manchmal ist auch noch der Palast von Pawlowsk bei diesen Touren integriert). Genauso gut und völlig unkompliziert kannst du dich aber auch auf eigene Faust auf den Weg machen um diese beiden Anlagen zu besuchen.

Der Katharinenpalast liegt in der kleinen Stadt Pushkin (Zarskoje Selo) – danach sollst du auch fragen, wenn du dich auf den Weg dorthin machst, die Busse sind mit „Pushkin“ beschriftet und in die Einheimischen helfen dir gerne weiter, sofern sie verstehen, wohin du wirklich willst.IMG_E1563

Eingebettet in eine riesige Parkanlage strahlt dir der Palast bereits von weitem hellblau-weiß entgegen und die goldenen Zwiebelkuppeln sind ebenfalls schon aus der Ferne zu sehen.IMG_1596

Anfang des 18. Jahrhunderts ließ Zar Peter der I.  für seine Frau, Katharina die Große, die prachtvolle Palastanlage errichten. Was mit einem einfachen hölzernen Herrschaftshaus begann, wurde immer mehr ausgebaut und es ist schlussendlich  ein wahres Märchenschloss daraus geworden, das auch die nachfolgenden Zaren gerne als Wochenendresidenz genutzt haben.IMG_1612

Die Besichtigung des Schlosses umfasst einen Audioguide-Rundgang durch etwa 20 Zimmer. Die prachtvolle Ausstattung der Räume hat uns wirklich ins Staunen versetzt! Der verspiegelte große Saal ist so wundervoll, dass man sich am liebsten einen Prinzen schnappen und gleich lostanzen möchte! Der Kavaliers-Speisesaal beinhaltet Russlands kostbarstes Porzellan und auch der chinesische Saal mit seinen blauen Wandtapeten ist absolut sehenswertIMG_1578

Der Höhepunkt des Palastes ist aber ein anderer: Das berühmte Bernsteinzimmer! Es gilt als 8. Weltwunder und hat insbesondere ob seines Verschwindens weltweite Bekanntheit erlangt. Ursprünglich für das Berliner Schloss erschaffen, war es 1716 ein Geschenk des Preußischen Königshauses an Zar Peter den I. Im Gegenzug erhielten die Preußen übrigens 248 großgewachsene russische Soldaten, die dem Preußenkönig Friedrich Wilhelm I. als Leibgarde dienen sollten. Im 2. Weltkrieg, als die Stadt Pushkin stark umkämpft war, wurden die vollständig aus Bernstein bestehenden Vertäfelungen des Zimmers sowie das gesamte Inventar ins Schloss Königsberg in Sicherheit gebracht – und was danach geschah, ist bis heute unklar. Nach wie vor beschäftigt sein Verschwinden zahlreiche selbst ernannte Schatzsucher mit noch zahlreicheren Theorien und Spuren. Abgesehen von Kunstexperten forschen auch  Amateurhistorikern, Filmemachern, und sogar Privatdetektive seit Jahrzehnten nach seinem Verbleib. Die Theorien reichen von einer völligen Zerstörung des Bernsteinzimmers, als das Schloss Königsberg bis zu einem geheimen Versteck, an dem sich das wertvolle Inventar immer noch befinden könnte.

Da das Bernsteinzimmer aufgrund seiner Einmaligkeit eine derartige Anziehungskraft für die Menschen besitzt, hat man sich entschlossen, das Bernsteinzimmer nach Fotografien originalgetreu wieder aufzubauen – was auch wunderbar gelungen ist. Seit 2003 kann daher im Katharinenpalast quasi die Version Bernsteinzimmer 2.0 in voller Pracht besichtigt werden. Und glaube mir, es ist WIRKLICH beeindruckend!IMG_3932

Wunderschön ist auch die Parkanlage, die den Palast umgibt. Das Herzstück sind ein riesiger See und davon ausgehend zahlreiche Kanäle, die sich durch den Park schlängeln. Es finden sich aber auch unzählige Pavillons und Skulpturen, eine Eremitage, kleine Brücken und ein wunderschön angelegter französischer Garten. Wir haben den Katharinenpalast im Winter besucht und fanden eine tief verschneite Gartenanlage vor, die ein ganz besonderes, mystisches Flair verströmte. IMG_3934

Praktische Informationen:

Anreise: von der Metrostation Moskovskaya (die übrigens wunderschön ist und sich auch eine Besichtigung verdient) kannst du problemlos mit den Buslinien 187 oder 287, das Ticket kostet umgerechnet nur etwa 1 Euro. Es gibt auch eine Zugverbindung nach Zarskoje Selo, du musst vom Bahnhof allerdings wieder einen Bus nehmen, um den Palast zu erreichen, was uns etwas unpraktisch erschien.

Öffnungszeiten/Preise: Mittwoch bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr, wobei Individualbesucher zur Hauptsaison oft nur von 10 bis 12 und von 16 bis 17 Uhr eingelassen werden. Rechne vor allem im Sommer mit langen Wartezeiten und viiiielen Menschen. Bei unserem Besuch im Februar war dort kaum jemand und wir hatten Zeit, ohne Gedränge uns in Ruhe alles anzusehen. Der Eintritt beträgt 750 RUB, umgerechnet etwas mehr als 10 Euro.

Vom Katharinenpalast gibt es direkte Busverbindungen zum Großen Palast von Pawlowsk, der ebenfalls sehr sehenswert sein soll und mit einem riesigen Park auf seine Besucher wartet. Uns hat allerdings bereits der Besuch des Katharinenpalastes so beeindruckt, dass wir ganz überwältigt waren und ein bisschen Pause brauchten, bis wir wieder „besichtigungsbereit“ waren.

Was du auch nicht verpassen sollst:

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