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VENEDIG – die Narren sind los!

Was die Schelme nicht stehlen, das verderben die Narren! Annette von Droste-Hülshoff (1797-1848)

Alle Jahre wieder findet in Venedig in der Faschingszeit ein großes Treiben statt – der berühmte „Carnevale di Venezia“ geht über die Bühne!IMG_7528

Zehn Tage vor dem Aschermittwoch wird der Karneval offiziell mit dem „Engelsflug“ eröffnet, dabei schwebt ein Prominenter von einem Seil gesichert vom Campanile hinab auf den Markusplatz. Von da weg geht es hoch her in der Stadt. Paraden finden statt, die ganze Lagunenstadt ist in einem Ausnahmezustand.Venedig 2012 117

Die meisten Gäste kommen am Faschingswochenende nach Venedig, da wird es dann so RICHTIG voll! Meine Freundin Christine und ich waren vor mittlerweile 6 Jahren beim Karneval in Venedig – allerdings unter der Woche. Da ist veranstaltungsmäßig zwar nicht so viel los wie am Wochenende, die Maskenprämierung findet ja immer nur sonntags statt, aber es gibt trotzdem genug zu schauen und bewundern, mit dem kleinen Vorteil, dass man doch noch leicht irgendwo in einem Café oder einer Trattoria einen Platz zum Ausruhen ergattert.

Wie nicht anders zu erwarten, spielt sich das meiste am Markusplatz und um den Canal Grande ab. Aber auch in vielen Palazzi gibt es Veranstaltungen und auch in die kleinen Gässchen verirren sich immer wieder bunte Masken.

Wir kamen uns übrigens total „underdressed“ vor, als das Faschingstreiben so richtig begann und wir von bunt kostümierten Menschen gerade so umgeben waren. Was lag daher näher, als uns auch Masken zu besorgen. Komisch, wie anders man sich damit gleich fühlt!IMG_0127

Die Preise sind in Venedig immer hoch – zur Karnevalszeit erreichen sie allerdings ihre Spitzen. Da kommt es schon vor, dass ein Hotelzimmer gleich einmal doppelt so viel kostet, wie sonst. Wie du dem entgehen kannst? Wenn du in Venedig übernachten willst, gar nicht. Ansonsten such dir doch ein Zimmer in einer der umliegenden Städte, da wird es gleich deutlich günstiger. Von Padua oder Treviso brauchst du gerade mal 1 Stunde nach Venedig, das ist auch in der Früh gut machbar, das wirkliche Faschingstreiben beginnt ohnehin erst um die Mittagszeit. Udine und Ferrara sind auch wunderschön, hier musst du allerdings bereits 1 1/2 Stunden Anfahrtszeit einberechnen.

IMG_7523Wenn du ein annähernd so verrückt bist, wie Christine und ich, dann haben wir überhaupt den ultimativen Tipp für dich: wir sind mit dem Nachtzug von Wien nach Venedig angereist, der kam um 7 Uhr Früh an und wir haben uns gleich mal einen ordentlich starken Espresso genehmigt. Danach gab’s Faschingstreiben ohne Ende und mit dem nächsten Nachtzug sind wir wieder retour gefahren. Nach 2 Nächten im Zug waren wir zwar ziemlich geschlaucht, aber zufrieden und glücklich!

Mein Karnevals-Tipp: Die kleine Pasticceria da Bonifacio in einer der Seitengässchen hinter dem Markusdom (Calle Dei Albanesi Castello 4237) kommt zwar mittlerweile schon in einigen Reiseführern vor, ein Besuch lohnt sich aber allemal, die Leckereien dort sind einfach köstlich!!!

2018 geht der Karneval leider nur mehr bis 13.2., du musst dich also beeilen. 2019 findet er von 23.2. bis 5.3. statt!IMG_7535

Hast du Lust auf andere Brauchtumsveranstaltungen? Schau mal hier, was zum Beispiel in Oberösterreich so gefeiert wird…

 

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ISRAEL – und plötzlich bin ich bibelfest

Wenn jemand eine Reise tut, so kann er was erzählen. Drum nähme ich den Stock und Hut und tät das Reisen wählen. Matthias Claudius (1740-1815)

Hallo, ihr Lieben!

Ich habe ein neues Land entdeckt! Also, natürlich nicht weltgeschichtlich gesehen – aber für mich. Meine kleine Welt hat sich erweitert – um ein Land das ich schon lange mal bereisen wollte, das mich irgendwie faszinierte, obwohl ich es gar nicht kannte und von dem man immer wieder in den Medien hört, wenn auch nicht immer aus erfreulichen Gründen. Israel! Eine Jahrtausendelange Geschichte verbirgt sich hinter diesem Land – und die wollte doch erforscht und entdeckt werden, oder?

Auch wenn meine Freundin Lisi und ich nur 4 1/2 Tage Zeit für dieses Projekt hatten, wir wollten es drauf ankommen lassen und einfach das von Israel sehen, das sich in dieser kurzen Zeit machen ließ. Jerusalem war Pflichtprogramm – alles weitere war flexibel. Dachten wir. Bei der Lektüre unseres Reiseführers stellte sich nämlich sehr bald heraus, dass Israel eine Menge zu bieten hat, das wir unbedingt sehen wollten. Aus „nur Jerusalem ist Pflicht“ wurde schließlich „ich will auch nach Haifa und zum See Genezareth und nach Bethlehem und nach Akko….“ – und so haben wir die Idee geboren, doch einen Mietwagen zu nehmen.IMG_9954

Noch ein bisschen komplizierter gestaltete sich unsere Planung, als wir rausfanden, wie man es in Israel mit den Feiertagen hält. Freitag Abend bis Samstag Abend ist Sabbat – alles, was jüdisch ist, ist in dieser Zeit geschlossen. Ausnahmslos. Am Samstag haben dann muslimische Geschäfte und Restaurants oft zu und am Sonntag alles Christliche. Das Bedarf ein bisschen einer Umsicht! Wir haben unseren Reiseablauf einige Male geändert, weil wir drauf gekommen sind, dass manches an einigen Tagen einfach nicht zu besichtigen ist. Wenn man drauf vorbereitet ist, ist das alles nicht schlimm, aber wenn nicht, kann man durchaus seine Überraschungen erleben.

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Jaffa im Sonnenuntergang

Also, auf ging’s! Der größte Flughafen des Landes, Ben Gurion, liegt etwas außerhalb von Tel Aviv und da Israel ein kleines Land ist, schien uns Tel Aviv auch als ein guter Ausgangspunkt für unsere kleine Expedition. Eine kleine Expedition – das schreit doch direkt nach dem Little Tel-Aviv Hostel als Unterkunft. Einfach, sauber und günstig, das waren unsere Ansprüche und denen tat das Little Tel-Aviv mehr als nur Genüge. Die Lage war auch gut, in ein paar Minuten konnten wir auf dem mondänen Rothschild-Boulevard flanieren und bis zum Strand waren es gerade mal eine gute Viertelstunde.img_6358.jpg

Apropos Strand! Der Strand in Tel Aviv ist toll und hipp – wenn man nicht gerade im Jänner dort ist! Uns empfing er nämlich mit einem ordentlichen Sturm, der alles überflutet hat, von Baden oder auch nur Plantschen war daher keine Spur (naja, wäre auch sonst im Jänner nicht soooo verlockend gewesen, aber ein Bikini-Foto hätten wir sonst schon geschafft…), aber wir waren beeindruckt von der Kraft des Wassers, von den riesigen Wellen und auch von dem Chaos, das so ein Sturm gleich mal anrichten kann. Aber irgendwann wär’s wohl schön, nochmal dorthin zurück zu kommen, wenn der Strand so richtig belebt ist, man die verschiedenen Strandabschnitte und das wilde Treiben dort auskosten kann.IMG_E0039

Tags darauf ging machten wir uns auf, die Stadt zu erkunden. Ein Teil Tel-Avivs ist als UNESCO Weltkulturerbe geschützt: die sogenannte „Weiße Stadt“, in der sich Bauten im Bauhausstil aneinanderreihen. Das ist jetzt natürlich Geschmacksache und vielleicht nicht unbedingt schön, aber ich hab ja so ein Faible fürs Welterbe – wie du bestimmt schon mitgekriegt hast – und drum mussten wir dort einfach hin. Irgendwie scheint dieser Baustil überhaupt in der ganzen Stadt allgegenwärtig zu sein, wir entdeckten nämlich eine ganze Menge „Bauhaus-Häuser“, oder glaubten zumindest, sie als solche zu erkennen…

Am Nachmittag ging es nach Jaffa, den südlichen, alten Stadtteil von Tel Aviv. Jaffa ist eine alte Hafenstadt mit einer langen Geschichte und weil wir ja gerade auf dem „Bildungstrip“ waren, beschlossen wir uns einer Free Walking Tour anzuschließen. Diese Gratis-Touren werden ja gerade in vielen Städten angeboten und ich muss wirklich sagen, es war informativ und kurzweilig . Aber auch sonst hat es Spaß gemacht, durch die engen Gässchen der Altstadt zu bummeln oder den Fischerbooten am Hafen zuzusehen. Der Wellengang war ja immer noch gewaltig, sodass die meisten Schiffe im Hafen lagen und gar nicht auslaufen konnten.

Als wir mit der Tour fertig waren und es Zeit war, Souvenirs zu kaufen, staunten wir nicht schlecht. Es war nicht mal 16 Uhr, als in Jaffa alles dicht gemacht und alle Rollläden runtergelassen wurden: klar, der Sabbat begann. Wie gut, dass wir bereits zuvor unser Mietauto abgeholt hatten, denn auch die Busse stellten ihren Betrieb völlig ein. Sei darauf vorbereitet, wenn du vor hast, nach Israel zu fahren. Es fahren in dieser Zeit zum Beispiel auch keinen öffentlichen Busverkehr zwischen Tel Aviv und Jerusalem und es kann durchaus mal passieren, dass man sonst feststeckt. Es gibt aber private Alternativen, die sogenannten Sheruts, die angeblich sehr gut funktionieren, aber leider keinen fixen Fahrplan haben, sondern immer dann los starten, wenn sie eben voll sind.

Zum Glück war die Nahrungsbeschaffung in Tel Aviv selbst trotz des Sabbats unkompliziert, es fanden sich genügend Lokale, die offen hatten (in Jaffa haben wir gerade mal mit Mühe und Not noch einen Kaffee bekommen, bevor alles geschlossen wurden. Sehr lecker haben wir im Restaurant Night kitchen gegessen – wir wussten gar nicht, welch ein In-Lokal das ist, und welch ein Glück wir hatten, das wir ganz spontan einen Tisch bekamen. Eine Reservierung empfiehlt sich daher unbedingt – na fürs nächste Mal wissen wir es… Kulinarisch hat Tel Aviv überhaupt einiges zu bieten, internationale Küche ist genauso vertreten, wie einheimische Kost. Unser Herz erobert hat das Lokal Benedict am Rothschild Boulevard. Haben wir uns erst noch gewundert, dass dort mit „All about breakfast 24/7“ geworben wird, wurden wir bald eines Besseren belehrt: Hier gibt es wirklich rund um die Uhr Frühstück, und nur das – in allen leckeren Varianten.t

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Frühstück zum Abendessen – das „Benedict“ macht’s möglich!

Tags darauf führte uns unsere Tour dann Richtung Norden. Das Autofahren in Israel ist, abgesehen von den Großstädten, wo es schon mal richtig voll werden kann, kein wirkliches Problem. Im Gegensatz zu vielen anderen Ländern (ich erinnere mich da an eine Fahrt durch das nächtliche Amman in Jordanien…) werden Verkehrsregeln weitgehend eingehalten und die Straßenbeschilderung erfolgt fast immer dreisprachig in Hebräisch, Arabisch und Englisch. Das Autobahnnetz ist gut ausgebaut und die Orientierung recht einfach. Uns hat man wie selbstverständlich mit einem Automatik-Auto ausgestattet und ich weiß bis heute nicht, ob ich mich nicht vielleicht ein bisschen darüber kränken sollte…IMG_0217

Zuerst machten wir in Haifa halt, um die berühmten Bahaa-Gärten zu besichtigen. Eine wunderschön angelegte Garten-Anlage mit einem goldkippeligen Schrein und einem Gebetszentrum, die über Haifa thront und einen herrlichen Blick über die Stadt bietet – all das gehört der sogenannten Bahai-Religion, die paradoxer Weise in Israel selbst aber gar keine Mitglieder haben darf. Leider kann man die Gärten nicht durchgehend besichtigen sondern muss für die einzelnen Terrassen immer wieder eigene Eingänge benutzen, was uns ziemlich genervt hat. Nichtsdestotrotz lohnt es sich, sich bis ganz nach oben „vorzuarbeiten“ um dann den wunderschönen Ausblick genießen zu können.IMG_E0130

Dann ging es weiter in die alte Seefahrer-Stadt Akko. Akko hat eine entzückende Altstadt, die nur aus engen Gässchen besteht und diese wiederum sind voll mit Marktständen. Und Akko hat einen Hafen, in dem bunte Fischerboote vor Anker liegen.IMG_6531

Von dem abgesehen wird man in Akko in die Zeit der Kreuzfahrer zurück versetzt. Beherrscht wird die Stadt von einer riesigen Burganlage und die Kreuzfahrertunnel, über die früher die Stadt betreten und verlassen werden konnte, sind auch noch zu besichtigen. Ein bisschen spooky, oder? Wir hatten nur ein paar Stunden für diese hübsche Stadt eingeplant, hätten aber noch locker einen ganzen Tag bleiben und herumschlendern können.IMG_6636

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Uhuuuu… 2 Geister, oder wie?

Aber nein, wir mussten weiter. Zum See Genezareth – ich hatte nämlich eine Mission: ich wollte über’s Wasser gehen. Soll ja schon mal vorgekommen sein und irgendwie klang das Ganze nicht so schwierig… War es dann aber doch und ich muss zugeben, ich bin gescheitert. Nichtsdestotrotz ist ein Abstecher an den See Genezareth eine feine Sache. Er liegt nämlich 200 m unter dem Meeresspiegel und es herrscht eine ganz eine eigene Atmosphäre dort. Die erste Anlaufstelle, wenn man von der Küste kommt, ist Tiberias, ein Ferienort, in dem es im Sommer wohl schon ganz schön voll werden kann. Im Jänner war dort aber fast keiner und wir konnten beinahe ungestört (die Möwen, die Möwen…) ein herrliches Abendessen an der Esplanade genießen – quasi erste Reihe fußfrei.IMG_E0234

Am Sonntag erwartete uns das Highlight unserer Reise: Jerusalem stand am Programm. Jerusalem muss man gesehen und erlebt haben! Betritt man die Stadt durch eines der 8 Tore der Stadtmauer, ticken die Uhren anders. Es ist schwer zu beschreiben, aber in Jerusalem liegt etwas in der Luft. Es herrscht eine ganz eine eigene Stimmung und auch wenn man nicht sonderlich gläubig ist, hat man das Gefühl von etwas Spirituellem umgeben zu sein. Es hätte mich auch nicht gewundert, wenn Jesus mit seinen Jüngern plötzlich über die Via Dolorosa spaziert wäre – das wäre durchaus stimmig gewesen.IMG_6775

Ich kann ja manchmal etwas kompliziert sein, und so habe ich mir hier eingebildet, unbedingt ein Foto von mir vor dem Felsendom haben zu wollen. Aus Israel wegzufahren, ohne dieses Bild ging gar nicht, das war für mich, als wäre ich in Paris, aber nicht am Eiffelturm gewesen. Tatata – bitte sehr – Lisi hat es möglich gemacht!!IMG_0261

Warum ich das extra so erwähne? Nun, es ist gar nicht einfach, den Tempelberg wirklich zu betreten. Von der Ferne sieht man den Felsendom aus der ganzen Stadt, aber direkt davor zu stehen, bedarf einiges organisatorischen Geschickes, die Öffnungszeiten dieser heiligen Stätte sind nämlich sehr überschaubar, und nicht wirklich vorhersehbar. Freitag und Samstag ist grundsätzlich geschlossen. An den anderen Tagen sollte der Tempelberg grundsätzlich am Vormittag und am Nachmittag für 2 Stunden geöffnet sein – dies kann sich aber, je nach Sicherheitslage und Gebetssituation, jederzeit ändern. Wenn nämlich die Moslems in der Al-Aqsa Moschee zu beten beginnen, haben alle anderen Leute ratzfatz den Berg zu verlassen. Und das geht blitzschnell, wir haben es selbst erlebt. Es verspricht auch kein Tourenbieter, bei einem Rundgang durch Jerusalem den Tempelberg zu besichtigen, weil das Ganze eben nicht wirklich planbar ist. Ich bin aber seeehr froh, dass wir dort waren und ich mein Foto hab. Danke, Lisi! Jerusalem kann man nicht so nebenbei abhandeln, ich werde dir daher in den nächsten Tagen in einem eigenen Blogpost nochmal extra darüber berichten.

Von Jerusalem nur ein paar Kilometer entfernt liegt Bethlehem. Jeder kennt Bethlehem, da wurde doch das Christkind geboren und jedes halbwegs religiöse österreichische Kind träumt davon, einmal als „Friedenslichtkind“ für die Aktion des ORF Oberösterreich vor Weihnachten nach Bethlehem zu reisen und dort das Friedenslicht zu entzünden und nach Hause zu bringen. Nach Bethlehem mussten wir also auch unbedingt und die paar Kilometer Entfernung… so nahe kamen wir da nicht so schnell wieder hin. Was wir allerdings nicht bedacht und erst bei unseren Recherchen vor Ort bemerkt haben: Bethlehem liegt im Westjordanland und das ist von Israel abgeriegelt. Durch Zäune und durch eine Meterhohe Mauer. Von „schnell mal hinfahren“ war daher keine Spur, der Autobus, der uns dort hinbringen sollte, umrundete gefühlt die ganze Stadt und brauchte dafür fast 1 1/2 Stunden – Grenzkontrollen durch schwer bewaffnete Soldaten im Autobus inklusive. Da kann einem schon mal kurz mulmig werden.

In Bethlehem selbst hat sich dann ein Taxifahrer angeboten uns ein bisschen herumzufahren, was keine schlechte Idee war. Das idyllische Bethlehem, in dem man mit dem Esel herumreitet und von einem Ende der Stadt zum nächsten mal ein paar Minuten braucht, gibt es nämlich nicht. Das heutige Bethlehem ist eine große Stadt mit über 30.000 Einwohnern, verwinkelten Straßen und von einer schnellen Besichtigung ist da keine Spur. Wir ließen uns also zur Geburtskirche bringen und stiegen in die berühmte Geburtsgrotte hinab – schon ein denkwürdiger Moment. Ich muss ja sagen und ma hört es vielleicht auch heraus, ich bin nicht wirklich religiös. Aber wenn man mal davon ausgeht, dass es stimmt, was über diese Orte und ihre Begebenheiten überliefert wurde, dann ist es schon „wow“, selbst dort zu stehen.

Unser Taxifahrer war Palästinenser und es war ihm ein Anliegen, uns zur Mauer zu fahren und uns darüber zu erzählen, wie sie ab 2005 praktisch über nach errichtet und die West Bank von Israel abgeriegelt wurde. 25 km ist die Mauer lang, die restliche Sperrzone wird mit Zäunen und Wachtürmen gesichert. Das hatten wir doch alles schon mal irgendwo und gerade deshalb fühlt es sich umso bedrückender an. Manche, wie dieses Hotel direkt an der Mauer, versuchen aller Ironie zum Trotz Profit daraus zu schlagen und und bieten Zimmer mit Mauerblick an. Der absolute Großteil der Bevölkerung leidet jedoch darunter, denn sie sind ausgeschlossen von der Welt und ihrem Leben vor dem Mauerbau.

Unseren letzten Tag in Israel widmeten wir weitgehend den archäologischen Stätten des Landes. Und so fuhren wir nach Caesarea, eine Dreiviertelstunde nördlich von Tel Aviv, einer ehemaligen Hafenstadt mit fast 2500 Jahre langer Geschichte, wo sich in einem Nationalpark beeindruckende Überreste Römischer Besiedelung wie ein Hippodrom oder ein altes Theater befinden. Megiddo, auf der Strecke zwischen Tel Aviv und Nazareth haben wir in seiner Bedeutung etwas unterschätzt. Von hier soll laut Bibel Armageddon, der Weltuntergang ausgehen. Lisi war traurig, dass wir keine Zeit für eine Besichtigung hatten, ich fühlte mich fast ein bisschen erleichtert. Man will ja im Fall des Falles dann doch nicht direkt vor Ort sein…

Nazareth mussten wir auch noch einen Besuch abstatten, es war ja schließlich das Dorf, wo alles begann und Maria die frohe Botschaft empfing. Nun ja, Dorf… das ist so eine Sache, denn auch Nazareth hat sich ziemlich gemausert und beherbergt nun fast 80.000 Einwohner – inklusive ihrer Autos, die sich gefühlt alle zur selben Zeit auf den Straßen befanden und einen beträchtlichen Stau verursachten. Außer der Verkündigungskirche und einem bisschen „Streetlife“ bietet Nazareth nicht viel und ich würde retrospektiv fast empfehlen, dass jeder, der nicht aus religiösen Gründen hinmöchte, eher einen Bogen drum macht und seine Zeit andernorts besser verwendet.

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Hier hat Maria gewohnt – anno dazumal…

Nun, 4 1/2 Tage um ein ganzes Land zu erkunden, das ist natürlich viel zu kurz und wir mussten durchaus Abstriche machen. Die Gegend südlich von Jerusalem, die Wüste Negev, das Rote und das Tote Meer konnten wir gar nicht besuchen und auch sonst gibt es bestimmt noch viele Orte, die mehr als sehenswert sind. Diese kurze Zeit hat aber auf jeden Fall gereicht, um einen Eindruck von Israel zu bekommen, im grauen Januar ein paar Sonnenstrahlen zu tanken Bibelkenntnisse aufzufrischen, und sich ein bisschen mit der Geschichte des Nahen Ostens zu beschäftigen.

Ich wurde seitdem mehrmals gefragt, ob ich noch einmal nach Israel fahren würde. Wäre ich noch nicht dort gewesen, würde ich es in der momentanen Situation wieder tun, ein zweites Mal möchte ich vorläufig aber nicht hinreisen. Ich finde es durchaus befremdlich, an allen Ecken und Enden von Uniformierten mit Maschinengewehren überwacht zu werden und auch die penibel genauen Kontrollen und Befragungen am Flughafen Ben Gurion empfand ich als unangenehm. Wir haben aber ansonsten keine brenzligen Situationen erlebt und wir haben uns auch nicht gefürchtet. Trotzdem empfiehlt sich schon, sich vor der Abreise über die Sicherheitswarnung des Außenministeriums zu informieren, denn auch wenn die Lage momentan ruhig ist, kann sich dies natürlich jederzeit wieder ändern.

Warst du auch schon in Israel und möchtest deine Erfahrungen mit uns teilen? Gerne freue ich mich über deinen Kommentar!

Hast du Lust, mehr über Urlaub im Nahen Osten zu erfahren? Vielleicht ist ja mein Bericht über 10 Tage in Jordanien etwas für dich?

 

 

 

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LEGOLAND – Stein auf Stein, Stein auf Stein…

Der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Wortes Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt. Friedrich Schiller (1759-1805)

Wir lieben Vergnügungsparks – manche sogar so sehr, dass wir sie bereits mehrmals besucht haben. Einer unserer Favoriten ist das Legoland Deutschland. Bereits als die Halbstarken noch ziemlich klein und schwach waren, sind wir das erste Mal dort gewesen und seitdem pilgern wir in regelmäßigen Abständen nach Günzburg. Und auch wenn zumindest die beiden Großen dem Legoland-Alter OFFIZIELL entwachsen sind, kommen sie immer noch mit Begeisterung mit. Und sind immer wieder fasziniert von der wunderbaren Welt aus kleinen Steinchen.IMG_E7828

Der Park ist in verschiedene Themenbereiche unterteilt, sodass eigentlich jeder das findet, das ihn am meisten begeistert. Da gibt es eine Piratenwelt, eine Abenteuerwelt, das Reich der Pharaonen, das Land der Ritter, die Lego-City und einen Bereich Imagination sowie Lego-Extreme.

Absolutes Herzstück des Parks ist das Miniland, wo aus über 25 Millionen Steinchen eine beeindruckende Miniwelt nachgebaut wurde. Wir sind jedes Mal wieder fasziniert, wie detailgetreu alles gemacht und können uns gar nicht sattsehen! Auf Knopfdruck kann man sogar selbst ein bisschen ins Geschehen mit eingreifen und Züge und Boote steuern oder Musik spielen lassen.

In der Lego City findet man all das, was man aus der Legekiste im Spielzimmer in klein kennt, im Großformat. Man kann mit Lego-Autos, Zügen und Flugzeugen fahren und sogar einen „echten“ Lego-Führerschein machen. Und die ganz Mutigen können sich bei Ninjago Fly durch die Lüfte wirbeln lassen – einer der Favoriten meiner Halbstarken.img_5073.jpgIMG_6284

Apropos Ninjago. Bei unserem letzten Besuch wurden wir von Ninjago „The Ride“ überrascht, dessen Höhepunkte ich euch natürlich nicht vorweg nehmen möchte. Nur soviel: es ist ein sehr interaktiver Fahrspaß, für den sich ein bisschen anstehen lohnt.IMG_5119

Mir selbst gefällt am besten die Abenteuer-Welt. Warum? Weil man dort eine Safari in einem kleinen Lego-Auto machen kann und an entzückenden Elefanten, Giraffen und Zebras vorbei kommt. Soooo süß!

Die Piraten-Welt ist auch ziemlich cool. Mit Booten fährt man durch eine Lego-Landschaft und kann, so das Wetter mitspielt, vom Boot aus die Zuseher mit Wasserkanonen bespritzen. Aber Vorsicht – sie spritzen zurück!! Und schon ist man mitten in der schönsten Wasserschlacht. Wie gesagt – schönes Wetter vorausgesetzt, oder jede Menge Wechselgewand im Gepäck…IMG_7896

Ziemlich viel Action gibt es bei den Hochschaubahnen, dem Feuerdrachen und Project X. Die Halbstarken genieren sich da immer ein bisschen und keiner will so ganz freiwillig neben mir sitzen. Ich brülle nämlich immer gaaaaanz laut – da ist das Ganze dann gleich nur mehr halb so schlimm. Bitte jetzt nicht sagen, dass man ja nicht Hochschaubahn fahren muss, wenn man sich fürchtet. Das tu ich ja nicht, also maximal ein kleines Bisschen. Aber kennst du nicht den Nervenkitzel, wenn es erst langsam bergauf und dann das erste Mal bergab der geht?? Laut Schreien hilft da ungemein! Glaub es mir – und probiere es das nächste Mal aus!!

Für die Supercoolen gibt es noch eine tolle Sache: Power Builder nennt sich das Ganze und man kann dabei einen Roboter selbst programmieren, mit dem man dann mitfahren kann. Spannend, oder? Da verbringen wir immer viel Zeit – die Jünglinge beim Fahren und ich beim Versuch, Fotos zu machen.

Ganz kleine Kinder kommen übrigens auch auf ihre Rechnung, es gibt etliche Fahrgeschäfte auch für „Minis“. Beim Ritterturnier kann man auf Pferden seine Runden drehen, das Flugzeugkarussell bietet sich ebenfalls an und es gibt sogar eine Fahrschule extra für jüngere Kinder.IMG_6337

Aber nicht nur die Fahrgeschäfte und Miniaturwelten faszinieren uns. Auch das Drumherum im Legoland ist entzückend. Die kleinen Figuren, die einen überall erwarten, die vielen liebevoll gestalteten Details und die zahlreichen Spielplätze, die zwischendurch für jede Menge Unterhaltung sorgen.

Die Anreise ins Legoland haben wir bisher immer so gehandhabt, dass wir entweder in München oder in Günzburg selbst übernachtet haben. Quartiere gibt es zahlreiche, auch solche zu moderaten Preisen. Im Legolandhotel selbst waren wir bisher noch nie, das war mir ehrlich gesagt immer ein bisschen zu hochpreisig. Aber da die Alternativen rundherum durchaus passabel sind (zuletzt haben wir im Herbst im Gasthof „Goldener Löwe“ genächtigt…) und man auch von München weg in ca. 1 Stunde da ist, konnten wir das immer umgehen. Da die Rückfahrt nach Wien doch gute 4 1/2 Stunden dauert, haben wir nach einem Legoland-Besuch gerne noch einen Zwischenstopp bei der Familie in Oberösterreich eingelegt…IMG_6362

Preislich finde ich das Legoland recht moderat. Die regulären Eintrittspreise schlagen zwar mit 45,50 € für Erwachsene und 40,50 € für Kinder zu Buche, es gibt aber immer wieder tolle Aktionen und Familienangebote. Wir hatten für unseren letzten Besuch einen Gutschein von einer Cornflakes-Packung, mit dem wir alle Tickets um 50 % verbilligt bekommen haben. Und dann finde ich einen Tag im Legoland wirklich erschwinglich. Wer kein Geld für Essen oder Getränke ausgeben möchte, kann übrigens völlig problemlos seine eigenen Sachen mitnehmen. Wir haben das nie gemacht, weil ich nicht gerne den enormen Nahrungsbedarf von 3 Halbwüchsigen schleppe. Außerdem duftet es meistens soooo lecker überall, dass wir dann erst recht Lust auf Pizza & Co bekommen. Aber wie gesagt, prinzipiell ist das gut möglich.IMG_7886

Wir haben etliche schöne Familienausflüge ins Legoland unternommen. Ich weiß nicht, ob wir in nächster Zeit nochmal hinfahren, wenn nicht, liegt es aber einzig daran, dass wir halt altersmäßig nicht mehr die richtige Zielgruppe sind. Aber vielleicht kann ich ja doch bald wieder jemanden zu einem Ausflug dorthin überreden – es kann ja eigentlich nicht sein, dass ich dazu erst Enkelkinder kriegen muss, oder?

Praktische Informationen:

Anreise: auf der A8 – Ausfahrt Günzburg. Von dort sind es nur mehr wenige Minuten ins Legoland. Kostenpflichtige Parkplätze stehen ausreichend zur Verfügung

Öffnungszeiten: von 24.3.2018 – 4.11.2018 tageweise unterschiedliche Öffnungszeiten

Preise: Erwachsene 45,50 €, Kinder unter 12 Jahre 40,50 €, zahlreiche Ermäßigungen und Familienkarten

Weitere Informationen auf der Homepage verfügbar

Weitere tolle Abenteuer und Tipps für Familienausflüge findest du hier

 

 

Veröffentlicht in Allgemein, UNESCO, Zwischen-Reise

GMUNDEN – Winter ade beim Glöcklerlauf

Es ist besser, ein Licht zu entzünden, als auf die Dunkelheit zu schimpfen. Konfuzius (551 – 479 v. Chr)

Alljährlich am 5.Jänner, dem Vorabend des Dreikönigstages, findet in weiten Teilen des Salzkammergut der Glöcklerlauf statt. Wir waren vor 2 Jahren in Gmunden und haben uns diese Spektakel einmal selbst angesehen.

Der Ablauf der Veranstaltung ist genauso Tradition, wie das Brauchtum selbst. Tausende Menschen finden sich nach Einbruch der Dunkelheit am Rathausplatz ein, wo Turmbläser vom Rathaus aus den Beginn des Umzugs einleiten. Danach werden die Heiligen Drei Könige erwartet, die mit dem Schiff über den Traumsee nach Gmunden gebracht werden und nach ihrem Eintreffen vor dem Rathaus ihre Hirten- und Dreikönigslieder zum Besten geben.

Danach kommt der eigentliche Höhepunkt: das Eintreffen und der Umzug der Glöckler. Wunderschöne, teilweise bis zu 15 kg schwere Lichterkappen zieren ihre Köpfe. Ein Gerüst aus Holzstäben gibt Stabilität, die Seitenteile sind aus Papier und weisen die schönsten Motive auf: Muster, Brauchtumsszenen, Landschaftsbilder, Figuren – gar vielfältig sind die Dekorationen. Die Kappen weisen verschiedene Formen auf und werden von den Glöcklern selbst gebastelt – unzählige Arbeitsstunden stecken in diesen Kunstwerken. Von innen werden die Kappen beleuchtet und bringen somit Licht in die dunkle Raunacht von 5. auf 6. Dezember.IMG_3537

Die Glöckler tragen weiße Kleidung und haben an ihrem Gürtel eine Kuhglocke befestigt, weshalb der ganze Umzug mit ganz schön viel Lärm auf sich aufmerksam macht. Glöckler laufen übrigens nicht alleine sondern in sogenannten „Passen“ zu ca. 20 Leuten und haben oft kunstvolle Schrittfolgen einstudiert, in denen sie über den Platz laufen.IMG_3549

Der Brauch des Glöckelns stammt original aus dem Salzkammergut und wurde bereits im 19. Jahrhundert begonnen, er dient dazu, den Winter mit seinen bösen Geistern auszutreiben. Die Glöckner bringen Licht und vertreiben die Dämonen der letzten Raunacht – so besagt es die Legende des Heidnischen Brauches. Ursprünglich liefen die Glöckler von Bauernhof zu Bauernhof um diese zu beschützen und ihnen ihre Ehre zu erweisen. Das Stampfen der Glöckler soll übrigens dazu beitragen, das unter dem Schnee begrabene Korn zum Keimen zu erwecken – je lauter daher, desto besser. Nun ja, Schnee gab es bei unserem Besuch ja keinen, aber der Lärm der Glocken und das Trampeln der Glöckler ist bestimmt bis tief in die Erde durchgedrungen.

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Auch der Glöckler-Nachwuchs ist eifrig dabei!

Da ich in Oberösterreich aufgewachsen bin, hab ich natürlich schon oft von den Glöcklerläufen gehört – es war daher ein besonderes Erlebnis, auch einmal „live“ dabei zu sein. Nicht nur in Gmunden wird dieses Brauchtum gepflegt, auch in anderen Orten im Salzkammergut, wie zB in Bad Ischl, Ebensee oder St. Wolfgang ziehen die Glöckler ihre Runden. Wirklich ein Spektakel, bei dem es sich lohnt, einmal dabei zu sein. Die ersten Glöcklerläufe wurden übrigens aus Ebenes überliefert, weshalb die dortige Veranstaltung von der UNESCO zum immateriellen Weltkulturerbe ernannt wurden.IMG_3509

Ich empfehle dir, einigermaßen zeitig vor Ort zu sein und dich warm einzupacken. Da die ganze Veranstaltung doch eine Zeit lang dauert, kann es ganz schön kalt werden. Außerdem willst du doch eine gute Sicht auf die beleuchteten Kappen haben, nicht wahr? Parkplätze direkt im Zentrum von Gmunden gibt es wenige, es lohnt sich auf den Stadtrand auszuweichen, um sich das lästige Suchen zu ersparen. Vom Veranstaltungszentrum Toscana ist man in ca. 15 min am Rathausplatz – dort steht ein großer Parkplatz zur Verfügung.

Wunderschöne Lichtfiguren, allerdings aus einer ganz anderen Welt, gab es auch hier zu sehen:

 

 

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RAX – und die Bergwelt ist so nah…

Die wahre Entdeckungsreise besteht nicht darin, neue Landschaften zu suchen, sondern mit neuen Augen zu sehen. Marcel Proust (1871- 1922)

Nach ein paar erholsamen und eher ruhigen Tagen zu Hause stand mir der Sinn am letzten Tag des Jahres nach etwas „Action“ und frischer Luft. Und nach etwas Winterfeeling. Was passt dafür also besser, als ein bisschen in die Berge zu fahren? Es ist uns ja selten bewusst, aber die Bergwelt ist nah – von Wien aus ist man in ca. 1 Stunde in den östlichen Ausläufern der Alpen und mit dem Schneeberg und der Rax findet man da durchaus noch Erhebungen, die sich wirklich „Berge“ nennen dürfen.

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Blick auf den Schneeberg

Schneeberg im Winter – das geht nur zu Fuss, und so viel Bewegung schwebte mir dann doch nicht vor. Also kündigte ich den Halbstarken vorsichtshalber schon am Vortag an, dass wir den Silvestertag 2017 auf der Rat verbringen würden – dort gab es eine Seilbahn, die auch zur kalten Jahreszeit in Betrieb war, und außerdem ausreichend Hütten, um das Ganze gleich ein bisschen attraktiver zu gestalten.Version 2

Ich rechnete mit Widerstand – doch dieser blieb aus. Vielmehr schauten mir eher verblüffte Gesichter entgegen, und das mit gutem Grund. Ich habe noch vor gar nicht allzulanger Zeit lauthals verkündet, dass ich niiiiieee wieder auf die Rax wolle und diesen Berg von nun an hassen würde. Damals nämlich, als wir eines schönen Frühsommertages mit einem Kollegen gemeinsam die Rax bezwingen wollten. Zu Fuss und über einen Klettersteig. Also so richtig mit Leitern und 100 m steil bergab und so. Und wer mich ein bisschen kennt, der weiß, dass das so gar nicht mein Ding ist. Wandern ja, gerne auch bergauf und gerne auch länger als 1/2 Stunde. Aber mit Herumkraxeln auf wackeligen Leitern hatte ich so gar nichts am Hut, ließ mich dann aber doch dazu überreden.

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Der Versuch, die Rax im Sommer über den Wachthüttelsteig zu erklimmen. Noch lachen wir ein bisschen…

Nach Stunden, während ich mich in schwindeliger Höhe auf diesen Berg gequält habe (mit wunderschönem Panorama, zugegeben, aber wer kann schon darauf achten, wenn er immer Angst hat, gleich abzustürzen…?) – die Halbstarken hüpften problemlos und grazil wie Gämsen bergauf – überraschte uns ein Hagelsturm und wir mussten all den Weg wieder hinunterklettern. Rutschige Leitern, steiles Gelände, saukaltes Wetter. Ungemütlich, gelinde gesagt. Tja und so kam es, dass ich damals all diese Flüche und Verdammnisse des quasi heiligen Berges gegenüber aussprach.

Und so kam es auch, dass die Halbstarken gar so überrascht waren, dass ich nun FREIWILLIG doch wieder da rauf wollte. Aber mit der Seilbahn, das ist doch gleich was ganz anderes, nicht wahr?IMG_9703

Wie gesagt, nach 1 Stunde Fahrzeit erreicht man von Wien aus die Talstation. Von wenigen Revisionstagen abgesehen, bringt einen die Seilbahn in knapp 8 Minuten auf etwa 1600 m Seehöhe in alpines Gelände. Während im Tal von Schnee ja keine Spur war, fanden wir eine wunderschöne Winterlandschaft vor, kaum dass wir die Bergstation verlassen hatten.IMG_6110

Gemeinsam mit etlichen Schneeschuh-Wanderern (das wirkt super nett, ich glaube, das muss ich auch mal probieren) und Tourenschifahrern machten wir uns auf den Weg zu einem kleinen Spaziergang. Unser Ziel war das Otto-Haus, als Wandermotivation versprach ich meinen immer noch nicht murrenden (sehr außergewöhnlich!) Mitwanderern dort eine deftige Hüttenmahlzeit. IMG_E9605

Bei herrlichem Sonnenschein wanderten wir also ein Stückchen bergauf und haben es so richtig genossen, durch den Schnee zu stapfen. Unter den Halbstarken entwickelte sich natürlich recht rasch eine lustige Schneeballschlacht – die Geschosse flogen tief und bald kugelten alle ausgelassen im Schnee herum.IMG_6203

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Ich muss ehrlich sagen, eine sportliche Herausforderung war diese Tour nicht, aber darum ging es uns auch gar nicht. Ohne Schnee hat man das Otto-Haus bestimmt in 30 Minuten erreicht, mit Schneestapfen, Fotopausen und wilden Schneeballschlachten brauchten wir eine knappe Stunde. Als Belohnung wartete in der tief verschneiten Hütte dann schon eine leckere Erbsensuppe mit Würste auf uns – wie es sich eben gehört!

Die Rax bietet ein riesiges Wandergebiet mit unzähligen Möglichkeiten. Im Winter sind zwar nicht alle Hütten bewirtschaftet, für Tourengeher finden sich aber zahllose Varianten und im Sommer gibt es überhaupt ein weitläufige Wanderwege in allen Schwierigkeitsgraden, von einfachen Spaziergängen auf dem Raxplateau bis zu  Klettersteigen mit allem, was dazu gehört. Und egal, ob man zu Fuss raufgeht, klettert, oder sich bequem mit der Seilbahn nach oben bringen lässt – der Ausblick einerseits bis ins Wiener Becken hinein, andererseits über den Semmering bis in die Steiermark, ist phänomenal!IMG_9660

Vor der Abfahrt – unsportlicher Weise wieder mit der Gondelbahn – ließen wir uns noch vor dem Bergrestaurant im Liegestuhl in der Sonne einen Kaffee richtig schmecken, was ein gemütlicher Abschluss dieses schönen Ausfluges war. Wenn ein Jahr so wunderbar endet, wie unseres hier auf der Rat, kann doch das neue auch nur gut beginnen, nicht wahr?IMG_9685

Möchtest du uns noch auf andere Wanderungen begleiten? Vielleicht ist ja ein Ausflug nach Bulgarien was für dich:

Praktische Informationen:

Anfahrt: über Reichenau an der Rax: Talstation: Dr.Ewald Bing-Straße 3

Öffnungszeiten: täglich zur vollen und halben Stunde, bei Bedarf auch öfter, je nach Saison zwischen 8:00 und 9:00 bis 16:30 bzw. 18:00 Uhr

Preise: Erwachsene: 27 €, Kinder 13,50 €, Ermäßigungen für Mitglieder Alpiner Vereine, ÖAMTC, ARBÖ, Jugendliche und Senioren

Nähere Informationen sind der Homepage zu entnehmen!IMG_6101

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WIEN – ein Streifzug über die 9 schönsten Christkindlmärkte

Erst wenn Weihnachten im Herzen ist, liegt Weihnachten auch in der Luft. William Turner Ellis (1845 – 1925)

Weihnachten in Wien ist bezaubernd und nicht umsonst zieht es immer mehr Touristen zu dieser Zeit in die Stadt. Auch ich hatte heuer im Advent sehr viel lieben Besuch, mit dem ich mich eifrig ins Getümmel gestürzt haben. Die Auswahl an Christkindlmärkten in der Stadt ist mittlerweile enorm und es ist schon richtig schwer, den Überblick zu bewahren. Hier kommen nun daher meine 7 Favoriten und ihre Besonderheiten:

1. Christkindlmarkt am Spittelberg

Ein Klassiker – und immer wieder schön. Über mehrere Gassen rund um die Spittelberggasse erstreckt sich dieser Christkindlmarkt. Geboten wird vielerlei Handwerkskunst nicht nur an den Marktständen sondern auch in den kleinen Geschäften, man kann sich daher immer wieder aufwärmen und auch ein bisschen „indoor“ bummeln.

Unbedingt probieren: Feuerzangen-Bowle der „Witwe Bolte“ und dazu einen klassischen Bauernkrapfen

Nicht versäumen: Gemütlich durch die engen Gassen spazieren und die Stimmung auf sich wirken lassen, ohne Hektik, ohne Stress. (Vielleicht nicht gerade am Wochenende, denn da kann es hier ganz schön voll werden…)25182227_10214462230805087_6280420627825599149_o

2. Weihnachtsmarkt am Karlsplatz

Vor allem mit Kindern wunderschön ist ein Besuch des Weihnachtsmarktes am Karlsplatz. In der Mitte des Platzes, dort wo im Sommer Wasser ist, findet sich nämlich eine große Stroh-Landschaft mit echten Tieren zum Bestaunen und Streicheln. Zusätzlich gibt es viele Strohballen, die herrlich zum Toben einladen – die Kids sind beschäftigt, während man selbst in Ruhe den ein oder anderen Punsch probieren kann. Sollte das langweilig werden, sorgt eine Fahrt mit dem Fahrrad-Karussell für Abwechslung. Angeboten werden Kunsthandwerk sowie ganz unterschiedliche Köstlichkeiten und die Atmosphäre vor der beleuchtenden Karlskirche ist wirklich wunderschön.

Unbedingt probieren: Chilli-Lemongrass-Punsch und dazu Raclette-Brote

Nicht versäumen: die echten Tiere in ihren Krippen streicheln oder eine Runde auf dem Fahrrad-Karussell drehen

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3. Kultur- und Weihnachtsmarkt Schloss Schönbrunn

Wirklich etwas Besonderes in fast schon kitschiger Umgebung ist der Kultur- und Weihnachtsmarkt vor dem Schloss Schönbrunn. Wer hier nicht in Weihnachtsstimmung kommt, ist selber Schuld! Der Andrang ist zwar groß, die Besucher verteilen sich aber schön auf der großen Fläche innerhalb des Marktes und da die Verköstigungsstände eher zentral angesiedelt sind, bleibt ansonsten genug Platz zum Bummeln. Das Angebot ist vielfältig, hauptsächlich gibt es auch hier Handwerkskunst von Kerzen über Holzschnitzereien bis zu den unterschiedlichsten Dekoelementen.IMG_9242

Unbedingt probieren: Spital-Kartoffeln gehören für uns zu jedem Besuch auf diesem Christkindlmarkt unbedingt dazu.

Nicht versäumen: vor allem am Wochenende gibt es immer wieder Weihnachtskonzerte, die die Weihnachtsstimmung dann perfekt machen.IMG_9266

4. Rathausplatz

Schon von weitem sieht man alles funkeln und leuchten am größten Christkindlmarkt der Stadt. Das Highlight ist jedes Mal die Entzündung des großen Christbaums, der heuer aus … kommt. Während früher die bunt geschmückten Bäume – allen voran der berühmte Herzerlbaum, unter dem man sich einfach küssen musste – irgendwie ein Merkmal des Christkindlmarktes waren, hat sich das Erscheinungsbild seit dem Vorjahr deutlich gewandelt, die Parkdekoration ist moderner, die liebevollen Station, in denen Kinder den Sprechenden Baum, Märchenfiguren oder tanzende Steiff-Tiere bewundern konnten, sind leider ebenfalls verschwunden. Für Touristen ist er natürlich alleine schon wegen der traumhaften Lage zwischen Rathaus und Burgtheater ein „Muss“, wobei mir persönlich die Stände immer schon zu Plastik-lastig waren. Neu ist nunmehr, dass bereits jetzt ein Teil des Rathausparks als Eislaufplatz genutzt wird – nach Weihnachten verwandelt sich ja der ganze Rathausplatz jedes Jahr in den Eistraum

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Unbedingt probieren: Folienkartoffeln mit Sauerrahm, Speck und Käse

Nicht versäumen: eine Runde Eislaufen auf der Eisfläche, die sich durch den Park schlängelt – sehr idyllisch vor dieser Kulisse. Und dem „echten“ Christkind zuhören, wenn es Geschichten vorliest!

5. Altwiener Christkindlmarkt auf der Freyung

Vielerlei Kunsthandwerk findet man auf diesem entzückenden kleinen Weihnachtsmarkt in schöner Atmosphäre. Von Zinnfiguren über selbstgemachte Kerzen bis zu allerlei kulinarische Köstlichkeiten – vieles gibt es zu bestaunen und zu probieren. Regelmäßig gibt es auch musikalische Untermalung, die wir immer als sehr stimmungsvoll erlebt haben.IMG_5806

Unbedingt probieren: Die besten Bratkartoffeln des Jahres haben wir hier gegessen!

Nicht versäumen: Auf der kleinen Bühne gibt es immer wieder Konzerte oder Vorführungen von Handwerkern, die hier zeigen, wie sie ihre Kunstwerke herstellen

6. Weihnachtsdorf am Maria-Theresien-Platz

Wunderschön gelegen zwischen den beiden großen Museen lockt das Weihnachtsdorf am Maria-Theresien-Platz vor allem am Wochenende unzählige Besucher an. Das Problem der Menschenmassen wurde aber gut gelöst, befinden sich die Punschstände, wo ja immer der größte Andrang ist, am Rand des Marktes. Man kann sich daher meist recht ungestört an den anderen Ständen umsehen und allerlei Weihnachtsschmuck einkaufen.

DSC_1522Unbedingt probieren: Der Kaiserpunsch schmeckt herrlich – hat es aber ganz schön in sich!

Nicht versäumen: wer tagsüber vorbei kommt, kann sich wunderbar im Kunst- oder Naturhistorischen Museum aufwärmen, wenn es am Christkindlmarkt zu kalt wird.

7. K. u. K. Weihnachtsmarkt am Michaelerplatz

In royaler Atmosphäre direkt vor dem Michaelertor der Hofburg gelegen imponiert dieser Christkindlmarkt mit edlen weißen Ständen. Durchwegs überschaubar bietet er trotzdem alles, was man sich von einem Weihnachtsmarkt erwartet: einen Punschstand fürs leibliche Wohl, Lebkuchen aus Mariazell und allerlei Weihnachtliches wie Schneekugeln, Holzspielzeug und Zinnfiguren.IMG_5780

Unbedingt probieren: Echten Mariazeller Lebkuchen

Nicht versäumen: regelmäßig finden hier Blechbläser-Konzerte statt, die eine besonders feierliche Weihnachtsstimmung verbreiten

8. Weihnachtsdorf hinter dem Schloss Belvedere

Das abendliche Schloss Belvedere mit seiner schönen Beleuchtung macht schon was her. Kein Wunder, dass sich auch hier ein Weihnachtsdorf angesiedelt hat, das zwar nicht unbedingt ob seines einzigartigen Angebots sondern eher durch seine Atmosphäre besticht. Irgendwie dürfte es auch immer noch eine Art Geheimtipp sein, denn so wirklich überlaufen habe ich das Weihnachtsdorf eigentlich nie erlebt, aber das soll ja kein Nachteil sein

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Unbedingt probieren: Käsespätzle oder Holzhacker-Nockerl

Nicht versäumen: wie wärs denn, einen Besuch bei Klimt’s berühmtem „Kuss“ im oberen Belvedere mit einem Abstecher auf den Weihnachtsmarkt zu verbinden?

9. Christkindlmarkt auf dem Riesenradplatz

Keine Ahnung, warum ich diesen Christkindlmarkt immer ignoriert habe und nach 22 Jahren, die ich nun in Wien wohne, heuer das erste Mal dort war. Schade, denn da habe ich in den letzten Jahren etwas versäumt! Die Mischung aus Weihnachtsmarkt und Vergnügungspark-Atmosphäre ist wunderbar geglückt und es ist soooo schön dort, dass es schon fast ein bisschen kitschig ist.IMG_9184

Unbedingt probieren: unglaublich leckeren Bailey’s Punsch und Gulaschuppe aus dem Brotlaib (für Mutige auf einmal, alle anderen genießen beides hinter einander…)

Nicht versäumen: eine Fahrt mit dem Karussell – oder Wien von oben aus dem Riesenrad bewundern, wenn man denn schon mal da ist…IMG_9187

In diesem Sinne ist meine Weihnachtsmarkt-Tour für heuer beendet, aber ich hatte sehr viel Spaß beim Entdecken all dieser schönen Märkte. Ich wünsche euch allen ein wunderschönes Fest und bedanke mich bei allen Fans von Reiseweise fürs Folgen, Lesen, Liken und Kommentieren! Bis bald – ich freue mich auf ein spannendes Jahr 2018 mit euch!

Ganz liebe Weihnachtsgrüße, Christina

Falls du noch immer nicht genug von Weihnachtsmärkten hast, magst du ja vielleicht einen Abstecher nach ROTHENBURG OB DER TAUBER machen – der ganze Ort dort ist ein einzigartiges Weihnachtsdorf.

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Fotoparade – die schönsten Bilder des 2.Halbjahres 2017

Ein Wahnsinn, wie die Zeit vergeht!! Jetzt klinge ich schon, wie meine eigene Großmutter – aber wenn es doch auch wahr ist? Hat nicht gerade die Fotoparade von  Erkunde die Welt stattgefunden, in der Michael aufrief, seine schönsten Fotos zur Schau zu stellen?? Nun, das ist bereits ein halbes Jahr her, und nun ist es Zeit, wieder die Alben zu lüften und nach den schönsten Bildern zu kramen. Eine ziemliche Herausforderung diesmal, gilt es doch bis zu 11 Kategorien zu erfüllen. Na dann, auf geht’s, oder? Und falls du auch Lust hast teilzunehmen – auf zu Michaels 6. Fotoparade!

  • Landschaft

Ein Landschaftsfoto zu zeigen ist für mich immer eine gewisse Herausforderung. Ich bin immer sehr verleitet, eines aus Österreich zu zeigen um gleich ein bisschen „Werbung“ für unser Land zu machen. Dieses Mal fiel mir die Auswahl aber dennoch leicht, weil ich dieses Bild schon für die Fotochallenge ausgewählt habe, als ich es quasi geknipst habe. Es wurde im Rila-Gebirge in Bulgarien aufgenommen, wo ich mit den Halbstarken eine tolle Wanderung zu den 7 Rila Seen gemacht habe. Es geht stetig bergan, nach jeder Steigung kommt man an einem neuen See mit so klingenden Namen wie „Nierensee“ oder „Dreiblattsee“ vorbei, einer ist hübscher als der andere und man kann sich kaum an der wunderschönen Umgebung sattsehen. Und ist man nach etwa 3 Stunden am Gipfel angekommen, bietet sich einem ein atemberaubender Ausblick auf alle 7 Seen.IMG_5850

  • Licht

Ich bin ja nicht arg romantisch veranlagt – aber ein bisschen dann doch und so faszinieren mich Sonnenuntergänge und die Lichtschattierungen dabei schon immer wieder. Dieser hier wurde in Nord-Griechenland, in der Nähe von Thessaloniki aufgenommen, wo wir im Rahmen unseres Balkan-Roadtrips im Sommer ein paar Tage zum Entspannen waren.IMG_5974

  • Schwarz-Weiß

Man muss ja nicht immer unbedingt schöne Dinge auf seinen Fotos abbilden, oder? Dieses Bild von einer Plattenbausiedlung in MOLDAWIEN gefällt mir trotzdem irgendwie, weil es genau das Bild der Hauptstadt Chiçinau widerspiegelt. Eintönig, öde, trostlos und grau. Aber sehr typisch für dort. Und ich musste es nicht einmal wirklich bearbeiten, damit es in die Kategorie Schwarz-Weiß passt!Version 2

  • Tiere

Das ist diesmal eine einfache Kategorie für mich, denn dieser Geselle hier war schon mein Favorit, bevor ich überhaupt ein Foto von ihm gemacht habe. Wir waren im August im DONAUDELTA und da gibt es wirklich haufenweise Pelikane. Dieser hier hat sich geduldig fotografieren lassen, als wir mit unserem Fischerboot vorbeigeschippert sind. Ich mochte ihn von Anfang an!!IMG_2129

  • Natur

Und gleich geht es noch einmal zurück ins Donaudelta – soviel wunderbare Natur wie dort, findet sich ja selten wo. Eine unglaubliche Anzahl and Vogelarten lebt hier gemeinsam mit Fröschen, Bibern und sonstigem Getier.Version 2

  • Nahaufnahme

Nahaufnahmen mache ich selten – also solche ganz aus der Nähe zumindest. Aber dieses schmiedeeiserne Dach eines Pavillons in unserer Hotelanlage in Nessebar am Schwarzen Meer hat mich irgendwie fasziniert und musste doch näher „unter die Lupe“ genommen werden…IMG_2645

  • Stadtbild

Zum Thema „Stadt“ habe ich dieses 2-in-1 Bild der slowenischen Hauptstadt Ljubljana ausgewählt, wo wir im Frühsommer 2 sehr schöne Tage verbracht haben. Einerseits zeigt es die Fotografie eines Acrylbildes von Ljubljana mit der bekannten Brücke, andererseits ist im Hintergrund die Burg „life“ zu sehen. Das ist doch eine gelungene Kombination, oder?IMG_0489

  • Farbkontrast

Meine absolute Lieblingsstadt ist Stockholm. Alle, die meinen Blog verfolgen, wissen das – der Rest erfährt dieses „offene Geheimnis“ jetzt… In Stockholm bieten sich vielfältige Kontraste, die mich immer wieder faszinieren: gelb-blaue Fahnen, rot-weiße Hütten oder Hausfassaden in den buntesten Farben.IMG_4172

  • Essen

Ich habe soooo viele leckere Sachen im letzten halben Jahr gegessen – aber natürlich kaum welche davon fotografiert. Besonders gut geschmeckt hat aber dieses Backhenderl im Lokal „Seejungfrau“ am Neusiedlersee heuer im Juli. Unglaublich lecker – und die wunderschöne Atmosphäre dort direkt am See ließen es gleich noch einmal so gut schmecken. Mmmmh!IMG_4047

  • Aussicht

Im November war ich in Teenie-Begleitung in London, wo wir unter anderem „The Shard“ erklommen haben. Zugegeben, das war nicht sehr sportlich, immerhin bringt einen ein Lift ohne gröbere Anstrengung in den 73. Stock hinauf, wo sich dann aus über 300 m Höhe dieser tolle Blick über die Stadt bietet.IMG_8475

  • schönstes Bild

Das schönste Bild auszuwählen ist eigentlich das Schwierigste an der ganzen Fotoparade. Erstens ist „schön“ etwas sehr Subjektives und zweitens ist man ja auch automatisch emotional involviert, wenn man in seinen eigenen Bildern kramt, weil man mit jedem Bild ja auch Erinnerungen verbindet, die es dann für einen selbst zum „schönsten Bild“ machen. Dieses Bild führt uns noch einmal zurück ins Rila-Gebirge und es strahlt für mich einfach so viel Ruhe, Harmonie und Perfektion aus, dass ich es als mein schönstes Bild für die Fotoparade 2/17 ausgewählt habe.IMG_2965

So, das wär es nun für dieses Halbjahr mit den schönen Bildern. Ein ziemliches Kontrastprogramm zur Fotoparade des letzten Halbjahres, findest du nicht? Falls du noch einmal nachsehen möchtest, welche Bilder mich damals begeistert haben, hier gehts lang:

Michaels Fotoparade 2/2017 erfreut sich wirklich allergrößter Beliebtheit. Über 100 Teilnehmer gab es letztes Jahr und auch heuer haben schon wieder viele Blogger mitgemacht. Vielleicht hast du ja auch Lust, dir ihre Bilder anzusehen? Besonders gefallen haben mir die von

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LONDON – Wochenendtrip in Teenie-Begleitung

Die Welt ist ein Buch und diejenigen, welche nicht reisen, lesen nur eine Seite.

Der Zufall wollte es, dass mein lieber Kollege Stefan (viiiielen Dank nochmal an dieser Stelle!!!) ein Wochenende in London gebucht hat, das er dann aber nicht antreten konnte. Da die Hotelbuchung aber nicht mehr storniert werden konnte, habe ich mich quasi „geopfert“ und bin in Begleitung meines mittleren „Halbstarken“ (pubertätsbedingte Hormonschwankungen hoch vier!!!) in die britische Metropole aufgebrochen. Und was die liebe Reiseeule unlängst in Mädchenbegleitung erlebt hat, gibt’s hier nun in „Teenie-Männer“-Version nachzulesen…

IMG_8395 (1)Dazu muss ich gleich noch vorweg nehmen, dass wir schon mal in London waren, ziemlich genau 2 Jahre ist das nun her. Aus diesem Grund kannten wir uns schon ein bisschen in der Stadt aus und haben auch die wichtigsten Sehenswürdigkeiten schon mal abgeklappert, was die ganze Reise unheimlich entspannte. Ich selbst neige ja dazu, immer ALLES sehen zu wollen, was bei einem Wochenende in so einer großen Stadt natürlich unmöglich ist. Noch unmöglicher ist dieses Unterfangen allerdings in Begleitung eines Pubertiers, das erstens verdammt viel Schlaf braucht und morgens nur sehr träge in die Gänge kommt und sich zweitens bei Sightseeingtouren auch eher langsam bewegt und nur eine sehr beschränkte Ausdauer hat. Sogeschen waren die Voraussetzungen für eine halbwegs entspannte Reise ja sehr gut.

IMG_5520Bonuspunkte beim Pubertier konnte ich außerdem sammeln, weil unser Flug schon kurz nach Mittag ging, sich ein Schulbesuch an diesem Freitag also gar nicht lohnte. Froh gelaunt schnappten wir uns also am Vormittag ein Taxi, ließen uns zum Flughafen kutschieren und von der EasyJet nach Gatwick fliegen – alles „easy cheesy“, sozusagen…

Unser Hotel war top-modern und bescherte mir gleich weitere Gutpunkte bei meinem Begleiter. Das CitizenM lag unmittelbar hinter dem Tower, die Underground Station direkt unter dem Hotel, praktischer ging es wirklich nicht.IMG_5369 (1)

Und dass im Hotel alles elektronisch ablief, begeisterte uns dann vollends: von der Lichtsteuerung im Zimmer, über die „Vorhänge“ bis zum Weckton in der Früh: alles konnte von einem iPad aus gesteuert werden. Das kleine Badezimmer hatte Milchglasscheiben und man konnte sogar die Farbe der Beleuchtung wählen, während man unter der Dusche stand. Sehr spacig und pubertätsfreundlich…

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Nette Demo in der Lobby…

Nachdem wir uns elektronisch abreagiert hatten, stürzten wir uns ins Geschehen – London hautnah! Unser erster Weg führte uns zur Tower Bridge. Diese kann man nicht nur bestaunen, sondern auch von innen besichtigen und ganz oben über einen Glasboden überqueren! Brrrr, das kostet eine ganz schöne Überwindung in über 40 m Höhe über die Themse zu spazieren, die Autos auf der Brücke und etliche Schiffe unter einem.IMG_8414 (1)

In den beiden Türmen befinden sich Ausstellungen zur Geschichte der Brücke und abschließend kann man auch noch den Maschinenraum besichtigen, von dem aus der Brückenmechanismus betrieben wird. Faszinierend!

Anschließend ließ sich mein Halbstarker mit dem Versprechen auf ein ordentliches Abendessen zum Piccadilly Circus und auf die Oxford Street locken.IMG_5438 (1)

Ich durfte ein bisschen bummeln und Souvenirs einkaufen, durch einen kurzen (aber ziemlich teuren…) Besuch im „Kingdom of Sweets“ auf der Oxford Street wurde mir sogar ein etwas längerer Bummel zugestanden, bevor uns dann der jugendliche Hunger zwang, die nächstbeste Gelegenheit zur Nahrungsaufnahme zu ergreifen. Diese bot sich uns im Ember Yard, einer Tapas Bar mit wirklich exzellentem Essen. Nicht das typische Jugendlichen-Restaurant, das muss ich zugeben, aber der Hunger war groß und als wir erst einmal begonnen haben uns durchzukosten waren wir BEIDE begeistert!!

Danach war es schon relativ spät und wir waren müde, außerdem bot unser fancy Hotel eine unendliche Auswahl an Filmen an, die man – selbstverständlich per iPad – auswählen konnte, von denen wir mindestens 500 unbedingt sehen mussten. Nun ja, von meiner Seite her beschränkte sich dieses Unterfangen auf 10 min Bridget Jones‘ Baby. Was sonst in dieser Nacht noch alles angesehen wurde, entzieht sich meiner Kenntnis…

IMG_5539 (1)The Shard“ gebucht. Das ist ein geniales Gebäude – das höchste der EU übrigens mit 310 m (der Mercury Tower in Russland ist europaweit das höchste…) und der Ausblick ist einfach sensationell. Wir hatten aber auch ein wahnsinniges Glück mit dem Wetter: strahlender Sonnenschein und eine richtig tolle Fernsicht. Gab es anfangs schon ein bisschen Gemecker, weil 10 Uhr ja absolut keine Teenager-kompatible Zeit ist, so ist dieser aber sofort abgeebbt, als wir mit dem High-Speed-Lift bis zur Aussichtsterrasse gefahren sind. Dort oben konnte man dann auch noch mittels einer Virtual Reality Brille eine Achterbahnfahrt quasi auf dem Turm erleben und sich so richtig fürchten – genial!

Weiter ging unsere Tour dann nach Camden, wo sich uns ein völliges Kontrastprogramm zum supermodernen Aussichtsturm bot. Heimelige Atmosphäre, alles ist bunt und wahnsinnig belebt. Wir haben es genossen, durch den Stables und den Camden Lock Market zu flanieren, ich durfte ein bisschen „Fetzen“ schauen, während sich mein Begleiter für Email-Schilder, diverse Comics und T-Shirts mit Star Wars Motiven begeistert hat. Wir haben es sogar geschafft, einige Weihnachtsgeschenke einzukaufen!

Die Camdenmarkets sind ein wahres Schlaraffenland, nicht nur für immerhungrige Heranwachsende! Es wird dort Streetfood aus aller Herren Länder angeboten, ich glaube, es gibt nichts, was man dort nicht findet.  Und wir mussten nicht einmal versuchen, uns auf irgend ein Lokal zu einigen, es konnte einfach jeder das auswählen, was er wollte, und gegessen wird dann gemeinsam auf einer der vielen Bänke vor dem Markt. Herrlich – und sooooo lecker!

Ein Highlight waren auch die coolen Fassaden der Camden High Street und die vielen tollen Geschäfte dort.

Und dann waren da noch die vielen Graffitis in den Seitengasse – eine super Fotolocation! Bunt, bunter, am buntesten!IMG_8654

Danach machten wir einen kurzen Abstecher in den Hyde Park, wo wir eigentlich das Winterwonderland sehen wollten. Eigentlich… halb London hatte offenbar aber dieselbe Idee, was uns dann doch ein bisschen abschreckte, weshalb wir dann lieber – einmal quer durch den Park und dann gerade aus – ins Natural History Museum marschiert sind.

Viele Museen in London sind ja gratis bzw. verlangen nur für Sonderausstellungen Eintritt – so auch dieses. Und es hat sich wirklich gelohnt! Das Museum ist riiiiesig und die Aufmachung echt toll und sehr interaktiv. Man könnte wohl Tage darin verbringen, bis man alles gesehen hat! Schon die Eingangshalle beeindruckt enorm und nimmt man den Seiteneingang, so kann man mit einer Rolltreppe direkt mitten ins Erdinnere fahren – super gemacht.

Wir haben uns für eine Ausstellung über Vulkane und Erdbeben entschieden, danach wollte mein Jüngling zu einer Insektenausstellung (iiiigitt, aber ich hab tapfer durchgehalten…) und anschließend waren wir natürlich noch bei den Dinosauriern, das ist ja immer ein „Muss“ in Naturkundemuseen – selbst ich habe mir in den letzten Jahren ein beträchtliches Wissen über „Tyrannosaurus Rexe“ & Konsorten angeeignet und finde sie mittlerweile schon beinahe entzückend.IMG_5711 (1)

Es wurde spät im Museum, wir blieben bis zur letzten Minute und haben beinahe vergessen, dass wir ja eigentlich hungrig sein sollten… Bei der Frage nach der Abendgestaltung habe ich als Antwort etwas wie Burger-Essen, Kino, Bowling oder Ähnliches befürchtet. Aber nein, man(n) wollte in ein Pub!! In ein echtes, englisches Pub. Auch gut, das klang nach einem vernünftigen Plan und deftigem Essen. Allerdings, und das wussten wir nicht, erwies es sich als ziemlich schwierig, abends mit einem 14jährigen in ein Pub zu gehen – die sind dort nämlich schlichtweg verboten. Jugendschutz und so, was ja grundsätzlich sehr vernünftig, jedoch nur halblustig ist, wenn einen plötzlich der Hunger übermannt… Schließlich fanden wir jedoch eines, das im hinteren Teil ein Restaurant war und auch mit Gästen wie uns Freude hatte: das „Hoop & Grapes“, ganz in der Nähe unseres Hotels. Dort fanden wir beide, was wir suchten: das Pubertier einen Burger und Ginger Ale, ich Fish & Chips und Cider. Abend gerettet, alle zufrieden…

Der Sonntag war leider schon unser letzter Tag, den wollten wir noch so richtig auskosten. Als Höhepunkt stand der Dungeon auf dem Programm, dafür lohnte es sich sogar, so halbwegs zeitig aufzustehen, hatten wir doch gehört, dass dort oft lange Schlangen anstanden. Dem war aber gar nicht so, wir kamen gleich rein und das Gruseln und Schaudern konnte beginnen.

IMG_8688Leute, die etwas organisierter sind, als ich, kaufen am besten ein Ticket schon im Vorhinein übers Internet, da kann man etliche £ sparen und hat einen garantierten Zeitrahmen, wann man eingelassen wird. Aber wie gesagt, es war kein Problem und hat viel Spaß gemacht. Ich habe ja schon voriges Jahr den Dungeon in Hamburg besucht, sodass die Überraschungseffekte nicht mehr ganz so groß waren, weil einiges doch ähnlich ist. Aber für meinen Halbstarken war es genial und er hat es genossen.Version 2

Vor lauter Dankbarkeit (ja, auch Söhne können dankbar sein…) ob dieses wunderbaren Tagesanfangs gab es überhaupt kein Gemurre, als ich einfach noch ein bisschen durch die Stadt bummeln und auf den typischen Touristenpfaden noch ein paar nicht minder typische Touristenfotos knipsen wollte und auch ein Abstecher in verschiedene Bookshops und zu Paperchase (DER Papier- und Schreibwarenhimmel!!!) wurde geduldig hingenommen.

Dann war auch schon der Nachmittag angebrochen und es war Zeit, sich wieder auf den Weg zum Flughafen Gatwick zu machen. Gerne wären wir auch noch länger geblieben, vieles hätte es noch gegeben, das wir entdecken oder wiedersehen wollten. Und auch die Zeit nur für uns beide hat uns sehr gut getan, so ein Pubertier, das im Rudel aufwächst, braucht manchmal auch ein bisschen Mutterliebe ganz für sich allein. Wir haben dieses Wochenende alle zwei genossen, jeder auf seine Weise und es war eigentlich gar nicht schwer, bei all den Möglichkeiten, die sich in London bieten, etliche auszusuchen, die uns beiden gefallen haben. In diesem Sinne: gerne jederzeit wieder – sowohl London, also auch Teenie-Begleitung!!!IMG_5515 (1)

Weitere Tipps für einen Ausflug nach London mit Teenagern, wo Harry Potter, Madame Tussaud’s und die typisch englische „Tea Time“ eine Rolle spielen, findest du demnächst hier.

Du hast vor, in Mädchen-Begleitung nach London zu fahren? Dann schau doch hier, wie es der Reiseeule dabei ergangen ist!

Und falls du Geheim-Tipps hast für unsere nächste Reise nach London – bitte immer gerne. London ist ja definitiv eine Stadt, in die man immer wieder zurück will…

 

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MAULBRONN – herbstliches Klostererlebnis der Extraklasse

Wenn du die Speisen ablehnst, die Brauchtümer ignorierst, die Religion fürchtest und die Menschen meidest, bleibst du besser Zuhause. James Michener (1907-1997)

Eigentlich eher zufällig sind die Halbstarken und ich in Maulbronn gelandet, weil es fast direkt auf unserem Weg von München nach Strassburg lag und wir auf der Reise plötzlich soooo hungrig geworden sind dass wir eine kleine Pause einlegen mussten. Und weil uns ein bisschen Kultur ja noch nie geschadet hat (auch wenn die Halbstarken das anfangs oft,  ein bisschen anders sehen, fügen sie sich dann doch in meine Besichtigungsideen und sind schlussendlich dann ja auch meistens begeistert…), haben wir dabei auch gleich das alte Kloster besichtigt.IMG_7605

Maulbronn an sich ist eine kleine, beschauliche Stadt nördlich von Pforzheim mit gerade mal 6.500 Einwohnern. Ein paar Fachwerkhäuser am Hauptplatz, einige Geschäfte, mehr gibt es dort nicht zu sehen. Wäre da nicht, ja wäre da nicht das berühmte Zisterzienserkloster, das den Ort so richtig aufpeppt!

Kloster? Langweilig! Nein, bei Gott nicht!!! Das Kloster Maulbronn ist eine großartige Anlage, die einen, einmal durch das alte Klostertor betreten, in eine andere Zeit verzaubert.IMG_7658

Bereits von außen erinnert das Kloster mit seinen Türmen und dem ehemaligen Wassergraben eher an eine Burg als an ein klerikales Gebäude. Wir hatten das große Glück an einem wirklich schönen Herbsttag dort gewesen zu sein, sodass auch die Umgebung mit den vielen Weinbergen noch eine ganz bezaubernde Atmosphäre kreierte.IMG_7595

Das Herzstück des ganzen Ensembles ist natürlich das Kloster selbst. Daneben gibt es aber einen riesigen Klosterhof mit allerhand Nebengebäuden, die zum Teil noch aus dem Mittelalter stammen. Mittelalter – das Interesse der Halbstarken war prompt erwacht, sie mutierten beinahe zu Rittern und sausten mit Begeisterung über das Gelände. Wie herrlich war es auch, sich nach fast 3 Stunden im Auto ein bisschen zu bewegen! Die Klostermühle faszinierte ebenso wie die ehemalige Bäckerei und der riesige alte Speicher, der immer noch gut erhalten ist.IMG_7606

Der Klosterhof ist frei zugänglich, für die Besichtigung des Klosters und die Sonderausstellungen ist ein Eintrittspreis von 7,50 € fällig (Kinder 3,80 €). Mit Audioguide kann man sich selbständig auf Erkundungstour begeben, es werden allerdings auch Führungen angeboten und ich muss sagen, es lohnt sich wirklich.IMG_4370

Das Kloster Heilbronn zählt zum UNESCO Welterbe, alleine deshalb sollte man es schon gesehen haben. Und auch wenn ich finde, dass sich Klöster ja oft schon sehr ähneln (genauso wie Burgen und Schlösser und Kirchen es auch tun…), so finden sich doch einige Besonderheiten: Sehr interessant ist das Chorgestühl in der Klosterkirche, in dem die ehemaligen Mönche früher 5 mal täglich gebetet haben. Das erste Gebet fand schon in den frühesten Morgenstunden statt, das letzte erst um Mitternacht. Aus praktischen Gründen gab es daher eine direkte Stiege von den Schlafgemächern bis in die Kirche, über die die Mönche damals halbschlafend zum Gebet torkeln konnten. Welch eine Vorstellung, fünf mal täglich in der Kirche zu sitzen (bzw. hier eher zu stehen), oder?IMG_7615

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Chorgestühl in der Klosterkirche

Die Vorhalle der Kirche nennt sich übrigens Paradies und ist ein architektonisches Meisterwerk eines unbekannten Künstlers. Zugegeben, das „Paradies“ hab ich mir immer ein bisschen anders vorgestellt, aber ich bin da ja flexibel…

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So sieht das Paradies in Maulbronn aus…

Ganz toll ist auch das Brunnhaus aus dem 14. Jahrhundert im Innenhof des Klosters. Wenn du schon mal Bilder vom Kloster Maulbronn gesehen hast, dann wahrscheinlich von hier, der Brunnen dort ist nämlich quasi der Fotostar der Anlage und tatsächlich fand sich, obwohl während unseres Besuchs sonst nicht sehr viele Leute dort waren, eine kleine Menschen-Schlange davor. Selfie-Time im Kloster!!

Die Ursprünge des Klosters gehen übrigens auf das 12. Jahrhundert zurück und es findet sich eine Mischung verschiedener Baustile von Romantik und Gotik, was ja auch den besonderen Reiz der Anlage ausmacht. Drumherum, außerhalb der Klostermauern, finden sich etliche bereits von den Zisterziensern angelegte Fischteiche in einer teilweise sehr naturbelassenen Landschaft. All dies zusammen hat dazu geführt, dass das Kloster Maulbronn und seine Umgebung als Gesamtbild als die am besten erhaltene Klosteranlage Mitteleuropas gilt. Wasserwirtschaft und Fischzucht waren seit jeher ein besonderes Steckenpferd der Zisterzienser. Heute werden die Teichanlagen auch freizeittechnisch genützt, man kann dort schwimmen und sogar Tretboote ausborgen. Wie schade, das wir dafür keine Zeit hatten!IMG_4417

Im Besucherzentrum finden auch wechselnde Ausstellungen statt, im Jahr von Martin Luther war es daher nur naheliegend, dass es auch eine Ausstellung über die Reformation in Baden-Württemberg zu sehen gab. Unterhaltung gibt’s im Klostergelände also genug. Es finden sich dort auch einige Souvenirgeschäfte, ein Bücherladen, ein Café und das Klosterrestaurant.

Mönche gibt es in Maulbronn schon seit vielen Jahren keine mehr. Die ursprüngliche Klosterschule, in der Mönche ausgebildet wurden, ist heute das evangelische Seminar, ein Gymnasium für Mädchen und Burschen. Hermann Hesse war übrigens der berühmteste Schüler von Maulbronn. Wieder was gelernt, nicht wahr?

Was uns besonders fasziniert hat, sind die vielen Anekdoten, die es um das Kloster Maulbronn gibt. So soll es zum Beispiel eine Maultier gewesen sein, das im 12. Jahrhundert mit seinen Hufen eine Wasserquelle freilegte, und just an dieser Stelle wurde das Kloster errichtet. Oder hast du schon mal vom Wunder von Heilbronn gehört? Einmal im Jahr, am 21.Juni zwischen 11 und 12 Uhr, scheint die Sonne (so sie denn scheint) genau so durch ein Kirchenfenster, dass die Dornenkrone der großen Christusstatue in der Kirche rot leuchtet und wie Blut aussieht. Das ist fast ein bisschen gruselig, findest du nicht? IMG_7617

Dann gibt es auch noch die Geschichte von Doktor Faustus, den Wunderheiler und Alchemisten, der angeblich seinerzeit in dem nach ihm benannten Faust-Turm gelebt und gearbeitet hat und Goethe als Vorbild für sein Buch diente.IMG_4419

Oder hast du schon mal von „Maultaschen“ gehört? Na, woher kommen die wohl? Genau, aus MAULbronn. Und weißt du, was es damit auf sich hat? Früher durften die Mönche in der Fastenzeit ja kein Fleisch essen. Ein besonders findiger Mönch kam aber zu einem Stück Fleisch, das er natürlich auch nicht entsorgen wollte, und so hat er es faschiert und unter Gemüse gemischt. Und damit Gott nicht sah, dass die Mönche in der Fastenzeit Fleisch aßen, wurde es in Nudelteig eingepackt und dann eben so verspeist. Wir haben es den Mönchen gleich getan und konnten es uns natürlich nicht nehmen lassen, diese Spezialität im Klosterrestaurant zu probieren. Das Lokal geht zwar schon als ziemlich „touristisch“ und eher hochpreisig durch, aber die Maultaschen waren ausgesprochen lecker. Und so hat sich’s ja doch gelohnt.IMG_E7645

Tja, du siehst also, dieser Besuch war durchaus amüsant und kurzweilig und hat uns allesamt begeistert. Muss man irgendetwas mit Religion am Hut haben, um dem Kloster Maulbronn einen Besuch abzustatten? Absolut nicht, die ganze Anlage an sich ist wirklich sehenswert. Wenn du also mal in der Nähe bist, schau vorbei, ich bin mir sicher, es wird dich genau so begeistern wie uns. Halbstarke, die nach dem Besuch meinen „war schon cool“, sind doch der beste Beweis dafür!

Praktische Informationen:

Öffnungszeiten:

1. März bis 31. Oktober Mo-So 9 – 17.30 Uhr, 1. November bis 28. Februar Mo-So 9 – 17 Uhr

Eintrittspreise:

Erwachsene: 7,50 €, Ermäßigt 3,80 €

Homepage: www.kloster-maulbronn.de

Hast du noch mehr Lust auf tolle Bauwerke? Vielleicht ist ja das etwas für dich:

 

 

Veröffentlicht in Allgemein, Buch-Weise

Fotochallenge Buchtitel

Es gibt mehr Schätze in Büchern als Piratenbeute auf der Schatzinsel…
und das Beste ist, du kannst diesen Reichtum jeden Tag deines Lebens genießen.
Walt Disney (1901-1966)

In diesem heutigen Artikel gibt es keinen reinen Reisebericht, sondern etwas noch viel Spannenderes! Selda von Travellife hat zu einer Foto-Challenge aufgerufen, einer, die mir super gut gefallen hat, seit ich das erste Mal davon gehört habe. Ziel ist es, Bilder zu 9 verschiedenen Buchtiteln zu finden und eine kleine Geschichte dazu zu erzählen. Und da das Lesen neben dem Reisen zu meinen großen Leidenschaften gehört, – vielleicht ist dir ja schon mal aufgefallen, dass ich auch hier am Blog eine Rubrik mit Suchtipps eingerichtet habe… diese habe ich zugegebenermaßen bis jetzt aber ziemlich vernachläßigt… – ist diese Challenge ja wirklich wie für mich gemacht, findest du nicht? Also, los geht’s, mal schauen, welche Bücher da so zur Auswahl stehen. Vielleicht ist ja sogar das ein oder andere dabei, das du schon Gelesen hast?

1. Das Café am Rande der Welt  (John Strelecky)

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Dieses kleine, entzückende Café befindet sich auf der Insel Sandhamn, weit draußen im SCHÄRENGARTEN vor Stockholm. Ich liebe STOCKHOLM und wann immer ich dort bin, gehört ein Besuch der Inselwelt für mich einfach dazu, das ist Schweden, wie man es sich vorstellt. Und eine Fika, eine schwedische Kaffeejause mit Zimtschnecke und Häferlkaffee im Café Strindbergsgården ist einfach Idylle pur. Falls du jetzt Lust auf einen Ausflug nach Sandhamn bekommen hast, kannst du das auch literarisch machen. Viveca Sten hat eine wunderbare Krimireihe um den Kommissar Thomas Andreasson geschrieben, die auf dieser kleinen, pittoresken Insel spielt.

2. Der Gott der kleinen Dinge (Arundhati Roy)

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Du hast geglaubt, ein Vulkan wäre etwas ganz, ganz Großes? Ätsch, Irrtum! Es gibt auch winzig kleine Vulkane – und doch sind sie ganz echt und dürfen sich auch wirklich „Vulkan“ nennen und sie stehen ihren „großen Brüdern“ an Faszination um nichts nach. Dieser Schlammvulkan ist in ASERBAIDSCHAN zu finden und er ist – so wie die vielen anderen Vulkane um ihn herum – gerade mal 2-3 m hoch. Sie blubbern eifrig vor sich hin und immer wieder bricht einer von ihnen aus und versprüht eine ordentliche Ladung Schlamm. Ein wirkliches Naturschauspiel, das uns lange in seinen Bann gezogen hat. Na, das sind doch kleine Götter unter den Vulkanen, findest du nicht?

3. Das Labyrinth der Wörter (Marie-Sabine Roger)

Zu diesem Thema reicht ein Bild natürlich nicht aus – das wäre ja viel zu übersichtlich und von einem Labyrinth meilenweit entfernt. Wohin begibt man sich aber, wenn man auf der Suche nach Wörtern ist? Klar – nach WEIMAR , wo Goethe, Schiller & Konsorten wirklich wahre Labyrinthe im Wortdschungel erschaffen haben. Und mit Recht wird ihrer dort quasi an jeder Hausecke gedacht.

4. Die weiteren Aussichten (Robert Seethaler)IMG_3002

Also ganz ehrlich, eine viel weitere Aussicht als hier im Rila-Gebirge im Süden Bulgariens habe ich selten genossen. Und auch kaum eine schönere! Die Aussicht will allerdings verdient sein, vor allem für jemanden wie mich, der kein absoluter Bergfex ist. Der Rila-Nationalpark bietet unzählige Wandermöglichkeiten, eine der mit Recht beliebtesten ist diese hier zu den 7-Rila-Seen. Das erste Stück geht es mit einem Sessellift hinauf auf etwa 2000 m – dann geht es zu Fuß weiter an den 7 Seen vorbei bis zum Gipfel, von wo aus man mit einem herrlichen Blick über alle 7 Seen belohnt wird.

5. Der Schatten des Windes (Carlos Ruiz Zafon)

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Dies ist eines meiner absoluten Lieblingsbilder von mir und meinen 3 Söhnen. Im Frühjahr haben wir die ALGARVE bereist und wurden am Cabo de São Vicente von Windböen empfangen, die uns beinahe das Fürchten lehrten. Aber nur fast, denn gemeinsam sind wir 4 super-stark und haben uns dem Wind ganz einfach entgegengestellt.

6. Bruno, Chef de Police – Delikatessen (Martin Walker)

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Dies ist ein Foto aus heimischen Gefilden – man muss ja nicht immer weit reisen um Herrliches zu genießen. Am BRUNNENMARKT in Wien-Ottakring treffen viele Kulturen aufeinander und bieten das feil, was ihre Heimat an Delikatessen her gibt. Da finden sich neben exotischem Obst arabische Gewürze, türkische Dönerbuden wechseln sich mit heimischen Würstelständen ab. Und dazwischen finden sich Menschen aus aller Herren Länder, die ebenfalls eine delikate Mischung abgeben. Definitiv ein Erlebnis für jeden Wien-Besucher!

7. Das Paradies ist anderswo (Mario Vargas Llosa)

Version 2

Im Juni dieses Jahres bereiste ich die Republik Moldau. Es war ein sehr interessanter und einprägsamer Tripp mit durchaus auch schönen, großteils aber auch sehr bedrückenden Impressionen. Selten habe ich so viel Armut auf einmal gesehen – und das noch dazu nur eine gute Flugstunde von Wien entfernt. Für mich selbst liegt das Paradies definitiv anderswo als im ärmsten Land Europas – seine Einwohner haben  aber vielleicht auch dort ihr ganz eigenes kleines Paradies gefunden. Denn was man braucht um glücklich zu sein, ist wirklich eine sehr persönliche Sache

8. So eine lange Reise (Rohinton Mistry)

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Mit meiner Freundin Karin habe ich im Mai JORDANIEN unsicher gemacht. Wir haben ein Auto gemietet und sind quasi das ganze Land abgefahren, vom Norden bis ganz in den Süden ans Rote Meer, vom Toten Meer im Westen bis tief in die Wüste hinein in den Osten des Landes. Eine tolle, unvergessliche Reise, die uns aber auch an Orte geführt hat, mit denen wir nicht wirklich gerechnet haben. Und hier entstand, ziemlich weit weg von jeglicher Zivilisation und eigentlich schon fast am Ende einer langen Reise, dieses Foto unweit der Grenzen zu Saudi-Arabien und dem Irak.

 9. Selfies (Jussi Adler-Olsen)IMG_9115

Ja, dieses Foto ist ein Selfie, und es macht auch gar keine Anstalten, dies zu verbergen. Es stammt noch aus einer Zeit, in der Selfies nicht so ganz selbstverständlich auf der Tagesordnung standen, weil die Handys damals einfach noch nicht so tipp-topp Kamerafunktionen hatten, wie heute. Aufgenommen habe ich das Bild auf dem Autoreisezug nach Sylt während der Fahrt über den Hindenburg-Damm nach einer durchwachten Nacht, in der uns ein fürchterlicher Sturm beinahe unser Zelt verblasen und zu einem vorzeitigen Aufbruch gezwungen hat. Und kaum waren wir mit Sack und Pack auf den Zug verladen, kam auch tatsächlich die Sonne wieder heraus!

Na, neugierig geworden auf das ein oder andere Buch, von dem hier die Rede ist? Welche spannenden Bücher fallen dir sonst noch ein, die das Thema „Reisen und Lesen“ verbinden? Ich bin gespannt auf deinen Kommentar. Und wenn du gerne sehen möchtest, welche Bilder andere Blogger für diese Challenge aus ihrem Schatzkästchen hervor gekramt haben — hier geht’s lang zu Seldas Fotochallenge!

Besonders schön finde ich übrigens die Bilder von