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DONAUDELTA – Reise bis ans Ende der schönen blauen Donau

Die Wildnis ist es, die die Welt bewahrt. Henry David Thoreau (1817 – 1862)

Als Österreicher hat man ja immer ein bisschen das Gefühl, als würde die Donau uns gehören, sind wir doch nur zu stolz auf „unseren“ Donauwalzer, schlemmen „unsere“ Donauwelle und reden immer noch ein bisschen verträumt und der Geschichte nachhängend von „unserer“ Donaumonarchie. Dabei übersieht man aber  gerne, dass wir bei Gott nicht die einzigen sind, durch deren Land sich die Donau schlängelt, sondern dass sowohl davor als auch danach noch einiges kommt. Ganz schön viel eigentlich, aber das hält uns nicht von unserer Freude an der schönen blauen Donau ab.Version 2

Die beiden Quellflüsse der Donau, Breg und Briegach entspringen im Schwarzwald bei Donaueschingen. Über 2875 km fließt die Donau danach als zweitlängster Fluss Europas (nur die Wolga ist noch ein bisschen länger) durch Mittel- und Osteuropa, bevor sie im Donaudelta ins Schwarze Meer mündet. 10 Länder passiert sie dabei – Deutschland, Österreich, Slowakei, Ungarn, Kroatien, Serbien, Bulgarien, ein kleines Stückchen Moldawien, die Ukraine und Rumänien, das haben wir alle in der Schule gelernt. Und während wir die Donau hier in Wien quasi täglich sehen und auch schon in vielen anderen Ländern in ihrem Verlauf gesehen haben, wollten wir nun auch wissen, wie denn das Ende der Donau so aussieht und wir wollten die Pelikane sehen, die dort noch in freier Wildbahn lebten. Das Donaudelta sollte ja wirklich ganz bezaubernd sein – und so haben sich die Halbstarken und ich eben das Donaudelta als einen der Höhepunkte unseres heurigen Sommer-Roadtrips ausgesucht.IMG_2067IMG_2079

Die Ukraine und Rumänien teilen sich ja die Ehre, diese wunderschöne Landschaft beheimaten zu dürfen. Wir haben den größeren, rumänischen Teil des Deltas erkundet, aber auch auf ukrainischer Seite ist das möglich, auch wenn der Tourismus dort noch weniger fortgeschritten ist als in Rumänien und die Organisation einer Reise dorthin vielleicht ein paar Hürden mehr mit sich bringt.IMG_1988

Das Donaudelta ist riiiiesig, nämlich 5800 m2, und steht unter strengem Naturschutz und wurde 1991 auch zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt – und wir standen bei unserem Besuch erst mal vor dem Problem, irgendwo „anfangen“ zu müssen. Im ganzen Delta gibt es 24 Ortschaften und eine kleine Stadt, nur 3 der Dörfer sind mit dem Auto zu erreichen, der Rest lediglich per Boot. Ganz am Rand des Deltas liegt Tulcea, eine Stadt mit etwa 90.000 Einwohnern, die von Touristen gerne als Ausgangspunkt für Expeditionen ins Donaudelta genutzt wird. Wir wollten allerdings etwas „näher dran“ sein und entschieden uns daher für das beschauliche Dorf Dunavatu de Jos, wo wir in einer einfachen Privatunterkunft, der Vila Rihanna, 4 Tage verbrachten. Nach Dunavatu de Jos ist die zivilisierte Welt quasi zu Ende. Die letzte Straße mündet in einen klitzekleinen Hafen, danach kommt nur mehr Wasser und Wildnis.IMG_2149

Auch wenn in den letzten Jahren der internationale Individualtourismus zugenommen hat, eine Reise ins Donaudelta (sofern man jetzt nicht mit einer organisierten Reise zB im Rahmen einer Donaukreuzfahrt dorthin fährt) ist anders, als wenn man in Mitteleuropa ein wenig „Wildnis“ erkunden möchte. Von Tulcea aus gibt es zwar sehr viele organisierte Fahrten ins Delta, möchte man jedoch ein bisschen eigenständiger und individueller unterwegs sein, bedarf das einiger Selbstorganisation und viel Herumfragen. Touristeninformationen gibt es – ebenfalls wieder abgesehen von Tulcea – nicht, aber es kennt meistens jeder irgendjemanden, der jemanden kennt… Du weißt schon…IMG_2011

Da all die Leute, die unsere Vermieterin kannte, aber niemanden kannten… wussten wir erst mal nicht so genau, wie wir nun weitermachen sollten und wie wir unserem Ziel – die Pelikane in ihrem natürlichen Lebensraum zu beobachten – näher kommen würden. Dann tauchte aber eine Freundin der Vermieterin auf, die eine Freundin hatte und deren Mann…

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endlos schlängeln sich die Wasserstraßen durch das Delta

 

Naja, kurzum, am nächsten Tag ging es los und der für uns organisierte Fischer brachte uns mit seinem klitzekleinen Boot hinein mitten ins Donaudelta. Diese Leute sind dort aufgewachsen und kennen die Gegend wie ihre Westentasche – für uns war es mit der Orientierung bald vorbei, das Labyrinth an kleinen Wasserstraßen, nur unterbrochen von ab und zu einem kleinen See, verwirrte uns völlig. Aber das machte nichts, wir kamen ohnehin aus dem Staunen nicht mehr raus, als wir durch diese wunderschöne Landschaft fuhren. Schilf und Seerosen, wohin man sah, die umliegenden Bäume wuchsen fast bis ins Wasser, sogar Kühe badeten im Wasser. Tiere ohne Ende – es machte uns Freude, im Dickicht all der Pflanzen dort, Frösche, Fische und Vögel zu entdecken.

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Durch uns aufgeschreckte Schwäne… und ganz hinten all ihre Freunde…

Das kleine Motorboot machte leider ziemlich viel Lärm, sodass unser Fischer immer wieder den Motor abstellte, damit wir nicht all zu viel Vögel aufschreckten. Wir konnten Reiher beobachten, in schwarz und in weiß, Kolonien von Schwänen schreckten vor uns auf und flogen höchst beeindruckend mit einem Höllenlärm vor uns davon und schließlich, als das Wasserlabyrinth etwas lockerer wurde, schwammen sie endlich vor uns: die Pelikane!! Scheu sind sie, und natürlich nahmen sie Reißaus, als sie uns entdeckten, aber dennoch blieb genug Zeit, sie zu bewundern.

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Stolzer Fischer mit seiner Beute

Wir konnten uns irgendwie gar nicht sattsehen und auch die Halbstarken waren begeistert und wollten immer weiterfahren, als der Fischer uns fragte, ob wir denn nicht schon zurück wollten. Neiiiiin!!!! IMG_1987Immer wieder fand er irgendwelche Wasserstraßen, die wir noch nicht abgeklappert waren, immer wieder tauchten neue gefiederte Bewohner vor uns auf, überall gab es etwas zu entdecken. Und dabei haben wir nur den kleinen, südlichen Teil des Donaudeltas gesehen, die Möglichkeiten dort wären wirklich unerschöpflich. Wir haben auch ein Pärchen getroffen, dass das Donaudelta überhaupt ganz alleine mit dem Kanu erkundet und dazwischen im Zelt übernachtet, das ist an einigen Stellen noch erlaubt, in der strengen Schutzzone jedoch nicht.

Mit Baden ist im Donaudelta natürlich nichts, das Wasser sieht auch sumpfig genug aus, dass man erst gar nicht wirklich auf die Idee kommen würde. Wenn man Lust aufs Schwimmen bekommt, muss man ganz hinaus fahren bis ans Schwarze Meer. Auch das haben wir uns zum Glück nicht entgehen lassen. Vom kleinen Ort Jurilovca aus gibt es Fähren, die nach Gura Portitei, einer kleinen Sandbank, die auf der einen Seite noch ans Delta, auf der anderen Seite schon ans Schwarze Meer grenzt.

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Angekommen in Gura Portitei

Mit den Fähren und den Fahrplänen ist das allerdings nicht so einfach, es fanden sich jedoch am kleinen Hafen sehr schnell eine Hand voll anderer Leute, die ebenfalls dort hin wollten und ein Fischer bot an, für ein geringes Entgelt uns alle hinzubringen. Nun ja,… es war durchaus ein Abenteuer! In eine kleine, schaukelnde Nussschale wurden alle Leute gequetscht, die mitfahren wollten und wir überquerten SEHR wackelig einen riesigen See. Die Fahrt hat sich aber ausgezahlt – Gura Portitei ist entzückend! Es gibt dort nur ein kleines Hotel und ein Restaurant – ansonsten Sand und Muscheln, wohin das Auge reicht! Seeeehr idyllisch!IMG_1845IMG_1843

Die Donau teilt sich im Delta in 3 Arme auf – den Sfantu-Arm, den Chilis-Arm und den Sulina-Arm – am Ende des letzteren, dort wo das Schwarze Meer beginnt und der endgültige 0-Punkt der Donau festgelegt wurde, liegt die kleine Stadt Sulina, die wir ebenfalls besucht haben. Es wimmelt dort gerade so vor Schiffen, kleinen und großen, die ihre Reise von oder zu der Donau antreten. Sulina ist ein kleines bisschen touristisch, als mehr als unser winziger Ort Dunavatu de Jos, und so werden auch von dort viele Exkursionen ins Delta angeboten. Außerdem hat es den ganz großen Vorteil, dass es so weit draußen liegt, dass es auf der anderen Seite schon ans Meer grenzt und man daher auch herrlich dort baden kann.IMG_5213

Unser Ausflug ins Donaudelta – er war ein ganz, ganz eindrucksvolles Erlebnis und sicher einer der ganz großen Höhepunkte unserer heurigen Balkan-Reise. Die Urtümlichkeit der Natur, all die vielen, vielen Tiere und die Ruhe dort haben sich in uns tief eingeprägt und uns schwer beeindruckt.IMG_5268

Mein Donaudelta-Tipp: Als Ausgangsbasis unbedingt einen der kleinen Orte wählen, um das Delta hautnah zu erleben, einfache Quartiere werden fast in jedem Dorf angeboten. Die Vila Rihanna in Dunavatu de Jos, wo wir untergekommen sind, war schlicht, aber sauber und gleich daneben im Restaurant Pestisorul (Str. Dunareni 107, es ist leider keine Homepage verfügbar), findet man den besten Fisch der Gegend.

 

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UNESCO – Grand Place Brüssel

Letztlich bekommt jeder von uns genau das, was er verdient – aber nur die Erfolgreichen geben das zu. Georges Simenon (belgischer Schriftsteller 1903 – 1989)

Der große Platz (Grand Place) liegt im Herzen Brüssels und zeichnet sich durch seine architektonische Vollständigkeit aus. Umgeben von barocken Zunfthäusern findet sich dort das gotische Rathaus (Hôtel de Ville) der Stadt Brüssel sowie das Broothuis (franz. Maison de Roi) auf der gegenüber liegenden Seite des Platzes.

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Broothaus

Anfang des 15. Jahrhunderts wurde das Rathaus in spätgotischem Stil mit seinem imposanten Belfried erbaut, das Broothuis in seiner jetzigen Form ist der Renaissance zuzuschreiben. Zunfthäuser gab es am Grand Place schon seit Beginn der Aufzeichnungen, nach ihrer ursprünglichen Zerstörung wurden sie in der heutigen Ausgestaltung Ende des 17. Jahrhunderts erbaut. 37 an der Zahl reihen sich an dem 1,48 ha großen Platz aneinander.

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Rathaus

Der Grand Place ist heute das belebte Zentrum Brüssels und ein Touristenmagnet. Hotels und Cafés reihen sich aneinander, wochentags findet sich dort der Blumen-, am Sonntag der Vogelmarkt. Einmal im Jahr, Mitte August, ist derô aus einer 3/4 Million Geranien bestehende Blumenteppich ein besonderer Anziehungspunkt des Grand Places.

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BATH – very British, indeed!

Um zur Quelle zu kommen, muss man gegen den Strom schwimmen. Chinesisches Sprichwort.

Meine liebe (Brief)Freundin Lizzie hat es vor etlichen Jahren nach Bath verschlagen, wo sie seitdem an der dortigen Uni Deutsch unterrichtet – Grund genug, ihrer Einladung nachzukommen und dieser entzückenden südenglischen Stadt auch selbst einmal einen Besuch abzustatten.

Die Anreise von Wien aus ist denkbar einfach, seit die EasyJet Direktflüge nach Bristol anbietet. Von dort nach Bath gibt es eine direkte Busverbindung und in 45 min ist man mit einem Doppeldeckerbus – very British – auch schon im Zentrum von Bath.IMG_7626

Für mich, die ich zwar schon viel herumgekommen, aber noch ziemlich Britisch-naiv war (ich war lediglich zweimal in London gewesen, ansonsten kenne ich vom löblichen Königreich gar nichts), haben sich dort so ziemlich alle Erwartungen, die ich an England hatte erfüllt, und mehr noch: sie wurden übertroffen!IMG_7678

Bath an sich ist eine sehr, sehr hübsche Stadt mit etwa 85.000 Einwohnern. Es ist Universitätsstadt, Ursprung der einzigen heißen Quelle des Britischen Königreichs (nicht, dass ich das vorher gewusst hätte… – aber jetzt weiß ich’s…). Unzählige kleine Gässchen laden zum Flanieren ein und es gibt unzählige Pubs, Tearooms und entzückende Geschäfte wo man – ebenfalls very British – in hübschem Design von Kleidung, über Tee, Deka-Schnick-Schnack bis zu Papierwaren (ich habe mir enorme Vorräte an Briefpapier angelegt, beinahe mehr, als der EasyJet beim Rückflug recht war…) Das Stadtbild ist geprägt von gregorianischen Bauten des 19. Jahrhunderts, die ungewöhnlich gut erhalten sind. Am Herausragendsten ist sicher der „Circus“, ein kreisrunder Platz umgeben von Wohnhäusern, und der „Royal Crescent“, die Top Adresse der Stadt.

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Eine ganz spezielle Brücke überspannt den Fluss Avon: die Pulteney Bridge. Sie beherbergt – wie die Ponte Vecchio in Florenz – Geschäfte und zählt wie ihre große Schwester zu den schönsten Brücken der Welt.  Unbedingt einen Besuch wert ist auch die Abbey, aber die lässt sich bei einem Spaziergang durch Bath ohnehin nicht übersehen, und – als absoluter Höhepunkt und gleich daneben gelegen: die Römischen Bäder. Diese gehen auf das 1. Jahrhundert n.Chr zurück, wo in „Aqua Sulis“ von den Römern die heißen Quellen entdeckt wurden. Baden kann man darin heute nicht mehr (möchte man wohl auch nicht, so einladend schaut das Wasser dort auch nicht mehr aus), aber man erfährt auf toll aufbereitete Art und Weise eine ganze Menge über das damalige Leben in der Stadt. Wer Zeit und Lust hat, kann sich aber danach im modernen Spa erholen (da ich hier in Wien ja von heißen Quellen umgeben bin, hab ich das aber ausgelassen).IMG_7712

Sehr beeindrucken ist auch der Kennet-and-Avon Kanal, der sich über 140 km durch die Landschaft schlängelt und den Bristolkanal mit der Themse verbindet. Er wird mit sogenannten „Narrowboats“, langen, schmalen Hausbooten befahren, die Schleusen werden teilweise von den Schiffsführern selbst bedient.IMG_7651IMG_7648

Als eine der bekanntesten Töchter der Stadt hat sich Jane Austen wie es scheint sehr viel dabei gedacht, als sie sich in Bath niedergelassen hat – und man ist in der Stadt auch mächtig stolz auf sie, denn es scheint wirklich, als würde man ihr auf Schritt und Tritt zu begegnen.

Sehr positiv überrascht war ich auch von der Englischen Gastronomie. Heißt es doch immer, dass man in diesem Land nirgends gut essen kann, so wurde ich tatsächlich – Lizzie als quasi Einheimischer sei Dank – eines Besseren belehrt. Unzählige Tearooms laden zu Tee, Kaffee und herrlichem Kuchen ein, Mittags kehrten wir in einem kleinen aber feinen Deli ein und am Sonntag Abend genehmigten wir uns einen ganz traditionellen „Sunday Roast“ im Pub. Wirklich lecker und seeehr empfehlenswert (das komische Gebilde auf meinem Teller nennt sich übrigens Yorkshire Pudding und schmeckt wie Brandteigkrapfen… Yummy – and very British)

Um ein bisschen Landluft zu schnuppern und richtiges Rosamunde Pilcher Feeling zu gewinnen, entführte mich Lizzie nach Bradford-on-Avon, einer beschaulichen Kleinstadt nur eine halbe Zugstunde von Bath entfernt, ebenfalls am Kennet-and-Avon Kanal gelegen. Eine alte Steinerne Brücke, das Tithe Barn (ein riesiger Speicher) und eine alte Sächsische Kirche zählen zu den Hauptsehenswürdigkeiten der kleinen Stadt, die vor allem durch ihr Flair besticht. Von außen eher unscheinbar und fast ein bisschen furchteinflößend, verbrachten wir in „The Bridge Tea Rooms“ eine herrliche Tea Time mit Sandwiches und – very British – a cup of Tea.

Den Abschluss meines Kurztrips nach England bildete ein Abstecher in das entzückende Salisbury mit seiner beeindruckenden Kathedrale (mit dem höchsten Kirchturm Englands, für all die Rekordlüsternen unter euch) und von dort weiter nach Stonehenge.

Einmal muss man diese imposanten Steinkreise wirklich gesehen haben! Ebenso mystisch wie die ganze Umgebung dort war das Wetter – ebenfalls very British – mit Sturm und Regen. Es hätte nicht besser passen können!! Nichtsdestotrotz sind einige stimmungsvolle Fotos zum Teilen entstanden und die Erinnerung an diesen besonderen Ort bleiben hoffentlich ganz laaange bestehen.IMG_7901

Schnell, ja viel zu schnell ging dieses „very British“ Wochenende zur Neige, das nicht zuletzt Dank der Bemühungen meiner lieben Freundin Lizzie zu einem tollen Erlebnis wurde. Und gelernt habe ich auch einiges – ihr doch nun jetzt wohl auch!?

Mein Bath-Tipp: Das Widcombe Deli, Claverton Buildings im Stadtteil Widcombe bietet in gemütlicher Atmosphäre herrliche Pies, Salate und Kuchen an. Wenn man Glück hat, ergattert man sogar einen der Sitzplätze direkt am Auslagenfenster und kann gleichzeitig entspannt Passanten beobachten

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UNESCO – Stadt Bath

Bäder, Wein und Liebe zerstören unsern Leib, und das Leben machen doch nur Bad, Wein und Weib. Horaz (65-8 v. Chr)

Bereits zu Zeiten der Römer wurde in der Grafschaft Somerset die einzige heiße Quelle Großbritanniens in Bath (Aquae Sulis) entdeckt und im 1. Jahrhundert nach Chr. die ersten heißen Bäder gegründet. Die Überreste davon sind teilweise sehr gut erhalten und können, gemeinsam mit dem Pumpraum, noch heute besichtigt werden.

In der Abteilkirche des Klosters zu Bath, an deren Stelle die heutige Abbey steht, wurde 973 der erste Englische König Edgar gekrönt.IMG_7808

Die Pulteney Bridge beherbergt ähnlich der berühmten Ponte Vecchio in Florenz etliche Geschäfte und gilt als eine der schönsten Brücken der Welt.IMG_7659

Das Gregorianische Stadtbild des 19. Jahrhunderts konnte wunderschön erhalten werden. Mit dem Royal Crescent, einer halbkreisförmigen Straße direkt vor dem Royal Victoria Park und dem Circus, einem kreisrunden Platz in exakt dem selben Durchmesser des Erdwalls von Stonehenge weist Bath fürwahr eine einzigartige Architektur auf, insgesamt stehen jedoch fast 5000 Gebäude in der gesamten Stadt unter Denkmalschutz.

 

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UNESCO – Klassisches Weimar

Hier bin ich Mensch, hier darf ich’s sein. Johann Wolfgang von Goethe  (1749-1832)

1998 in die Liste des UNESCO Weltkulturerbes aufgenommen, umfasst das „Klassische Weimar“ 16 Stätten, die durch ihre Besonderheit Zeugnis der Epoche der Weimarer Klassik sind. Es handelt sich dabei um Gebäude und Parks, die teils öffentlich, teils in privater Hand sind.

Das Weltkulturerbe „Weimarer Klassik“ beinhaltet

  • Goethes Wohnhaus
  • Goethes Gartenhaus
  • Schillers Wohnhaus
  • Wittumspalais
  • Herzogin Anna Amalia Bibliothek
  • Römisches Haus
  • Stadtschloss
  • Schloss Belvedere
  • Schloss Thiefurt
  • Schloss Ettersburg
  • Park an der Ilm
  • Schlosspark und Orangerie Belvedere
  • Schlosspark Thiefurt
  • Schlosspark Ettersburg
  • Stadtkirche St. Peter und Paul
  • Historischer Friedhof mit Fürstengruft
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UNESCO – Stätten des Bauhauses in Weimar und Dessau

Die Architektur ist die Fortsetzung der Natur in ihrer konstruktiven Tätigkeit. Karl Friedrich Schinkel (1781-1841)

1919 wurde das Bauhaus von Walter Gropius als Kunstschule gegründet und diente der Zusammenführung von Kunst und Handwerk. Gropius wollte den Unterschied der beiden Richtungen aufheben und das eine ohne jegliche Wertung lediglich als Ergänzung des anderen sehen. Eng verbunden mit der Klassischen Moderne, dem Funktionalismus und der Neuen Sachlichkeit entwickelte sich so eine eigene Stilrichtung der Architektur und der Möbelgestaltung. Die Ausbildung umfasste vielfältige Richtungen des Kunsthandwerks von der Druckerei über die Fotographie, zur Weberei und Bühnenbildner, bis zur Ausstellungsgestaltung. Die ursprünglich in Weimar ansäßige Schule übersiedelte 1925 nach Dessau, wo sie 1932 von der NSDAP verboten wurde. Kurze Zeit, bis 1933, konnte der Unterricht noch in Berlin fortgeführt werden, bis sie von den Nationalsozialisten aufgelöst, ihre Stätten geschlossen und ihre Mitglieder und Studenten verhaftet wurden.

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Bauhaus-Universität

 

In Weimar erzählt das Bauhaus-Museum noch sehr schön von der Geschichte der Schule. Das Gebäude in Dessau wurde im 2. Weltkrieg großteils zerstört, in den 70er Jahren jedoch wiederaufgebaut und zählt ebenfalls zum Weltkulturerbe.

In Weimar umfasst dieses

  • das Hauptgebäude der Bauhausuniversität
  • die ehemalige Kunstgewerbeschule
  • das Haus am Horn

Da viele Mitglieder der Bauhausbewegung in den 1930er Jahren nach Israel auswanderten, wurde der Stil dort fortgeführt und es finden sich große Sammlungen der Bauhausarchitektur in der Weißen Stadt in Tel Aviv.

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UNESCO – Antikes Theben und seine Totenstadt

Ein Mistkäfer ist in den Augen seiner Mutter eine Schönheit. Aus Ägypten

Theben wurde während der 11. ägyptischen Herrscherdynastie etwa 2100 v. Chr auf beiden Seiten des Nils gegründet und stellte lange Zeit die Hauptstadt Oberägyptens dar.

Während sich auf der Ostseite Wohnhäuser, Tempelanlagen und Paläste befanden, wurde westlich des Nils – auf der Seite, auf der die Sonne unterging – die Totenstadt angelegt. img_5979

Um 670 v. Chr. wurde Theben nach Einnahme durch die Aassyrer weitgehend verwüstet. Die Überreste der Stadt wurden in der Folge von Nilschlamm überschwemmt und erst im 19. Jahrhundert im Gebiet der heutigen Stadt Luxor wieder ausgegraben. img_6057

Die Tempelanlagen von Luxor und Karnak sowie das Tal der Könige, das Tal der Königinnen, das Ramsesseum, der Tempel der Hatschepsut sowie die Memnonkolosse als verbliebener Rest des Tempels des Amenopsis III stellen wunderbare Zeugnisse aus der Zeit des Alten Ägyptens dar.

Quelle: unesco.org

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UNESCO – Memphis und seine Totenstadt – die Pyramidenfelder von Gizeh bis Dahschur

Das Beste, was wir von der Geschichte haben, ist der Enthusiasmus, den sie erregt. Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)

Von der Hauptstadt des Alten Reiches von Ägypten zeugen außergewöhnliche Grabmonumente, darunter Felsengräber, Mastabas, Tempel und Pyramiden. Die Pyramiden von Gizeh gelten als das letzte verbleibende Weltwunder der Antike und stellen gemeinsam mit der Nekropole von Memphis ein UNESCO Weltkulturerbe dar.

Insgesamt finden sich in Gizeh 6 Pyramiden, wobei die von Cheops, Chephren und Mykerinos die bedeutendsten sind. Sie sind ca. 2500 v. Chr. als Gräber von den jeweiligen Herrschern erbaut worden lassen und in unglaublich gutem Zustand.

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Noch etwas älter, aber architektonisch nicht ganz so vollkommen, sind die beiden Knickpyramiden von Dahschur, wobei lediglich eine davon nachgewiesen als Grabstätte diente.

Memphis liegt etwa 15 km südlich von Kairo und wurde der Legende nach ca 3000 v.Chr. von König Menes gegründet. Es verlor nach dem Aufstieg Alexandrias den Rang als Hauptstadt Ägyptens. Die Ruinen der unzähligen Tempelanlagen zeugen noch heute von der einstigen Bedeutung der Stadt

 

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KOTOR – ein kleines Stück Montenegro, das Lust auf mehr macht

Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier. Mahatma Gandhi (1869 – 1948)

In den Osterferien waren wir mit den „Schwestern“ – einer entzückenden Freundinnenrunde samt Anhang – in Kroatien. Bis Dubrovnik sind wir gefahren, viele hunderte Kilometer von Wien aus… Und weil wir schon mal so weit waren, haben wir doch gleich auch einen Abstecher nach Montenegro gemacht. Nun ja, wir waren schon ziemlich skeptisch – oder eher die Schwestern waren skeptisch, weil noch ziemlich unerfahren in Sachen Osteuropa. Aber ich glaube für alle sprechen zu können: wir haben es nicht bereut.img_3176

Die Anreise war zwar langsam und kurvig über viele kleine enge Landstraßen mit Schlaglöchern und auch der erste Eindruck vom Stadtrand von Kotor war eher mäßig und sehr „östlich“. Unser Quartier, Apartments Dukic, lag direkt in der Altstadt und war nicht schwer zu finden – wohl aber ein Parkplatz für unsere 4 Autos. Und mit der Suche nach dem selbigen und mit unserer Bekanntschaft zu Sascha persönlich begann das montenegrinische Abenteuer  – und begann auch unsere Liebe zu den Menschen dort. Und wir haben gelernt, dass die Verhältnisse in diesem Land zwar noch bedeutend einfacher sind als bei uns, die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Menschen jedoch um ein Vielfaches größer. Und dass es eigentlich nichts gibt, das es nicht gibt.

Das Parkplatzproblem hat „unser“ Sašha mit ein paar Telefonaten und ein bisschen herumplärren gelöst. Ganz flott kamen aus allen Gassen Leute, die einfach ihre Autos weggestellt haben, damit wir einen Parkplatz für unsere Karren hatten. Und wie das funktioniert hat – wir haben gerade so gestaunt! Da nächste Problem lag bei Sascha selbst. Wir hatten 4 Appartements  für 4 Familien reserviert – Saša hat aber nur mit 2 gerechnet. Schnell wurde wieder telefoniert, schnell wurde ein 3. Appartement in einem anderen Haus aufgetrieben. Und schließlich auch noch ein 4. – das musste allerdings erst etwas „präpariert“ werden… Man hat Matratzen überkopf durch die halbe Stadt geschleppt und schnell noch die Oma aus einer Wohnung verbannt (das ist allerdings nur eine reine Mutmaßung, die wir angestellt haben, weil die Wohnung ein bisschen nach Oma aussah und ein bisschen nach Oma roch. Und in der Nacht kamen vom Dachboden her auch noch Geräusche, die ein bisschen nach Oma klangen… Aber wie gesagt, das ist reine Spekulation).

Nachdem alles soweit geklärt war, erkundeten wir die Stadt. Umgeben von einer mittelalterlichen, dicken Stadtmauer versprüht die Altstadt von Kotor mit seinen engen, verwinkelten Gassen einen unglaublichen Charme. Groß ist es nicht, gerade mal 5000 Menschen leben hier und alle waren unglaublich freundlich zu uns, als wir erzählten, dass wir bei Sascha wohnen würden. Trotz aller Einfachheit, der schiefen Häuser und unebenen, holprigen Straßen und Gässchen ist Kotor unglaublich lebendig. Und auf seine eigene Art auch modern. Die vielen kleinen Geschäfte und Boutiquen – es waren durchaus auch international bekannte Läden zu finden – verleiteten uns zu dem ein oder anderen Spontankauf. Man muss wohl zugeben, die Mode dort ist eine andere, vielleicht ein bisschen wie bei uns in den 80er Jahren, aber so manch eine von uns wäre durchaus bereit gewesen, einen lokalen Friseur aufzusuchen. Leider waren halt auch die Öffnungszeiten eher wie bei uns in den 80er Jahren – um 18 Uhr war Schluss, daran konnte nicht mal Sascha etwas ändern.img_3217

Das erste, das uns in Kotor – abgesehen von einer kleinen, gemütlichen Weinlokal, aber das ist eine andere Geschichte – auffiel waren die vielen Katzen überall. Alles schien sich irgendwie um Katzen zu drehen, in vielen Auslagen fanden sich Katzen, es gab T-Shirts, Türschilder, Handtücher, etc. alles mit Katzenmotiven in den verschiedensten Variationen.  Und sogar ein eigenes Katzenmuseum gab es! Bald wussten wir auch warum: sie hatten eine historische Bedeutung. Motor war im Laufe der Geschichte unter verschiedenen Belagerungen und eines Tages wurden die von den Menschen geliebten Hunde aus der Stadt vertrieben. Als Ersatz hielt man fortan Katzen als Haustiere – und bis heute ist es so geblieben.

Nach einem ausgezeichneten traditionellen Abendessen – die montenegrinische Küche ist ähnlich der Serbischen bzw. Kroatischen – mussten wir neuerlich auf Saschas Hilfe zurückgreifen – es schien fast, als hätte er Freude daran, seine Erfahrungen in Sachen Teenagerfüßen mit uns zu teilen… Mit den Halbstarken zu reisen ist nicht immer nur ein reines Vergnügen, und in Kombination mit ihren ebenfalls halbstarken Freunden können sie einen mit ihren stinkenden Teenagerfüßen manchmal richtig quälen. Sašha hat das Problem rasch erkannt – er kam auch nicht drum herum, nötigten wir die Kids doch, ihre unzumutbaren Turnschuhe VOR den Appartements auszuziehen. Prompt kam Herr Sašha auf uns zu und wusste Rat hinsichtlich Salben, die zwar „alle Haut weg“ machten, aber eben auch den „Geruch“ entfernten. Wo wir diese Salben kriegen konnten, wusste er natürlich auch – und prompt wurde auch gleich wieder telefoniert.

Am nächsten Tag führte uns eine Wanderung auf die Festung San Giovanni, oder besser gesagt auf das, was von ihr übrig war. Schützte sie einst die Stadt vor Feinden und mit ihren langen Steinwallen vor Steinrutschen, thront sie heute nur mehr als Ausflugsziel über der Stadt. Der Aufstieg war trotz Mittagshitze (wir waren allerdings Ende März dort, im Sommer wäre wohl doch ein früher Aufbruch empfehlenswert) überschaubar, in etwa 1/2 Stunde waren wir auch schon oben angekommen und wurden von einem wahrlich atemberaubenden Anblick auf die gesamte Bucht von Kotor belohnt. Die Halbstarken fanden es abenteuerlich, auf den Burgresten herumzuklettern, während wir uns an der schönen Umgebung erfreuten.

Anschließend ging es zum Hafen, der um diese Jahreszeit verträumt vor uns lag. In der Sommersaison legen dort mehrere Kreuzfahrtschiffe täglich an und dann ist es zumindest  kurzfristig mit der Ruhe und Beschaulichkeit in der Altstadt vorbei. Dann wird der Glockenturm umlagert, die Restaurants sind voll und die Souvenirhändler machen große Geschäfte, mit Dingen, wie man sie überall findet. Wir hatten die Stadt und ihre Einwohner aber fast für uns allein und konnten ihre Gastfreundschaft wirklich genießen.

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Wir hatten leider nur 1 1/2 Tage Zeit, den Reiz Montenegros zu erkunden, dann hieß es auch schon wieder Abschied nehmen. Nicht ohne natürlich vorher von Saììha ausführliche Tipps für die Weiterreise nach Bosnien zu erhalten – inklusive Landkarte aus den 80er Jahren als Geschenk (wir wissen schon, einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul, aber die Straßenlage war zum Zeitpunkt der Drucklegung offenbar wirklich noch eine ganz andere) – und nicht ohne dass nocheinmal die umliegenden Anwohner zusammengetrommelt wurden. Immerhin hatte man zwischenzeitlich auch die eigenen Autos wieder irgendwie eingeparkt und ohne Herumrangieren (und Sašhas Hilfe natürlich…) wäre das  Ausparken wohl ein größeres Unterfangen geworden. Aber das ist eine andere Geschichte…

 

MEIN KOTOR-TIPP: Die Old Winery in der Altstadt bietet eine große Auswahl lokaler und internationaler Weinsorten, die man in traditioneller Weinkeller-Atmosphäre genießen kann

 

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UNESCO – Die Bucht von Kotor

Reisen ist das Entdecken, dass alle Unrecht haben mit dem, was sie über andere Länder denken. – Aldus Huxley (1894-1963)

Die fjordartige Bucht von Kotor an der Adriaküste Montenegros ist sowohl aufgrund ihrer landschaftlichen Besonderheit mit einem einzigartigen Naturhafen und bis zu 1500 m hohen Bergen als auch aufgrund des Ensembles an Gebäuden aus  verschiedensten Epochen der letzten 2000 Jahre in den Städten Kotor und Perast seit 1979 UNESCO Weltkulturerbe.

Ein Erdbeben zerstörte 1979 weite Teile der Städte, weshalb diese vorübergehend auf der „Roten Liste“ des Welterbes standen. Durch intensiven Wiederaufbau konnten viele Gebäude wiederhergestellt werden nichtsdestotrotz finden sich immer noch viele Ruinen in den Städten, für deren Rekonstruktion die finanziellen Mittel fehlen.

Zahlreiche Kirchen finden sich in der Stadt Kotor, weitläufige Plätze – wie beispielsweise der Platz der Oktoberrevolution mit dem Renaissance-Uhrturm – ebenso wie die Festung, die über der Altstadt mit der mittelalterlichen Stadtmauer thront. Gerast ist unter anderem bekannt für die Kirche „Lady on the Rocks“, die auf einer kleinen Insel erbaut ist.