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MAULBRONN – herbstliches Klostererlebnis der Extraklasse

Wenn du die Speisen ablehnst, die Brauchtümer ignorierst, die Religion fürchtest und die Menschen meidest, bleibst du besser Zuhause. James Michener (1907-1997)

Eigentlich eher zufällig sind die Halbstarken und ich in Maulbronn gelandet, weil es fast direkt auf unserem Weg von München nach Strassburg lag und wir auf der Reise plötzlich soooo hungrig geworden sind dass wir eine kleine Pause einlegen mussten. Und weil uns ein bisschen Kultur ja noch nie geschadet hat (auch wenn die Halbstarken das anfangs oft,  ein bisschen anders sehen, fügen sie sich dann doch in meine Besichtigungsideen und sind schlussendlich dann ja auch meistens begeistert…), haben wir dabei auch gleich das alte Kloster besichtigt.IMG_7605

Maulbronn an sich ist eine kleine, beschauliche Stadt nördlich von Pforzheim mit gerade mal 6.500 Einwohnern. Ein paar Fachwerkhäuser am Hauptplatz, einige Geschäfte, mehr gibt es dort nicht zu sehen. Wäre da nicht, ja wäre da nicht das berühmte Zisterzienserkloster, das den Ort so richtig aufpeppt!

Kloster? Langweilig! Nein, bei Gott nicht!!! Das Kloster Maulbronn ist eine großartige Anlage, die einen, einmal durch das alte Klostertor betreten, in eine andere Zeit verzaubert.IMG_7658

Bereits von außen erinnert das Kloster mit seinen Türmen und dem ehemaligen Wassergraben eher an eine Burg als an ein klerikales Gebäude. Wir hatten das große Glück an einem wirklich schönen Herbsttag dort gewesen zu sein, sodass auch die Umgebung mit den vielen Weinbergen noch eine ganz bezaubernde Atmosphäre kreierte.IMG_7595

Das Herzstück des ganzen Ensembles ist natürlich das Kloster selbst. Daneben gibt es aber einen riesigen Klosterhof mit allerhand Nebengebäuden, die zum Teil noch aus dem Mittelalter stammen. Mittelalter – das Interesse der Halbstarken war prompt erwacht, sie mutierten beinahe zu Rittern und sausten mit Begeisterung über das Gelände. Wie herrlich war es auch, sich nach fast 3 Stunden im Auto ein bisschen zu bewegen! Die Klostermühle faszinierte ebenso wie die ehemalige Bäckerei und der riesige alte Speicher, der immer noch gut erhalten ist.IMG_7606

Der Klosterhof ist frei zugänglich, für die Besichtigung des Klosters und die Sonderausstellungen ist ein Eintrittspreis von 7,50 € fällig (Kinder 3,80 €). Mit Audioguide kann man sich selbständig auf Erkundungstour begeben, es werden allerdings auch Führungen angeboten und ich muss sagen, es lohnt sich wirklich.IMG_4370

Das Kloster Heilbronn zählt zum UNESCO Welterbe, alleine deshalb sollte man es schon gesehen haben. Und auch wenn ich finde, dass sich Klöster ja oft schon sehr ähneln (genauso wie Burgen und Schlösser und Kirchen es auch tun…), so finden sich doch einige Besonderheiten: Sehr interessant ist das Chorgestühl in der Klosterkirche, in dem die ehemaligen Mönche früher 5 mal täglich gebetet haben. Das erste Gebet fand schon in den frühesten Morgenstunden statt, das letzte erst um Mitternacht. Aus praktischen Gründen gab es daher eine direkte Stiege von den Schlafgemächern bis in die Kirche, über die die Mönche damals halbschlafend zum Gebet torkeln konnten. Welch eine Vorstellung, fünf mal täglich in der Kirche zu sitzen (bzw. hier eher zu stehen), oder?IMG_7615

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Chorgestühl in der Klosterkirche

Die Vorhalle der Kirche nennt sich übrigens Paradies und ist ein architektonisches Meisterwerk eines unbekannten Künstlers. Zugegeben, das „Paradies“ hab ich mir immer ein bisschen anders vorgestellt, aber ich bin da ja flexibel…

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So sieht das Paradies in Maulbronn aus…

Ganz toll ist auch das Brunnhaus aus dem 14. Jahrhundert im Innenhof des Klosters. Wenn du schon mal Bilder vom Kloster Maulbronn gesehen hast, dann wahrscheinlich von hier, der Brunnen dort ist nämlich quasi der Fotostar der Anlage und tatsächlich fand sich, obwohl während unseres Besuchs sonst nicht sehr viele Leute dort waren, eine kleine Menschen-Schlange davor. Selfie-Time im Kloster!!

Die Ursprünge des Klosters gehen übrigens auf das 12. Jahrhundert zurück und es findet sich eine Mischung verschiedener Baustile von Romantik und Gotik, was ja auch den besonderen Reiz der Anlage ausmacht. Drumherum, außerhalb der Klostermauern, finden sich etliche bereits von den Zisterziensern angelegte Fischteiche in einer teilweise sehr naturbelassenen Landschaft. All dies zusammen hat dazu geführt, dass das Kloster Maulbronn und seine Umgebung als Gesamtbild als die am besten erhaltene Klosteranlage Mitteleuropas gilt. Wasserwirtschaft und Fischzucht waren seit jeher ein besonderes Steckenpferd der Zisterzienser. Heute werden die Teichanlagen auch freizeittechnisch genützt, man kann dort schwimmen und sogar Tretboote ausborgen. Wie schade, das wir dafür keine Zeit hatten!IMG_4417

Im Besucherzentrum finden auch wechselnde Ausstellungen statt, im Jahr von Martin Luther war es daher nur naheliegend, dass es auch eine Ausstellung über die Reformation in Baden-Württemberg zu sehen gab. Unterhaltung gibt’s im Klostergelände also genug. Es finden sich dort auch einige Souvenirgeschäfte, ein Bücherladen, ein Café und das Klosterrestaurant.

Mönche gibt es in Maulbronn schon seit vielen Jahren keine mehr. Die ursprüngliche Klosterschule, in der Mönche ausgebildet wurden, ist heute das evangelische Seminar, ein Gymnasium für Mädchen und Burschen. Hermann Hesse war übrigens der berühmteste Schüler von Maulbronn. Wieder was gelernt, nicht wahr?

Was uns besonders fasziniert hat, sind die vielen Anekdoten, die es um das Kloster Maulbronn gibt. So soll es zum Beispiel eine Maultier gewesen sein, das im 12. Jahrhundert mit seinen Hufen eine Wasserquelle freilegte, und just an dieser Stelle wurde das Kloster errichtet. Oder hast du schon mal vom Wunder von Heilbronn gehört? Einmal im Jahr, am 21.Juni zwischen 11 und 12 Uhr, scheint die Sonne (so sie denn scheint) genau so durch ein Kirchenfenster, dass die Dornenkrone der großen Christusstatue in der Kirche rot leuchtet und wie Blut aussieht. Das ist fast ein bisschen gruselig, findest du nicht? IMG_7617

Dann gibt es auch noch die Geschichte von Doktor Faustus, den Wunderheiler und Alchemisten, der angeblich seinerzeit in dem nach ihm benannten Faust-Turm gelebt und gearbeitet hat und Goethe als Vorbild für sein Buch diente.IMG_4419

Oder hast du schon mal von „Maultaschen“ gehört? Na, woher kommen die wohl? Genau, aus MAULbronn. Und weißt du, was es damit auf sich hat? Früher durften die Mönche in der Fastenzeit ja kein Fleisch essen. Ein besonders findiger Mönch kam aber zu einem Stück Fleisch, das er natürlich auch nicht entsorgen wollte, und so hat er es faschiert und unter Gemüse gemischt. Und damit Gott nicht sah, dass die Mönche in der Fastenzeit Fleisch aßen, wurde es in Nudelteig eingepackt und dann eben so verspeist. Wir haben es den Mönchen gleich getan und konnten es uns natürlich nicht nehmen lassen, diese Spezialität im Klosterrestaurant zu probieren. Das Lokal geht zwar schon als ziemlich „touristisch“ und eher hochpreisig durch, aber die Maultaschen waren ausgesprochen lecker. Und so hat sich’s ja doch gelohnt.IMG_E7645

Tja, du siehst also, dieser Besuch war durchaus amüsant und kurzweilig und hat uns allesamt begeistert. Muss man irgendetwas mit Religion am Hut haben, um dem Kloster Maulbronn einen Besuch abzustatten? Absolut nicht, die ganze Anlage an sich ist wirklich sehenswert. Wenn du also mal in der Nähe bist, schau vorbei, ich bin mir sicher, es wird dich genau so begeistern wie uns. Halbstarke, die nach dem Besuch meinen „war schon cool“, sind doch der beste Beweis dafür!

Praktische Informationen:

Öffnungszeiten:

1. März bis 31. Oktober Mo-So 9 – 17.30 Uhr, 1. November bis 28. Februar Mo-So 9 – 17 Uhr

Eintrittspreise:

Erwachsene: 7,50 €, Ermäßigt 3,80 €

Homepage: www.kloster-maulbronn.de

Hast du noch mehr Lust auf tolle Bauwerke? Vielleicht ist ja das etwas für dich:

 

 

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STOCKHOLM – einmal und immer wieder

Reisen – es lässt dich sprachlos, dann verwandelt es dich in einen Geschichtenerzähler. Ibn Battuta (1304 – 1377)

Es gibt diese Orte, Städte, Plätze, an denen man sich sofort zu Hause fühlt, an denen man glaubt, bereits ewig dort gewesen zu sein, obwohl man gerade erst angekommen ist. Diese Orte, die man glaubt, schon so gut zu kennen und doch immer wieder Neues entdecken zu wollen. Weißt du, was ich meine? Bestimmt hast du auch so einen Lieblingsplatz irgendwo auf der Welt. Wien mag ich sehr, sehr gerne, es ist mein Zuhause geworden. Auch nach Mitterbergholz, in das kleine Dorf in Oberösterreich, in dem ich aufgewachsen bin, verschlägt es mich immer wieder. Und gleich danach kommt für mich in der Liste der ganz besonderen Orte Stockholm.OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Es ist ganz unmöglich, dir meine Begeisterung für Stockholm in einem Beitrag zu vermitteln. Ich möchte dir daher hier Grundsätzliches über die Stadt erzählen, in einem weiteren Artikel kommt dann das Wichtigste für deinen ersten Besuch in Stockholm und ein bisschen später dann Dinge, für die du vielleicht erst bei einem weiteren Abstecher in Schwedens Hauptstadt Zeit finden wirst.IMG_7648

Zum ersten Mal war ich während einer Interrail-Reise völlig ungeplant in Stockholm. Das war 1998. Einer meiner Reisebegleiter hatte seinen Reisepass verloren, sodass wir  – eigentlich auf dem Weg nach Norwegen – einen Umweg über Stockholm machen mussten und dort ein paar „Extra-Tage“ verbringen mussten, bis der Ersatzpass ausgestellt war. Damals hab ich mich in Stockholm verliebt und gehofft, bald wieder dorthin zurück zu kommen.

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Im Jahr darauf habe ich mit einer lieben Kollegin einen ganzen Sommer dort verbracht. Wir machten ein Praktikum in einem Krankenhaus und haben so das Leben in dieser bezaubernden Stadt nicht nur als Touristen sondern auch im Alltag kennengelernt. Da wir in diesem Sommer keine Wohnung hatten und ein Hotel für uns Studenten für 2 Monate zu teuer gewesen wäre, durften wir in den Wohnungen der Kollegen wohnen, die gerade auf Urlaub waren uns so ihre Wohnungen bzw. Häuser nicht brauchten – zum Housesitting sozusagen. Wir sind in diesem Sommer jede Woche umgezogen, was zwar anstrengend war, aber auf diese Weise hatten wir Gelegenheit, sehr viele Ecken von Stockholm zu entdecken und die Schweden in ihrem Alltag zu beobachten.IMG_7762

Seit diesem einprägsamen Sommer bin ich unzählige Male nach Stockholm zurück gekehrt. Mit Freunden, mit den Halbstarken und gerne auch alleine. Über die Jahre habe ich so meine Lieblingsplätzchen in Stockholm gefunden, an die ich fast jedes Mal zurück kehre, wenn ich in der Stadt bin. Und obwohl ich schon so oft dort war, entdecke ich doch bei jedem Besuch immer wieder Neues.IMG_7764

Ich wurde schon oft gefragt, wann denn Stockholm am schönsten sei. Nun, ich finde, es hat zu jeder Jahreszeit seinen Reiz (außer vielleicht im grauen November, aber wo ist es denn da auch schon wirklich schön…), aber wenn du das erste Mal nach in diese Stadt fährst, würde ich dir Juni oder Juli empfehlen. Da ist das Wetter warm und beständig und die Tage sind einfach endlos lang. Aufgrund seiner Lage gibt es zwar keine Mitternachtssonne zu sehen, dafür müsste man doch noch deutlich weiter nördlich bis über den nördlichen Polarkreis fahren, aber so ganz dunkel wird es zu dieser Jahreszeit in Stockholm nicht (toll, für Touristen, man kann ECHT viel unternehmen an so einem langen Tag, eher weniger schön, wenn man trotzdem am nächsten Morgen in die Arbeit gehen muss…). Das Leben in der Stadt spielt sich von Mai – August hauptsächlich im Freien ab, was nocheinmal speziell zu der tollen Stimmung beiträgt. Es gibt Freiluftfestivals, unzählige Schanigärten und die Schweden zieht es wirklich nach draußen, so oft es nur irgendwie geht. Der besondere Reiz Stockholms geht für mich vom Wasser aus. Die Stadt ist ja auf 14 Inseln erbaut und gleich an Stockholm anschließend beginnt der SCHÄRENGARTEN, der einen ganz großen Teil des Charms der schwedischen Hauptstadt ausmacht.img_8027

Auch im Winter finde ich Stockholm ganz bezaubernd. Wenn die Nächte lang werden hüllt sich die Stadt in ein Lichtermeer und versprüht damit eine unglaubliche Gemütlichkeit. Die unzähligen Weihnachtsmärkte, die dann in der Stadt – einer der stimmungsvollsten ist natürlich auf dem Stortorget in der Altstadt „Gamla Stan“ – verteilt sind, laden ein, eine Tasse herrlichen Glögg (ungefähr so etwas wie unser Glühwein) und Pepparkakar, Pfefferkuchen, zu probieren.img_4199.jpg

Aber egal, für welchen Zeitpunkt du dich für deinen Stockholm-Besuch entscheidest, ich bin mir fast sicher, du wirst von dieser Stadt begeistert sein.IMG_1979

Die Orientierung in Stockholm ist einfach. Internationale Flüge kommen fast immer am Flughafen Arlanda an. Von dort fährst du am besten mit den Flygbussarna, den Flughafenbussen ins Zentrum. Die sind verhältnismäßig günstig (Tickets gibt es direkt am Flughafen oder – etwas günstiger noch – über die Homepage des Unternehmens), du musst dafür mit ca. 200 SKR für ein Retourticket rechnen. Busse fahren alle 10 min bis direkt zum Busterminal in der Stadt. Eine andere – etwas schnellere, dafür aber mit 540 SKR hin und retour doch deutlich teurere Variante ist der Arland Express. Die Version Taxi gibt es natürlich auch noch, aufgrund der Entfernung in die Stadt von über 40 km ist dabei jedoch mit mindestens 500 SKR für eine Strecke zu rechnen.IMG_7472

Jedes dieser Verkehrsmittel bringt dich direkt in das Zentrum der Stadt zum sogenannten Cityterminalen, dort treffen Züge, Busse und die U-Bahn, die „Tunnelbana“ (daher sind die Haltestellen auch immer mit einem T gekennzeichnet) aufeinander. Im Stadtzentrum bewegst du dich am besten zu Fuß, die Entfernungen sind nicht allzu weit und es macht große Freude, die kleinen Gässchen zu entdecken oder an den Ufern entlang zu promenieren. Je nachdem, wo dein Hotel liegt oder was du sonst noch gerne ein bisschen außerhalb des Zentrums unternehmen möchtest, wirst du aber vielleicht doch ein Ticket für die öffentlichen Verkehrsmittel brauchen. Dieses kaufst du in Form einer wiederaufladbaren Plastikkarte entweder an den Schaltern der U-Bahn oder in den Trafiken. Es gilt immer sowohl für die Tunnelbana, als auch für Busse und die Fähre zur Insel Djurgarden. Eine U-Bahnfahrt in Stockholm ist ein wahres Erlebnis, sind doch fast alle Stationen von Künstlern gestaltet worden und wenn du ein bisschen Zeit hast – oder einen kurzen Regenschauer überbrücken möchtest – kann ich dir eine kleine Rundfahrt (besonders schön ist zB die Stationen Kungsträdgården, Stadion oder T-Centralen) nur wärmstens empfehlen.IMG_4093IMG_4111

Stockholm eilt der Ruf voraus, teuer zu sein. Das stimmt in gewissen Bereichen sicher, vor allem Restaurantbesuche sind mir immer sehr kostspielig vorgekommen. Man kann sich aber damit behelfen, von den preiswerteren und durchwegs schmackhaften Mittagsmenüs Gebrauch zu machen, die oftmals angeboten werden und meistens neben der Hauptspeise auch Knäckebrot – ja, die Schweden lieben es! – Salat und Kaffee beinhaltet. Wobei Kaffee, das muss ich bei aller Liebe zu Stockholm schon sagen, für Kenner der Wiener Kaffeehausszene und vor allem Kaffeeauswahl,  in erster Linie einmal enttäuschend ist, da hier vornehmlich Filterkaffee serviert wird. Und das in rauen Mengen, die Schweden sind ja mit dem Pro-Kopf-Kaffee-Konsum gaaaanz weit vorne. Schön langsam etablieren sich Cappuccino, Latte & Co auch in den Kaffeehäusern, man muss aber oft extra nachfragen.img_6685.jpg

Noch etwas ist wichtig, worauf du  vorbereitet sein solltest, wenn du nach Stockholm (oder nach Schweden generell) fährst: Steck deine Kreditkarte ein! Nicht, um dort Unsummen auszugeben oder die teuersten Shops zu plündern, sondern für den Alltag, denn es gibt dort kaum mehr Bargeld. Jede kleinste Summe wird dort am liebsten mit der Kreditkarte bezahlt, manche Geschäfte oder Lokale akzeptieren nicht einmal mehr Bargeld.OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Ich wurde schon oft gefragt, wo man in Stockholm am besten nächtigt. Nun, wie in jeder Großstadt gibt es unzählige Hotels, Hostels und Pensionen, in denen man unterkommen kann und allgemein ist der Standard gut und mit dem zu vergleichen, was wir im deutschsprachigen Raum so kennen. Was mir aber wirklich gut gefällt, weil es etwas ganz Besonderes ist, ist das Hotel bzw. Hostel Långholmen, ein aufgelassenes Gefängnis, in dem man in kleineren (im Hotelbereich) oder Mehrbett-Zellen (im Hostelteil) untergebracht ist. Und ganz, ganz toll ist auch der Dreimaster Af Chapman, der direkt vor der Insel Skepsholmen vor Anker liegt und auf dem man wie ein echter Klabautermann seine Nächte in einer Kabine verbringen kann.IMG_2111.jpg

So, nun bist du also gut angekommen, hast dein Quartier bezogen und deine Kreditkarte und ein Tunnelband-Ticket hast du auch in der Tasche. Dann können wir uns ja auf den Weg zum Sightseeing machen!

Los geht’s, hier geht es weiter zu unserer gemeinsamen Entdeckungsreise!

 

 

 

 

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STOCKHOLM – Sightseeing Tour auf 14 Inseln

Fahre in die Welt hinaus. Sie ist fantastischer als jeder Traum. Ray Bradbury (1920 – 2012)

In meinem letzten Beitrag habe ich ja schon begonnen, dir Stockholm ein bisschen vorzustellen. Nun wollen wir uns aber auf den Weg machen und uns gemeinsam auf eine Sightseeing-Tour begeben. Stockholm ist sehr vielfältig und es wird nicht gelingen, in ein paar Tagen ALLES zu sehen. Aber ein paar Dinge gibt es doch, die du auf keinen Fall verpassen solltest. Bereit?OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Jeden Touristen verschlägt es automatisch in die Altstadt, Gamla Stan. Und das ist gut so! Gamla Stan ist entzückend! Auf einer eigenen kleinen Insel gelegen, ist die Altstadt sehr überschaubar und du kannst dich dort nicht verlaufen. Das Herz von Gamla Stan ist der Stortorget, der „Große Platz“, den du bestimmt von Postkarten kennst, die alten Häuser in allen möglichen Rot- und Gelbtönen sind quasi ein Wahrzeichen der Stadt. Im Sommer laden die zahlreichen Cafés und Restaurants auch zum Heraußen-Sitzen ein und auch wenn alles dort ein bisschen teurer ist, als im Rest der Stadt: die Stimmung ist großartig und es macht Spaß aus erster Reihe dem bunten Treiben zuzusehen.

Nimm dir danach die Zeit, dich durch die kleinen Gässchen treiben zu lassen. Das ist meine allerliebste Beschäftigung in Stockholm, es gibt ja so vieles zu entdecken! Hast du die Mårten Trotzig Gränd, die mit 90 cm engste Gasse der Stadt gefunden?

Wenn du vom vielen Bummeln müde wirst, kann ich dir eine kleine Pause im Cosy Café in der Stora Nygatan 42 empfehlen (dort gibt es „richtigen Kaffee“, was in Schweden ja nicht immer selbstverständlich ist…) oder, für die Verspielten, im Muminkaffe, wo sich alles um die süßen Gesellen, die Mumins dreht.

Die ganz großen Sehenswürdigkeiten der Altstadt, wie den Riksdagen, den schwedischen Reichstag, das Kungliga Slottet, das Schloss, die Storkyrka oder die Klara Kyrka hast du bestimmt in der Zwischenzeit auch schon entdeckt. Die Wachablöse findet im Sommer übrigens täglich um 11.45 (sonntags um 12.45) statt.IMG_7551

Spazierst du von der Altstadt über die Brücke „Strömbron“, kommst du – vorbei an der Oper – direkt zum Kungsträdgården. Dort ist im Sommer so richtig was los! Konzerte und diverse Festivals finden dort statt, und die Schweden lieben es, sich dort zu treffen! Im Winter findest du dort auch einen kleinen Eislaufplatz, auf dem du – bei freiem Eintritt – deine Runden drehen kannst.IMG_2003

Ein paar Meter weiter den Kai entlang findest du die Abfahrtsstelle der Waxholmfähren. Für mich ist eine der ganz großen Besonderheiten an Stockholm die Lage am Wasser. Der Schärengarten liegt direkt vor den Toren der Stadt und um die Atomsphäre Stockholms so richtig kennen zu lernen, solltest du unbedingt eine Schifffahrt hinaus in die Inselwelt einplanen. Such dir dafür einen sonnigen Tag aus – das ist dann Schweden wie aus dem Bilderbuch!

Folgst du dem Kai weiter kommst du zur Skeppsholmsbron, die auf die gleichnamige Insel führt. Der Dreimaster, der dort vor Anker liegt, ist nicht zufällig gerade da, nein, der ist hier festgemacht und beherbergt die beliebte Jugendherberge Af Chapman (nicht nur für Youngsters geeignet, sondern für alle, die Lust darauf haben, mal auf einem echten Segelboot zu übernachten…). Auf Skeppsholmen befindet sich das Moderna Museet – und ein Foto auf der Brücke mit der goldenen Krone ist natürlich auch für denen richtigen Touristen Pflicht!IMG_6726IMG_7463

Viel Zeit solltest du einplanen, bevor du dich nach Djurgården begibst, denn dort gibt es jede Menge zu tun. Die Insel, der „Tiergarten“, ist das grüne Herzen Stockholms und die Einheimischen lieben es, dort zu joggen oder Rad zu fahren. Vielleicht magst du dich ja auch sportlich betätigen und eine Runde radeln? Gleich nachdem du die Brücke Djurgårdsbron überquert hast, findest du einige Radverleihe.

Und danach geht’s ab in die Museen! Das Vasamuseum solltest du dir auf keinen Fall entgehen lassen. Es ist sensationell, wie gut das Schiff, das 1628 auf seiner Jungfernfahrt, die aufgrund eines Konstruktionsfehlers nur ein paar Meter weit glückte, rekonstruiert wurde. 333 Jahre lag die alte Lady unter Wasser, bevor sie gehoben, und aus fast lauter Originalteilen wiederaufgebaut wurde. Der Eintrittspreis beträgt für Erwachsene übrigens 130 sek und du solltest mindestens 1,5 Stunden für den Besuch des Museums einkalkulieren.IMG_7494

Unmittelbar daneben befindet sich das ABBA-Museum. Der Schwedischen Kaltband sollte man wohl auch unbedingt einen Besuch abstatten und sich eine Runde Karaoke genehmigen… Das Museum ist toll und sehr interaktiv gestaltet und auch wenn es mit 250 sek ziemlich teuer ist, ich finde, es lohnt sich auf jeden Fall!IMG_7875

Etwas ganz Besonderes ist der Skansen, eine Mischung aus Freilichtmuseum und Tiergarten. Alte Gebäude aus ganz Schweden wurden dort original wieder aufgebaut, teilweise gibt es auch Handwerks- oder Tanzvorführungen und es finden auch große Konzerte dort statt. Der Tiergartenteil ist liebevoll gestaltet und zeigt die meisten heimischen Tiere Skandinaviens und vom obersten Hügel des Geländes hat man einen herrlichen Blick auf die Stadt. Im Skansen kann man einen ganzen Tag verbringen und immer wieder Neues entdecken. Für die Kurzversion solltest du dir aber auf jeden Fall 3 Stunden Zeit nehmen, damit du dir einen schönen Überblick verschaffen kannst.

Wer ein bisschen „Action“ braucht, sollte sich einen Abstecher nach Gröna Lund, den Vergnügungspark der Stadt, nicht entgehen lassen. Der Eintritt beträgt 110 skr und man kann dort entweder jede Fahrt einzeln bezahlen oder sich – für die ganz Mutigen – ein Ticket kaufen, bei dem alle Fahrten inkludiert sind.IMG_8112

Ein Stadtteil, der sich in den letzten Jahren sehr gemausert hat und unbedingt einen Besuch Wert ist, ist Södermalm, von den Einheimischen liebevoll Söder oder SoFo genannt. Am besten du nimmst die U-Bahn und fährst bis zum Medborgarplatsen. Im Viertel um den Platz spielt sich momentan das Stockholmer Nachtleben ab und es finden sich unzählige nette Lokale, aber auch tagsüber ist immer etwas los. Eine Pause in Gildas Rum, einem etwas kitschigen, aber sehr, sehr netten Café ist immer eine gute Idee für eine „Fika“. So nennen die Schweden übrigens die Kaffeepause, die ihnen heilig ist und zu der es traditionell außer Kaffee auch noch die beliebten Zimtschnecken, die „Kanelbullar“ gibt.

Wunderschön auf Södermalm ist auch ein Spaziergang entlang des Katarinavägen bzw. Fjällgatan. Man wandert da hoch über der Stadt am Wasser entlang und hat einen herrlichen Blick auf Gamla Stan – ideal für alle, die es gerne etwas romantisch haben. Den Sonnenuntergang von dort aus zu beobachten, ist wirklich idyllisch!IMG_7945

Wenn du nach all den Besichtigungen noch ein bisschen Zeit hast, bietet sich ein kleiner Abstecher zum Schloss Drottningholm, dem Wohnsitz der Königsfamilie an. Schloss Drottningholm liegt westlich von Stockholm im Mälaren See und ist mit der Tunnelbana (Station Brommaplan) und dann weiter mit dem Bus oder mit Ausflugsschiffen, die vor dem Stadshuset abfahren, zu erreichen. Das Schloss selbst zählt zum UNESCO Welterbe und der umliegende Park ist ein beliebtes Ausflugsziel nicht nur für Touristen.IMG_7800

Nun gut, ich denke die wichtigsten Sehenswürdigkeiten für deinen ersten Stockholm-Besuch habe ich dir nun vorgestellt. Aber Stockholm hat natürlich noch viel mehr zu bieten – mehr darüber erzähle ich dir gerne das nächste Mal 😉

Aber vielleicht warst du ja ohnehin schon mal selbst in Stockholm. Was sind deine liebsten Orte in dieser schönen Stadt? Ich freue mich sehr auf deine Tipps!

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RILA – vom Berg ins Tal, vom Kloster zum See

Die Natur allein ist unendlich reich, und sie allein bildet den großen Künstler. Johann Wolfgang von Goethe (1749 – 1832)

Rila – eine kleine Stadt im Süden Bulgariens. Auf der Landkarte kaum zu finden, aber in jedem Reiseführer als Top-Destination genannt. So unspektakulär Rila auf das erste Mal hören klingt, umso größer ist die Überraschung, wenn man dann selbst dort ist. Es stimmt schon, das Städtchen selbst macht wenig her. Eine lange Hauptstraße, ein paar Pensionen, mehr gibt es dort nicht. Aber der Hauptgrund, warum man unbedingt dort hin muss, ist ein anderer, oder besser gesagt, sind gleich zwei: einerseits das berühmte Rila-Kloster, andererseits der Nationalpark mit den 7-Rila-Seen. Auf unserer heurigen Balkan-Rundreise hatten wir das Glück, beides sehen zu können. Hätte ich mich für eines von beiden entscheiden müssen – es wäre mir sehr, sehr schwer gefallen und auch im Nachhinein wüsste ich nicht, wie diese Entscheidung wirklich ausgegangen wäre.

Von Sofia aus dauert es ca. 2 Stunden mit dem Auto, Rila zu erreichen. Nicht, weil die Strecke so lang ist, sondern weil die Wege in Bulgarien, sobald man die großen Hauptstraßen verlässt, eher, sagen wir mal, gewöhnungsbedürftig sind. Die drei Halbstarken und ich sind am Nachmittag angereist, wir wollten am selben Tag noch das Kloster besichtigen und hatten für den nächsten Tag eine Wanderung eben zu den 7-Rila-Seen geplant.IMG_5766

Kloster… nun, das klingt jetzt nicht soooo spektakulär. Kurz durchmarschiert, und das war’s dann schon, oder? Nun, das Rila-Kloster IST spektakulär, und wenn das sogar die Halbstarken sagen, für die momentan ja fast alles „cool“ sein muss, dann heißt das was. Das Kloster ist riesig – und wirklich beeindruckend!

Es liegt am Ende eines Tales auf über 1000 m Seehöhe und alleine die Anreise über viele Serpentinen in dem engen Tal ist hübsch. Man kann sich auch nicht verfahren, denn danach kommt nichts mehr – world’s end quasi. Der Klosterhof empfängt einen in schickem schwarz-weiß-gestreift und so richtig bunt wird es dann, wenn man sich der Kirche nähert. Dort gibt es Fresken über Fresken schon vor dem Eingang und an der Decke und drinnen sowieso auch – und alle erzählen eine Geschichte. Wohin man auch schaut, es gibt überall etwas zu sehen, Brunnen, einen Glockenturm, Arkaden. Die Kirche selbst ist, wie die meisten Kirchen in Bulgarien, orthodox und voll mit goldenen Verzierungen und Ikonen. Über 1000 Jahre ist das Rila-Kloster alt und bereits seit 1983 zählt es mit Recht zum UNESCO Welterbe.

Hinter der Kirche wird es etwas ruhiger und beschaulicher, die meisten Touristen kommen gar nicht bis hier her. Es lohnt sich aber sehr wohl, auch die hinteren Ecken zu erkunden und sich ein bisschen Zeit zu nehmen, sich die Malereien des Gebäudes etwas näher anzusehen oder einfach ein bisschen zu rasten und die Atmosphäre auf sich wirken zu lassen. Da das Kloster immer noch bewohnt ist, kann es schon mal passieren, dass einem zwei plaudernde Priester über den Weg laufen.IMG_2901

Das Kloster ist für jeden frei zugänglich, zu unserer Überraschung mussten wir nicht mal Eintrittsgeld bezahlen. Die Öffnungszeiten ändern sich je nach Jahreszeit, genaue Informationen findest du hier.IMG_5787

Wenn man den Klosterhof durch das hintere Tor verlässt, ist leider gleich wieder Schluss mit aller Beschaulichkeit, hier wird es nämlich wirklich touristisch, im Kloster selbst gibt es lediglich einen kleinen Shop, in dem man Ikonen und Postkarten kaufen kann. Wir waren alle nicht hungrig, sodass wir lediglich für ein Getränk dort eingekehrt sind. Nun ja, ich würde sagen, das war gut so. Von dort aus  kann man noch einen Blick auf den weiteren Verlauf des Tales werfen oder seinen Besuch in Rila beenden, oder man kann bereits von dort zu einer Wanderung in den Rila-Nationalpark aufbrechen.IMG_3041

Uns stand aber vor unserem Wandertag (die Ankündigung eines solchen kommt bei Halbstarken erst mal nicht sonderlich gut an, aber darauf konnte ausnahmsweise keine Rücksicht genommen werden, zu verlockend waren doch die Berichte über die wunderschönen Wanderwege im Rila-Gebirge…) noch eine Übernachtung im kleinen  Family Hotel Gorki Kut bevor. Ich muss zugeben, das war ein bisschen ungünstig gewählt. Nicht nur, dass sich das Family Hotel offenbar auf die Führung des Hotels durch eine einzige Familie (oder besser gesagt, auf das Familienoberhaupt, der hier praktisch Mädchen für alles und entsprechend genervt war) beschränkte, war es auch als Ausgangspunkt für unsere Bergtour suboptimal, da wir am nächsten Morgen nochmal fast 2 Stunden bis zum Beginn unserer Wanderung fahren mussten, praktisch einmal um den ganzen Berg herum. Falls du einen Besuch ähnlich wie dem unseren planst, mach es besser und wähle lieber eine Unterkunft etwas näher beim Startpunkt für die Seen-Wanderung. Das Städtchen Dupniza würde sich anbieten, von dort aus ist man in etwa 1/2 Stunde dort.IMG_2947

Ausgangspunkt für diese Tour ist der kleine Ort Saparewa Banja. Von dort aus geht es erst mal über viele, viele Kurven immer bergauf bis zur Talstation des Liftes auf 1600 m Seehöhe. Im Winter ist dort tatsächlich ein Schigebiet und wir hätten ja gehofft, dass die Après Ski Bars geöffnet hätten – dem war aber nicht so. Ansonsten gibt es dort aber alles, was das Touristenherz begehrt (oder auch nicht…), Imbissbuden, Souvenirshops etc. und alles läuft sehr organisiert ab. Ich weiß nicht, warum ich die Illusion hatte, dass die 7 Rila Seen eine Art Geheimtipp wären, vielleicht wegen der Anreise, die ja nicht unaufwändig ist, auf jeden Fall waren wir überrascht, wie viele Leute dort unterwegs waren, Einheimische, aber durchaus auch viele Touristen.IMG_2936

Der Sessellift bringt einen auf den Berg hinauf auf 2100 m, eine wirkliche Idylle, wie bei uns in den Alpen. Und von da an geht es nun aber wirklich zu Fuss weiter. Terrassenförmig sind die 7 Rila Seen angeordnet und es gibt einen gut ausgeschilderten Rundweg von der Bergstation bis ganz zum Gipfel und auf einer anderen Route wieder zurück, wobei es auch etliche Abkürzungen gibt, wenn man wenig Zeit hat, oder nicht zu allen Seen möchte. Die Menschenmassen schlängeln sich fast alle nach rechts hinauf, wir haben die Gegenrichtung gewählt und sind von dort aus gestartet, was sich als sehr gut erwiesen hat, weil wir doch stellenweise ganz alleine waren und uns die schönen Ausblicke nicht mir anderen Wanderern teilen mussten.IMG_2953

Der Weg ist einfach und mit normalen Sportschuhen gut zu bewältigen, je nach notwendigen Pausen sollte man jedoch schon 4-5 Stunden einberechnen um genug Zeit zum Staunen und Genießen zu haben. Denn die wird man brauchen, die Ausblicke sind einfach wunder-, wunderschön und das Panorama scheint sich nach allen paar Schritten zu ändern. Die Tour ist wirklich kurzweilig, weil es soooo viel zu entdecken gibt und kaum hat man den einen See bewundert, taucht auch nach dem nächsten Anstieg der nächste auf und versetzt einen neuerlich in Erstaunen. Jeder See hat entsprechend seiner Form einen eigenen Namen. Da gibt es das Dreiblatt, den Zwilling oder die Niere – entzückend, oder?IMG_2977

Hat man den Nierensee erreicht, geht es über einen relativ steilen Anstieg hinauf zum Auge und schließlich zum Tränensee. Und dann sind es nur noch wenige Schritte bis zum Gipfel, von dem aus man als Belohnung schließlich alle sieben Seen auf einmal überblicken kann. Weißt du, wie schön??? Sogar die Halbstarken waren wirklich berührt und begeistert und wir haben diese tolle Umgebung erst mal eine Zeit auf uns wirken lassen, bevor wir natürlich ein paar Erinnerungsfotos schießen mussten.IMG_5881IMG_3025

Bergab ging es dann ganz gemütlich und mit etlichen Verschnauf- und Ausblick-Pausen. Die Wanderung zu den Rila-Seen ist nichts für Leute, die es eilig haben, sie ist etwas zum Seele-baumeln-lassen. Sie erfordert keine sportlichen Höchstleistungen und ist weder von der Distanz noch von den zu überwindenden Höhenmetern eine besondere Herausforderung. Sie ist nichts, dass man einfach so als „gesehen“ ab haken sollte, und auch bestimmt nicht tun möchte, sie ist etwas für alle Sinne. Und sie entlohnt mit einer unglaublichen Landschaft, die man gerne einfangen und mitnehmen möchte, an der man sich eigentlich nicht sattsehen kann. Auch wenn man dort durchaus nicht allein ist, hat man doch immer wieder das Gefühl, eins zu sein mit der wunderschönen Natur.IMG_2965

Es war wohl auch ein großes Glück, dass wir einfach ein Traumwetter für unseren Wandertag erwischt hatten, denn so wirkte alles gleich nochmal so farbenfroh und intensiv und auf unserer Balkan-Rundreise waren die Tage in Rila sicher welche der allerschönsten und unvergesslichsten.

Mein Rila-Tipp: Plane unbedingt genug Zeit für einen Besuch in Rila ein, für die Wanderung kannst du einen ganzen Tag veranschlagen. Die Rila-Seen werden dich in ihren Bann ziehen und es wäre doch schade, sie nicht genießen zu können, oder?

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SKOPJE – Aufschwung, oder „es ist alles nur geklaut“?

Es gibt viele Leute, die die großen Dinge tun können. Aber es gibt sehr wenig Leute, die die kleinen Dinge tun wollen. Hl. Mutter Teresa (1910 – 1997)

Von Skopje, der Hauptstadt Mazedoniens, habe ich natürlich schon gehört, aber wenig darüber gewusst und auf der Liste meiner gewünschten Reiseziele kam sie ehrlich gesagt nicht wirklich vor. Nicht einmal auf unserer heurigen Balkan-Rundreise war sie als Highlight eingeplant. Da die Halbstarken und ich auf der Fahrt vom Ohridsee nach Pristina aber quasi durch Skopje durchfahren mussten, bot es sich an, doch dort Rast zu machen und Mittagessen zu gehen. Und vielleicht kurz ein bisschen durch zu bummeln. Nun, was soll ich dir sagen? Aus dem „kurz“ wurde gar nichts und Skopje einfach so links liegen zu lassen, wäre ein wirklicher Fehler gewesen und auch wenn ich mir immer noch nicht ganz sicher bin, ob mir Skopje wirklich gefallen hat, beeindruckt hat es mich durch seine Besonderheit sehr wohl.

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Das Archäologische Museum – und davor die „Bird-Eye-Bridge“

Es stimmt wohl schon, bis vor wenigen Jahren war die Stadt eher herunter gewirtschaftet und grau. 2008 gab es einen Regierungswechsel und  unter dem Titel „Skopje 2014“ begannen in den Folgejahren umfassende Renovierungsarbeiten im Zentrum der Stadt. Eine Menge Geld wurde investiert – man spricht von Zahlen zwischen 600 und 800 Mio Euro – um die Stadt auf Vordermann zu bringen. Denkmäler wurden errichtet, baufällige Gebäude wurden fertiggestellt und die ursprünglichen Bauten aus der jugoslawischen Zeit wurden teilweise mit neuen Fassaden verkleidet. Dieses Projekt ist nicht ganz unumstritten, Kritiker meinen, es gäbe genug Bereiche im Land, deren Verbesserung mit einer Finanzspritze möglich gewesen wäre und die für die Bevölkerung mehr Nutzen gebracht hätten.

Nichtsdestotrotz – für Besucher hat Skopje seitdem einiges zu bieten. Zentrum der Stadt ist der Makedonija-Platz, in dessen Mitte ein Brunnen mit einer riiiiesigen Statue von Alexander dem Großen umgeben von etlichen Löwenskulpturen ziert.IMG_3544

Für die Mazedonien ein Denkmal für ihren bedeutendsten Herrscher – für uns eine herrliche Erfrischung (es hatte 35°C als wir Skopje unsicher machten – da kam jede Abkühlung, und waren es nur ein paar Wasserspritzer aus einem Brunnen, gerade recht) und ein toller Ort zum Fotoshooting…

Apropos bedeutender Herrscher? Weißt du eigentlich, wer die berühmteste Tochter der Stadt war? Genau! Die Hl. Mutter Teresa! Ihr zu Ehren wurde ein eigenes Gedenkhaus an der Stelle errichtet, an der früher die Kirche stand, in der sie getauft wurde. Davor steht eine lebensgroße Statue und in der Stadt verteilt hängen überall Gedenktafeln mit Aussprüchen der klugen Frau.

Überhaupt scheint Mazedonien ein bisschen ein Faible für Statuen und Gedenkstätten zu haben, es wimmelt in der Stadt nämlich gerade so von Skulpturen. Im … Park reiht sich eine Statue an die andere, jeder, der irgendwann in der Geschichte Mazedonien eine Rolle gespielt hat, scheint dort vor zu kommen. Gekrönt wird das Ganze noch von einer Art „Triumphbogen“, der jedoch auch erst vor wenigen Jahren erbaut wurde.IMG_3538

Die Stadt erweckt auf den ersten Blick den Anschein einer langen Geschichte. Das stimmt auch, die Gebäude dort sind jedoch alle ziemlich neu, die Altstadt wurde bei einem Erdbeben … nämlich fast gänzlich zerstört und erst danach wieder aufgebaut.

Das imposanteste Gebäude ist das Archäologische Museum auf der Seite der Altstadt  (Vorsicht: montags ist es geschlossen!), den Vardar kann man direkt durch die „Bird Eye Bridge“ davor überqueren – insgesamt ein schönes, vielleicht sogar etwas übertrieben wirkendes Ensemble, das ebenfalls auf „alt“ macht, aber neu ist.IMG_6148

Gleich neben der Brücke befindet sich auf der einen Seite die alte Steinbrücke, das wirkliche Wahrzeichen Skopjes, auf der anderen Seite die „Art Bridge“, deren Skulpturen von verschiedenen Künstlern Mazedoniens gestaltet wurden. Lauter Männer übrigens… da kann man, auch ohne allzu emanzipiert wirken zu wollen, ein bisschen drüber nachdenken… IMG_3589IMG_3607

Die Tatsache, dass durch das Projekt „Skopje 2014“ so viele neue Gebäude errichtet bzw. ältere Bauwerke „verkleidet“ und das Stadtbild dadurch einschneidend verändert wurde, hat der Stadt übrigens den Titel „Mazedonisches Disneyland“ eingebracht und die Vergleiche mit anderen Städten wie Prag (die Brücke), Paris (der Triumphbogen) oder London (die Festung und die vielen roten Doppeldeckerbusse, die durch die Stadt fahren) sind nicht ganz von der Hand zu weisen – und auch durchaus nicht unumstritten.

Sehr authentisch ist jedoch die wirkliche Altstadt Skopjes auf der anderen Seite des Vardars mit ihrem alten Bazar. Enge Gassen und kleine Geschäfte versprühen ein ganz eigenes Flair und erinnern an die osmanische Herrschaft in der Stadt, nichts hier wirkt so perfekt wie auf der Neustadt-Seite.

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Ursprünglich ein Hamam – heute ein Museum

 

Man findet Moscheen und Hamams, und viele Cafés und kleine Restaurants laden zum Verweilen ein, die Leute sind gastfreundlich und redselig.

Wir haben die Gemütlichkeit dort genossen, mussten wir doch aufgrund der Hitze alle paar Schritte irgendwo auf ein Getränk einkehren. Hübsch ist auch die alte Karawanserei  Pivnica-An mit ihrem schönen Innenhof – leider waren wir nach einem Besuch in der Pizzeria „La Terrazza“ (die Halbstarken wären wohl verhungert, hätten sie nicht auf der Stelle eine ordentliche Pizza bekommen…) unweit des Makedonija-Platzes – viel zu satt, um noch etwas zu essen.

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Karawanserei Pivnica-An

Zu den ursprünglich erhaltenen Sehenswürdigkeiten zählt auch die Burg Kale, die hoch über der Stadt thront und einen herrlichen Ausblich bis weit ins Land hinein bietet. Ein bisschen erinnert die Architektur an den Tower in London. Der Eintritt ist übrigens frei, es lohnt sich daher auf jeden Fall ein kurzer Abstecher in die Festung.

Wie gesagt, Skopje hat einen bleibenden Eindruck bei uns hinterlassen. Auf den ersten Blick einen sehr, sehr positiven, bei näherem Hinsehen durchaus einen, den man überdenken muss. Ein Abstecher hat sich aber auf jeden Fall gelohnt und uns sehr überrascht.

Mein Skopje-Tipp: Unbedingt in einem der vielen kleinen Cafés in der Altstadt einkehren und von dort aus das Basar-Leben und das pulsierende Treiben beobachten.

Warst du auch schon in Skopje? Ich freue mich über deine Eindrücke und Tipps für diese Stadt!

Viel Schönes haben wir auf unserem Roadtrip auf dem Balkan erlebt. Komm doch mit mit uns und hol dir Inspirationen für deine eigene Reise:

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DONAUDELTA – Reise bis ans Ende der schönen blauen Donau

Die Wildnis ist es, die die Welt bewahrt. Henry David Thoreau (1817 – 1862)

Als Österreicher hat man ja immer ein bisschen das Gefühl, als würde die Donau uns gehören, sind wir doch nur zu stolz auf „unseren“ Donauwalzer, schlemmen „unsere“ Donauwelle und reden immer noch ein bisschen verträumt und der Geschichte nachhängend von „unserer“ Donaumonarchie. Dabei übersieht man aber  gerne, dass wir bei Gott nicht die einzigen sind, durch deren Land sich die Donau schlängelt, sondern dass sowohl davor als auch danach noch einiges kommt. Ganz schön viel eigentlich, aber das hält uns nicht von unserer Freude an der schönen blauen Donau ab.Version 2

Die beiden Quellflüsse der Donau, Breg und Briegach entspringen im Schwarzwald bei Donaueschingen. Über 2875 km fließt die Donau danach als zweitlängster Fluss Europas (nur die Wolga ist noch ein bisschen länger) durch Mittel- und Osteuropa, bevor sie im Donaudelta ins Schwarze Meer mündet. 10 Länder passiert sie dabei – Deutschland, Österreich, Slowakei, Ungarn, Kroatien, Serbien, Bulgarien, ein kleines Stückchen Moldawien, die Ukraine und Rumänien, das haben wir alle in der Schule gelernt. Und während wir die Donau hier in Wien quasi täglich sehen und auch schon in vielen anderen Ländern in ihrem Verlauf gesehen haben, wollten wir nun auch wissen, wie denn das Ende der Donau so aussieht und wir wollten die Pelikane sehen, die dort noch in freier Wildbahn lebten. Das Donaudelta sollte ja wirklich ganz bezaubernd sein – und so haben sich die Halbstarken und ich eben das Donaudelta als einen der Höhepunkte unseres heurigen Sommer-Roadtrips ausgesucht.IMG_2067IMG_2079

Die Ukraine und Rumänien teilen sich ja die Ehre, diese wunderschöne Landschaft beheimaten zu dürfen. Wir haben den größeren, rumänischen Teil des Deltas erkundet, aber auch auf ukrainischer Seite ist das möglich, auch wenn der Tourismus dort noch weniger fortgeschritten ist als in Rumänien und die Organisation einer Reise dorthin vielleicht ein paar Hürden mehr mit sich bringt.IMG_1988

Das Donaudelta ist riiiiesig, nämlich 5800 m2, und steht unter strengem Naturschutz und wurde 1991 auch zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt – und wir standen bei unserem Besuch erst mal vor dem Problem, irgendwo „anfangen“ zu müssen. Im ganzen Delta gibt es 24 Ortschaften und eine kleine Stadt, nur 3 der Dörfer sind mit dem Auto zu erreichen, der Rest lediglich per Boot. Ganz am Rand des Deltas liegt Tulcea, eine Stadt mit etwa 90.000 Einwohnern, die von Touristen gerne als Ausgangspunkt für Expeditionen ins Donaudelta genutzt wird. Wir wollten allerdings etwas „näher dran“ sein und entschieden uns daher für das beschauliche Dorf Dunavatu de Jos, wo wir in einer einfachen Privatunterkunft, der Vila Rihanna, 4 Tage verbrachten. Nach Dunavatu de Jos ist die zivilisierte Welt quasi zu Ende. Die letzte Straße mündet in einen klitzekleinen Hafen, danach kommt nur mehr Wasser und Wildnis.IMG_2149

Auch wenn in den letzten Jahren der internationale Individualtourismus zugenommen hat, eine Reise ins Donaudelta (sofern man jetzt nicht mit einer organisierten Reise zB im Rahmen einer Donaukreuzfahrt dorthin fährt) ist anders, als wenn man in Mitteleuropa ein wenig „Wildnis“ erkunden möchte. Von Tulcea aus gibt es zwar sehr viele organisierte Fahrten ins Delta, möchte man jedoch ein bisschen eigenständiger und individueller unterwegs sein, bedarf das einiger Selbstorganisation und viel Herumfragen. Touristeninformationen gibt es – ebenfalls wieder abgesehen von Tulcea – nicht, aber es kennt meistens jeder irgendjemanden, der jemanden kennt… Du weißt schon…IMG_2011

Da all die Leute, die unsere Vermieterin kannte, aber niemanden kannten… wussten wir erst mal nicht so genau, wie wir nun weitermachen sollten und wie wir unserem Ziel – die Pelikane in ihrem natürlichen Lebensraum zu beobachten – näher kommen würden. Dann tauchte aber eine Freundin der Vermieterin auf, die eine Freundin hatte und deren Mann…

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endlos schlängeln sich die Wasserstraßen durch das Delta

 

Naja, kurzum, am nächsten Tag ging es los und der für uns organisierte Fischer brachte uns mit seinem klitzekleinen Boot hinein mitten ins Donaudelta. Diese Leute sind dort aufgewachsen und kennen die Gegend wie ihre Westentasche – für uns war es mit der Orientierung bald vorbei, das Labyrinth an kleinen Wasserstraßen, nur unterbrochen von ab und zu einem kleinen See, verwirrte uns völlig. Aber das machte nichts, wir kamen ohnehin aus dem Staunen nicht mehr raus, als wir durch diese wunderschöne Landschaft fuhren. Schilf und Seerosen, wohin man sah, die umliegenden Bäume wuchsen fast bis ins Wasser, sogar Kühe badeten im Wasser. Tiere ohne Ende – es machte uns Freude, im Dickicht all der Pflanzen dort, Frösche, Fische und Vögel zu entdecken.

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Durch uns aufgeschreckte Schwäne… und ganz hinten all ihre Freunde…

Das kleine Motorboot machte leider ziemlich viel Lärm, sodass unser Fischer immer wieder den Motor abstellte, damit wir nicht all zu viel Vögel aufschreckten. Wir konnten Reiher beobachten, in schwarz und in weiß, Kolonien von Schwänen schreckten vor uns auf und flogen höchst beeindruckend mit einem Höllenlärm vor uns davon und schließlich, als das Wasserlabyrinth etwas lockerer wurde, schwammen sie endlich vor uns: die Pelikane!! Scheu sind sie, und natürlich nahmen sie Reißaus, als sie uns entdeckten, aber dennoch blieb genug Zeit, sie zu bewundern.

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Stolzer Fischer mit seiner Beute

Wir konnten uns irgendwie gar nicht sattsehen und auch die Halbstarken waren begeistert und wollten immer weiterfahren, als der Fischer uns fragte, ob wir denn nicht schon zurück wollten. Neiiiiin!!!! IMG_1987Immer wieder fand er irgendwelche Wasserstraßen, die wir noch nicht abgeklappert waren, immer wieder tauchten neue gefiederte Bewohner vor uns auf, überall gab es etwas zu entdecken. Und dabei haben wir nur den kleinen, südlichen Teil des Donaudeltas gesehen, die Möglichkeiten dort wären wirklich unerschöpflich. Wir haben auch ein Pärchen getroffen, dass das Donaudelta überhaupt ganz alleine mit dem Kanu erkundet und dazwischen im Zelt übernachtet, das ist an einigen Stellen noch erlaubt, in der strengen Schutzzone jedoch nicht.

Mit Baden ist im Donaudelta natürlich nichts, das Wasser sieht auch sumpfig genug aus, dass man erst gar nicht wirklich auf die Idee kommen würde. Wenn man Lust aufs Schwimmen bekommt, muss man ganz hinaus fahren bis ans Schwarze Meer. Auch das haben wir uns zum Glück nicht entgehen lassen. Vom kleinen Ort Jurilovca aus gibt es Fähren, die nach Gura Portitei, einer kleinen Sandbank, die auf der einen Seite noch ans Delta, auf der anderen Seite schon ans Schwarze Meer grenzt.

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Angekommen in Gura Portitei

Mit den Fähren und den Fahrplänen ist das allerdings nicht so einfach, es fanden sich jedoch am kleinen Hafen sehr schnell eine Hand voll anderer Leute, die ebenfalls dort hin wollten und ein Fischer bot an, für ein geringes Entgelt uns alle hinzubringen. Nun ja,… es war durchaus ein Abenteuer! In eine kleine, schaukelnde Nussschale wurden alle Leute gequetscht, die mitfahren wollten und wir überquerten SEHR wackelig einen riesigen See. Die Fahrt hat sich aber ausgezahlt – Gura Portitei ist entzückend! Es gibt dort nur ein kleines Hotel und ein Restaurant – ansonsten Sand und Muscheln, wohin das Auge reicht! Seeeehr idyllisch!IMG_1845IMG_1843

Die Donau teilt sich im Delta in 3 Arme auf – den Sfantu-Arm, den Chilis-Arm und den Sulina-Arm – am Ende des letzteren, dort wo das Schwarze Meer beginnt und der endgültige 0-Punkt der Donau festgelegt wurde, liegt die kleine Stadt Sulina, die wir ebenfalls besucht haben. Es wimmelt dort gerade so vor Schiffen, kleinen und großen, die ihre Reise von oder zu der Donau antreten. Sulina ist ein kleines bisschen touristisch, als mehr als unser winziger Ort Dunavatu de Jos, und so werden auch von dort viele Exkursionen ins Delta angeboten. Außerdem hat es den ganz großen Vorteil, dass es so weit draußen liegt, dass es auf der anderen Seite schon ans Meer grenzt und man daher auch herrlich dort baden kann.IMG_5213

Unser Ausflug ins Donaudelta – er war ein ganz, ganz eindrucksvolles Erlebnis und sicher einer der ganz großen Höhepunkte unserer heurigen Balkan-Reise. Die Urtümlichkeit der Natur, all die vielen, vielen Tiere und die Ruhe dort haben sich in uns tief eingeprägt und uns schwer beeindruckt.IMG_5268

Mein Donaudelta-Tipp: Als Ausgangsbasis unbedingt einen der kleinen Orte wählen, um das Delta hautnah zu erleben, einfache Quartiere werden fast in jedem Dorf angeboten. Die Vila Rihanna in Dunavatu de Jos, wo wir untergekommen sind, war schlicht, aber sauber und gleich daneben im Restaurant Pestisorul (Str. Dunareni 107, es ist leider keine Homepage verfügbar), findet man den besten Fisch der Gegend.

 

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TRANSNISTRIEN – nie was von gehört, oder??

Wer reisen will,
muss zunächst Liebe zu Land und Leute mitbringen,
zumindest keine Voreingenommenheit.
Er muss guten Willen haben, das Gute zu finden
anstatt es durch Vergleiche tot zu machen.
Theodor Fontane (1819 -1898)

Also noch nie in meinem ganzen Leben habe ich von einem Land namens Transnistrien (gerne auch Transdnestrien genannt) gehört. Du vielleicht??? Das liegt jetzt vielleicht daran, dass wir alle gemeinsam gröbere Bildungslücken haben. Oder daran, dass dieses Land so unbekannt ist, dass man es einfach nicht kennen kann. Ich glaube mittlerweile, eher weiteres ist der Fall… 😉

Erst als meine liebe Ex-Schwägerin Karin und ich uns auf den Weg nach Moldawien machten und den zugehörigen Reiseführer studierten, fiel uns das erste Mal auf, dass es ganz im Osten des Landes einen Streifen jenseits der Dnister gab, der auf der Landkarte lila gefärbt war. Das klang irgendwie interessant und besonders und so haben wir uns näher damit beschäftigt und und schließlich sogar auf den Weg dorthin gemacht.IMG_4505

Transnistrien ist ein Gebiet, eben jenseits des Flusses Dnister (auf Russisch Dnestr, daher kommt die etwas unterschiedliche Bezeichnung) das sich von Moldawien abgespalten hat und das sich fast ein bisschen trotzig vom Rest der Welt abkapselt. Es ist völlig an Russland orientiert und wird auch von dort unterstützt, entsprechend wird im ganzen Land nur Russisch gesprochen, auch wenn Transnistrien politisch gesehen immer noch zu Moldawien gehört. Als Währung gilt der Transnistrische Rubel, manchmal (aber wirklich nicht immer) lässt man sich jedoch auch dazu herab, moldawische Lei anzunehmen. Die Transistrier sehen sich als Russen und man fühlt sich bei einem Aufenthalt in diesem Land tatsächlich wie in einer Zeitkapsel in die alte Sowjetunion zurückversetzt. Hammer und Sichel zieren das Wappen Transnistriens und vor dem Parlamentsgebäude steht immer noch eine Lenin-Statue. Völlig skurril und fast ein bisschen unheimlich!IMG_1069.jpg

Von Chiçinau aus erreicht man Tiraspol, die Hauptstadt Transnistriens in etwa 1 1/2 Stunden Bahnfahrt – es gibt täglich nur 1 Zugverbindung hin und 1 zurück – oder nach etwa 2 Stunden in einem klapprigen Minibus. Das Zugticket für die 75 km lange Strecke kostet umgerechnet gerade mal 1 €, ein durchaus leitbarer Ausflug übrigens. Gleich bei der Einreise am Bahnhof muss man sich beim Immigrationsschalter (hallo – wir wollten nicht einwandern, wir waren nur Touristen und wir wollten GANZ sicher nicht dort bleiben!!!) registrieren und diverse Zettel ausfüllen – und man erhält dann die Erlaubnis, sich max. 10 Stunden in diesem Land aufzuhalten. Was passiert, wenn man länger bleibt, weiß ich nicht  – aber es ist wohl besser, es nicht drauf ankommen zu lassen…

Tiraspol verspürt den typischen Ost-Charme, wie man ihn sich schöner nicht vorstellen könnte. Plattenbau reiht sich an Plattenbau, Heldenstatuen sind in der ganzen Stadt verteilt. Regierungs- und Kulturpalast könnten kommunistischer nicht sein, weite Plätze erinnern an Bilder von riesigen Paraden und Aufmärschen, die unsereins nur aus dem Fernsehen kennt.IMG_1054

Als einzige Stadt auf der rechten Seite der Dnister gehört auch Bender noch zu Transnistrien. Die Stadt an sich ist nicht besonders sehenswert, schön ist allerdings die zugehörige Burg, die direkt am Flussufer lohnt. Vom Burgturm hat man einen herrlichen Ausblick über das Land – und bis ins verfeindete Moldawien hinein. Mit dem O-Bus Nummer 19 kann man Bender übrigens direkt von Tiraspol aus erreichen. Tickets gibt’s im Bus für wenige Rubel.IMG_4575IMG_1094

Ansonsten gibt es in Transnistrien keine nennenswerten Städte, aber viele kleine Dörfer. Einen herrlichen Blick über die Landschaft konnten wir bereits genießen, als wir das moldawische Kloster Tipova besuchten.IMG_0974

Sehr skurril ist auch, dass Transnistrien von einem Sheriff regiert wird, der von Tankstellen über das gesellschaftliche Leben bis zum Mobilfunknetz alles kontrolliert, was im Land so vor sich geht. Sogar der wichtigste Fussballverein des Landes inkl. das zugehörige Stadion ist nach ihm benannt: FC Sheriff Tiraspol.IMG_4555

Was uns überrascht hat war, dass sich in Tiraspol einige durchaus nette Lokale mit westlichem Standard finden. Für Kaffee und Kuchen empfiehlt sich zum Beispiel das Café Love auf der Lenin Straße 9, das lustiger Weise eine österreichische Kaffee-Marke führt. Das Restaurant Mafia auf der Straße des 25. Oktobers serviert japanische und italienische Küche – wir haben es getestet und für gut befunden…IMG_4527.jpg

Moldawien’s abtrünnige Region war mit Abstand das seltsamste Land, das ich bis jetzt besucht habe. Es war eine Erfahrung für sich und vor allem bei der Einreise etwas gruselig, aber durchaus sehenswert. Und wer kann schon von sich behaupten, je in Transnistrien gewesen zu sein?

Mein Transnistrien-Tipp: bei schönem Wetter laden die Sandstrände in Tiraspol durchaus zum Entspannen ein. Wir haben auch Leute gesehen, die in der Dnister gebadet haben, möchten das allerdings nicht unbedingt empfehlen. Weiter als bis zu den Knöcheln hätten wir uns nicht in dieses Gewässer getraut…

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MOLDAWIEN – eine Reise in das ärmste Land Europas

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MOLDAWIEN – eine Reise in das ärmste Land Europas

Nicht wer zu wenig hat, sondern wer mehr begehrt, ist arm. Lucius Annaeus Seneca (4 v. Chr – 65 n. Chr)

Meine liebe Karin und ich waren schon in vielen Ländern. Auf der Suche nach einem Ort, wo wir beide noch nicht waren, hat es uns diesmal nach Moldawien (das sich gerne auch Moldova nennen lässt) verschlagen, das Erstaunen und Unverständnis unserer Mitmenschen über dieses ungewöhnliche Reiseziel war ähnlich groß wie vor 2 Jahren, als wir gemeinsam ASERBAIDSCHAN unsicher gemacht haben. Selbst nicht ganz so genau wissend, was uns dort erwarten würde, sind wir daher in Chiçinau aus dem Flugzeug geklettert und wurden von einer Stadt empfangen, auf die der Begriff „Ostcharme“ nicht treffender passen könnte.Version 2

Mit der Unabhängigkeit des Landes von der Sowjetunion am 31.08.1989 (Plätze und wichtige Straßen wurden nach diesem Tag benannt, sodass sich auch der uninteressierteste Besucher dieses Datum irgendwann automatisch merkt) hat Moldawien zwar dem kommunistischem Regime den Rücken gekehrt – die Spuren davon sind jedoch immer noch mehr als allgegenwärtig.IMG_4267

Wobei – der erste Eindruck war gar nicht schlecht. Vorbei an den für all diese ehemaligen kommunistischen Länder so typischen riesigen Plattenbau-Siedlungen erreichten wir das Stadtzentrum und damit unser Hotel Thomas Albert, das uns mit seinem westlichen Standard durchaus beeindruckte. Die Kommunikation mit den Angestellten dort war auf Englisch problemlos möglich, alles war sauber und hätten wir nicht gewusst, wo wir wirklich sind, so wäre jedes andere Land als Aufenthaltsort genauso gut in Frage gekommen.

Bei einem ersten Stadtbummel allerdings merkten wir sehr schnell, dass hier alles anders war. Halb eingefallene Häuser reihten sich aneinander, kaum ein Gehsteig-Abschnitt, der einigermaßen gerade war. Die Zäune hatten Löcher und das Straßenbild war geprägt von Hochhäusern, die hässlicher nicht sein könnten. Im Hotel hat man uns einen Stadtplan ausgehändigt, auf dem die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt markiert waren. Und so begaben wir uns schnurstracks zum Eternintate Memorial Complex, wo sich der Inbegriff eines kommunistischen Denkmals mit Heldenreliefs und ewiger Flamme über einen ganzen Park verstreut, befand.

Viel mehr Helden noch erwarteten uns auf diversen Plätzen in der ganzen Stadt. Dazwischen erstreckten sich zahlreiche Paläste und Regierungsgebäude, aber auch so manche durchaus hübschen Bauwerke, die bereits vor der Herrschaft der Sowjetunion errichtet und aus irgendeinem Grund den kommunistischen Kahlschlag überstanden hatten.IMG_4251

Eine Altstadt oder ein wirkliches Zentrum gibt es in Chiçinau nicht, am ehesten kann man als dieses den Bulevardul Stefan cel Mare mit den angrenzenden Parks bezeichnen. Dort finden sich einige Restaurants und vereinzelt Cafés (die Auswahl ist nicht sonderlich groß, was uns aber gefallen hat, weil einigermaßen modern und nett zu sitzen ist eine Filiale von Tonys Pizza direkt an der Hauptstraße), es reiht sich Handyshop an Handyshop, unterbrochen nur von einigen Kleidungsgeschäften mit zweifelhaft schicker Ware.IMG_4248

Wenn man die einheimische Küche kennenlernen möchte, empfiehlt sich ein Besuch des Restaurants Vatra Neamului. Dort kann man in sehr urtümlichem Ambiente Eintöpfe & Co probieren und bekommt auch noch eine kleine Darbietung an moldawischer Musik mitserviert.IMG_4301 (1)IMG_4307 (1)

Apropos Ware: eingekauft wird in Chiçinau von Montag bis Sonntag am großen Bazar und auch als Besucher sollte man es sich nicht nehmen lassen, einmal über diesen riiiiesigen Markt zu wandern und das abwechslungsreiche Angebot zu bewundern. Hier gibt es wirklich ALLES – von Obst und Gemüse, Fleisch (zum Teil werden die geschlachteten Tiere erst dort zerkleinert und auf einheitlichen blauen Waagen abgewogen), über Hausrat, Dessous (Karin hätte fast groß zugeschlagen, wäre da nicht das Problem der fehlenden Umkleidekabinen gewesen…), Schreibwaren bis zu Hochzeitsmode. Wirklich sehenswert!IMG_0900 (1)

Was uns in Moldawien, abgesehen von dem vielen Elend, das es dort durchaus noch gibt, sehr betrübt hat, waren die Leute und die verbitterten Gesichter, mit denen sie durch’s Leben schritten. Wir haben anfangs ja geglaubt, wir würden uns das nur einbilden, aber es herrschte dort eine Tristesse, wie wir sie noch nirgendwo gesehen haben. Egal ob Jung oder Alt, es fand sich kaum jemand, der lachte!! Jugendliche in Kaffeehäusern, die bei uns bestimmt „herumgegackert“ hätten, saßen ruhig beisammen, Freunde unterhielten sich ernsthaft, auch den Damen und Herren am Basar entkam kein Lächeln, wenn sie mit ihren Kunden sprachen. Traurig und sehr beklemmend!IMG_0913.jpg

Man muss ehrlich sagen, dass man Moldawien’s Hauptstadt locker an einem Tag besichtigen kann. Es blieb uns also genug Zeit, auch das Umland etwas zu erkunden. Wir hatten von Höhlenklöstern gehört, die wir unbedingt sehen wollten. Als öffentliche Verkehrsmittel werden zwar Busse angeboten, da das System aber kompliziert ist und Fahrpläne weitgehend inexistent sind, haben wir uns für ein Taxi entschieden, um diese Orte zu besuchen. Die Preisverhandlungen gestalteten sich zwar als schwierig, da unser Taxifahrer – wie die meisten anderen Leute, denen wir begegneten auch – weder English noch Deutsch oder sonst eine andere Sprache verstanden, und unser Moldawisch eher dürftig war. Wir haben uns schlussendlich aber mit Händen und Füßen auf die Fahrtroute und den Preis geeinigt und auch mit der Frau des Fahrers Rücksprache gehalten, die sich in gebrochenem Englisch nochmal über unsere Ziele vergewissern wollte.IMG_4384.jpg

Moldawien’s Landschaft ist zwar nicht sehr abwechslungsreich, es gibt weder hohe Berge noch Strände, aber sie ist geprägt von unendlich vielen Nussbäumen, teilweise in Alleen angeordnet. Und wir hatten das Glück, gerade zur Blütezeit der Sonnenblumen in Moldawien zu sein, welche das ganze Land über viele, viele Kilometer in ein hübsches Gelb tauchten.

Die Höhlenklöster – Orheiul Vechi und Tipova – waren wirklich sehenswert. Ersteres mit seiner Marienkirche, dem Glockenturm und den Einsiedler-Höhlen, thronte hoch über dem kleinen Fluss Raut, der sich in dieser Gegend durch ein felsiges Tal schlängelte. Es gilt als einer der bedeutendsten sakralen Orte und wichtigsten touristischen Attraktionen des Landes. Und tatsächlich trafen wir dort auch eine Handvoll anderer Touristen an, während uns zB in Chiçinau außer in unserem Hotel überhaupt keine Reisenden begegnet sind.IMG_0930IMG_0945

Tipova liegt an der Dnister und ist landschaftlich wirklich reizvoll. Der Blick von dort reicht weit über das Tal und den Fluss hinweg in die abtrünnige Region Transnistrien. Während die Kirche selbst nicht sonderlich sehenswert ist (der Priester, der dort offenbar permanent die Glocken läutet schon eher…), sind die alten  Klosterhöhlen noch sehr gut erhalten und können besichtigt werden, nachdem man bei einer Frau, die plötzlich quasi aus dem Gestrüpp heraus mitten in der Einöde auftaucht, ein paar Lei als Eintrittsgeld abliefert.IMG_4460IMG_4472

Leider hielt der „Pakt“, den wir mit unserem ebenfalls niemals lächelnden Taxifahrer geschlossen hatten, nur kurz an, denn kaum hatten wir unsere Ziele abgeklappert, ließ er uns – per SMS über seine Frau – wissen, dass der Fahrpreis nun doppelt so hoch wäre, wenn wir doch auch wieder zurück nach Chiçinau fahren wollten!!! Eine Weile waren wir versucht uns über soviel Frechheit zu ärgern, dann beschlossen wir, einfach bei unserer ursprünglichen Vereinbarung zu bleiben und haben genau den ausgemachten Preis bezahlt. Das hat unserem Chauffeur natürlich nicht gefallen, und ganz kurz wollte er uns noch nachlaufen, als wir das Taxi verlassen hatten, irgendwie dürfte er jedoch die Aussichtslosigkeit, durch seine Dreistigkeit an den doppelten Fahrpreis zu kommen, dann doch erkannt haben und ist schimpfend in seinem Wagen verschwunden.IMG_0977

Ansonsten muss ich aber sagen, haben wir uns in Moldawien schon sicher gefühlt. Auch wenn es nicht mal in der Hauptstadt eine vernünftige Straßenbeleuchtung gibt und die Straßen wirklich ein bisschen unheimlich wirken, man kann sich als Frauen, vor allem wenn man nicht ganz alleine unterwegs ist, durchaus frei bewegen, ohne in brenzlige Situationen zu kommen. Gewarnt wird allerdings vor Taschendieben, vor allem natürlich bei Menschenansammlungen wie zB auf den Märkten.IMG_1016

Was nehmen wir von dieser Reise nach Moldawien mit nach Hause? Spannende Erinnerungen an eines der ärmsten Länder Europas, das Gefühl einer Zeitreise mindestens 50 Jahre zurück in ein postkommunistisches System, wie wir es sonst noch nirgendwo in diesem Ausmaß erlebt haben. Können wir Moldawien als Reiseland empfehlen? Durchaus, aber nicht für jeden. Wir können es dann empfehlen, wenn man bereit ist, sich auf Neues (eigentlich ja Altes, aber für uns halt Neues… ihr wisst schon, was ich meine…) einzulassen. Man sollte nicht erwarten, dass man in ein „schönes“ Land fährt, wenn man eine Reise nach Moldawien plant – aber in ein Interessantes allemal!

Mein Moldawien-Tipp: Ein Tag in Chiçinau ist genug um einen Eindruck von der Stadt zu bekommen. Ein Ausflug aufs Land hinaus lässt einen eine Idee davon bekommen, wie die Leute dort wirklich leben. Über das Land verstreut gibt es etliche Klöster, deren Besuch sich lohnt, allerdings sollte man dafür genügend Zeit einplanen. Die Straßen abseits der Hauptrouten sind schlecht und teilweise nicht asphaltiert, sodass das Vorankommen einfach dauert. Es lohnt sich aber!

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SCHÄRENGARTEN – Reif für die Insel Teil 2 – Schärenwelt vor Turku

Die besten Entdeckungen macht man, indem man die Welt mit anderen Augen betrachtet. Marcel Proust (1871 – 1922)IMG_9048

Es ist noch nicht sehr lange her, da habe ich dich mitgenommen auf meine Reise in den Schärengarten vor Stockholm. Erinnerst du dich noch, als wir gemeinsam hier am Blog Sandhamn und Waxholm erkundet und die Stille dieser Inselwelt erkundet haben?IMG_8905

Heute machen wir einen Sprung über den Bottnischen Meerbusen nach Finnland. Dort findet sich im Südwesten des Landes vor der Küste ebenfalls eine riesige Schärenwelt mit 20.000 – 50.000 Inseln (so ganz einig ist man sich nicht, was noch Felsen ist und was sich schon Insel nennen darf – auf jeden Fall sind es viiiiiele!).

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Schrägarten-Ringstrasse ©www.saaristo.org

Die Größten davon sind durch die 200 km lange Ringstraße – der Skärgårdens Ringväg oder Saariston Rengastie – miteinander verbunden (aufgrund der Zweisprachigkeit in dieser Region ist alles sowohl auf Schwedisch als auch auf Finnisch beschriftet). Im August 2015 machte ich mich mit den Halbstarken auf den Weg, diese Inselwelt für uns zu entdecken.

August, das bedeutet in Finnland bereits Nachsaison und so staunten wir nicht schlecht, wie einsam es auf den einzelnen Inseln bereits war. Wir wollten unbedingt das „Naturfeeling“ genießen, weshalb wir uns entschlossen haben, im Zelt zu nächtigen. In Finnland gilt ja, wie in den anderen nordischen Ländern auch, das Jedermannsrecht, das besagt, dass es jedem Menschen gestattet ist, die Natur zu genießen und ihre Früchte zu nutzen, unabhängig davon, wem das Land gehört. Was nicht eingezäunt ist, darf von jedem betreten werden und mit entsprechendem Abstand zu anderen Grundstücken darf man dort auch, solange man alles achtet und nichts zerstört, auch in freier Natur übernachten. Klingt doch cool, oder?

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Das Pflücken von Beeren und Pilzen ist aufgrund des Jedermannrechts überall erlaubt.

Begonnen hat unsere kleine Rundreise in Naapali, wo wir den Moomins einen Besuch abgestattet haben. Kannst du dich noch an die drolligen Gesellen erinnern? Ich kenne sie aus meinen Kindertagen, den Halbstarken waren sie eigentlich gar kein Begriff, was sich aber schnell änderte, als wir das Moominland besuchten. Sooo süß, sag ich dir! Die Kinder fanden’s ursprünglich wohl eher etwas peinlich (vor allem das Fotoshootings mit den pelzigen Gesellen hat ihnen gar nicht behagt…), aber dann haben sie es doch genossen, in diese Märchenwelt einzutauchen. „Action“ wie in den großen Vergnügungsparks gibt es dort zwar nicht, dafür aber ganz viel Fantasie, Geschichten und Träumereien. Es ist schon eine ganz eigene Welt für sich – die Welt der Moomins eben.

Von Insel zu Insel fuhren wir gegen Abend weiter nach Kustavi, ganz im Westen des Archipels, wo wir das erste Mal unser Zelt aufschlugen. Erst mal wollten wir uns auf einem Campingplatz niederlassen, bevor wir uns ans Wildcampen wagten. Nun ja, im Endeffekt war beides annähernd dasselbe, waren wir doch die einzigen Gäste weit und breit! Nachsaison eben schon… Das machte uns aber gar nichts, so konnten wir in aller Ruhe auf einem Felsen mit Blick übers Meer (und den Sonnenuntergang) mit unseren „Tankstellentrillern“ Würstchen grillen, ungeniert baden und die Campingplatz-Sauna hatten wir auch ganz für uns allein.

Das mit den Saunen ist ja in Finnland überhaupt so eine Sache! Ohne Sauna geht es GAR NICHT. Wirklich gar nicht, das gehört für die Finnen dazu, wie die tägliche Dusche. Die kleinste Wohnung hat eine Sauna integriert (manchmal so klein, dass nur 1 Person rein passt, aber besser eine kleine als keine Sauna!) und so hatte natürlich auch unser Campingplatz Lootholma einen zu bieten – ganz für uns allein!

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Die nächsten Tage haben wir es einfach genossen, die umliegenden Inseln zu erkunden. Beschauliche Dörfer wechseln sich mit endlosen Wäldern ab.

Die einzelnen Inseln sind teils mit Brücken, teils mit Fähren miteinander verbunden, das „Inselshopping“ funktioniert also tadellos, auch wenn man manchmal ein bisschen Geduld mitbringen muss. Ganz kleine Fähren transportieren oft nur 5 Autos auf einmal, wenn ein Traktor übersetzen will, dann bedarf das einer eigenen Fahrt. Eilig darf man es also nicht haben, aber diese Gemütlichkeit und Ruhe ist ja auch einer der Gründe, warum man sich in die Inselwelt hinaus begibt.IMG_8801

Auf unserem nächsten Campingplatz trafen wir beim abendlichen Grill – es gibt auf jedem Campingplatz eine Feuerstelle, wo man ganz nach Lust und Laune gemeinsam Feuer machen kann (herrlich übrigens für meine beiden Pfadfinder…) – einen jungen  Mann, der die ganze Ringstraße zu Fuss zurücklegen wollte. Eine spannende Sache, allerdings hat er uns von seinen Wildcamping-Erfahrungen berichtet und von Wölfen erzählt, die er nachts angetroffen hat. Nun ja, was soll ich euch sagen… Ich war heilfroh, dass auch die Begeisterung der Halbstarken für Übernachtungen ein der freien Wildbahn dadurch etwas eingebremst war und wir uns somit auf weitere Nächte auf zivilisierten Campingplätzen einigen konnten. Ich mag’s ja schon gerne ein bisschen abenteuerlich, aber Wölfe in der Nacht… na, ich weiß nicht…IMG_8965

Auch wenn die einzelnen Inseln des Archipels teilweise nur sehr dünn besiedelt sind, so finden sich dort viele Dinge, die man dort unternehmen bzw. besichtigen kann. Als sehr schön ist uns eine Wanderung auf Mossala in Erinnerung, die uns bis zu einem Aussichtsturm führte. Der Blick von dort über die Schären war wirklich bezaubernd!IMG_8914

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Herrlicher Blick über die Schären vom Aussichtsturm auf Mossala

Während am Anfang unserer Reise jede Fahrt mit der Fähre für uns ein kleines Abenteuer war, wurden wir im Verlauf schon ganz cool und routiniert darin und haben die Überfahrten wirklich genossen. Die meisten Fähren sind übrigens kostenlos, lediglich 2 Mal mussten wir auf der ganzen Rundfahrt bezahlen.

Der einzige Nachteil, dass wir erst in der Nachsaison reisten war, dass manche Tourismusbetriebe schon geschlossen hatten. Wahnsinnig gerne hätten wir eine Kajak-Fahrt unternommen, die Verleihstellen hatten allerdings allesamt schon „Wintersperre“ bzw. waren nur mehr am Wochenende besetzt. Eine Radtour über die Inseln war aber nicht weniger idyllisch und ein bisschen rudern konnten wir trotzdem, boten doch viele der Campingplätze kostenlose Ruderboote zum Verleih an.IMG_9049

Einer der schönsten Campingplätze, auf denen wir uns niedergelassen haben war übrigens Homestead im kleinen Dorf Grännas. Soooo idyllisch – und ganz stilecht mit Plumpsklo und der obligaten Sauna…

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Frühstück am Steg vor der Sauna
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Idyllische Fahrt mit dem Ruderboot

Auch kulinarisch ließen wir uns – zusätzlich von unseren eigenen mehr oder weniger geglückten Drillversuchen – verwöhnen. Herrlichen Fisch findet man überall, aber auch Fleischgerichte und Süßspeisen gibt es in großer Auswahl.IMG_1869

Nur der finnische Filter-Kaffee lässt etwas zu wünschen übrig – zumindest wenn man aus Wien kommend kaffeetechnisch einfach ein bisschen wählerisch geworden ist.IMG_9002

Die Schären sind ein Seglerparadies schlechthin. Auch wenn die einzelnen Inseln mittels Fähren oder Brücken gut erschlossen sind, Inselshopping mit dem eigenen Segelboot bietet sich hier geradezu an. Jedes kleine Dorf hat einen Seglerhafen und wir haben es genossen, das emsige Treiben zu beobachten und den Schiffen beim ein- und auslaufen zuzusehen.IMG_9003IMG_8929

Wir haben 8 Tage im Schärengarten vor Turku verbracht und haben jeden einzelnen Tag genossen. Wir haben aber bei weitem nicht alles gesehen und erlebt, vor allem die ganz äußeren Inseln mussten wir aus Zeitmangel leider auslassen. Für wanderlustige Menschen gäbe es auch noch unzählige Routen mit herrlichen Ausblicken, wo man so richtig schön die Seele baumeln lassen kann und für größere Radtouren bietet sich die Inselwelt ja geradezu an.IMG_1866

Die Schären sind nichts für Leute, die es eilig haben, sondern für solche, die einfach mal die Zeit vergessen und nur die Umgebung auf sich wirken lassen wollen. Wir haben dort einen wunderschönen und sehr entspannten Urlaub  wie im Bilderbuch verbracht – nicht zuletzt deshalb, weil uns der Wettergott hold war und uns  über eine Woche lang herrlichsten Sonnenschein beschert hat.IMG_8767

Mein Archipelago-Tipp: Beinahe jedes Dörfchen hat einen Seglerhafen. Dort lässt es sich gemütlich sitzen und bei einer Tasse Kaffee den Booten zusehen. Besonders angetan hat uns das Strandcafé im Hafen von Nago – dort fanden wir nämlich angeschlossen einen kleinen Souvenirläden mit allerlei maritimen Dekorationen. Und Fahrräder ausborgen kann man dort auch.

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RIGA – ganz viel Jugend & Stil

Die Erfahrung, daß wir eines reinen Enthusiasmus fähig sind: dies ist der eigentlichste Gewinn der Reisen. Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)

Bereits zwei Mal hat es mich in die lettische Hauptstadt verschlagen – einmal 2014  mit meiner lieben Freundin Sybille, als Riga europäische Kulturhauptstadt war und einmal im Jahr darauf mit den 3 Halbstarken als Zwischenstopp auf dem Weg von Estland auf die Kurische Nehrung. Und so unterschiedlich diese beiden Reisen auch waren, so hatten sie doch eines gemeinsam: Riga hat mich jedes Mal wieder in seinen Bann gezogen!IMG_5166

Riga, 1997 zum Weltkulturerbe der UNESCO ernannt, ist mit etwa 700.000 Einwohnern die größte Stadt des Baltikums. Nur wenige Kilometer von der Baltischen See entfernt, spielt sich das pulsierende Leben der Stadt hauptsächlich zwischen der Daugava und den zufließenden Kanälen ab, die auch gleich die Altstadt einschließen. Unzählige Anbieter offerieren Rundfahrten auf diesen Gewässern, welche sich herrlich für die erste Erkundung der Stadt eignen. Ich finde ja immer, dass man eine Stadt zumindest einmal vom Wasser aus und einmal von oben gesehen haben sollte – der Blickwinkel ändert sich enorm und man entdeckt vieles, das einem sonst verborgen geblieben wäre.

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Abgesehen von einer Bootsfahrt (Kopf einziehen, die Kanäle führen teilweise durch Tunnel und es kann ganz schön eng werden!) ist Riga sehr gut zu Fuß zu erkunden, die wichtigsten Sehenswürdigkeiten liegen sehr nahe beisammen. Die Hauptattraktion, das Schwarzhäupterhaus kann man nicht verpassen. Das Original wurde zwar längst zerstört, der Wiederaufbau ist jedoch wunderbar gelungen. Am schönsten finde ich es übrigens in der Abendsonne, wenn die Fassade so richtig schön beleuchtet wird.

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Wir hatten natürlich gehört, dass Riga vom Jugendstil geprägt ist. Da ja auch Wien einiges aus dieser Epoche zu bieten hat, dachten wir ungefähr zu wissen, was uns dort erwarten würde. Aber: wir waren überrascht! An jeder Ecke begegnen einem im Zentrum Rigas wunderschöne, großteils auch schon sehr hübsch renovierte Jugendstilgebäude, die Dichte ist fast schon überwältigend und während man anfangs noch bei jedem Haus mit offenem Mund stehen bleibt und staunt, werden diese bald fast ein bisschen zur Normalität. Dennoch sollte man, wenn man ein bisschen Zeit hat, es sich nicht nehmen lassen, zumindest ein Mal durch die Alberta Iela zu spazieren. Dort reiht sich ein Jugendstilbau an den anderen, und den krönenden Abschluss bildet das Jugendstilmuseum, in dem man das zugehörige Interieur besichtigen kann.

Es macht unglaubliche Freude, einfach durch die Gassen der Altstadt zu spazieren und die Atmosphäre auf sich wirken zu lassen. Da Riga klein und übersichtlich ist, kommt man so fast automatisch an den wichtigsten Sehenswürdigkeiten vorbei.

Riga bietet aber auch unzählige Lokale – im Sommer oft mit Gastgarten oder zumindest ein paar Tischen am Gehsteig – von denen aus man das herrliche Treiben der Stadt beobachten kann. Als Spezialität findet sich übrigens eine kalte Rote Beete Suppe mit Dill und gekochtem Ei – etwas speziell, aber so typisch, dass man sie sich nicht entgehen lassen sollte.

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Abgesehen von den architektonischen Prunkbauten des Jugendstils ist Riga auch noch von einem gewissen postkommunistischen Charme geprägt. Wie in fast jeder größeren Stadt des ehemaligen Ostblocks findet sich auch dort der obligatorische häßliche Fernsehturm (ein bisschen außerhalb, wem der Weg nicht zu weit ist, der kann jedoch von der Aussichtsplattform aus über 100 m Höhe einen wunderschönen Ausblick über die Stadt bis zur Ostseeküste genießen) sowie eine Brücke, die auch nicht gerade eine Zierde darstellt, auf ihre eigene Art jedoch fast schon zum Wahrzeichen der Stadt geworden ist. Und dann ist da noch die am linken Ufer der Daugava, die – unmöglich zu übersehen – das Stadtbild prägt.

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In den Außenbezirken reihen sich Plattenbauten aneinander, die ein Übriges dazu beitragen, an die Zeit bis 1989 zu erinnern. Interessant ist auch ein Besuch des Okkupationsmuseums gleich neben den Schwarzhäupterhäusern, das einen schönen Überblick über die Geschichte Lettlands bietet. Auch das Freiheitsdenkmal zeugt von vergangenen Zeiten und hat hohen Symbolcharakter für die Entwicklung der Stadt.

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Genau wie in Kotor in Montenegro begegnet einem auch in Riga eines auf Schritt und Tritt: die berühmte Katze von Riga. Ein Handwerker wollte um die Wende des 19/20. Jahrhunderts in die damalige Handwerkergilde aufgenommen werden, was ihm aber verwehrt wurde. Aus Ärger hat er daher auf seinem Haus am Lica-Platz eine Bronzefigur einer Katze anbringen lassen, die der Stadt den Rücken und den Schwanz zuwandte, was zu großen Unstimmigkeiten führte.

IMG_6790 Die Katze als Symbol ist der Stadt geblieben und man begegnet ihr weiters sowohl in Form der allgegenwärtigen herumstreunenden „echten“ Katzen als auch bei der Skulptur der Stadtmusikanten hinter der Petri-Kirche. Diese ist übrigens ein Geschenk der Stadt Bremen an Riga – als Zeichen der Verbundenheit, quasi von Hansestadt zu Hansestadt.

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Ein ganz eigenes Flair bietet auch ein Besuch der Alten Markthalle. Während drinnen Lebensmittel aller Art (es gibt auch eine eigene Fisch-Halle!) angeboten wird, findet man auf dem Platz hinter der Markthalle vormittags ebenfalls einen Markt, bei dem man von Hausrat über Blumen (bei unserem ersten Besuch war Pfingstrosen-Zeit – herrlich, dieser Duft) bis zu Kleidung alles erstehen kann. In den umliegenden alten Speichergebäuden sind in letzter Zeit viele Lokale unter gekommen und es hat sich eine sehr belebte Ausgeh-Szene entwickelt.

Wenn man ein bisschen mehr Zeit in Riga verbringen kann, lohnt sich auch ein Ausflug ins nahe gelegene Jurmala. Mit der Bahn in einer halben Stunde zu erreichen, findet man dort einen endlosen Strand an der Baltischen See vor. Im Sommer lässt die Wassertemperatur durchaus ein Bad im Meer zu, außerhalb der Saison bieten sich lange Strandspaziergänge – mit etwas Glück findet man vielleicht sogar ein Stückchen Bernstein – oder ein Bummel durch das Zentrum der kleinen, von Holzhäuschen geprägten Stadt an. Auch für einen Besuch mit Kindern stellt das eine willkommene Abwechslung dar, wenn diese von der Stadtbesichtigung schon etwas müde geworden sind.

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Apropos Kinder: Riga bietet unzählige Parks, in denen sich die Kleinen herrlich austoben können. Es gibt einen Zoo und für die historisch interessierten Kids findet sich im Pulverturm ein Kriegsmuseum, das recht interessant aufbereitet ist. Kinder sind übrigens auch immer wieder fasziniert von der Tatsache, dass der Weihnachtsbaum aus Lettland kommt – kleines Detail am Rande…

Ein schöner Tagesausflug führt auch in den Gauja Nationalpark, etwa 1 1/2 von Riga entfernt und gut mit dem Bus zu erreichen. Ein hübsches Barockschloss und die Burg Turaida warten dort auf die Besucher und unberührte Landschaft lädt zum Wandern ein. Im kleinen Städtchen Sigulda führt eine Seilbahn von einer Seite des Tales auf die andere und bietet während der kurzen Fahrt einen wunderschönen Ausblick über den Nationalpark.

Riga bietet also für jeden Geschmack etwas und eignet sich durch seine Lage am Wasser besonders in der warmen Jahreszeit wunderbar für einen Städtetrip. Durch seine Vielseitigkeit kann es mit den ganz „Großen“ durchaus mithalten. Wer also Paris, Rom & Co schon gut kennt, wird bestimmt auch in Riga seine Freude haben!

Mein Riga-Tipp: Ein Halbtagesausflug nach Jurmala bietet perfekte Urlaubsatmosphäre. Am Strand findet man einige ganz nette Restaurants, die herrliche Ausblicke aufs Meer bieten. Im Beach haben wir Leckeres vom Grill gegessen und windgeschützt durch Glaswände die Seele baumeln lassen.

Was dich im Baltikum noch interessieren könnte:

  • ein paar Tage Sonne, Sand, Meer und Dünen auf der Kurischen Nehrung. Die zwischen Litauen und Russland aufgeteilte Halbinsel ist von Riga aus mit dem Auto in 3 1/2 Stunden plus einer kurzen Fahrt mit der Fähre gut zu erreichen.