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SKOPJE – Aufschwung, oder „es ist alles nur geklaut“?

Es gibt viele Leute, die die großen Dinge tun können. Aber es gibt sehr wenig Leute, die die kleinen Dinge tun wollen. Hl. Mutter Teresa (1910 – 1997)

Von Skopje, der Hauptstadt Mazedoniens, habe ich natürlich schon gehört, aber wenig darüber gewusst und auf der Liste meiner gewünschten Reiseziele kam sie ehrlich gesagt nicht wirklich vor. Nicht einmal auf unserer heurigen Balkan-Rundreise war sie als Highlight eingeplant. Da die Halbstarken und ich auf der Fahrt vom Ohridsee nach Pristina aber quasi durch Skopje durchfahren mussten, bot es sich an, doch dort Rast zu machen und Mittagessen zu gehen. Und vielleicht kurz ein bisschen durch zu bummeln. Nun, was soll ich dir sagen? Aus dem „kurz“ wurde gar nichts und Skopje einfach so links liegen zu lassen, wäre ein wirklicher Fehler gewesen und auch wenn ich mir immer noch nicht ganz sicher bin, ob mir Skopje wirklich gefallen hat, beeindruckt hat es mich durch seine Besonderheit sehr wohl.

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Das Archäologische Museum – und davor die „Bird-Eye-Bridge“

Es stimmt wohl schon, bis vor wenigen Jahren war die Stadt eher herunter gewirtschaftet und grau. 2008 gab es einen Regierungswechsel und  unter dem Titel „Skopje 2014“ begannen in den Folgejahren umfassende Renovierungsarbeiten im Zentrum der Stadt. Eine Menge Geld wurde investiert – man spricht von Zahlen zwischen 600 und 800 Mio Euro – um die Stadt auf Vordermann zu bringen. Denkmäler wurden errichtet, baufällige Gebäude wurden fertiggestellt und die ursprünglichen Bauten aus der jugoslawischen Zeit wurden teilweise mit neuen Fassaden verkleidet. Dieses Projekt ist nicht ganz unumstritten, Kritiker meinen, es gäbe genug Bereiche im Land, deren Verbesserung mit einer Finanzspritze möglich gewesen wäre und die für die Bevölkerung mehr Nutzen gebracht hätten.

Nichtsdestotrotz – für Besucher hat Skopje seitdem einiges zu bieten. Zentrum der Stadt ist der Makedonija-Platz, in dessen Mitte ein Brunnen mit einer riiiiesigen Statue von Alexander dem Großen umgeben von etlichen Löwenskulpturen ziert.IMG_3544

Für die Mazedonien ein Denkmal für ihren bedeutendsten Herrscher – für uns eine herrliche Erfrischung (es hatte 35°C als wir Skopje unsicher machten – da kam jede Abkühlung, und waren es nur ein paar Wasserspritzer aus einem Brunnen, gerade recht) und ein toller Ort zum Fotoshooting…

Apropos bedeutender Herrscher? Weißt du eigentlich, wer die berühmteste Tochter der Stadt war? Genau! Die Hl. Mutter Teresa! Ihr zu Ehren wurde ein eigenes Gedenkhaus an der Stelle errichtet, an der früher die Kirche stand, in der sie getauft wurde. Davor steht eine lebensgroße Statue und in der Stadt verteilt hängen überall Gedenktafeln mit Aussprüchen der klugen Frau.

Überhaupt scheint Mazedonien ein bisschen ein Faible für Statuen und Gedenkstätten zu haben, es wimmelt in der Stadt nämlich gerade so von Skulpturen. Im … Park reiht sich eine Statue an die andere, jeder, der irgendwann in der Geschichte Mazedonien eine Rolle gespielt hat, scheint dort vor zu kommen. Gekrönt wird das Ganze noch von einer Art „Triumphbogen“, der jedoch auch erst vor wenigen Jahren erbaut wurde.IMG_3538

Die Stadt erweckt auf den ersten Blick den Anschein einer langen Geschichte. Das stimmt auch, die Gebäude dort sind jedoch alle ziemlich neu, die Altstadt wurde bei einem Erdbeben … nämlich fast gänzlich zerstört und erst danach wieder aufgebaut.

Das imposanteste Gebäude ist das Archäologische Museum auf der Seite der Altstadt  (Vorsicht: montags ist es geschlossen!), den Vardar kann man direkt durch die „Bird Eye Bridge“ davor überqueren – insgesamt ein schönes, vielleicht sogar etwas übertrieben wirkendes Ensemble, das ebenfalls auf „alt“ macht, aber neu ist.IMG_6148

Gleich neben der Brücke befindet sich auf der einen Seite die alte Steinbrücke, das wirkliche Wahrzeichen Skopjes, auf der anderen Seite die „Art Bridge“, deren Skulpturen von verschiedenen Künstlern Mazedoniens gestaltet wurden. Lauter Männer übrigens… da kann man, auch ohne allzu emanzipiert wirken zu wollen, ein bisschen drüber nachdenken… IMG_3589IMG_3607

Die Tatsache, dass durch das Projekt „Skopje 2014“ so viele neue Gebäude errichtet bzw. ältere Bauwerke „verkleidet“ und das Stadtbild dadurch einschneidend verändert wurde, hat der Stadt übrigens den Titel „Mazedonisches Disneyland“ eingebracht und die Vergleiche mit anderen Städten wie Prag (die Brücke), Paris (der Triumphbogen) oder London (die Festung und die vielen roten Doppeldeckerbusse, die durch die Stadt fahren) sind nicht ganz von der Hand zu weisen – und auch durchaus nicht unumstritten.

Sehr authentisch ist jedoch die wirkliche Altstadt Skopjes auf der anderen Seite des Vardars mit ihrem alten Bazar. Enge Gassen und kleine Geschäfte versprühen ein ganz eigenes Flair und erinnern an die osmanische Herrschaft in der Stadt, nichts hier wirkt so perfekt wie auf der Neustadt-Seite.

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Ursprünglich ein Hamam – heute ein Museum

 

Man findet Moscheen und Hamams, und viele Cafés und kleine Restaurants laden zum Verweilen ein, die Leute sind gastfreundlich und redselig.

Wir haben die Gemütlichkeit dort genossen, mussten wir doch aufgrund der Hitze alle paar Schritte irgendwo auf ein Getränk einkehren. Hübsch ist auch die alte Karawanserei  Pivnica-An mit ihrem schönen Innenhof – leider waren wir nach einem Besuch in der Pizzeria „La Terrazza“ (die Halbstarken wären wohl verhungert, hätten sie nicht auf der Stelle eine ordentliche Pizza bekommen…) unweit des Makedonija-Platzes – viel zu satt, um noch etwas zu essen.

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Karawanserei Pivnica-An

Zu den ursprünglich erhaltenen Sehenswürdigkeiten zählt auch die Burg Kale, die hoch über der Stadt thront und einen herrlichen Ausblich bis weit ins Land hinein bietet. Ein bisschen erinnert die Architektur an den Tower in London. Der Eintritt ist übrigens frei, es lohnt sich daher auf jeden Fall ein kurzer Abstecher in die Festung.

Wie gesagt, Skopje hat einen bleibenden Eindruck bei uns hinterlassen. Auf den ersten Blick einen sehr, sehr positiven, bei näherem Hinsehen durchaus einen, den man überdenken muss. Ein Abstecher hat sich aber auf jeden Fall gelohnt und uns sehr überrascht.

Mein Skopje-Tipp: Unbedingt in einem der vielen kleinen Cafés in der Altstadt einkehren und von dort aus das Basar-Leben und das pulsierende Treiben beobachten.

Warst du auch schon in Skopje? Ich freue mich über deine Eindrücke und Tipps für diese Stadt!

Viel Schönes haben wir auf unserem Roadtrip auf dem Balkan erlebt. Komm doch mit mit uns und hol dir Inspirationen für deine eigene Reise:

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DONAUDELTA – Reise bis ans Ende der schönen blauen Donau

Die Wildnis ist es, die die Welt bewahrt. Henry David Thoreau (1817 – 1862)

Als Österreicher hat man ja immer ein bisschen das Gefühl, als würde die Donau uns gehören, sind wir doch nur zu stolz auf „unseren“ Donauwalzer, schlemmen „unsere“ Donauwelle und reden immer noch ein bisschen verträumt und der Geschichte nachhängend von „unserer“ Donaumonarchie. Dabei übersieht man aber  gerne, dass wir bei Gott nicht die einzigen sind, durch deren Land sich die Donau schlängelt, sondern dass sowohl davor als auch danach noch einiges kommt. Ganz schön viel eigentlich, aber das hält uns nicht von unserer Freude an der schönen blauen Donau ab.Version 2

Die beiden Quellflüsse der Donau, Breg und Briegach entspringen im Schwarzwald bei Donaueschingen. Über 2875 km fließt die Donau danach als zweitlängster Fluss Europas (nur die Wolga ist noch ein bisschen länger) durch Mittel- und Osteuropa, bevor sie im Donaudelta ins Schwarze Meer mündet. 10 Länder passiert sie dabei – Deutschland, Österreich, Slowakei, Ungarn, Kroatien, Serbien, Bulgarien, ein kleines Stückchen Moldawien, die Ukraine und Rumänien, das haben wir alle in der Schule gelernt. Und während wir die Donau hier in Wien quasi täglich sehen und auch schon in vielen anderen Ländern in ihrem Verlauf gesehen haben, wollten wir nun auch wissen, wie denn das Ende der Donau so aussieht und wir wollten die Pelikane sehen, die dort noch in freier Wildbahn lebten. Das Donaudelta sollte ja wirklich ganz bezaubernd sein – und so haben sich die Halbstarken und ich eben das Donaudelta als einen der Höhepunkte unseres heurigen Sommer-Roadtrips ausgesucht.IMG_2067IMG_2079

Die Ukraine und Rumänien teilen sich ja die Ehre, diese wunderschöne Landschaft beheimaten zu dürfen. Wir haben den größeren, rumänischen Teil des Deltas erkundet, aber auch auf ukrainischer Seite ist das möglich, auch wenn der Tourismus dort noch weniger fortgeschritten ist als in Rumänien und die Organisation einer Reise dorthin vielleicht ein paar Hürden mehr mit sich bringt.IMG_1988

Das Donaudelta ist riiiiesig, nämlich 5800 m2, und steht unter strengem Naturschutz und wurde 1991 auch zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt – und wir standen bei unserem Besuch erst mal vor dem Problem, irgendwo „anfangen“ zu müssen. Im ganzen Delta gibt es 24 Ortschaften und eine kleine Stadt, nur 3 der Dörfer sind mit dem Auto zu erreichen, der Rest lediglich per Boot. Ganz am Rand des Deltas liegt Tulcea, eine Stadt mit etwa 90.000 Einwohnern, die von Touristen gerne als Ausgangspunkt für Expeditionen ins Donaudelta genutzt wird. Wir wollten allerdings etwas „näher dran“ sein und entschieden uns daher für das beschauliche Dorf Dunavatu de Jos, wo wir in einer einfachen Privatunterkunft, der Vila Rihanna, 4 Tage verbrachten. Nach Dunavatu de Jos ist die zivilisierte Welt quasi zu Ende. Die letzte Straße mündet in einen klitzekleinen Hafen, danach kommt nur mehr Wasser und Wildnis.IMG_2149

Auch wenn in den letzten Jahren der internationale Individualtourismus zugenommen hat, eine Reise ins Donaudelta (sofern man jetzt nicht mit einer organisierten Reise zB im Rahmen einer Donaukreuzfahrt dorthin fährt) ist anders, als wenn man in Mitteleuropa ein wenig „Wildnis“ erkunden möchte. Von Tulcea aus gibt es zwar sehr viele organisierte Fahrten ins Delta, möchte man jedoch ein bisschen eigenständiger und individueller unterwegs sein, bedarf das einiger Selbstorganisation und viel Herumfragen. Touristeninformationen gibt es – ebenfalls wieder abgesehen von Tulcea – nicht, aber es kennt meistens jeder irgendjemanden, der jemanden kennt… Du weißt schon…IMG_2011

Da all die Leute, die unsere Vermieterin kannte, aber niemanden kannten… wussten wir erst mal nicht so genau, wie wir nun weitermachen sollten und wie wir unserem Ziel – die Pelikane in ihrem natürlichen Lebensraum zu beobachten – näher kommen würden. Dann tauchte aber eine Freundin der Vermieterin auf, die eine Freundin hatte und deren Mann…

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endlos schlängeln sich die Wasserstraßen durch das Delta

 

Naja, kurzum, am nächsten Tag ging es los und der für uns organisierte Fischer brachte uns mit seinem klitzekleinen Boot hinein mitten ins Donaudelta. Diese Leute sind dort aufgewachsen und kennen die Gegend wie ihre Westentasche – für uns war es mit der Orientierung bald vorbei, das Labyrinth an kleinen Wasserstraßen, nur unterbrochen von ab und zu einem kleinen See, verwirrte uns völlig. Aber das machte nichts, wir kamen ohnehin aus dem Staunen nicht mehr raus, als wir durch diese wunderschöne Landschaft fuhren. Schilf und Seerosen, wohin man sah, die umliegenden Bäume wuchsen fast bis ins Wasser, sogar Kühe badeten im Wasser. Tiere ohne Ende – es machte uns Freude, im Dickicht all der Pflanzen dort, Frösche, Fische und Vögel zu entdecken.

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Durch uns aufgeschreckte Schwäne… und ganz hinten all ihre Freunde…

Das kleine Motorboot machte leider ziemlich viel Lärm, sodass unser Fischer immer wieder den Motor abstellte, damit wir nicht all zu viel Vögel aufschreckten. Wir konnten Reiher beobachten, in schwarz und in weiß, Kolonien von Schwänen schreckten vor uns auf und flogen höchst beeindruckend mit einem Höllenlärm vor uns davon und schließlich, als das Wasserlabyrinth etwas lockerer wurde, schwammen sie endlich vor uns: die Pelikane!! Scheu sind sie, und natürlich nahmen sie Reißaus, als sie uns entdeckten, aber dennoch blieb genug Zeit, sie zu bewundern.

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Stolzer Fischer mit seiner Beute

Wir konnten uns irgendwie gar nicht sattsehen und auch die Halbstarken waren begeistert und wollten immer weiterfahren, als der Fischer uns fragte, ob wir denn nicht schon zurück wollten. Neiiiiin!!!! IMG_1987Immer wieder fand er irgendwelche Wasserstraßen, die wir noch nicht abgeklappert waren, immer wieder tauchten neue gefiederte Bewohner vor uns auf, überall gab es etwas zu entdecken. Und dabei haben wir nur den kleinen, südlichen Teil des Donaudeltas gesehen, die Möglichkeiten dort wären wirklich unerschöpflich. Wir haben auch ein Pärchen getroffen, dass das Donaudelta überhaupt ganz alleine mit dem Kanu erkundet und dazwischen im Zelt übernachtet, das ist an einigen Stellen noch erlaubt, in der strengen Schutzzone jedoch nicht.

Mit Baden ist im Donaudelta natürlich nichts, das Wasser sieht auch sumpfig genug aus, dass man erst gar nicht wirklich auf die Idee kommen würde. Wenn man Lust aufs Schwimmen bekommt, muss man ganz hinaus fahren bis ans Schwarze Meer. Auch das haben wir uns zum Glück nicht entgehen lassen. Vom kleinen Ort Jurilovca aus gibt es Fähren, die nach Gura Portitei, einer kleinen Sandbank, die auf der einen Seite noch ans Delta, auf der anderen Seite schon ans Schwarze Meer grenzt.

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Angekommen in Gura Portitei

Mit den Fähren und den Fahrplänen ist das allerdings nicht so einfach, es fanden sich jedoch am kleinen Hafen sehr schnell eine Hand voll anderer Leute, die ebenfalls dort hin wollten und ein Fischer bot an, für ein geringes Entgelt uns alle hinzubringen. Nun ja,… es war durchaus ein Abenteuer! In eine kleine, schaukelnde Nussschale wurden alle Leute gequetscht, die mitfahren wollten und wir überquerten SEHR wackelig einen riesigen See. Die Fahrt hat sich aber ausgezahlt – Gura Portitei ist entzückend! Es gibt dort nur ein kleines Hotel und ein Restaurant – ansonsten Sand und Muscheln, wohin das Auge reicht! Seeeehr idyllisch!IMG_1845IMG_1843

Die Donau teilt sich im Delta in 3 Arme auf – den Sfantu-Arm, den Chilis-Arm und den Sulina-Arm – am Ende des letzteren, dort wo das Schwarze Meer beginnt und der endgültige 0-Punkt der Donau festgelegt wurde, liegt die kleine Stadt Sulina, die wir ebenfalls besucht haben. Es wimmelt dort gerade so vor Schiffen, kleinen und großen, die ihre Reise von oder zu der Donau antreten. Sulina ist ein kleines bisschen touristisch, als mehr als unser winziger Ort Dunavatu de Jos, und so werden auch von dort viele Exkursionen ins Delta angeboten. Außerdem hat es den ganz großen Vorteil, dass es so weit draußen liegt, dass es auf der anderen Seite schon ans Meer grenzt und man daher auch herrlich dort baden kann.IMG_5213

Unser Ausflug ins Donaudelta – er war ein ganz, ganz eindrucksvolles Erlebnis und sicher einer der ganz großen Höhepunkte unserer heurigen Balkan-Reise. Die Urtümlichkeit der Natur, all die vielen, vielen Tiere und die Ruhe dort haben sich in uns tief eingeprägt und uns schwer beeindruckt.IMG_5268

Mein Donaudelta-Tipp: Als Ausgangsbasis unbedingt einen der kleinen Orte wählen, um das Delta hautnah zu erleben, einfache Quartiere werden fast in jedem Dorf angeboten. Die Vila Rihanna in Dunavatu de Jos, wo wir untergekommen sind, war schlicht, aber sauber und gleich daneben im Restaurant Pestisorul (Str. Dunareni 107, es ist leider keine Homepage verfügbar), findet man den besten Fisch der Gegend.

 

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TRANSNISTRIEN – nie was von gehört, oder??

Wer reisen will,
muss zunächst Liebe zu Land und Leute mitbringen,
zumindest keine Voreingenommenheit.
Er muss guten Willen haben, das Gute zu finden
anstatt es durch Vergleiche tot zu machen.
Theodor Fontane (1819 -1898)

Also noch nie in meinem ganzen Leben habe ich von einem Land namens Transnistrien (gerne auch Transdnestrien genannt) gehört. Du vielleicht??? Das liegt jetzt vielleicht daran, dass wir alle gemeinsam gröbere Bildungslücken haben. Oder daran, dass dieses Land so unbekannt ist, dass man es einfach nicht kennen kann. Ich glaube mittlerweile, eher weiteres ist der Fall… 😉

Erst als meine liebe Ex-Schwägerin Karin und ich uns auf den Weg nach Moldawien machten und den zugehörigen Reiseführer studierten, fiel uns das erste Mal auf, dass es ganz im Osten des Landes einen Streifen jenseits der Dnister gab, der auf der Landkarte lila gefärbt war. Das klang irgendwie interessant und besonders und so haben wir uns näher damit beschäftigt und und schließlich sogar auf den Weg dorthin gemacht.IMG_4505

Transnistrien ist ein Gebiet, eben jenseits des Flusses Dnister (auf Russisch Dnestr, daher kommt die etwas unterschiedliche Bezeichnung) das sich von Moldawien abgespalten hat und das sich fast ein bisschen trotzig vom Rest der Welt abkapselt. Es ist völlig an Russland orientiert und wird auch von dort unterstützt, entsprechend wird im ganzen Land nur Russisch gesprochen, auch wenn Transnistrien politisch gesehen immer noch zu Moldawien gehört. Als Währung gilt der Transnistrische Rubel, manchmal (aber wirklich nicht immer) lässt man sich jedoch auch dazu herab, moldawische Lei anzunehmen. Die Transistrier sehen sich als Russen und man fühlt sich bei einem Aufenthalt in diesem Land tatsächlich wie in einer Zeitkapsel in die alte Sowjetunion zurückversetzt. Hammer und Sichel zieren das Wappen Transnistriens und vor dem Parlamentsgebäude steht immer noch eine Lenin-Statue. Völlig skurril und fast ein bisschen unheimlich!IMG_1069.jpg

Von Chiçinau aus erreicht man Tiraspol, die Hauptstadt Transnistriens in etwa 1 1/2 Stunden Bahnfahrt – es gibt täglich nur 1 Zugverbindung hin und 1 zurück – oder nach etwa 2 Stunden in einem klapprigen Minibus. Das Zugticket für die 75 km lange Strecke kostet umgerechnet gerade mal 1 €, ein durchaus leitbarer Ausflug übrigens. Gleich bei der Einreise am Bahnhof muss man sich beim Immigrationsschalter (hallo – wir wollten nicht einwandern, wir waren nur Touristen und wir wollten GANZ sicher nicht dort bleiben!!!) registrieren und diverse Zettel ausfüllen – und man erhält dann die Erlaubnis, sich max. 10 Stunden in diesem Land aufzuhalten. Was passiert, wenn man länger bleibt, weiß ich nicht  – aber es ist wohl besser, es nicht drauf ankommen zu lassen…

Tiraspol verspürt den typischen Ost-Charme, wie man ihn sich schöner nicht vorstellen könnte. Plattenbau reiht sich an Plattenbau, Heldenstatuen sind in der ganzen Stadt verteilt. Regierungs- und Kulturpalast könnten kommunistischer nicht sein, weite Plätze erinnern an Bilder von riesigen Paraden und Aufmärschen, die unsereins nur aus dem Fernsehen kennt.IMG_1054

Als einzige Stadt auf der rechten Seite der Dnister gehört auch Bender noch zu Transnistrien. Die Stadt an sich ist nicht besonders sehenswert, schön ist allerdings die zugehörige Burg, die direkt am Flussufer lohnt. Vom Burgturm hat man einen herrlichen Ausblick über das Land – und bis ins verfeindete Moldawien hinein. Mit dem O-Bus Nummer 19 kann man Bender übrigens direkt von Tiraspol aus erreichen. Tickets gibt’s im Bus für wenige Rubel.IMG_4575IMG_1094

Ansonsten gibt es in Transnistrien keine nennenswerten Städte, aber viele kleine Dörfer. Einen herrlichen Blick über die Landschaft konnten wir bereits genießen, als wir das moldawische Kloster Tipova besuchten.IMG_0974

Sehr skurril ist auch, dass Transnistrien von einem Sheriff regiert wird, der von Tankstellen über das gesellschaftliche Leben bis zum Mobilfunknetz alles kontrolliert, was im Land so vor sich geht. Sogar der wichtigste Fussballverein des Landes inkl. das zugehörige Stadion ist nach ihm benannt: FC Sheriff Tiraspol.IMG_4555

Was uns überrascht hat war, dass sich in Tiraspol einige durchaus nette Lokale mit westlichem Standard finden. Für Kaffee und Kuchen empfiehlt sich zum Beispiel das Café Love auf der Lenin Straße 9, das lustiger Weise eine österreichische Kaffee-Marke führt. Das Restaurant Mafia auf der Straße des 25. Oktobers serviert japanische und italienische Küche – wir haben es getestet und für gut befunden…IMG_4527.jpg

Moldawien’s abtrünnige Region war mit Abstand das seltsamste Land, das ich bis jetzt besucht habe. Es war eine Erfahrung für sich und vor allem bei der Einreise etwas gruselig, aber durchaus sehenswert. Und wer kann schon von sich behaupten, je in Transnistrien gewesen zu sein?

Mein Transnistrien-Tipp: bei schönem Wetter laden die Sandstrände in Tiraspol durchaus zum Entspannen ein. Wir haben auch Leute gesehen, die in der Dnister gebadet haben, möchten das allerdings nicht unbedingt empfehlen. Weiter als bis zu den Knöcheln hätten wir uns nicht in dieses Gewässer getraut…

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MOLDAWIEN – eine Reise in das ärmste Land Europas

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MOLDAWIEN – eine Reise in das ärmste Land Europas

Nicht wer zu wenig hat, sondern wer mehr begehrt, ist arm. Lucius Annaeus Seneca (4 v. Chr – 65 n. Chr)

Meine liebe Karin und ich waren schon in vielen Ländern. Auf der Suche nach einem Ort, wo wir beide noch nicht waren, hat es uns diesmal nach Moldawien (das sich gerne auch Moldova nennen lässt) verschlagen, das Erstaunen und Unverständnis unserer Mitmenschen über dieses ungewöhnliche Reiseziel war ähnlich groß wie vor 2 Jahren, als wir gemeinsam ASERBAIDSCHAN unsicher gemacht haben. Selbst nicht ganz so genau wissend, was uns dort erwarten würde, sind wir daher in Chiçinau aus dem Flugzeug geklettert und wurden von einer Stadt empfangen, auf die der Begriff „Ostcharme“ nicht treffender passen könnte.Version 2

Mit der Unabhängigkeit des Landes von der Sowjetunion am 31.08.1989 (Plätze und wichtige Straßen wurden nach diesem Tag benannt, sodass sich auch der uninteressierteste Besucher dieses Datum irgendwann automatisch merkt) hat Moldawien zwar dem kommunistischem Regime den Rücken gekehrt – die Spuren davon sind jedoch immer noch mehr als allgegenwärtig.IMG_4267

Wobei – der erste Eindruck war gar nicht schlecht. Vorbei an den für all diese ehemaligen kommunistischen Länder so typischen riesigen Plattenbau-Siedlungen erreichten wir das Stadtzentrum und damit unser Hotel Thomas Albert, das uns mit seinem westlichen Standard durchaus beeindruckte. Die Kommunikation mit den Angestellten dort war auf Englisch problemlos möglich, alles war sauber und hätten wir nicht gewusst, wo wir wirklich sind, so wäre jedes andere Land als Aufenthaltsort genauso gut in Frage gekommen.

Bei einem ersten Stadtbummel allerdings merkten wir sehr schnell, dass hier alles anders war. Halb eingefallene Häuser reihten sich aneinander, kaum ein Gehsteig-Abschnitt, der einigermaßen gerade war. Die Zäune hatten Löcher und das Straßenbild war geprägt von Hochhäusern, die hässlicher nicht sein könnten. Im Hotel hat man uns einen Stadtplan ausgehändigt, auf dem die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt markiert waren. Und so begaben wir uns schnurstracks zum Eternintate Memorial Complex, wo sich der Inbegriff eines kommunistischen Denkmals mit Heldenreliefs und ewiger Flamme über einen ganzen Park verstreut, befand.

Viel mehr Helden noch erwarteten uns auf diversen Plätzen in der ganzen Stadt. Dazwischen erstreckten sich zahlreiche Paläste und Regierungsgebäude, aber auch so manche durchaus hübschen Bauwerke, die bereits vor der Herrschaft der Sowjetunion errichtet und aus irgendeinem Grund den kommunistischen Kahlschlag überstanden hatten.IMG_4251

Eine Altstadt oder ein wirkliches Zentrum gibt es in Chiçinau nicht, am ehesten kann man als dieses den Bulevardul Stefan cel Mare mit den angrenzenden Parks bezeichnen. Dort finden sich einige Restaurants und vereinzelt Cafés (die Auswahl ist nicht sonderlich groß, was uns aber gefallen hat, weil einigermaßen modern und nett zu sitzen ist eine Filiale von Tonys Pizza direkt an der Hauptstraße), es reiht sich Handyshop an Handyshop, unterbrochen nur von einigen Kleidungsgeschäften mit zweifelhaft schicker Ware.IMG_4248

Wenn man die einheimische Küche kennenlernen möchte, empfiehlt sich ein Besuch des Restaurants Vatra Neamului. Dort kann man in sehr urtümlichem Ambiente Eintöpfe & Co probieren und bekommt auch noch eine kleine Darbietung an moldawischer Musik mitserviert.IMG_4301 (1)IMG_4307 (1)

Apropos Ware: eingekauft wird in Chiçinau von Montag bis Sonntag am großen Bazar und auch als Besucher sollte man es sich nicht nehmen lassen, einmal über diesen riiiiesigen Markt zu wandern und das abwechslungsreiche Angebot zu bewundern. Hier gibt es wirklich ALLES – von Obst und Gemüse, Fleisch (zum Teil werden die geschlachteten Tiere erst dort zerkleinert und auf einheitlichen blauen Waagen abgewogen), über Hausrat, Dessous (Karin hätte fast groß zugeschlagen, wäre da nicht das Problem der fehlenden Umkleidekabinen gewesen…), Schreibwaren bis zu Hochzeitsmode. Wirklich sehenswert!IMG_0900 (1)

Was uns in Moldawien, abgesehen von dem vielen Elend, das es dort durchaus noch gibt, sehr betrübt hat, waren die Leute und die verbitterten Gesichter, mit denen sie durch’s Leben schritten. Wir haben anfangs ja geglaubt, wir würden uns das nur einbilden, aber es herrschte dort eine Tristesse, wie wir sie noch nirgendwo gesehen haben. Egal ob Jung oder Alt, es fand sich kaum jemand, der lachte!! Jugendliche in Kaffeehäusern, die bei uns bestimmt „herumgegackert“ hätten, saßen ruhig beisammen, Freunde unterhielten sich ernsthaft, auch den Damen und Herren am Basar entkam kein Lächeln, wenn sie mit ihren Kunden sprachen. Traurig und sehr beklemmend!IMG_0913.jpg

Man muss ehrlich sagen, dass man Moldawien’s Hauptstadt locker an einem Tag besichtigen kann. Es blieb uns also genug Zeit, auch das Umland etwas zu erkunden. Wir hatten von Höhlenklöstern gehört, die wir unbedingt sehen wollten. Als öffentliche Verkehrsmittel werden zwar Busse angeboten, da das System aber kompliziert ist und Fahrpläne weitgehend inexistent sind, haben wir uns für ein Taxi entschieden, um diese Orte zu besuchen. Die Preisverhandlungen gestalteten sich zwar als schwierig, da unser Taxifahrer – wie die meisten anderen Leute, denen wir begegneten auch – weder English noch Deutsch oder sonst eine andere Sprache verstanden, und unser Moldawisch eher dürftig war. Wir haben uns schlussendlich aber mit Händen und Füßen auf die Fahrtroute und den Preis geeinigt und auch mit der Frau des Fahrers Rücksprache gehalten, die sich in gebrochenem Englisch nochmal über unsere Ziele vergewissern wollte.IMG_4384.jpg

Moldawien’s Landschaft ist zwar nicht sehr abwechslungsreich, es gibt weder hohe Berge noch Strände, aber sie ist geprägt von unendlich vielen Nussbäumen, teilweise in Alleen angeordnet. Und wir hatten das Glück, gerade zur Blütezeit der Sonnenblumen in Moldawien zu sein, welche das ganze Land über viele, viele Kilometer in ein hübsches Gelb tauchten.

Die Höhlenklöster – Orheiul Vechi und Tipova – waren wirklich sehenswert. Ersteres mit seiner Marienkirche, dem Glockenturm und den Einsiedler-Höhlen, thronte hoch über dem kleinen Fluss Raut, der sich in dieser Gegend durch ein felsiges Tal schlängelte. Es gilt als einer der bedeutendsten sakralen Orte und wichtigsten touristischen Attraktionen des Landes. Und tatsächlich trafen wir dort auch eine Handvoll anderer Touristen an, während uns zB in Chiçinau außer in unserem Hotel überhaupt keine Reisenden begegnet sind.IMG_0930IMG_0945

Tipova liegt an der Dnister und ist landschaftlich wirklich reizvoll. Der Blick von dort reicht weit über das Tal und den Fluss hinweg in die abtrünnige Region Transnistrien. Während die Kirche selbst nicht sonderlich sehenswert ist (der Priester, der dort offenbar permanent die Glocken läutet schon eher…), sind die alten  Klosterhöhlen noch sehr gut erhalten und können besichtigt werden, nachdem man bei einer Frau, die plötzlich quasi aus dem Gestrüpp heraus mitten in der Einöde auftaucht, ein paar Lei als Eintrittsgeld abliefert.IMG_4460IMG_4472

Leider hielt der „Pakt“, den wir mit unserem ebenfalls niemals lächelnden Taxifahrer geschlossen hatten, nur kurz an, denn kaum hatten wir unsere Ziele abgeklappert, ließ er uns – per SMS über seine Frau – wissen, dass der Fahrpreis nun doppelt so hoch wäre, wenn wir doch auch wieder zurück nach Chiçinau fahren wollten!!! Eine Weile waren wir versucht uns über soviel Frechheit zu ärgern, dann beschlossen wir, einfach bei unserer ursprünglichen Vereinbarung zu bleiben und haben genau den ausgemachten Preis bezahlt. Das hat unserem Chauffeur natürlich nicht gefallen, und ganz kurz wollte er uns noch nachlaufen, als wir das Taxi verlassen hatten, irgendwie dürfte er jedoch die Aussichtslosigkeit, durch seine Dreistigkeit an den doppelten Fahrpreis zu kommen, dann doch erkannt haben und ist schimpfend in seinem Wagen verschwunden.IMG_0977

Ansonsten muss ich aber sagen, haben wir uns in Moldawien schon sicher gefühlt. Auch wenn es nicht mal in der Hauptstadt eine vernünftige Straßenbeleuchtung gibt und die Straßen wirklich ein bisschen unheimlich wirken, man kann sich als Frauen, vor allem wenn man nicht ganz alleine unterwegs ist, durchaus frei bewegen, ohne in brenzlige Situationen zu kommen. Gewarnt wird allerdings vor Taschendieben, vor allem natürlich bei Menschenansammlungen wie zB auf den Märkten.IMG_1016

Was nehmen wir von dieser Reise nach Moldawien mit nach Hause? Spannende Erinnerungen an eines der ärmsten Länder Europas, das Gefühl einer Zeitreise mindestens 50 Jahre zurück in ein postkommunistisches System, wie wir es sonst noch nirgendwo in diesem Ausmaß erlebt haben. Können wir Moldawien als Reiseland empfehlen? Durchaus, aber nicht für jeden. Wir können es dann empfehlen, wenn man bereit ist, sich auf Neues (eigentlich ja Altes, aber für uns halt Neues… ihr wisst schon, was ich meine…) einzulassen. Man sollte nicht erwarten, dass man in ein „schönes“ Land fährt, wenn man eine Reise nach Moldawien plant – aber in ein Interessantes allemal!

Mein Moldawien-Tipp: Ein Tag in Chiçinau ist genug um einen Eindruck von der Stadt zu bekommen. Ein Ausflug aufs Land hinaus lässt einen eine Idee davon bekommen, wie die Leute dort wirklich leben. Über das Land verstreut gibt es etliche Klöster, deren Besuch sich lohnt, allerdings sollte man dafür genügend Zeit einplanen. Die Straßen abseits der Hauptrouten sind schlecht und teilweise nicht asphaltiert, sodass das Vorankommen einfach dauert. Es lohnt sich aber!

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SCHÄRENGARTEN – Reif für die Insel Teil 2 – Schärenwelt vor Turku

Die besten Entdeckungen macht man, indem man die Welt mit anderen Augen betrachtet. Marcel Proust (1871 – 1922)IMG_9048

Es ist noch nicht sehr lange her, da habe ich dich mitgenommen auf meine Reise in den Schärengarten vor Stockholm. Erinnerst du dich noch, als wir gemeinsam hier am Blog Sandhamn und Waxholm erkundet und die Stille dieser Inselwelt erkundet haben?IMG_8905

Heute machen wir einen Sprung über den Bottnischen Meerbusen nach Finnland. Dort findet sich im Südwesten des Landes vor der Küste ebenfalls eine riesige Schärenwelt mit 20.000 – 50.000 Inseln (so ganz einig ist man sich nicht, was noch Felsen ist und was sich schon Insel nennen darf – auf jeden Fall sind es viiiiiele!).

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Schrägarten-Ringstrasse ©www.saaristo.org

Die Größten davon sind durch die 200 km lange Ringstraße – der Skärgårdens Ringväg oder Saariston Rengastie – miteinander verbunden (aufgrund der Zweisprachigkeit in dieser Region ist alles sowohl auf Schwedisch als auch auf Finnisch beschriftet). Im August 2015 machte ich mich mit den Halbstarken auf den Weg, diese Inselwelt für uns zu entdecken.

August, das bedeutet in Finnland bereits Nachsaison und so staunten wir nicht schlecht, wie einsam es auf den einzelnen Inseln bereits war. Wir wollten unbedingt das „Naturfeeling“ genießen, weshalb wir uns entschlossen haben, im Zelt zu nächtigen. In Finnland gilt ja, wie in den anderen nordischen Ländern auch, das Jedermannsrecht, das besagt, dass es jedem Menschen gestattet ist, die Natur zu genießen und ihre Früchte zu nutzen, unabhängig davon, wem das Land gehört. Was nicht eingezäunt ist, darf von jedem betreten werden und mit entsprechendem Abstand zu anderen Grundstücken darf man dort auch, solange man alles achtet und nichts zerstört, auch in freier Natur übernachten. Klingt doch cool, oder?

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Das Pflücken von Beeren und Pilzen ist aufgrund des Jedermannrechts überall erlaubt.

Begonnen hat unsere kleine Rundreise in Naapali, wo wir den Moomins einen Besuch abgestattet haben. Kannst du dich noch an die drolligen Gesellen erinnern? Ich kenne sie aus meinen Kindertagen, den Halbstarken waren sie eigentlich gar kein Begriff, was sich aber schnell änderte, als wir das Moominland besuchten. Sooo süß, sag ich dir! Die Kinder fanden’s ursprünglich wohl eher etwas peinlich (vor allem das Fotoshootings mit den pelzigen Gesellen hat ihnen gar nicht behagt…), aber dann haben sie es doch genossen, in diese Märchenwelt einzutauchen. „Action“ wie in den großen Vergnügungsparks gibt es dort zwar nicht, dafür aber ganz viel Fantasie, Geschichten und Träumereien. Es ist schon eine ganz eigene Welt für sich – die Welt der Moomins eben.

Von Insel zu Insel fuhren wir gegen Abend weiter nach Kustavi, ganz im Westen des Archipels, wo wir das erste Mal unser Zelt aufschlugen. Erst mal wollten wir uns auf einem Campingplatz niederlassen, bevor wir uns ans Wildcampen wagten. Nun ja, im Endeffekt war beides annähernd dasselbe, waren wir doch die einzigen Gäste weit und breit! Nachsaison eben schon… Das machte uns aber gar nichts, so konnten wir in aller Ruhe auf einem Felsen mit Blick übers Meer (und den Sonnenuntergang) mit unseren „Tankstellentrillern“ Würstchen grillen, ungeniert baden und die Campingplatz-Sauna hatten wir auch ganz für uns allein.

Das mit den Saunen ist ja in Finnland überhaupt so eine Sache! Ohne Sauna geht es GAR NICHT. Wirklich gar nicht, das gehört für die Finnen dazu, wie die tägliche Dusche. Die kleinste Wohnung hat eine Sauna integriert (manchmal so klein, dass nur 1 Person rein passt, aber besser eine kleine als keine Sauna!) und so hatte natürlich auch unser Campingplatz Lootholma einen zu bieten – ganz für uns allein!

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Die nächsten Tage haben wir es einfach genossen, die umliegenden Inseln zu erkunden. Beschauliche Dörfer wechseln sich mit endlosen Wäldern ab.

Die einzelnen Inseln sind teils mit Brücken, teils mit Fähren miteinander verbunden, das „Inselshopping“ funktioniert also tadellos, auch wenn man manchmal ein bisschen Geduld mitbringen muss. Ganz kleine Fähren transportieren oft nur 5 Autos auf einmal, wenn ein Traktor übersetzen will, dann bedarf das einer eigenen Fahrt. Eilig darf man es also nicht haben, aber diese Gemütlichkeit und Ruhe ist ja auch einer der Gründe, warum man sich in die Inselwelt hinaus begibt.IMG_8801

Auf unserem nächsten Campingplatz trafen wir beim abendlichen Grill – es gibt auf jedem Campingplatz eine Feuerstelle, wo man ganz nach Lust und Laune gemeinsam Feuer machen kann (herrlich übrigens für meine beiden Pfadfinder…) – einen jungen  Mann, der die ganze Ringstraße zu Fuss zurücklegen wollte. Eine spannende Sache, allerdings hat er uns von seinen Wildcamping-Erfahrungen berichtet und von Wölfen erzählt, die er nachts angetroffen hat. Nun ja, was soll ich euch sagen… Ich war heilfroh, dass auch die Begeisterung der Halbstarken für Übernachtungen ein der freien Wildbahn dadurch etwas eingebremst war und wir uns somit auf weitere Nächte auf zivilisierten Campingplätzen einigen konnten. Ich mag’s ja schon gerne ein bisschen abenteuerlich, aber Wölfe in der Nacht… na, ich weiß nicht…IMG_8965

Auch wenn die einzelnen Inseln des Archipels teilweise nur sehr dünn besiedelt sind, so finden sich dort viele Dinge, die man dort unternehmen bzw. besichtigen kann. Als sehr schön ist uns eine Wanderung auf Mossala in Erinnerung, die uns bis zu einem Aussichtsturm führte. Der Blick von dort über die Schären war wirklich bezaubernd!IMG_8914

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Herrlicher Blick über die Schären vom Aussichtsturm auf Mossala

Während am Anfang unserer Reise jede Fahrt mit der Fähre für uns ein kleines Abenteuer war, wurden wir im Verlauf schon ganz cool und routiniert darin und haben die Überfahrten wirklich genossen. Die meisten Fähren sind übrigens kostenlos, lediglich 2 Mal mussten wir auf der ganzen Rundfahrt bezahlen.

Der einzige Nachteil, dass wir erst in der Nachsaison reisten war, dass manche Tourismusbetriebe schon geschlossen hatten. Wahnsinnig gerne hätten wir eine Kajak-Fahrt unternommen, die Verleihstellen hatten allerdings allesamt schon „Wintersperre“ bzw. waren nur mehr am Wochenende besetzt. Eine Radtour über die Inseln war aber nicht weniger idyllisch und ein bisschen rudern konnten wir trotzdem, boten doch viele der Campingplätze kostenlose Ruderboote zum Verleih an.IMG_9049

Einer der schönsten Campingplätze, auf denen wir uns niedergelassen haben war übrigens Homestead im kleinen Dorf Grännas. Soooo idyllisch – und ganz stilecht mit Plumpsklo und der obligaten Sauna…

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Frühstück am Steg vor der Sauna
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Idyllische Fahrt mit dem Ruderboot

Auch kulinarisch ließen wir uns – zusätzlich von unseren eigenen mehr oder weniger geglückten Drillversuchen – verwöhnen. Herrlichen Fisch findet man überall, aber auch Fleischgerichte und Süßspeisen gibt es in großer Auswahl.IMG_1869

Nur der finnische Filter-Kaffee lässt etwas zu wünschen übrig – zumindest wenn man aus Wien kommend kaffeetechnisch einfach ein bisschen wählerisch geworden ist.IMG_9002

Die Schären sind ein Seglerparadies schlechthin. Auch wenn die einzelnen Inseln mittels Fähren oder Brücken gut erschlossen sind, Inselshopping mit dem eigenen Segelboot bietet sich hier geradezu an. Jedes kleine Dorf hat einen Seglerhafen und wir haben es genossen, das emsige Treiben zu beobachten und den Schiffen beim ein- und auslaufen zuzusehen.IMG_9003IMG_8929

Wir haben 8 Tage im Schärengarten vor Turku verbracht und haben jeden einzelnen Tag genossen. Wir haben aber bei weitem nicht alles gesehen und erlebt, vor allem die ganz äußeren Inseln mussten wir aus Zeitmangel leider auslassen. Für wanderlustige Menschen gäbe es auch noch unzählige Routen mit herrlichen Ausblicken, wo man so richtig schön die Seele baumeln lassen kann und für größere Radtouren bietet sich die Inselwelt ja geradezu an.IMG_1866

Die Schären sind nichts für Leute, die es eilig haben, sondern für solche, die einfach mal die Zeit vergessen und nur die Umgebung auf sich wirken lassen wollen. Wir haben dort einen wunderschönen und sehr entspannten Urlaub  wie im Bilderbuch verbracht – nicht zuletzt deshalb, weil uns der Wettergott hold war und uns  über eine Woche lang herrlichsten Sonnenschein beschert hat.IMG_8767

Mein Archipelago-Tipp: Beinahe jedes Dörfchen hat einen Seglerhafen. Dort lässt es sich gemütlich sitzen und bei einer Tasse Kaffee den Booten zusehen. Besonders angetan hat uns das Strandcafé im Hafen von Nago – dort fanden wir nämlich angeschlossen einen kleinen Souvenirläden mit allerlei maritimen Dekorationen. Und Fahrräder ausborgen kann man dort auch.

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RIGA – ganz viel Jugend & Stil

Die Erfahrung, daß wir eines reinen Enthusiasmus fähig sind: dies ist der eigentlichste Gewinn der Reisen. Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)

Bereits zwei Mal hat es mich in die lettische Hauptstadt verschlagen – einmal 2014  mit meiner lieben Freundin Sybille, als Riga europäische Kulturhauptstadt war und einmal im Jahr darauf mit den 3 Halbstarken als Zwischenstopp auf dem Weg von Estland auf die Kurische Nehrung. Und so unterschiedlich diese beiden Reisen auch waren, so hatten sie doch eines gemeinsam: Riga hat mich jedes Mal wieder in seinen Bann gezogen!IMG_5166

Riga, 1997 zum Weltkulturerbe der UNESCO ernannt, ist mit etwa 700.000 Einwohnern die größte Stadt des Baltikums. Nur wenige Kilometer von der Baltischen See entfernt, spielt sich das pulsierende Leben der Stadt hauptsächlich zwischen der Daugava und den zufließenden Kanälen ab, die auch gleich die Altstadt einschließen. Unzählige Anbieter offerieren Rundfahrten auf diesen Gewässern, welche sich herrlich für die erste Erkundung der Stadt eignen. Ich finde ja immer, dass man eine Stadt zumindest einmal vom Wasser aus und einmal von oben gesehen haben sollte – der Blickwinkel ändert sich enorm und man entdeckt vieles, das einem sonst verborgen geblieben wäre.

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Abgesehen von einer Bootsfahrt (Kopf einziehen, die Kanäle führen teilweise durch Tunnel und es kann ganz schön eng werden!) ist Riga sehr gut zu Fuß zu erkunden, die wichtigsten Sehenswürdigkeiten liegen sehr nahe beisammen. Die Hauptattraktion, das Schwarzhäupterhaus kann man nicht verpassen. Das Original wurde zwar längst zerstört, der Wiederaufbau ist jedoch wunderbar gelungen. Am schönsten finde ich es übrigens in der Abendsonne, wenn die Fassade so richtig schön beleuchtet wird.

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Wir hatten natürlich gehört, dass Riga vom Jugendstil geprägt ist. Da ja auch Wien einiges aus dieser Epoche zu bieten hat, dachten wir ungefähr zu wissen, was uns dort erwarten würde. Aber: wir waren überrascht! An jeder Ecke begegnen einem im Zentrum Rigas wunderschöne, großteils auch schon sehr hübsch renovierte Jugendstilgebäude, die Dichte ist fast schon überwältigend und während man anfangs noch bei jedem Haus mit offenem Mund stehen bleibt und staunt, werden diese bald fast ein bisschen zur Normalität. Dennoch sollte man, wenn man ein bisschen Zeit hat, es sich nicht nehmen lassen, zumindest ein Mal durch die Alberta Iela zu spazieren. Dort reiht sich ein Jugendstilbau an den anderen, und den krönenden Abschluss bildet das Jugendstilmuseum, in dem man das zugehörige Interieur besichtigen kann.

Es macht unglaubliche Freude, einfach durch die Gassen der Altstadt zu spazieren und die Atmosphäre auf sich wirken zu lassen. Da Riga klein und übersichtlich ist, kommt man so fast automatisch an den wichtigsten Sehenswürdigkeiten vorbei.

Riga bietet aber auch unzählige Lokale – im Sommer oft mit Gastgarten oder zumindest ein paar Tischen am Gehsteig – von denen aus man das herrliche Treiben der Stadt beobachten kann. Als Spezialität findet sich übrigens eine kalte Rote Beete Suppe mit Dill und gekochtem Ei – etwas speziell, aber so typisch, dass man sie sich nicht entgehen lassen sollte.

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Abgesehen von den architektonischen Prunkbauten des Jugendstils ist Riga auch noch von einem gewissen postkommunistischen Charme geprägt. Wie in fast jeder größeren Stadt des ehemaligen Ostblocks findet sich auch dort der obligatorische häßliche Fernsehturm (ein bisschen außerhalb, wem der Weg nicht zu weit ist, der kann jedoch von der Aussichtsplattform aus über 100 m Höhe einen wunderschönen Ausblick über die Stadt bis zur Ostseeküste genießen) sowie eine Brücke, die auch nicht gerade eine Zierde darstellt, auf ihre eigene Art jedoch fast schon zum Wahrzeichen der Stadt geworden ist. Und dann ist da noch die am linken Ufer der Daugava, die – unmöglich zu übersehen – das Stadtbild prägt.

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In den Außenbezirken reihen sich Plattenbauten aneinander, die ein Übriges dazu beitragen, an die Zeit bis 1989 zu erinnern. Interessant ist auch ein Besuch des Okkupationsmuseums gleich neben den Schwarzhäupterhäusern, das einen schönen Überblick über die Geschichte Lettlands bietet. Auch das Freiheitsdenkmal zeugt von vergangenen Zeiten und hat hohen Symbolcharakter für die Entwicklung der Stadt.

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Genau wie in Kotor in Montenegro begegnet einem auch in Riga eines auf Schritt und Tritt: die berühmte Katze von Riga. Ein Handwerker wollte um die Wende des 19/20. Jahrhunderts in die damalige Handwerkergilde aufgenommen werden, was ihm aber verwehrt wurde. Aus Ärger hat er daher auf seinem Haus am Lica-Platz eine Bronzefigur einer Katze anbringen lassen, die der Stadt den Rücken und den Schwanz zuwandte, was zu großen Unstimmigkeiten führte.

IMG_6790 Die Katze als Symbol ist der Stadt geblieben und man begegnet ihr weiters sowohl in Form der allgegenwärtigen herumstreunenden „echten“ Katzen als auch bei der Skulptur der Stadtmusikanten hinter der Petri-Kirche. Diese ist übrigens ein Geschenk der Stadt Bremen an Riga – als Zeichen der Verbundenheit, quasi von Hansestadt zu Hansestadt.

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Ein ganz eigenes Flair bietet auch ein Besuch der Alten Markthalle. Während drinnen Lebensmittel aller Art (es gibt auch eine eigene Fisch-Halle!) angeboten wird, findet man auf dem Platz hinter der Markthalle vormittags ebenfalls einen Markt, bei dem man von Hausrat über Blumen (bei unserem ersten Besuch war Pfingstrosen-Zeit – herrlich, dieser Duft) bis zu Kleidung alles erstehen kann. In den umliegenden alten Speichergebäuden sind in letzter Zeit viele Lokale unter gekommen und es hat sich eine sehr belebte Ausgeh-Szene entwickelt.

Wenn man ein bisschen mehr Zeit in Riga verbringen kann, lohnt sich auch ein Ausflug ins nahe gelegene Jurmala. Mit der Bahn in einer halben Stunde zu erreichen, findet man dort einen endlosen Strand an der Baltischen See vor. Im Sommer lässt die Wassertemperatur durchaus ein Bad im Meer zu, außerhalb der Saison bieten sich lange Strandspaziergänge – mit etwas Glück findet man vielleicht sogar ein Stückchen Bernstein – oder ein Bummel durch das Zentrum der kleinen, von Holzhäuschen geprägten Stadt an. Auch für einen Besuch mit Kindern stellt das eine willkommene Abwechslung dar, wenn diese von der Stadtbesichtigung schon etwas müde geworden sind.

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Apropos Kinder: Riga bietet unzählige Parks, in denen sich die Kleinen herrlich austoben können. Es gibt einen Zoo und für die historisch interessierten Kids findet sich im Pulverturm ein Kriegsmuseum, das recht interessant aufbereitet ist. Kinder sind übrigens auch immer wieder fasziniert von der Tatsache, dass der Weihnachtsbaum aus Lettland kommt – kleines Detail am Rande…

Ein schöner Tagesausflug führt auch in den Gauja Nationalpark, etwa 1 1/2 von Riga entfernt und gut mit dem Bus zu erreichen. Ein hübsches Barockschloss und die Burg Turaida warten dort auf die Besucher und unberührte Landschaft lädt zum Wandern ein. Im kleinen Städtchen Sigulda führt eine Seilbahn von einer Seite des Tales auf die andere und bietet während der kurzen Fahrt einen wunderschönen Ausblick über den Nationalpark.

Riga bietet also für jeden Geschmack etwas und eignet sich durch seine Lage am Wasser besonders in der warmen Jahreszeit wunderbar für einen Städtetrip. Durch seine Vielseitigkeit kann es mit den ganz „Großen“ durchaus mithalten. Wer also Paris, Rom & Co schon gut kennt, wird bestimmt auch in Riga seine Freude haben!

Mein Riga-Tipp: Ein Halbtagesausflug nach Jurmala bietet perfekte Urlaubsatmosphäre. Am Strand findet man einige ganz nette Restaurants, die herrliche Ausblicke aufs Meer bieten. Im Beach haben wir Leckeres vom Grill gegessen und windgeschützt durch Glaswände die Seele baumeln lassen.

Was dich im Baltikum noch interessieren könnte:

  • ein paar Tage Sonne, Sand, Meer und Dünen auf der Kurischen Nehrung. Die zwischen Litauen und Russland aufgeteilte Halbinsel ist von Riga aus mit dem Auto in 3 1/2 Stunden plus einer kurzen Fahrt mit der Fähre gut zu erreichen.

 

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JORDANIEN – Faszination und Abenteuer bei den Beduinen

Der Mensch bringt die Wüste zum Blühen. Die einzige Wüste, die ihm noch Widerstand leistet, befindet sich in seinem Kopf. – Ephraim Kishon (1924 – 2005)

Eine ganz besondere Reisegefährtin ist meine liebe Brieffreundin Karin aus Estland. Gemeinsam haben wir im Vorjahr Albanien unsicher gemacht und weil wir nicht nur reisetechnisch perfekt harmonieren, sondern auch jede Menge Spaß miteinander haben, machten wir uns heuer auf den Weg, Jordanien zu erkunden. Warum Jordanien, wo sich doch bei der momentanen politischen Situation kaum jemand auch nur in die Nähe des fernen Ostens traut? Nun, ein bisschen Bedenken hatten wir natürlich auch, aber schlussendlich siegte unsere Abenteuerlust, unsere Faszination für das unbekannte Terrain und nicht zuletzt die Neugierde darauf, unsere gemeinsame Brieffreundin Enas dort nach vielen Jahren der Korrespondenz auch einmal persönlich kennenzulernen.IMG_9766

Nun ja, wenn man sich in solch ein Land begibt, muss man darauf gefasst sein, dass nichts so ist, wie zu Hause. Waren wir auch – dennoch waren wir überrascht und auch ein bisschen entsetzt, als wir unser erstes Quartier, das Hotel River Jordan in Amman bezogen. Als authentisch wurde es beschrieben, mit familiärer Atmosphäre. Tja, authentisch ist gut und hat es auch wirklich getroffen, wie wir später festgestellt haben. Zuerst war uns aber eher zum Davonlaufen, als wir gesehen haben, dass das Gebäude weder eine Türe noch intakte Fenster hatte, die Stromkabel einfach nur runter hingen, der Lift keine Anstalten machte, sich auch nur ein bisschen zu bewegen und die Stufen in den 3. Stock mehr als bröckelig waren. Aber was soll ich euch sagen – man gewöhnt sich so ziemlich an alles (an den seltsam muffigen Geruch zuletzt, aber auch der hat uns zuletzt gar nicht mehr arg gestört). Und immerhin war es „getierfrei“ und relativ sauber…DSC_6388

Nach dem ersten Schreck kam dann aber gleich am nächsten Morgen die erste positive Überraschung: das Treffen mit Enas und die Erkundung Ammans. Enas war lieb und sehr bemüht uns die Schönheit ihrer Heimatstadt näherzubringen, was ihr sehr gut gelungen ist. Man muss wissen, dass Amman als eine der hässlichsten Hauptstädte der Welt gilt (Karin und ich haben da auch noch einen anderen Favoriten für diese Auszeichnung, aber das ist eine andere Geschichte…) und auf den ersten Blick trifft es das recht gut. Bei genauerem Hinsehen und mit Enas‘ Insiderwissen („Trust the Locals“ war schon immer unsere Devise…) haben wir aber doch viele schöne Ecken der Stadt entdeckt.IMG_2126

Die eindrucksvollsten Sehenswürdigkeiten sind ein wahnsinnig gut erhaltenes römisches Theater sowie die Zitadelle auf einem der 7 Hügel Ammans – beide bieten eine beeindruckende Aussicht über das Häusermeer der 4-Millionnen-Stadt.

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Natürlich durfte auch ein Besuch in der König-Abdullah-Moschee (der jordanische König und seine Familie begegneten uns, wie wir im Laufe unserer Reise feststellen sollten, beinahe auf Schritt und Tritt; kaum ein Lokal oder ein Geschäft, in dem nicht ein royales Bild zu finden war und so ziemlich überall fand man Straßen, Plätze, Gebäude etc. nach der Königsfamilie benannt…) nicht fehlen. Gerne war man uns behilflich, uns dafür entsprechend zu adjustieren…

Amman bietet neben vielen sehr herunter gekommen Lokalen aus einige sehr hübsche Cafés und Restaurants. Gleich zu Beginn genossen wir ein herrliches Öko-Frühstück im Shams el Balad, ein sehr gemütliches Café mit einer wunderschönen Terrasse. Zum Abendessen ging es an den Stadtrand in eine Burgruine, wo wir im Restaurant Kan Zaman nicht nur einen schönen Sonnenuntergang sondern auch traditionelle Speisen vom Grill genießen konnten.

Am nächsten Tag ging es dann in die nördliche Umgebung Ammans, wo wir erst eine andere Ruine (also das, was für uns, die wir an unsere schönen europäischen Burgen und Schlösser gewohnt sind, halt eine Ruine ist; für die Jordanier ist das alles zumindest eine Burg, wenn nicht ein ganzes Schloss, was wir nicht immer so wirklich nachvollziehen konnten…) in Ajlun und anschließend – und deutlich beeindruckender – die römischen Überreste der Stadt Jerash besichtigten. Ein Amphitheater, Säulengänge, ein Triumphbogen, alte Plätze, Überreste verschiedenster Gebäude – all das zeugt von einer längst vergangenen Zeit und ist teilweise erstaunlich gut erhalten.

Ein Erlebnis der besonderen Art war auch ein Besuch im „Lebanese House“, wo wir uns von den Besonderheiten der orientalischen Küche überzeugen konnten. Hätte mir vorher jemand gesagt, dass ich je Hammelhoden essen würde, nun ja…IMG_2184

Der nächste Tag war ein sehr Spiritueller. Wir verließen unser gemütliches traditionelles Quartier und machten uns auf in Richtung Totes Meer. Zuvor gab es aber einen Abstecher nach Madaba, wo sich in der St. Georg’s Kirche das berühmte Mosaik von Madaba, ein wirklich gut erhaltene Karte des Heiligen Landes befindet. Danach machten wir uns – auf den Spuren von Moses – auf zum Berg Nebo,

bevor wir schließlich an der Taufstätte jenseits des Jordans landeten, wo wir doch tatsächlich bei einem Bad im Jordan von all unseren Sünden befreit wurden. Ein eigentlich sehr skurriler Ort, an dem Israel und Jordanien lediglich durch den „Fluss“ (da ist es ein bisschen ähnlich wie mit den Burgen und Schlössern: was für die Jordanier ein Fluss ist, geht bei uns bestenfalls als kleines, abgestandenes Rinnsal durch, aber da das das einzige nennenswerte fließende Gewässer des Landes ist, würde ich mal sagen: besser als gar nichts, oder nicht?) Gut zu wissen übrigens, wie einfach einem hier die Absolution erteilt wird – bei Bedarf wissen wir jetzt jedenfalls, wohin wir uns wieder wenden können…

 

Nach all den kulturellen Eindrücken brauchten wir etwas Entspannung – und die fanden wir am Toten Meer. Unglaublich, wenn man vom Berg Nebo mit seinen 800 m plötzlich auf 400 m unter Meeresniveau fährt – das hat schon ziemlichen Gebirgscharakter. Entsprechend abenteuerlich war auch die Straße dorthin!DSC_6871

Wir hätten es nicht geglaubt, aber man geht dort TATSÄCHLICH nicht unter. Und man kann dort WIRKLICH Zeitung lesen, während man im Wasser dahin treibt. Schon faszinierend! Unbedingt dazu gehört auch ein Schlammbad, welches aufgrund seines Mineralstoffgehaltes eine beeindruckende Schönheitswirkung hat. Seht selbst – all die nachfolgenden Fotos zeigen immer noch Karin und mich. Gar kein Vergleich, oder?DSC_6967DSC_6989

Am Toten Meer mussten wir uns am nächsten Morgen von Enas verabschieden, die wieder zurück nach Amman musste. Karin und ich wollten weiter nach Petra, in die berühmte Felsenstadt, eines der 7 neuen Weltwunder. Doch Halt! Am Weg dort hin kam uns doch glatt ein Canyon im Wadi Mujib (Wadi ist ein Tal – der Wadi Mujib gilt als der am tiefsten gelegene Nationalpark der Welt!) in die Quere! Ich muss zugeben, es brauchte ein bisschen, bis mich Karin zu einer Tour in den Canyon überreden konnte, war ich doch schon ein bisschen skeptisch, ob meine sportlichen Fähigkeiten dazu ausreichen würden – aber es hat sich mehr als ausgezahlt, und ich muss sagen, die 3stündige Wanderung (inklusive Felsen klettern, etlichen Sprüngen ins warme Wasser und diversen Rutschpartien) war eines der schönsten Abenteuer während unserer Jordanien-Reise.

Unsere beiden Guides halfen uns, die ca. 2 km bis ans Ende der Schlucht sicher zurück zu legen, wo wir dann mit einer Dusche unter einem beeindruckenden Wasserfall belohnt wurden. Retour ging es dann gemütlich treibend im warmen Wasser – ein herrliches Gefühl!

 

Etwas später als geplant, kamen wir nach diesem Zwischenstopp – und einer neuerlich sehr abenteuerlichen Fahrt über eine Bergstraße, vom tief gelegenen Toten Meer musste man schließlich auch wieder auf normale Höhen hinauf kommen – in Wadi Musa, der Stadt unmittelbar vor Petra an. Für die Erkundung der alten Sandsteinstadt hatten wir uns einen ganzen Tag Zeit genommen. Das klingt zwar nach viel, im Endeffekt gibt es dort aber so viel zu entdecken, dass man besser auch noch einen zweiten Tag hätte anhängen sollen. Die Distanzen, die man dort zu Fuss (wer will auch per Pferd, Kutsche, Esel oder Kamel) zurück legt, sind gewaltig und aufgrund der Hitze – bei unserem Besuch hatte es knapp 40 °C – kommt man auch nicht so schnell wie gewohnt voran. Wenn man sich vom Schock, dass man 50 JD (über 60 Euro) Eintrittsgeld gezahlt hat, erholt hat, wandert man erst mal durch eine 1,5 km lange Schlucht, den Siq nach Petra und wird dort vom Prunkstück der ganzen Stadt, dem Schatzhaus begrüßt. Ich muss zugeben, das ist atemberaubend! So traurig die Tourismusflaute im Moment für die Jordanier selbst ist, so sehr haben wir es zugegebener Maßen genossen, dass dort kaum andere Touristen waren, sodass wir in Ruhe all die klassischen Fotos (Schatzhaus mit Kamel, Schatzhaus ohne, Schatzhaus mit uns…) schießen konnten.

Danach ging die Wanderung weiter durch das Tal, vorbei am mittlerweile 3. Amphitheater unserer Reise, an unzähligen Felsengräbern, dem ehemaligen Marktplatz, Säulengängen, den Überresten des Palastes etc. bis ans Ende des Tales. Dort konnte man sich – schon ein bisschen seltsam, dass man das dort überhaupt einbauen durfte – in einem Restaurant stärken, bevor man sich auf den Weg zum ca. 45minütigen Aufstieg zum Kloster machte. Unter normalen Temperaturen sollte das kein Problem darstellen, bei sengender Hitze war das jedoch eine ziemliche Herausforderung, die sich aber auf jeden Fall gelohnt hat!IMG_0089IMG_0100

Nun ja. Nach Petra hatten wir 2 erholsame Tage am Roten Meer am Programm – auf ging es also mit unserem klapprigen Mietauto über den Desert Highway bis ganz in den Süden des Landes. Dort angekommen – welch ein Anfängerfehler aber auch – stellten wir fest, dass wir einen Tag zu früh dran waren und zuvor noch ein Tag & eine Nacht in der Wüste stattfinden sollten. Retour also Richtung Wadi Rum, des bekanntesten und eindrucksvollsten Wüstentales Jordaniens. Am Visitor Center (in Jordanien gibt es bei der klitzekleinsten Sehenswürdigkeit ein Visitor Center; manchmal ist dieses sogar größer und beeindruckender als die Sehenswürdigkeit selbst…) holte uns „unser Beduine“ Sabbah ab – ein entzückender junger Mann, in den ich mich auf Anhieb ein bisschen verliebte. Mit seinem Jeep (ohne Nummerntafel, mit nur 1 Licht und einer zersprungenen Windschutzscheibe, aber all das stört dort niemanden) ging es vorbei an bezaubernden Felsformationen zu einem schönen Aussichtsplatz. Dort wurde uns von Sabbah in Beduinenmanier einfach im Sand Tee gekocht und wir konnten den Sonnenuntergang genießen.DSC_7587 (1)

Nachdem wir die ersten Beduinenwörter gelernt und uns mit der einheimischen Musik vertraut gemacht hatten (ich glaube, Karin wird sich noch lange an meine & Sabbah’s Performance erinnern…), ging es ab in unser Camp, wo wir in einem Zelt die Nacht verbringen wollten. Sabbah und seine Cousins (alle scheinen dort irgendwie verwandt zu sein; auch das ist eine andere Geschichte, die wir besser nicht hinterfragt haben…) haben Lagerfeuer gemacht und für uns in einem Erdloch Hühnchen und Gemüse gegrillt – herrlich. Natürlich war das Camp nicht ganz authentisch (es gab eine Dusche und ein WC, außerdem fanden wir zu unserer Überraschung doch tatsächlich Feldbetten in unserem Zelt vor und mussten nicht auf dem Boden schlafen. Zugegeben, es hat uns nicht gestört…), aber wir haben die Stille in der Wüste sehr genossen und waren fasziniert von dem unglaublichen Sternenhimmel dort.

Am nächsten Tag ging es per Kamel die 17 km zurück zum Visitor Center. Auch wenn wir dem Kamel zugestehen, dass wir keine leichte Fracht waren – auch für uns war es ganz schön anstrengend, uns 2 1/2 Stunden auf dem schaukelnden Kamelrücken zu halten, und an die seltsamen Bewegungen der Tiere vor allem beim Aufstehen und Niederlegen mussten wir uns erst gewöhnen!IMG_2514

Nach diesem Abenteuer ging es zurück ans Rote Meer nach Aqaba, wo wir nun tatsächlich ein Zimmer in einem strandnahen Hotel reserviert hatten. Neue Temperaturrekorde erwarteten uns dort – 43 °C!! Was kam daher sonst in Frage, als uns gleich ins Wasser stürzen zu wollen?! Ein etwas kompliziertes Unterfangen, sind doch Frauen in Bikinis aus religiösen Gründen an öffentlichen Stränden dort nicht gern gesehen. Schlussendlich machten wir jedoch den Beach Club Berenice ausfindig, wo die Regeln nicht ganz so streng ausgelegt wurden und wir doch noch zu unserem Badenachmittag, einem wunderschönen Schnorchelgang (ich war ja seit unserer Reise nach Ägypten völlig fasziniert von der Unterwasserwelt und für Karin war diese eine beeindruckende neue Erfahrung) und unserem ersten und einzigen alkoholischen Getränk während der ganzen Reise kamen. Es ist unglaublich, welch farbenprächtige Korallenriffe mit unzähligen Fischen sich direkt vor der Küste befanden. Schade nur, dass man lange Zeit nicht auf sie geachtet hat, denn so wurde bereits auch vieles zerstört und stark verschmutzt. Aber dennoch kamen wir aus dem Staunen kaum heraus und konnten uns an all den bunten Tieren gar nicht satt sehen.

Gegen Ende unserer Reise ging es wieder Richtung Norden, wo wir noch eine kleine Wanderung im Dana Natur Reservat machten (um das Gebiet wirklich zu erkunden, sollte man allerdings einige Tage dort einplanen, es gibt unzählige Wanderwege mit beeindruckenden Ausblicken. Die Distanzen sind jedoch weit und erfordern einiges an Ausdauer) und zum Schluss noch 1 Tag bei den Wüstenschlössern (und schon wieder ist das so eine Definitionssache…) verbrachten.

Mehr noch als die Schlösser beeindruckte uns die Tatsache, dass wir uns dort recht weit in etwas unheimliche Gegenden vorwagen mussten und plötzlich damit konfrontiert waren, dass wir uns zu Grenzen wie denen zu Syrien, Saudi Arabien und zum Irak eigentlich nur einige wenige Kilometer entfernt befanden. Und auch wenn in Jordanien derzeit Frieden herrscht, ein bisschen mulmig war uns bei dem Gedanken schon, was sich denn da gerade jenseits der Grenzen so abspielte.DSC_7990

Alles in allem war diese Reise nach Jordanien ein wahnsinnig beeindruckendes und abwechslungsreiches Erlebnis, tief prägend in vielen Aspekten und eine Erfahrung die wir aufgrund all der vielen tollen Momente, die wir dort verbracht haben, auf gar keinen Fall missen möchten.

Mein Jordanien-Tipp: unbedingt eine Nacht in der Wüste einplanen. Die Angebote dafür sind zahlreich, finanziell erschwinglich und unvergesslich. Am besten aber nicht gleich das erstbeste Camp buchen, sondern sich ein bisschen weiter in die Wüste hinein wagen, das Erlebnis ist gleich ein ganz ein anderes, wenn man sich etwas abseits der üblichen Touristenströme bewegt.

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ALGARVE – auf geht’s ans Ende der Welt

Was für die Raupe das Ende der Welt, ist für den Rest der Welt ein Schmetterling. Laotse (4.-3.- Jhdt. v. Chr.)

Es schneit draußen – mitten im April!!! Da kann ich ja gar nicht anders, als euch von unserem neuesten Reiseabenteuer zu erzählen, um die Sonne von dort zu mir an den Schreibtisch zu holen.

Gemeinsam mit einem Teil der Schwestern (einem kleinen, aber feinen Teil, der Rest hat dieses Mal gestreikt…) haben wir uns auf den Weg nach Portugal gemacht. Nicht, weil wir unbedingt dort hin wollten, sondern, weil es sich so ergeben hat, weil die Flüge billigeren, und weil wir ohnehin dort noch nie gewesen sind. Und gut war es, dass es sich so ergeben hat!!IMG_8540

Von Budapest aus (wir haben im Laufe der Zeit viele Flughäfen in der Nähe von Wien getestet und wissen es durchaus zu schätzen, dass wir da einen gewissen preislichen Spielraum haben, für den es sich bei 4 Reisenden schon mal lohnt, einen etwas längeren Anfahrtsweg auf sich zu nehmen…) sind wir mit der Wizz-Air (klingt nicht nur witzig, ist es auch, wenn man mit einem rosa-lila Flieger abhebt… Aber das ist ja eine andere Sache…) nach Faro geflogen, wo wir erst mal unsere Jacken im Koffer verstaut – die sollten wir die kommende Woche wirklich nicht brauchen – und dann unser Mietauto in Empfang genommen haben. Die nächsten Tage wollten wir damit Portugals Südküste abgrasen – die Algarve war ja soooo romantisch, hatten wir gehört. Ist sie auch… sogar (oder gerade deshalb) mit 4 Halbstarken im Gepäck!

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Strategisch gut positioniert, haben wir uns ein Hotel in Albufeira, ziemlich in der Mitte des Küstenstückes ausgesucht (kann auch Zufall gewesen sein, oder vom Booking.com-Gott so gewollt, je nachdem…), von wo aus wir uns in beide Richtungen auf Erkundungstour begeben konnten.

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Gleich am ersten Tag eroberten wir das Ende der Welt – das Cabo de São Vicente, den südwestlichsten Zipfel Europas. Wow, die Felsenküste dort ist beeindruckend – viele, viele Meter fällt das Land einfach steil ins Meer und bei dem Wind, der dort von allen Seiten bläst, hieß es auch, sich ordentlich fest zu halten. Ein Leuchtturm markiert den größten Felsen – eine Töpferei ganz in der Nähe sorgt dafür, dass auch wirklich jeder Tourist mit einem gebührenden Souvenir nach Hause zurückkehren kann…

Apropos Touristen: Den Frühling kann ich euch für eine Reise an die Algarve wirklich nur wärmstens empfehlen. Es ist bereits angenehm warm, so um die 25 °C hatte es durchgehend, ganz Mutige schafften es auch schon, sich kurz im Meer zu erfrischen, aber die Strände hat man dennoch eher für sich alleine. Die Straßen sind übersichtlich frei und in allen Lokalen kriegt man problemlos einen Platz, aber ohne, dass dort gähnende Leere herrschen würde. Ich glaube, im Sommer kann es schon ganz schön voll werden…FullSizeRender-2

Nach und nach sind wir auf dem Rückweg dann die einzelnen Buchten abgefahren – und wir waren wirklich, wirklich beeindruckt! Es gibt unzählige schöne Strände entlang der ganzen Küste, einer ist schöner, als der andere. Sie sind einfach zu finden und mit einem braunen Hinweisschild markiert (so wie überhaupt das Autofahren in Portugal sehr einfach ist, weil alles gut beschildert ist…), für welche ihr euch entscheidet, bleibt wirklich ganz euch überlassen, ich denke, sie haben alle ihren Reiz. Was ihr aber auf keinen Fall versäumen solltet, ist die Ponta da Piedade westlich von Lagos: Diese Bucht mit den steilen Klippen, Grotten und Felsformationen ist wirklich atemberaubend – wir konnten uns kaum sattsehen und haben unsere halbe Speicherkarte mit Bildern von dort vollgeladen! Dass ein ordentlicher Wind ging, als wir dort waren, hat das Ganze noch beeindruckender gemacht.IMG_8658

Sehr sehenswert sollen auch die Höhlen sein, die man teilweise nur mit dem Boot und entsprechend der Gezeiten besuchen kann. Das bedarf allerdings ein bisschen Vorausplanung (hat uns gefehlt, das muss ich zugeben, drum sind wir an den Grotten gescheitert. Aber ein paar Attraktionen muss man sich ja auch für den nächsten Besuch aufsparen…).

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Um Faro und Olhão befindet sich ein riesiger Naturschutzpark, der Rio Formosa, wo angeblich sogar Flamingos leben. Die wollten wir natürlich unbedingt sehen und haben deshalb extra eine Bootstour gemacht. Tja, was soll ich euch sagen… Im Nachhinein haben wir erfahren, dass das ein eher aussichtsloses Projekt ist, wenn man sich nicht früh morgens auf den Weg machen möchte, und es auch dann nur erfolgsvorsprechend ist, wenn man mit einem ganz kleinen Schiff durch die engen Flüsschen fahren kann. Klingt irgendwie logisch… Aber unzählige Störche haben sich uns dafür gezeigt – teilweise nisten sie sogar auf Strommasten. Grotesk…

Kulinarisch hat die Algarve auch vieles zu bieten, ganz typisch sind Sardinen – die besten davon findet man in Portimão. Wir haben sie uns im Hafen so richtig schmecken lassen! Aber auch allerhand anderen Fisch bekommt man immer frisch serviert – außer man entscheidet sich für den Bacalhau, einen Stockfisch, der auf keiner Speisekarte fehlen darf und der es – obwohl  aus Norwegen importiert – schon fast zum Nationalgericht geschafft hat. Lecker!FullSizeRender

Alljährlich findet in der Nähe von Albufeira ein großes Sandskulpturenfestival statt, dass den ganzen Frühling und Sommer über dauert. Heuer steht es unter dem Motto „Musik“ und wir haben dort mehr und weniger gut gelungene Nachbildungen von Mozart, den Beatles, den Rolling Stones und vielen anderen Stars und Sternchen gesehen. Schon faszinierend und durchaus sehenswert.IMG_8689

All die anderen angebotenen Attraktionen wie diverse Wasserparks mit Riesenrutschen etc. haben wir bewusst ausgelassen um Zeit zu haben, die  Umgebung zu genießen. Wir hatten leider nur 3 Tage an der Algarve zur Verfügung, aber es ließe sich dort Wochen lang aushalten, und man könnte immer wieder neue, wunderschöne Orte entdecken.IMG_8551

Mein Algarve-Tipp: Auch wenn man sonst nicht gerne Fisch mag: hier muss man unbedingt einmal Sardinen essen gehen – und das am Besten in Portimão am Hafen. Frischer sind sie wohl nirgendwo!

 

Veröffentlicht in Reise-Weise, UNESCO

BATH – very British, indeed!

Um zur Quelle zu kommen, muss man gegen den Strom schwimmen. Chinesisches Sprichwort.

Meine liebe (Brief)Freundin Lizzie hat es vor etlichen Jahren nach Bath verschlagen, wo sie seitdem an der dortigen Uni Deutsch unterrichtet – Grund genug, ihrer Einladung nachzukommen und dieser entzückenden südenglischen Stadt auch selbst einmal einen Besuch abzustatten.

Die Anreise von Wien aus ist denkbar einfach, seit die EasyJet Direktflüge nach Bristol anbietet. Von dort nach Bath gibt es eine direkte Busverbindung und in 45 min ist man mit einem Doppeldeckerbus – very British – auch schon im Zentrum von Bath.IMG_7626

Für mich, die ich zwar schon viel herumgekommen, aber noch ziemlich Britisch-naiv war (ich war lediglich zweimal in London gewesen, ansonsten kenne ich vom löblichen Königreich gar nichts), haben sich dort so ziemlich alle Erwartungen, die ich an England hatte erfüllt, und mehr noch: sie wurden übertroffen!IMG_7678

Bath an sich ist eine sehr, sehr hübsche Stadt mit etwa 85.000 Einwohnern. Es ist Universitätsstadt, Ursprung der einzigen heißen Quelle des Britischen Königreichs (nicht, dass ich das vorher gewusst hätte… – aber jetzt weiß ich’s…). Unzählige kleine Gässchen laden zum Flanieren ein und es gibt unzählige Pubs, Tearooms und entzückende Geschäfte wo man – ebenfalls very British – in hübschem Design von Kleidung, über Tee, Deka-Schnick-Schnack bis zu Papierwaren (ich habe mir enorme Vorräte an Briefpapier angelegt, beinahe mehr, als der EasyJet beim Rückflug recht war…) Das Stadtbild ist geprägt von gregorianischen Bauten des 19. Jahrhunderts, die ungewöhnlich gut erhalten sind. Am Herausragendsten ist sicher der „Circus“, ein kreisrunder Platz umgeben von Wohnhäusern, und der „Royal Crescent“, die Top Adresse der Stadt.

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Eine ganz spezielle Brücke überspannt den Fluss Avon: die Pulteney Bridge. Sie beherbergt – wie die Ponte Vecchio in Florenz – Geschäfte und zählt wie ihre große Schwester zu den schönsten Brücken der Welt.  Unbedingt einen Besuch wert ist auch die Abbey, aber die lässt sich bei einem Spaziergang durch Bath ohnehin nicht übersehen, und – als absoluter Höhepunkt und gleich daneben gelegen: die Römischen Bäder. Diese gehen auf das 1. Jahrhundert n.Chr zurück, wo in „Aqua Sulis“ von den Römern die heißen Quellen entdeckt wurden. Baden kann man darin heute nicht mehr (möchte man wohl auch nicht, so einladend schaut das Wasser dort auch nicht mehr aus), aber man erfährt auf toll aufbereitete Art und Weise eine ganze Menge über das damalige Leben in der Stadt. Wer Zeit und Lust hat, kann sich aber danach im modernen Spa erholen (da ich hier in Wien ja von heißen Quellen umgeben bin, hab ich das aber ausgelassen).IMG_7712

Sehr beeindrucken ist auch der Kennet-and-Avon Kanal, der sich über 140 km durch die Landschaft schlängelt und den Bristolkanal mit der Themse verbindet. Er wird mit sogenannten „Narrowboats“, langen, schmalen Hausbooten befahren, die Schleusen werden teilweise von den Schiffsführern selbst bedient.IMG_7651IMG_7648

Als eine der bekanntesten Töchter der Stadt hat sich Jane Austen wie es scheint sehr viel dabei gedacht, als sie sich in Bath niedergelassen hat – und man ist in der Stadt auch mächtig stolz auf sie, denn es scheint wirklich, als würde man ihr auf Schritt und Tritt zu begegnen.

Sehr positiv überrascht war ich auch von der Englischen Gastronomie. Heißt es doch immer, dass man in diesem Land nirgends gut essen kann, so wurde ich tatsächlich – Lizzie als quasi Einheimischer sei Dank – eines Besseren belehrt. Unzählige Tearooms laden zu Tee, Kaffee und herrlichem Kuchen ein, Mittags kehrten wir in einem kleinen aber feinen Deli ein und am Sonntag Abend genehmigten wir uns einen ganz traditionellen „Sunday Roast“ im Pub. Wirklich lecker und seeehr empfehlenswert (das komische Gebilde auf meinem Teller nennt sich übrigens Yorkshire Pudding und schmeckt wie Brandteigkrapfen… Yummy – and very British)

Um ein bisschen Landluft zu schnuppern und richtiges Rosamunde Pilcher Feeling zu gewinnen, entführte mich Lizzie nach Bradford-on-Avon, einer beschaulichen Kleinstadt nur eine halbe Zugstunde von Bath entfernt, ebenfalls am Kennet-and-Avon Kanal gelegen. Eine alte Steinerne Brücke, das Tithe Barn (ein riesiger Speicher) und eine alte Sächsische Kirche zählen zu den Hauptsehenswürdigkeiten der kleinen Stadt, die vor allem durch ihr Flair besticht. Von außen eher unscheinbar und fast ein bisschen furchteinflößend, verbrachten wir in „The Bridge Tea Rooms“ eine herrliche Tea Time mit Sandwiches und – very British – a cup of Tea.

Den Abschluss meines Kurztrips nach England bildete ein Abstecher in das entzückende Salisbury mit seiner beeindruckenden Kathedrale (mit dem höchsten Kirchturm Englands, für all die Rekordlüsternen unter euch) und von dort weiter nach Stonehenge.

Einmal muss man diese imposanten Steinkreise wirklich gesehen haben! Ebenso mystisch wie die ganze Umgebung dort war das Wetter – ebenfalls very British – mit Sturm und Regen. Es hätte nicht besser passen können!! Nichtsdestotrotz sind einige stimmungsvolle Fotos zum Teilen entstanden und die Erinnerung an diesen besonderen Ort bleiben hoffentlich ganz laaange bestehen.IMG_7901

Schnell, ja viel zu schnell ging dieses „very British“ Wochenende zur Neige, das nicht zuletzt Dank der Bemühungen meiner lieben Freundin Lizzie zu einem tollen Erlebnis wurde. Und gelernt habe ich auch einiges – ihr doch nun jetzt wohl auch!?

Mein Bath-Tipp: Das Widcombe Deli, Claverton Buildings im Stadtteil Widcombe bietet in gemütlicher Atmosphäre herrliche Pies, Salate und Kuchen an. Wenn man Glück hat, ergattert man sogar einen der Sitzplätze direkt am Auslagenfenster und kann gleichzeitig entspannt Passanten beobachten

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SCHÄRENGARTEN – reif für die Insel Teil 1 – Stockholmer Schärenwelt

Wohin du auch gehst, gehe mit ganzem Herzen. Konfuzius (551- 479 v.Chr)

Ein Naturerlebnis der besonderen Art ist ein Besuch des Schärengartens. Sowohl vor der schwedischen West- und Ostküste als auch im Süden Finnlands liegen  Gruppen unzähliger Inseln und Inselchen – alleine vor Stockholm sind es 24.000 an der Zahl, von klein und unbewohnt bis zu großen Inseln, die das ganze Jahr über bewohnt sind. Ein Besuch der schwedischen Landeshauptstadt ist nicht komplett, wenn man nicht wenigstens einen Abstecher auf eines dieser Eilande unternommen hat. Und war man einmal dort, möchte man diese wunderschöne Landschaft keinesfalls mehr missen und es zieht einen magisch immer wieder dorthin zurück.

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Die Schären – das ist schwedische Idylle pur, so wie sie im Bilderbuch steht. Das sind kleine, rote Häuschen mit den typischen schwedischen Fahnenstangen davor, Bootsanleger vor jedem Haus, unendlich viel Grün, kleine Inseln, die wie aus dem Nichts aus dem Meer auftauchen. Das sind karge Felsen und bewaldete Inseln, Sandstrände und steile Klippen. Das sind traumhafte Sonnenaufgänge und ebenso schöne Untergänge. Die Schären, das bedeutet Ruhe und Einsamkeit, völlige Erholung abseits des Alltagstrubels in einer ganz eigenen Welt.

img_8077Direkt vor der Küste gelegen, erstrecken sich die Stockholmer Schären über eine Länge von über 100 km. Einige Inseln sind eben das ganze Jahr über besiedelt, der Großteil wird hauptsächlich im Sommer bewohnt, wenn es sowohl die Einheimischen in ihre Sommerhäuser zieht, als auch Touristen sich auf den Weg machen, den Schärengarten zu erkunden. Die Möglichkeiten dazu sind vielfältig und einfach. Viele Inseln, vor allem die der inneren Schären, sind problemlos mit dem Bus oder dem Auto zu erreichen, weiters gibt es einen regelmäßigen Fährverkehr und Taxiunternehmen, die einen mittels Motorboots auf die gewünschte Insel bringen. Und das eigene oder Mietboot bietet sich natürlich ebenfalls an, ist aber aufgrund der guten Verbindungen selten nötig.

Ich habe bei diversen Aufenthalten in Schweden etliche der Schäreninseln besucht, besonders angetan hat es mir jedoch Sandhamn. Ganz außen im Archipel gelegen ist es die letzte – oder erste Anlaufstelle – für Segelschiffe, bevor es dann aufs offene Meer Richtung Finnland hinaus geht. Anreisen kann man per Fähre direkt von Stockholm aus in etwa 2 1/2 Stunden, oder man nimmt den Bus nach Stavsnäs, von wo aus man in ca. 1 Stunde per Schiff auf der Insel ist.

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Im Sommer ist es wirklich belebt auf Sandmann, aber auf eine sehr angenehme und trotzdem überschaubare Art. Gleich neben der Fähranlegestelle befindet sich das Seglerhotel, wo man im angeschlossenen Restaurant die herrlichsten Fischgerichte probieren und dabei dem geschäftigen Treiben im Seglerhaften zusehen kann. Es findet sich eine Ansammlung von kleinen Geschäften, wo man sich mit allem, was das Seglerherz begehrt, eindecken kann. Es gibt einen kleinen „Tante Emma Laden“ für die Grundversorgung, ein Wirtshaus, das „Sandhamns Värdshus“ ebenfalls direkt am Ufer und „Sandhamns Bageri“  mit den herrlichsten Zimtschnecken gleich dahinter. Ein Besuch der Insel ohne Abstecher in die kleine Bäckerei geht absolut gar nicht!

Von dort aus soll man sich einen kleinen Bummel durch das Dorf -aber bitte rücksichtsvoll und ohne die Einwohner zu stören! – nicht entgehen lassen, mehr schwedische Idylle als dort findet man wohl kaum. Am allerschönsten fand ich es einmal Anfang Juli, als überall der Flieder blühte…

Wie der Name schon sagt, ist Sandhamn eine Sandinsel. Der wohl schönste Sandstrand der Insel liegt in Trouville, vom Hauptort aus einmal quer über die Insel. Autoverkehr gibt es auf Sandhamn übrigens nicht, lediglich Fahrräder und kleine Wägen sind auf den Schotterstraßen zu finden. Nach einem ca. 20 minütigen Spaziergang durch einen Fichtenwald (wenn man Glück hat, lassen sich am Weg Heidelbeeren pflücken) erreicht man den Strand. Wem Sand weniger gelegen kommt, der kann sich auch auf den unzähligen Felsen dort niederlassen, der Ausblick ist so oder so bezaubernd, die Menschenmengen halten sich in Grenzen und wirklich überfüllt ist es lediglich in der Hochsaison. Ganz Hartgesottene wagen sich auch ins Wasser, das für verwöhnte Mitteleuropäer wohl immer etwas kühl ist, die anderen genießen ein Sonnenbad oder wandern den Strand und die Felsen entlang. Wer sich auf Sandhamn einstimmen möchte, dem empfehle ich die Lektüre von Viveca Sten’s Sandhamn Krimis rund um Kommissar Thomas Andreasson, wo die Stimmung auf Sandhamn sehr authentisch geschildert wird.

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Touristisch ebenfalls gut erschlossen und für den „Schären-Anfänger“ oder Leute, die nur wenig Zeit haben, absolut zu empfehlen, ist Vaxholm, mit 11.000 Einwohnern die Hauptstadt der Schereninseln.. Sowohl direkt mit dem Bus als auch per Fähre zu erreichen – wenn möglich sollte man zumindest 1 Strecke auf diese Art zurücklegen, die Ausfahrt aus Stockholm und das Vorbeigleiten an den vorgelagerten Inseln ist wirklich wunderschön – ist es ein nettes Ziel für einen Halbtagesausflug.img_7731

Während man in Sandhamn das Gefühl hat, wirklich weit weg vom Trubel des Alltags zu sein, spürt man in Vaxholm sehr wohl die Nähe zur Großstadt. Es ist deutlich belebter mit unzähligen Geschäften und Restaurants, die Hauptstraße Hamngatan lädt zum Bummeln ein und auch ein Abstecher in die kleinen Seitengässchen lohnt sich durchaus für den ein oder anderen hübschen Ausblick.

img_7687Als Hauptsehenswürdigkeit gilt die Festung Vaxholm, die sich auf einer eigenen Insel gegenüber der Hauptinsel befindet und die man sich nicht entgehen lassen soll. Etliche Badeplätze laden auch hier zum Verweilen und zumindest zum Pritschen ein. Mein absolutes Lieblingslokal und eines der nettesten Cafés überhaupt (aber leider kein Geheimtipp mehr) ist das Hembygdsgårdens Café. Das Angebot an Torten und Kuchen wechselt je nach Lust und Laune der Besitzer, aber alleine der Anblick all der Köstlichkeiten ist ein Traum. Und die Lage direkt am Wasser entschädigt allemal für die kurze Zeit, die man eventuell auf einen Tisch warten muss.

Hat man länger Zeit um das Archipel zu erkunden, bietet die Firma Waxholmsbolaget 5- bzw. 30 Tages-Tickets zum Inselhopping an um auch weniger touristische Inseln kennen lernen und die Schönheit und Ruhe dort genießen zu können.

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