Veröffentlicht in Allgemein, UNESCO, Zwischen-Reise

GMUNDEN – Winter ade beim Glöcklerlauf

Es ist besser, ein Licht zu entzünden, als auf die Dunkelheit zu schimpfen. Konfuzius (551 – 479 v. Chr)

Alljährlich am 5.Jänner, dem Vorabend des Dreikönigstages, findet in weiten Teilen des Salzkammergut der Glöcklerlauf statt. Wir waren vor 2 Jahren in Gmunden und haben uns diese Spektakel einmal selbst angesehen.

Der Ablauf der Veranstaltung ist genauso Tradition, wie das Brauchtum selbst. Tausende Menschen finden sich nach Einbruch der Dunkelheit am Rathausplatz ein, wo Turmbläser vom Rathaus aus den Beginn des Umzugs einleiten. Danach werden die Heiligen Drei Könige erwartet, die mit dem Schiff über den Traumsee nach Gmunden gebracht werden und nach ihrem Eintreffen vor dem Rathaus ihre Hirten- und Dreikönigslieder zum Besten geben.

Danach kommt der eigentliche Höhepunkt: das Eintreffen und der Umzug der Glöckler. Wunderschöne, teilweise bis zu 15 kg schwere Lichterkappen zieren ihre Köpfe. Ein Gerüst aus Holzstäben gibt Stabilität, die Seitenteile sind aus Papier und weisen die schönsten Motive auf: Muster, Brauchtumsszenen, Landschaftsbilder, Figuren – gar vielfältig sind die Dekorationen. Die Kappen weisen verschiedene Formen auf und werden von den Glöcklern selbst gebastelt – unzählige Arbeitsstunden stecken in diesen Kunstwerken. Von innen werden die Kappen beleuchtet und bringen somit Licht in die dunkle Raunacht von 5. auf 6. Dezember.IMG_3537

Die Glöckler tragen weiße Kleidung und haben an ihrem Gürtel eine Kuhglocke befestigt, weshalb der ganze Umzug mit ganz schön viel Lärm auf sich aufmerksam macht. Glöckler laufen übrigens nicht alleine sondern in sogenannten „Passen“ zu ca. 20 Leuten und haben oft kunstvolle Schrittfolgen einstudiert, in denen sie über den Platz laufen.IMG_3549

Der Brauch des Glöckelns stammt original aus dem Salzkammergut und wurde bereits im 19. Jahrhundert begonnen, er dient dazu, den Winter mit seinen bösen Geistern auszutreiben. Die Glöckner bringen Licht und vertreiben die Dämonen der letzten Raunacht – so besagt es die Legende des Heidnischen Brauches. Ursprünglich liefen die Glöckler von Bauernhof zu Bauernhof um diese zu beschützen und ihnen ihre Ehre zu erweisen. Das Stampfen der Glöckler soll übrigens dazu beitragen, das unter dem Schnee begrabene Korn zum Keimen zu erwecken – je lauter daher, desto besser. Nun ja, Schnee gab es bei unserem Besuch ja keinen, aber der Lärm der Glocken und das Trampeln der Glöckler ist bestimmt bis tief in die Erde durchgedrungen.

IMG_3486
Auch der Glöckler-Nachwuchs ist eifrig dabei!

Da ich in Oberösterreich aufgewachsen bin, hab ich natürlich schon oft von den Glöcklerläufen gehört – es war daher ein besonderes Erlebnis, auch einmal „live“ dabei zu sein. Nicht nur in Gmunden wird dieses Brauchtum gepflegt, auch in anderen Orten im Salzkammergut, wie zB in Bad Ischl, Ebensee oder St. Wolfgang ziehen die Glöckler ihre Runden. Wirklich ein Spektakel, bei dem es sich lohnt, einmal dabei zu sein. Die ersten Glöcklerläufe wurden übrigens aus Ebenes überliefert, weshalb die dortige Veranstaltung von der UNESCO zum immateriellen Weltkulturerbe ernannt wurden.IMG_3509

Ich empfehle dir, einigermaßen zeitig vor Ort zu sein und dich warm einzupacken. Da die ganze Veranstaltung doch eine Zeit lang dauert, kann es ganz schön kalt werden. Außerdem willst du doch eine gute Sicht auf die beleuchteten Kappen haben, nicht wahr? Parkplätze direkt im Zentrum von Gmunden gibt es wenige, es lohnt sich auf den Stadtrand auszuweichen, um sich das lästige Suchen zu ersparen. Vom Veranstaltungszentrum Toscana ist man in ca. 15 min am Rathausplatz – dort steht ein großer Parkplatz zur Verfügung.

Wunderschöne Lichtfiguren, allerdings aus einer ganz anderen Welt, gab es auch hier zu sehen:

 

 

Veröffentlicht in Allgemein, Zwischen-Reise

RAX – und die Bergwelt ist so nah…

Die wahre Entdeckungsreise besteht nicht darin, neue Landschaften zu suchen, sondern mit neuen Augen zu sehen. Marcel Proust (1871- 1922)

Nach ein paar erholsamen und eher ruhigen Tagen zu Hause stand mir der Sinn am letzten Tag des Jahres nach etwas „Action“ und frischer Luft. Und nach etwas Winterfeeling. Was passt dafür also besser, als ein bisschen in die Berge zu fahren? Es ist uns ja selten bewusst, aber die Bergwelt ist nah – von Wien aus ist man in ca. 1 Stunde in den östlichen Ausläufern der Alpen und mit dem Schneeberg und der Rax findet man da durchaus noch Erhebungen, die sich wirklich „Berge“ nennen dürfen.

IMG_6178
Blick auf den Schneeberg

Schneeberg im Winter – das geht nur zu Fuss, und so viel Bewegung schwebte mir dann doch nicht vor. Also kündigte ich den Halbstarken vorsichtshalber schon am Vortag an, dass wir den Silvestertag 2017 auf der Rat verbringen würden – dort gab es eine Seilbahn, die auch zur kalten Jahreszeit in Betrieb war, und außerdem ausreichend Hütten, um das Ganze gleich ein bisschen attraktiver zu gestalten.Version 2

Ich rechnete mit Widerstand – doch dieser blieb aus. Vielmehr schauten mir eher verblüffte Gesichter entgegen, und das mit gutem Grund. Ich habe noch vor gar nicht allzulanger Zeit lauthals verkündet, dass ich niiiiieee wieder auf die Rax wolle und diesen Berg von nun an hassen würde. Damals nämlich, als wir eines schönen Frühsommertages mit einem Kollegen gemeinsam die Rax bezwingen wollten. Zu Fuss und über einen Klettersteig. Also so richtig mit Leitern und 100 m steil bergab und so. Und wer mich ein bisschen kennt, der weiß, dass das so gar nicht mein Ding ist. Wandern ja, gerne auch bergauf und gerne auch länger als 1/2 Stunde. Aber mit Herumkraxeln auf wackeligen Leitern hatte ich so gar nichts am Hut, ließ mich dann aber doch dazu überreden.

IMG_5056
Der Versuch, die Rax im Sommer über den Wachthüttelsteig zu erklimmen. Noch lachen wir ein bisschen…

Nach Stunden, während ich mich in schwindeliger Höhe auf diesen Berg gequält habe (mit wunderschönem Panorama, zugegeben, aber wer kann schon darauf achten, wenn er immer Angst hat, gleich abzustürzen…?) – die Halbstarken hüpften problemlos und grazil wie Gämsen bergauf – überraschte uns ein Hagelsturm und wir mussten all den Weg wieder hinunterklettern. Rutschige Leitern, steiles Gelände, saukaltes Wetter. Ungemütlich, gelinde gesagt. Tja und so kam es, dass ich damals all diese Flüche und Verdammnisse des quasi heiligen Berges gegenüber aussprach.

Und so kam es auch, dass die Halbstarken gar so überrascht waren, dass ich nun FREIWILLIG doch wieder da rauf wollte. Aber mit der Seilbahn, das ist doch gleich was ganz anderes, nicht wahr?IMG_9703

Wie gesagt, nach 1 Stunde Fahrzeit erreicht man von Wien aus die Talstation. Von wenigen Revisionstagen abgesehen, bringt einen die Seilbahn in knapp 8 Minuten auf etwa 1600 m Seehöhe in alpines Gelände. Während im Tal von Schnee ja keine Spur war, fanden wir eine wunderschöne Winterlandschaft vor, kaum dass wir die Bergstation verlassen hatten.IMG_6110

Gemeinsam mit etlichen Schneeschuh-Wanderern (das wirkt super nett, ich glaube, das muss ich auch mal probieren) und Tourenschifahrern machten wir uns auf den Weg zu einem kleinen Spaziergang. Unser Ziel war das Otto-Haus, als Wandermotivation versprach ich meinen immer noch nicht murrenden (sehr außergewöhnlich!) Mitwanderern dort eine deftige Hüttenmahlzeit. IMG_E9605

Bei herrlichem Sonnenschein wanderten wir also ein Stückchen bergauf und haben es so richtig genossen, durch den Schnee zu stapfen. Unter den Halbstarken entwickelte sich natürlich recht rasch eine lustige Schneeballschlacht – die Geschosse flogen tief und bald kugelten alle ausgelassen im Schnee herum.IMG_6203

IMG_6189

Ich muss ehrlich sagen, eine sportliche Herausforderung war diese Tour nicht, aber darum ging es uns auch gar nicht. Ohne Schnee hat man das Otto-Haus bestimmt in 30 Minuten erreicht, mit Schneestapfen, Fotopausen und wilden Schneeballschlachten brauchten wir eine knappe Stunde. Als Belohnung wartete in der tief verschneiten Hütte dann schon eine leckere Erbsensuppe mit Würste auf uns – wie es sich eben gehört!

Die Rax bietet ein riesiges Wandergebiet mit unzähligen Möglichkeiten. Im Winter sind zwar nicht alle Hütten bewirtschaftet, für Tourengeher finden sich aber zahllose Varianten und im Sommer gibt es überhaupt ein weitläufige Wanderwege in allen Schwierigkeitsgraden, von einfachen Spaziergängen auf dem Raxplateau bis zu  Klettersteigen mit allem, was dazu gehört. Und egal, ob man zu Fuss raufgeht, klettert, oder sich bequem mit der Seilbahn nach oben bringen lässt – der Ausblick einerseits bis ins Wiener Becken hinein, andererseits über den Semmering bis in die Steiermark, ist phänomenal!IMG_9660

Vor der Abfahrt – unsportlicher Weise wieder mit der Gondelbahn – ließen wir uns noch vor dem Bergrestaurant im Liegestuhl in der Sonne einen Kaffee richtig schmecken, was ein gemütlicher Abschluss dieses schönen Ausfluges war. Wenn ein Jahr so wunderbar endet, wie unseres hier auf der Rat, kann doch das neue auch nur gut beginnen, nicht wahr?IMG_9685

Möchtest du uns noch auf andere Wanderungen begleiten? Vielleicht ist ja ein Ausflug nach Bulgarien was für dich:

Praktische Informationen:

Anfahrt: über Reichenau an der Rax: Talstation: Dr.Ewald Bing-Straße 3

Öffnungszeiten: täglich zur vollen und halben Stunde, bei Bedarf auch öfter, je nach Saison zwischen 8:00 und 9:00 bis 16:30 bzw. 18:00 Uhr

Preise: Erwachsene: 27 €, Kinder 13,50 €, Ermäßigungen für Mitglieder Alpiner Vereine, ÖAMTC, ARBÖ, Jugendliche und Senioren

Nähere Informationen sind der Homepage zu entnehmen!IMG_6101

Veröffentlicht in Stadt-Reise, Wien, Zwischen-Reise

WIEN – ein Streifzug über die 9 schönsten Christkindlmärkte

Erst wenn Weihnachten im Herzen ist, liegt Weihnachten auch in der Luft. William Turner Ellis (1845 – 1925)

Weihnachten in Wien ist bezaubernd und nicht umsonst zieht es immer mehr Touristen zu dieser Zeit in die Stadt. Auch ich hatte heuer im Advent sehr viel lieben Besuch, mit dem ich mich eifrig ins Getümmel gestürzt haben. Die Auswahl an Christkindlmärkten in der Stadt ist mittlerweile enorm und es ist schon richtig schwer, den Überblick zu bewahren. Hier kommen nun daher meine 7 Favoriten und ihre Besonderheiten:

1. Christkindlmarkt am Spittelberg

Ein Klassiker – und immer wieder schön. Über mehrere Gassen rund um die Spittelberggasse erstreckt sich dieser Christkindlmarkt. Geboten wird vielerlei Handwerkskunst nicht nur an den Marktständen sondern auch in den kleinen Geschäften, man kann sich daher immer wieder aufwärmen und auch ein bisschen „indoor“ bummeln.

Unbedingt probieren: Feuerzangen-Bowle der „Witwe Bolte“ und dazu einen klassischen Bauernkrapfen

Nicht versäumen: Gemütlich durch die engen Gassen spazieren und die Stimmung auf sich wirken lassen, ohne Hektik, ohne Stress. (Vielleicht nicht gerade am Wochenende, denn da kann es hier ganz schön voll werden…)25182227_10214462230805087_6280420627825599149_o

2. Weihnachtsmarkt am Karlsplatz

Vor allem mit Kindern wunderschön ist ein Besuch des Weihnachtsmarktes am Karlsplatz. In der Mitte des Platzes, dort wo im Sommer Wasser ist, findet sich nämlich eine große Stroh-Landschaft mit echten Tieren zum Bestaunen und Streicheln. Zusätzlich gibt es viele Strohballen, die herrlich zum Toben einladen – die Kids sind beschäftigt, während man selbst in Ruhe den ein oder anderen Punsch probieren kann. Sollte das langweilig werden, sorgt eine Fahrt mit dem Fahrrad-Karussell für Abwechslung. Angeboten werden Kunsthandwerk sowie ganz unterschiedliche Köstlichkeiten und die Atmosphäre vor der beleuchtenden Karlskirche ist wirklich wunderschön.

Unbedingt probieren: Chilli-Lemongrass-Punsch und dazu Raclette-Brote

Nicht versäumen: die echten Tiere in ihren Krippen streicheln oder eine Runde auf dem Fahrrad-Karussell drehen

IMG_8981

3. Kultur- und Weihnachtsmarkt Schloss Schönbrunn

Wirklich etwas Besonderes in fast schon kitschiger Umgebung ist der Kultur- und Weihnachtsmarkt vor dem Schloss Schönbrunn. Wer hier nicht in Weihnachtsstimmung kommt, ist selber Schuld! Der Andrang ist zwar groß, die Besucher verteilen sich aber schön auf der großen Fläche innerhalb des Marktes und da die Verköstigungsstände eher zentral angesiedelt sind, bleibt ansonsten genug Platz zum Bummeln. Das Angebot ist vielfältig, hauptsächlich gibt es auch hier Handwerkskunst von Kerzen über Holzschnitzereien bis zu den unterschiedlichsten Dekoelementen.IMG_9242

Unbedingt probieren: Spital-Kartoffeln gehören für uns zu jedem Besuch auf diesem Christkindlmarkt unbedingt dazu.

Nicht versäumen: vor allem am Wochenende gibt es immer wieder Weihnachtskonzerte, die die Weihnachtsstimmung dann perfekt machen.IMG_9266

4. Rathausplatz

Schon von weitem sieht man alles funkeln und leuchten am größten Christkindlmarkt der Stadt. Das Highlight ist jedes Mal die Entzündung des großen Christbaums, der heuer aus … kommt. Während früher die bunt geschmückten Bäume – allen voran der berühmte Herzerlbaum, unter dem man sich einfach küssen musste – irgendwie ein Merkmal des Christkindlmarktes waren, hat sich das Erscheinungsbild seit dem Vorjahr deutlich gewandelt, die Parkdekoration ist moderner, die liebevollen Station, in denen Kinder den Sprechenden Baum, Märchenfiguren oder tanzende Steiff-Tiere bewundern konnten, sind leider ebenfalls verschwunden. Für Touristen ist er natürlich alleine schon wegen der traumhaften Lage zwischen Rathaus und Burgtheater ein „Muss“, wobei mir persönlich die Stände immer schon zu Plastik-lastig waren. Neu ist nunmehr, dass bereits jetzt ein Teil des Rathausparks als Eislaufplatz genutzt wird – nach Weihnachten verwandelt sich ja der ganze Rathausplatz jedes Jahr in den Eistraum

IMG_E9023

Unbedingt probieren: Folienkartoffeln mit Sauerrahm, Speck und Käse

Nicht versäumen: eine Runde Eislaufen auf der Eisfläche, die sich durch den Park schlängelt – sehr idyllisch vor dieser Kulisse. Und dem „echten“ Christkind zuhören, wenn es Geschichten vorliest!

5. Altwiener Christkindlmarkt auf der Freyung

Vielerlei Kunsthandwerk findet man auf diesem entzückenden kleinen Weihnachtsmarkt in schöner Atmosphäre. Von Zinnfiguren über selbstgemachte Kerzen bis zu allerlei kulinarische Köstlichkeiten – vieles gibt es zu bestaunen und zu probieren. Regelmäßig gibt es auch musikalische Untermalung, die wir immer als sehr stimmungsvoll erlebt haben.IMG_5806

Unbedingt probieren: Die besten Bratkartoffeln des Jahres haben wir hier gegessen!

Nicht versäumen: Auf der kleinen Bühne gibt es immer wieder Konzerte oder Vorführungen von Handwerkern, die hier zeigen, wie sie ihre Kunstwerke herstellen

6. Weihnachtsdorf am Maria-Theresien-Platz

Wunderschön gelegen zwischen den beiden großen Museen lockt das Weihnachtsdorf am Maria-Theresien-Platz vor allem am Wochenende unzählige Besucher an. Das Problem der Menschenmassen wurde aber gut gelöst, befinden sich die Punschstände, wo ja immer der größte Andrang ist, am Rand des Marktes. Man kann sich daher meist recht ungestört an den anderen Ständen umsehen und allerlei Weihnachtsschmuck einkaufen.

DSC_1522Unbedingt probieren: Der Kaiserpunsch schmeckt herrlich – hat es aber ganz schön in sich!

Nicht versäumen: wer tagsüber vorbei kommt, kann sich wunderbar im Kunst- oder Naturhistorischen Museum aufwärmen, wenn es am Christkindlmarkt zu kalt wird.

7. K. u. K. Weihnachtsmarkt am Michaelerplatz

In royaler Atmosphäre direkt vor dem Michaelertor der Hofburg gelegen imponiert dieser Christkindlmarkt mit edlen weißen Ständen. Durchwegs überschaubar bietet er trotzdem alles, was man sich von einem Weihnachtsmarkt erwartet: einen Punschstand fürs leibliche Wohl, Lebkuchen aus Mariazell und allerlei Weihnachtliches wie Schneekugeln, Holzspielzeug und Zinnfiguren.IMG_5780

Unbedingt probieren: Echten Mariazeller Lebkuchen

Nicht versäumen: regelmäßig finden hier Blechbläser-Konzerte statt, die eine besonders feierliche Weihnachtsstimmung verbreiten

8. Weihnachtsdorf hinter dem Schloss Belvedere

Das abendliche Schloss Belvedere mit seiner schönen Beleuchtung macht schon was her. Kein Wunder, dass sich auch hier ein Weihnachtsdorf angesiedelt hat, das zwar nicht unbedingt ob seines einzigartigen Angebots sondern eher durch seine Atmosphäre besticht. Irgendwie dürfte es auch immer noch eine Art Geheimtipp sein, denn so wirklich überlaufen habe ich das Weihnachtsdorf eigentlich nie erlebt, aber das soll ja kein Nachteil sein

IMG_1612

Unbedingt probieren: Käsespätzle oder Holzhacker-Nockerl

Nicht versäumen: wie wärs denn, einen Besuch bei Klimt’s berühmtem „Kuss“ im oberen Belvedere mit einem Abstecher auf den Weihnachtsmarkt zu verbinden?

9. Christkindlmarkt auf dem Riesenradplatz

Keine Ahnung, warum ich diesen Christkindlmarkt immer ignoriert habe und nach 22 Jahren, die ich nun in Wien wohne, heuer das erste Mal dort war. Schade, denn da habe ich in den letzten Jahren etwas versäumt! Die Mischung aus Weihnachtsmarkt und Vergnügungspark-Atmosphäre ist wunderbar geglückt und es ist soooo schön dort, dass es schon fast ein bisschen kitschig ist.IMG_9184

Unbedingt probieren: unglaublich leckeren Bailey’s Punsch und Gulaschuppe aus dem Brotlaib (für Mutige auf einmal, alle anderen genießen beides hinter einander…)

Nicht versäumen: eine Fahrt mit dem Karussell – oder Wien von oben aus dem Riesenrad bewundern, wenn man denn schon mal da ist…IMG_9187

In diesem Sinne ist meine Weihnachtsmarkt-Tour für heuer beendet, aber ich hatte sehr viel Spaß beim Entdecken all dieser schönen Märkte. Ich wünsche euch allen ein wunderschönes Fest und bedanke mich bei allen Fans von Reiseweise fürs Folgen, Lesen, Liken und Kommentieren! Bis bald – ich freue mich auf ein spannendes Jahr 2018 mit euch!

Ganz liebe Weihnachtsgrüße, Christina

Falls du noch immer nicht genug von Weihnachtsmärkten hast, magst du ja vielleicht einen Abstecher nach ROTHENBURG OB DER TAUBER machen – der ganze Ort dort ist ein einzigartiges Weihnachtsdorf.

Veröffentlicht in Allgemein, Wien, Zwischen-Reise

VOLKSGARTEN – Sah ein Knab‘ ein Röslein stehen…

Der Duft der Blumen ist weit süßer in der Luft als in der Hand. Sir Francis von Verqualm Bacon (1561 – 1626)

IMG_0795

Manchmal nach dem Nachtdienst hab ich ganz komische Anwandlungen. Zeitweise bin ich zwar richtig produktiv und erledige allerhand, meistens verbringe ich meine Zeit aber eher planlos. Ab und zu mach ich auch Shoppingtouren und kaufe Dinge, die ich nie im Leben brauche. Letztens aber hatte ich eine ganz romantische Ader und bin durch den Volksgarten hier in Wien spaziert. Da blühen um diese Zeit nämlich (noch) die Rosen. Es ist einfach gaaaanz wunderschön und duftet und man möchtet fast nicht mehr weg. Und weil ich so begeistert war (was nicht nur daran lag, dass ich halt ein bisschen übernächtig gewesen bin), nehme ich dich heute mit auf einen Fotobummel durch den Volksgarten. Einfach zum Schauen und Genießen! Vielleicht kriegst du ja selbst dann Lust, auch einmal hinzukommen.

Die schönste Zeit ist übrigens bis Mitte Juni, wenn die Rosen in voller Blüte stehen. Aber auch jetzt noch lohnt es sich auf jeden Fall, den Volksgarten zu besuchen und einfach ein bisschen zu verweilen. Den „guten alten“ Goethe nehme ich übrigens gleich mit auf meinen Spaziergang durch das Rosarium, findet sich doch im Volksgarten sein lieber Freund Grillparzer wieder.

IMG_0757

Heidenröslein (Johann Wolfgang von Goethe 1749 – 1832)

Sah ein Knab ein Röslein stehn,
Röslein auf der Heiden,
War so jung und morgenschön,
Lief er schnell, es nah zu sehn,
Sah’s mit vielen Freuden.
Röslein, Röslein, Röslein rot,
Röslein auf der Heiden.

Knabe sprach: „Ich breche dich,
Röslein auf der Heiden.“
Röslein sprach: „Ich steche dich,
Dass du ewig denkst an mich,
Und ich will’s nicht leiden.“
Röslein, Röslein, Röslein rot,
Röslein auf der Heiden.

Und der wilde Knabe brach
’s Röslein auf der Heiden;
Röslein wehrte sich und stach,
Half ihm doch kein Weh und Ach,
Musst es eben leiden.
Röslein, Röslein, Röslein rot,
Röslein auf der Heiden.

IMG_0793

Der Volksgarten – für alle Nicht-Wiener unter meinen Lesern – befindet sich in wunderschöner Lage eingebettet zwischen Hofburg, Burgtheater,  Rathaus, dem Parlament und den großen Museen und ist für keinen Wien-Besucher zu verfehlen.

1966275_10152368989508523_3346826493961764363_o
Blick auf das Parlament
IMG_3213
Das Naturhistorische Museum

Übrigens: wer besonders romantisch veranlagt ist oder jemandem gedenken möchte, kann auch die Patenschaft für eine Rose übernehmen. Für 350 € kann man für 5 Jahre ein Schild mit eigenem Text an einer Rose anbringen lassen. Wenn man ein bisschen Zeit hat, lohnt es sich, inne zu halten und sich die Tafeln etwas genauer anzusehen. Manch Lustiges, Trauriges und Kurioses ist dabei zu entdecken.

„Abraham Darby“,  „Romantica“, „Flamingo“ – lustige Namen haben sie übrigens, diese Rosen. Und angeblich gibt es an die 300 verschiedene Arten dort und insgesamt knapp 4.000 einzelne Rosenstöcke.

IMG_0770

Als auffälligstes Bauwerk befindet sich im Volksgarten übrigens der 1819-1823 erbaute Theseustempel, der durch seine Schlichtheit besticht und immer wieder unterschiedliche Ausstellungen beherbergt.

Volksgarten
Theseustempel, dahinter das Rathaus

Und falls du eher an wilde Partynächte denkst, wenn du „Volksgarten“ hörst – auch da liegst du richtig. Gleich am Eingang des Volksgartens liegt die berühmt berüchtigte Club-Disco, in der der ein oder andere schon gerne mal das Tanzbein schwingt…

IMG_0800

Von April bis Oktober ist das Rosarium im Volksgarten übrigens von 6 bis 22 Uhr geöffnet, in den Wintermonaten schließt es schon um 17.30 Uhr (falls du den Rosen beim Winterschlaf zusehen möchtest…)

IMG_3218Die Rosen kenne ich nun also und ich werde bestimmt wieder kommen. Nach dem nächsten Nachtdienst hab ich allerdings was ganz anderes vor…

Was du nach einem Besuch im Rosarium in Wien noch unternehmen kannst:

Veröffentlicht in Wien, Zwischen-Reise

BRUNNENMARKT – Multikulti und ein bisschen Urlaub in Ottakring

Der Marktschreier erobert die Menge – der Stille erobert sich. Georg Kaiser (1878-1945)

Eigentlich bin ich gerade auf Urlaub. Oder zumindest auf Wochenendtrip, das ist ja manchmal nur eine Definitionsfrage. Zu Besuch bei meiner Brieffreundin Sebnem in Izmir in der Türkei. Eigentlich… denn in Wahrheit bin ich hier und verbringe ein völlig reisefreies Pfingstwochenende in Ottakring. Auch nicht schlecht, werden sich einige von euch denken. Ja, eh… Aber wenn man EIGENTLICH in der Türkei wäre, ist Ottakring halt nur die zweitbeste Alternative. Wobei… ein bisschen fühlt es sich auch hier wie in der Türkei an.Brunnenmarkt 13

Noch nie ist es mir bei all meinen Reisen passiert, dass ich einen Flug verpasst habe. Ich habe auch diesen nach Izmir am Freitag nicht verpasst. Ich war nur etwas knapp am Flughafen – 58 min vor Abflug. Zu knapp für den namenlosen Trainee am Sunexpress-Schalter am Flughafen, denn der hatte gerade seinen Computer am Check-in abgedreht und weigerte sich standhaft, ihn wieder anzuschalten und mich doch noch mitzunehmen. Genauso wie er sich weigerte, mir seinen Namen bekannt zu geben oder mir zu sagen, wo sich denn gerade sein Chef aufhielt. Es gab also viel Ärger und laute Worte am Flughafen, am Ergebnis hat sich allerdings nichts geändert. Ich durfte nicht mehr mit und da alle anderen Möglichkeiten, an diesem besagten Freitag vor Pfingsten noch in die Türkei zu fliegen unerschwinglich teuer waren, machte ich mich supergrantig wieder auf den Weg nach Hause.

Und weil man, wenn einem schon die ganze Urlaubs-Stimmung vermasselt wurde, nicht einfach zu Hause sitzen und Blog schreiben oder Nichts tun kann, machte ich mich auf den Weg dorthin, wo man in Wien ganz schnell in fremde Welten eintauchen kann: auf den Brunnenmarkt im 16. Bezirk. Hier findet man alles, was Multikulte-Herz begehrt. Hier treffen Döner-Buden auf Würstel-Stände, hier findet man Obst und Gemüse aus aller Herren Länder, immer frisch und knackig, Gewürze, von denen man zuvor noch nie gehört hat.

Man findet Kinderspielzeug genauso wie Blumen oder Kleiderschürzen für die Oma. Es gibt Fleisch, bei dem man sich wundert, dass das wirklich jemand kauft (von Mägen über ganze Schafsköpfe bis zu wirklich leckeren Filetstücken hab ich dort alles schon gesehen) und Fisch – manchmal sogar noch lebendigen.

So vielfältig und unterschiedlich wie die Art der angebotenen Waren sind auch die Menschen, die man am Brunnenmarkt antrifft. Von alteingesessenen Marktstandlern – die leider immer weniger werden – über orientalische Verkäufer mit Turban und lautstark rufende Gemüsehändler („Alles nur 1 Euro!!!“) bieten alle ihre Waren an und auch das Publikum ist sehr gemischt. Männer sitzen auf klapprigen Stühlen bei den Ständen und rauchen Shisha, verhüllte Frauen mit Hijab und Gesichtsschleier sind ebenso anzutreffen wie Einheimische, und auch unser Bundespräsident wird des Öfteren am Brunnenmarkt gesichtet.

Schlendert man die Brunnengasse weiter, so kommt man unweigerlich zum Yppenplatz. Hier spielt sich die „Ausgeh-Szene“ des 16. Bezirks momentan ab, hier trifft man sich, um gemütlich zu flanieren und in dem ein oder anderen Lokal Freunde zu treffen oder kulinarische Köstlichkeiten auszuprobieren. Es reiht sich Lokal an Lokal – vom Beisl über den alteingesessenen Türken „Kent“ zur Weinbar oder dem kleinen italienischen Delikatessenladen mit nur wenigen Stehtischen ist alles vertreten. Auch ein Nobel-Imbiss hat sich niedergelassen und konkurriert mit dem alteingesessenen „Club international“ um Kundschaft. Es fällt nicht schwer, sich auf der Dachterrasse vom „Wirr“ in Urlaubsstimmung versetzen zu lassen. Bis Sperrstunde ist, kann man an lauen Sommerabenden draußen sitzen und das emsige Treiben beobachten oder den ein oder anderen Cocktail trinken.IMG_0329

Am Samstag Vormittag verwandelt sich der Yppenplatz in einen Bauernmarkt. Vom Brunnenmarkt kommend, wo man sich bereits mit den „Basics“ eingedeckt hat, kann man nun das ein oder andere Gustostückerl aus der Region erwerben. Der Andrang ist groß, da Publikum wird etwas elitärer, wenn sich auch aus der angrenzenden Josefstadt Menschen mit ihrem Dirndl und Bastkorb ins Getümmel werfen. Einen Besuch auf dem Brunnenmarkt am Samstag Vormittag verbindet man gleichzeitig mit einem gemütlichen Frühstück in einem der vielen Lokale, wenn denn alle Einkäufe erledigt sind und sich noch ein freies Plätzchen findet. Ganz unterschiedliche Dinge werden da angeboten und „Frühstück“ ist hier ein eher dehnbarer Begriff, der auch um 15 Uhr oft noch seine Berechtigung hat.

Gründe um auf den Brunnenmarkt und den Yppenplatz zu kommen gibt es viele, dazu braucht es keinen verpassten Flug in die Türkei. Dazu reicht ein ganz normaler Samstag Vormittag zum Einkaufen oder ein während der Woche, an dem man sich mit Freunden treffen will. Und wenn man aus dieser doch etwas anderen Welt wieder nach Hause kommt, fühlt man sich immer ein bisschen, als wäre man doch auf Urlaub gewesen.

Mein Brunnenmarkt-Tipp: Am Yppenplatz 7 befindet sich die kleine Weinbar Trugsitz, wo man in heimeliger Atmosphere das ein oder andere Gläschen verkosten kann. Es ist mir immer wieder eine Freude…!

Was dich in Wien sonst noch interessieren könnte:

  • Ebenfalls klein aber fein ist das Miniatur Tirolerland. Mitten im 5. Bezirk kannst du dich da auf eine Bahnreise durch Tirol begeben. Die vielen liebevollen Details werden dich in Staunen versetzen!
Veröffentlicht in Wien, Zwischen-Reise

MINIATUR Tirolerland – das Heil’ge Land Tirol nunmehr mitten in Wien

A Bissel a Lieb, und a Bisserl a Treu, und a Bisserl a Falschheit, ist allweil dabei. Tiroler  Schnaderhüpfl (ein Scherzlied, das mit einem Jodler endet)

Seit November ganz neu in Wien – und „die“ Attraktion schlechthin, so wurde das Miniatur Tirolerland in der Franzensgasse nahe des Wiener Naschmarktes angekündigt. Das Fernsehen berichtete darüber, überall gab es Plakate. Und natürlich wollten auch wir uns dieses neue „Highlight“ nicht entgehen lassen.

Unser Besuch im Miniaturwunderland in Hamburg ist noch nicht allzu lange her, und etwas Ähnliches wie dort haben wir uns auch vom Miniatur Tirolerland erwartet. Ein bisschen kleiner zwar (das Miniaturwunderland ist riiiiesig und man findet dort wirklich ganz Europa nachgebaut), immerhin war es mit 10 €/6 € Eintritt auch deutlich billiger als das in Hamburg und um Tirol nachzubauen, würde man nun ja nicht ganz so viel Platz brauchen.

Nun, es war ehrlich gesagt, doch sehr überschaubar. Aber wirklich nett gemacht und man hatte auch den Eindruck, dass sich die Erbauer echt bemüht und alles mit viel Liebe zum Detail gestaltet hatten. Da gab es ein Bergdorf mit Schipiste und Weihnachtsmarkt (besonders gefallen hat uns die Polizei auf der Schipiste, die die Pistenrowdies aufhielt…). Dann gab es eine Sommerlandschaft mit Badesee, die große Stadt „Wiensbruck“ mit ihrem regen Treiben und in einem 2. Raum war ein Vergnügungspark mit Riesenrad und allerhand anderen Fahrgeschäften nachgebaut. Ganz hinten fand sich dann nochmal ein kleines Bergdorf und die Schisprungschanze am Berg Isel ist gerade noch in Bau.img_6735

22.000 kleinste Figuren bevölkern das Miniatur Tirolerland. Sie tummeln sich auf Märkten, im Fitnessstudio, auf Spielplätzen, im Schnee, ganz viele besuchen gerade den Vergnügungspark, ein Konzert oder den Christkindlmarkt. Und sogar ein Autokino gibt es, das allerdings erst, ganz wie im „echten Leben“, seine Filme präsentiert, wenn die Nacht im Miniatur Tirolerland Einzug gehalten hat. Durch das ganze Land fahren Züge und verschiedene Fahrzeuge, die immer mal – ebenfalls sehr realitätsnah – auch in einen Unfall verwickelt sind. Man kann auch selbst ein bisschen in das Geschehen eingreifen und mit verschiedenen Knöpfen zB eine Seilbahn in Gang setzen. Besonders für die Kinder war das ein großer Spaß. Apropos Kinder: faszinierend ist das Miniatur Tirolerland bestimmt für Kinder jeder Altersgruppe, auch die Halbstarken waren begeistert und haben lange ausgeharrt, um die kleinen Details zu entdecken. Für kleinere Kinder empfiehlt es sich, ein Stockerl mitzunehmen. Die Anlage ist teilweise sehr hoch und die vorhandenen Schemel waren schnell vergeben.img_6751Unser Fazit: Liebevoll gestaltet, durchaus sehenswert und eine Bereicherung, aber sehr wohl noch ausbaufähig!

Veröffentlicht in Zwischen-Reise

SCHALLABURG – Back to the 70ies

Die beiden schönsten Dinge sind die Heimat, aus der wir stammen, und die Heimat, nach der wir wandern. – Heinrich Jung-Stilling (1740-1817)

Sonntag Nachmittag – das Wetter ist maximal mittelprächtig angesagt. Wohin also mit den Halbstarken in meiner Wohnung, damit wir einen halbwegs harmonischen und streit-befreiten Tag verbringen können? Meine liebe Freundin Christine schlägt vor, doch auf die Schallaburg in Niederösterreich zu fahren. Eine ausgezeichnete Idee, denn wir haben auch schon von der Ausstellung über die 70er Jahre gehört, die dort stattfinden soll. 70er Jahre, das bedeutet Beatles, ABBA und Bee Gees – damit sind sogar die Halbstarken zu locken.

Die Schallaburg – ein wunderschönes Renaissance Schloss in der Nähe von Melk mit angeblich dem schönsten Renaissance-Innenhof im ganzen Land – erwartet uns nicht nur mit der Ausstellung über die 70er Jahre, ganz zufällig findet heute auch noch das Genussfestival statt, wo Bauern aus dem Umkreis ihre Produkte anbieten. Wir kosten uns kurz durch, während wir auf den Beginn unserer Führung warten. Und dann tauchen wir ein in eine Zeit, als wir selber noch viel kleiner waren als die Halbstarken jetzt sind, an die wir uns jedoch durchaus gut erinnern können.

Es gibt allerlei Objekte aus dieser Zeit zu sehen, Telefone, Schreibmaschinen, Lebensmittelpackungen, Fahrräder, … Man erfährt Politisches aus dieser Zeit, Kulturelles, es gibt Ausschnitte von Fernsehsendungen – 1, 2, oder 3, wie es damals war, oder Dalli Dalli, ich habe es geliebt!! – Berichte über Hausbesetzungen, Emanzipation und vieles mehr. Entsetzt waren wir, als wir erfahren haben, dass bis 1975 der Mann das Familienoberhaupt war und die Frau doch – offiziell zumindest – tatsächlich fragen musste, ob sie arbeiten gehen durfte oder den Führerschein machen konnte. Und endlich ganz zum Schluss,  eine kleine Disco mit der langersehnten Musik. Da wird doch gleich das Tanzbein geschwungen!

img_4792

Im Schlossrestaurant gibts dann – ach, wie passend – Toast Hawaii und anschließend machen wir noch einen Spaziergang durch den Schlossgarten, wo noch herrlich die Dahlien blühen. Die Halbstarken und ihre Freunde (& -innen) lassen sich sogar herab, sich ein bisschen auf dem Spielplatz auszutoben. Ist zwar ein klein wenig peinlich, aber nachdem das Klettergerüst wie ein riesiger Holzdrache aussieht, einfach zu verlockend. Gut ists so – ich glaube, es hat uns allen gefallen, und zum Schluss ließ sich sogar die Sonne wieder blicken!

img_4808

Veröffentlicht in Wien, Zwischen-Reise

China Magic – Luno International Lantern Festival

Die Freude ist überall – es gilt nur sie zu entdecken. Konfuzius (551- 479 v.Chr)

 

Von 1.9. bis 9.10.2016 findet in Wien auf der Donauinsel bei der Floridsdorfer Brücke das Chinesische Laternen Festival statt. Da wir schon ein paar Mal daran vorbei gefahren sind und gesehen haben, wie die verschiedenen Laternen aufgebaut wurden, wollte ich das Ganze unbedingt auch von der Nähe sehen. Und so wollten wir den Besuch meiner Mutter nutzen, die sich ja immer für die Besonderheiten der Stadt begeistern kann, um ein bisschen China-Feeling in Wien zu erleben. Leider klappte es erst beim zweiten Anlauf, am ersten Abend hatten uns Regenwetter und Wind einen Strich durch die Rechnung gemacht. Aber dann hat’s geklappt – und die vielen bunten Laternen versetzten uns wirklich ins Staunen!

Gestaunt haben wir auch über den Eintrittspreis von 22 Euro, der jedoch ob der zauberhaften Figuren und der dargebotenen Showeinlagen auch schnell wieder vergessen war.

Waren die Laternen und aufgebauten Pavilions schon in der Dämmerung hübsch anzusehen, so kamen sie bei völliger Dunkelheit erst recht zur Geltung.

img_7227

Da gab es Pandas in allen Formen und Farben, Chinesische Sternzeichen, Fische, Drachen, Teetassen, Reiter auf ihren Pferden, einen Nachbau der chinesischen Oper in Peking und der Staatsoper in Wien und allerhand anderer Figuren und Konstruktionen. Auch das Rahmenprogramm mit Scherenschnitten und kleinen Verkaufsständen hat uns fasziniert.

Ganz besonders beeindruckt waren wir jedoch von den Shows mit Tänzern aus der Szichuan Oper, Flötenspielern und Feuerschluckern. Die Kinder versuchten dem Trick auf die Spur zu kommen, mit dem ein Darsteller blitzschnell die Maske seines Gesichtes verändern konnte. Das war wirklich gelungen und wirklich nicht zu Durchschauen. Magic China eben…

Und so konnten wir für einen Abend ganz weit weg sein – und irgendwie doch so nah. Ist doch praktisch, oder?