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SIEBENBÜRGEN – auf den Spuren von Graf Dracula

„Der glücklichste Mann, der auf Erden wandelt, ist jener, der seine wahre Liebe findet.“ (aus dem Film „Bram Stoker’s Dracula“)

Eine der schönsten Gegenden Rumäniens ist definitiv Siebenbürgen. Das kann ich mit Gewissheit behaupten, haben die Halbstarken und ich doch im letzten Sommer während unserer Osteuropa-Tour Rumänien 2 Wochen lang unsicher gemacht. Und wir sind dort auf einen Gesellen gestoßen, der uns ganz schön das Fürchten gelehrt hat: Graf Dracula! Aber gab es den auch wirklich?

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Foto: Wikipedia

Ja! Graf Dracula, oder Vlad III.Draculea, lebte tatsächlich in der Walachei. 1431 wurde er in Schäßburg (Sighisoara) geboren und er muss ein ziemlich blutrünstiger Genosse gewesen sein, lieferte er sich doch wilde Kämpfe gegen das Osmanische Reich. Es heißt auch, dass er eine besondere Vorliebe für Hinrichtungen durch Pfählung hatte, was ihm auch noch den Beinamen „Tepes“, der Pfähler, einbrachte. Das rumänische „drac“ bedeutet übrigens Teufel – kein Wunder also, dass sein Ruf nicht der Beste ist. So wirklich berühmt wurde Graf Dracula allerdings erst durch den Roman „Graf Dracula“ des irischen Schriftstellers Bram Stroker, der seine Geschichte niederschrieb.

Diese Hintergründe reichten aus, um meine Reisebegleiter neugierig zu machen. Will man mit Teenagern etwas besichtigen, ist das ja auf den ersten Blick nicht immer ganz so einfach und bedarf manchmal guter Argumente. Graf Dracula war jedoch ein herrliches Lockmittel um allerlei Orte und Schlösser in Siebenbürgen aufzusuchen.

Begonnen haben wir unseren Trip ja in Hermannstadt (Sibiu), der Hauptstadt Siebenbürgens. Die ist wunderschön und wir hatten sogar das Glück, dort an einem großen Siebenbürger-Treffen teilnehmen zu können. Doch davon will ich euch ein anderes Mal mehr erzählen, für Sibiu lohnt sich auf jeden Fall ein eigener Artikel.

Erster Halt unserer „Jagd“ nach Graf Dracula war Schäßburg, oder auf rumänisch Sighisoara. Historisch bedingt spielt Deutsch dort ja immer noch eine große Rolle und so hatten wir keinerlei Verständigungsprobleme und konnten uns sehr sanft an das Rumänische gewöhnen und uns für unsere Weiterreise in andere Landesteile wappnen.IMG_1369

Sighisoara ist eine hübsche kleine Stadt mit engen Gässchen und Pflasterstein-Straßen und man ist dort mächtig stolz auf den offenbar berühmtesten Sohn der Stadt. Alles hier dreht sich um den Grafen – vom Dracula-Cafe, über das Vlad Dracul Restaurant bis zum Dracula-Haus findet sich alles, was man mit ihm in Verbindung bringen kann. Souvenirs über Souvenirs, wohin das Auge reicht, und man wirbt hier sogar mit den Geschäften bzw. Lokalen, in denen Graf Dracula NICHT war…IMG_1384

Ein ziemlicher Touristennepp, der groß aufgezogen ist und auf den wir leider auch hineingefallen sind, ist das Gruselkabinett direkt auf der Piata Cetati. Teenies sind ja anfällig für solche Pseudoattraktionen und ich bin schnell mal überredet, etwas auszuprobieren. Man darf für teures Geld etwa 5 min durch eine Art abgedunkeltes Labyrinth durchgehen und sich grausliche Masken ansehen. Sonst passiert dort nichts. GAR nichts.

Abgesehen von Dracula-Hype hat Sighisoara aber auch vieles zu bieten. Eben die kleinen, idyllischen Gässchen, durch die es sich herrlich flanieren lässt, eine Mischung aus Gotik, Barock und Renaissance prägt das Stadtbild und hat Sighisoara einen Platz in der Liste der UNESCO Welterbestätten eingebracht.IMG_4805

Auffälligste Sehenswürdigkeit ist der Stundenturm, dessen Uhr nur einen Stunden- jedoch keinen Minutenzeiger hat. Er ist jedoch nicht der einzige seiner Art, insgesamt 9 (von 14) Türme sind in der kleinen Stadt noch erhalten und sie alle sind unterschiedlichen Zünften zuzuordnen; so fanden wir zB den Schmiedeturm, den Schusterturm, den Scheiderturm oder den Kürschnerturm. Meine Reisegefährten hatten Spaß daran, sie alle, soweit halt möglich, zu erklimmen!

Hoch über der Stadt liegt auf dem sogenannten Burgberg die Burgkirche und die deutsche Schule, umgeben von einem recht idyllischen Friedhof. 175 Stufen (wir haben sie gezählt) führen über eine überdachte Treppe nach oben und man sollte diese kleine Mühe wirklich auf sich nehmen – der Ausblick von oben ist phänomenal!

Und ist man von den vielen Stufen schließlich müde und erschöpft, lohnt sich eine kleine Pause im Café International, wo man mit herrlichem Kuchen verwöhnt wird, vorausgesetzt, man kann sich mit der Selbstbedienung dort anfreunden. Gerade das Richtige für eine kleine Stärkung und durchaus preisgünstig, obwohl am 1. Platz der Stadt gelegen.

Weiter ging unsere Tour dann zu dem klassischen Dracula-Ort schlechthin: Zum Schloss Bran. Ob der Graf dort wirklich gelebt hat, ist zwar umstritten, das rumänische Tourismusamt hat das Schloss jedoch so gut vermarktet, dass man eigentlich kaum Zweifel daran haben kann. Und wenn’s doch nicht so war, dann ist die Geschichte zumindest gut erfunden und das Schloss entspricht in etwa dem, was man sich nach der Lektüre von Bram Strokers Roman unter der Burg Draculas vorstellt. Eine Top-Location, sozusagen…

Das fanden im übrigen auch die vielen anderen Touristen, die wir dort angetroffen haben. Die Warteschlange zur Kasse war lang, es ging dann aber auch relativ zügig voran. Durch den idyllischen Schlossgarten wanderten wir – ein bisschen Gemecker inklusive, schließlich war es wirklich, wirklich heiß an diesem schönen Augusttag – nach oben und wurden, kaum dass wir das Schloss betreten hatten, in eine andere Zeit versetzt.IMG_1458Türmchen, Balkone, enge Schleichwege, knarrende Gänge. Also wenn das nicht authentisch war. Der Schlosshof mit dem tiefen Brunnen hätte glatt auch für Dornröschen gepasstVersion 2 – es war wirklich märchenhaft und hat uns alle 4 restlos begeistert. Einzig störend war, dass es teilweise wirklich ein Gedrängel gab und es uns nicht so wirklich gelang, mal kurz innezuhalten und das Ganze ungestört auf uns wirken zu lassen. Wäre man alleine dort, ich glaube, man könnte sich so richtig gruseln!IMG_4877

In einem Atemzug mit dem Schloss Bran wird auch das Schloss Peles genannt, wenn man sich auf Dracula-Tour macht. Wobei… alles kann man uns auch nicht für wahr verkaufen und meinem Hobby-Historiker Leonhard ist natürlich gleich aufgefallen, dass das zeitlich überhaupt nicht zusammen passt, stammt dieses Schloss doch aus dem späten 19. Jahrhundert. Aber es ist absolut sehenswert und für mich eines der schönsten Schlösser, die ich überhaupt je besucht habe.IMG_1543

Hoch über der kleinen Stadt Sinaia thront es auf einem Hügel und es ist so entzückend und verspielt, dass man sich kaum daran sattsehen kann. Eine Mischung aus Gemäuer und Holz, mit Türmchen, Balkönchen und unendlichen Verzierungen. Wunderschön! Der Schlossgarten beherbergt unzählige Brunnen und Skulpturen und ist mit einer Vielzahl an Blumen geschmückt.

Auch innen hat das Schloss einiges zu bieten, besteht doch das gesamte Interieur aus Holz, ist verschnörkelt und verspielt. Leider waren die Halbstarken und ich ein bisschen in Zeitnot, weshalb wir keine Führung machen konnten, bei meinem ersten Besuch vor ein paar Jahren bin ich allerdings auch innen durchmarschiert und war begeistert.IMG_1541

Das war natürlich bei weitem nicht alles, das Siebenbürgen zu bieten hat, aber es waren die wichtigsten Stationen auf unserer Dracula-Jagd. Waren wir erfolgreich? Nun ja… „Der Kavalier genießt und schweigt“, heißt es ja so gerne – und ungefähr so wollen wir es auch halten. Aber das ist auch gar nicht so wichtig… wir hatten eine tolle Zeit während unserer Suche nach dem Grafen, und das ist es doch, was zählt, oder? Siebenbürgen bietet übrigens noch viele weitere entzückende Städte, über die ich euch später erzählen werde, Klosterburgen, die in ihrer Art einzigartig sind und eine Geschichte, die uns näher steht, als wir denken. Bist du neugierig darauf?? Stay tuned!!

Und falls du in der Zwischenzeit schon Lust auf mehr Impressionen von Rumänien hast: wie wäre es mit einem Abstecher ans Donaudelta?

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VENEDIG – die Narren sind los!

Was die Schelme nicht stehlen, das verderben die Narren! Annette von Droste-Hülshoff (1797-1848)

Alle Jahre wieder findet in Venedig in der Faschingszeit ein großes Treiben statt – der berühmte „Carnevale di Venezia“ geht über die Bühne!IMG_7528

Zehn Tage vor dem Aschermittwoch wird der Karneval offiziell mit dem „Engelsflug“ eröffnet, dabei schwebt ein Prominenter von einem Seil gesichert vom Campanile hinab auf den Markusplatz. Von da weg geht es hoch her in der Stadt. Paraden finden statt, die ganze Lagunenstadt ist in einem Ausnahmezustand.Venedig 2012 117

Die meisten Gäste kommen am Faschingswochenende nach Venedig, da wird es dann so RICHTIG voll! Meine Freundin Christine und ich waren vor mittlerweile 6 Jahren beim Karneval in Venedig – allerdings unter der Woche. Da ist veranstaltungsmäßig zwar nicht so viel los wie am Wochenende, die Maskenprämierung findet ja immer nur sonntags statt, aber es gibt trotzdem genug zu schauen und bewundern, mit dem kleinen Vorteil, dass man doch noch leicht irgendwo in einem Café oder einer Trattoria einen Platz zum Ausruhen ergattert.

Wie nicht anders zu erwarten, spielt sich das meiste am Markusplatz und um den Canal Grande ab. Aber auch in vielen Palazzi gibt es Veranstaltungen und auch in die kleinen Gässchen verirren sich immer wieder bunte Masken.

Wir kamen uns übrigens total „underdressed“ vor, als das Faschingstreiben so richtig begann und wir von bunt kostümierten Menschen gerade so umgeben waren. Was lag daher näher, als uns auch Masken zu besorgen. Komisch, wie anders man sich damit gleich fühlt!IMG_0127

Die Preise sind in Venedig immer hoch – zur Karnevalszeit erreichen sie allerdings ihre Spitzen. Da kommt es schon vor, dass ein Hotelzimmer gleich einmal doppelt so viel kostet, wie sonst. Wie du dem entgehen kannst? Wenn du in Venedig übernachten willst, gar nicht. Ansonsten such dir doch ein Zimmer in einer der umliegenden Städte, da wird es gleich deutlich günstiger. Von Padua oder Treviso brauchst du gerade mal 1 Stunde nach Venedig, das ist auch in der Früh gut machbar, das wirkliche Faschingstreiben beginnt ohnehin erst um die Mittagszeit. Udine und Ferrara sind auch wunderschön, hier musst du allerdings bereits 1 1/2 Stunden Anfahrtszeit einberechnen.

IMG_7523Wenn du ein annähernd so verrückt bist, wie Christine und ich, dann haben wir überhaupt den ultimativen Tipp für dich: wir sind mit dem Nachtzug von Wien nach Venedig angereist, der kam um 7 Uhr Früh an und wir haben uns gleich mal einen ordentlich starken Espresso genehmigt. Danach gab’s Faschingstreiben ohne Ende und mit dem nächsten Nachtzug sind wir wieder retour gefahren. Nach 2 Nächten im Zug waren wir zwar ziemlich geschlaucht, aber zufrieden und glücklich!

Mein Karnevals-Tipp: Die kleine Pasticceria da Bonifacio in einer der Seitengässchen hinter dem Markusdom (Calle Dei Albanesi Castello 4237) kommt zwar mittlerweile schon in einigen Reiseführern vor, ein Besuch lohnt sich aber allemal, die Leckereien dort sind einfach köstlich!!!

2018 geht der Karneval leider nur mehr bis 13.2., du musst dich also beeilen. 2019 findet er von 23.2. bis 5.3. statt!IMG_7535

Hast du Lust auf andere Brauchtumsveranstaltungen? Schau mal hier, was zum Beispiel in Oberösterreich so gefeiert wird…

 

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ISRAEL – und plötzlich bin ich bibelfest

Wenn jemand eine Reise tut, so kann er was erzählen. Drum nähme ich den Stock und Hut und tät das Reisen wählen. Matthias Claudius (1740-1815)

Hallo, ihr Lieben!

Ich habe ein neues Land entdeckt! Also, natürlich nicht weltgeschichtlich gesehen – aber für mich. Meine kleine Welt hat sich erweitert – um ein Land das ich schon lange mal bereisen wollte, das mich irgendwie faszinierte, obwohl ich es gar nicht kannte und von dem man immer wieder in den Medien hört, wenn auch nicht immer aus erfreulichen Gründen. Israel! Eine Jahrtausendelange Geschichte verbirgt sich hinter diesem Land – und die wollte doch erforscht und entdeckt werden, oder?

Auch wenn meine Freundin Lisi und ich nur 4 1/2 Tage Zeit für dieses Projekt hatten, wir wollten es drauf ankommen lassen und einfach das von Israel sehen, das sich in dieser kurzen Zeit machen ließ. Jerusalem war Pflichtprogramm – alles weitere war flexibel. Dachten wir. Bei der Lektüre unseres Reiseführers stellte sich nämlich sehr bald heraus, dass Israel eine Menge zu bieten hat, das wir unbedingt sehen wollten. Aus „nur Jerusalem ist Pflicht“ wurde schließlich „ich will auch nach Haifa und zum See Genezareth und nach Bethlehem und nach Akko….“ – und so haben wir die Idee geboren, doch einen Mietwagen zu nehmen.IMG_9954

Noch ein bisschen komplizierter gestaltete sich unsere Planung, als wir rausfanden, wie man es in Israel mit den Feiertagen hält. Freitag Abend bis Samstag Abend ist Sabbat – alles, was jüdisch ist, ist in dieser Zeit geschlossen. Ausnahmslos. Am Samstag haben dann muslimische Geschäfte und Restaurants oft zu und am Sonntag alles Christliche. Das Bedarf ein bisschen einer Umsicht! Wir haben unseren Reiseablauf einige Male geändert, weil wir drauf gekommen sind, dass manches an einigen Tagen einfach nicht zu besichtigen ist. Wenn man drauf vorbereitet ist, ist das alles nicht schlimm, aber wenn nicht, kann man durchaus seine Überraschungen erleben.

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Jaffa im Sonnenuntergang

Also, auf ging’s! Der größte Flughafen des Landes, Ben Gurion, liegt etwas außerhalb von Tel Aviv und da Israel ein kleines Land ist, schien uns Tel Aviv auch als ein guter Ausgangspunkt für unsere kleine Expedition. Eine kleine Expedition – das schreit doch direkt nach dem Little Tel-Aviv Hostel als Unterkunft. Einfach, sauber und günstig, das waren unsere Ansprüche und denen tat das Little Tel-Aviv mehr als nur Genüge. Die Lage war auch gut, in ein paar Minuten konnten wir auf dem mondänen Rothschild-Boulevard flanieren und bis zum Strand waren es gerade mal eine gute Viertelstunde.img_6358.jpg

Apropos Strand! Der Strand in Tel Aviv ist toll und hipp – wenn man nicht gerade im Jänner dort ist! Uns empfing er nämlich mit einem ordentlichen Sturm, der alles überflutet hat, von Baden oder auch nur Plantschen war daher keine Spur (naja, wäre auch sonst im Jänner nicht soooo verlockend gewesen, aber ein Bikini-Foto hätten wir sonst schon geschafft…), aber wir waren beeindruckt von der Kraft des Wassers, von den riesigen Wellen und auch von dem Chaos, das so ein Sturm gleich mal anrichten kann. Aber irgendwann wär’s wohl schön, nochmal dorthin zurück zu kommen, wenn der Strand so richtig belebt ist, man die verschiedenen Strandabschnitte und das wilde Treiben dort auskosten kann.IMG_E0039

Tags darauf ging machten wir uns auf, die Stadt zu erkunden. Ein Teil Tel-Avivs ist als UNESCO Weltkulturerbe geschützt: die sogenannte „Weiße Stadt“, in der sich Bauten im Bauhausstil aneinanderreihen. Das ist jetzt natürlich Geschmacksache und vielleicht nicht unbedingt schön, aber ich hab ja so ein Faible fürs Welterbe – wie du bestimmt schon mitgekriegt hast – und drum mussten wir dort einfach hin. Irgendwie scheint dieser Baustil überhaupt in der ganzen Stadt allgegenwärtig zu sein, wir entdeckten nämlich eine ganze Menge „Bauhaus-Häuser“, oder glaubten zumindest, sie als solche zu erkennen…

Am Nachmittag ging es nach Jaffa, den südlichen, alten Stadtteil von Tel Aviv. Jaffa ist eine alte Hafenstadt mit einer langen Geschichte und weil wir ja gerade auf dem „Bildungstrip“ waren, beschlossen wir uns einer Free Walking Tour anzuschließen. Diese Gratis-Touren werden ja gerade in vielen Städten angeboten und ich muss wirklich sagen, es war informativ und kurzweilig . Aber auch sonst hat es Spaß gemacht, durch die engen Gässchen der Altstadt zu bummeln oder den Fischerbooten am Hafen zuzusehen. Der Wellengang war ja immer noch gewaltig, sodass die meisten Schiffe im Hafen lagen und gar nicht auslaufen konnten.

Als wir mit der Tour fertig waren und es Zeit war, Souvenirs zu kaufen, staunten wir nicht schlecht. Es war nicht mal 16 Uhr, als in Jaffa alles dicht gemacht und alle Rollläden runtergelassen wurden: klar, der Sabbat begann. Wie gut, dass wir bereits zuvor unser Mietauto abgeholt hatten, denn auch die Busse stellten ihren Betrieb völlig ein. Sei darauf vorbereitet, wenn du vor hast, nach Israel zu fahren. Es fahren in dieser Zeit zum Beispiel auch keinen öffentlichen Busverkehr zwischen Tel Aviv und Jerusalem und es kann durchaus mal passieren, dass man sonst feststeckt. Es gibt aber private Alternativen, die sogenannten Sheruts, die angeblich sehr gut funktionieren, aber leider keinen fixen Fahrplan haben, sondern immer dann los starten, wenn sie eben voll sind.

Zum Glück war die Nahrungsbeschaffung in Tel Aviv selbst trotz des Sabbats unkompliziert, es fanden sich genügend Lokale, die offen hatten (in Jaffa haben wir gerade mal mit Mühe und Not noch einen Kaffee bekommen, bevor alles geschlossen wurden. Sehr lecker haben wir im Restaurant Night kitchen gegessen – wir wussten gar nicht, welch ein In-Lokal das ist, und welch ein Glück wir hatten, das wir ganz spontan einen Tisch bekamen. Eine Reservierung empfiehlt sich daher unbedingt – na fürs nächste Mal wissen wir es… Kulinarisch hat Tel Aviv überhaupt einiges zu bieten, internationale Küche ist genauso vertreten, wie einheimische Kost. Unser Herz erobert hat das Lokal Benedict am Rothschild Boulevard. Haben wir uns erst noch gewundert, dass dort mit „All about breakfast 24/7“ geworben wird, wurden wir bald eines Besseren belehrt: Hier gibt es wirklich rund um die Uhr Frühstück, und nur das – in allen leckeren Varianten.t

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Frühstück zum Abendessen – das „Benedict“ macht’s möglich!

Tags darauf führte uns unsere Tour dann Richtung Norden. Das Autofahren in Israel ist, abgesehen von den Großstädten, wo es schon mal richtig voll werden kann, kein wirkliches Problem. Im Gegensatz zu vielen anderen Ländern (ich erinnere mich da an eine Fahrt durch das nächtliche Amman in Jordanien…) werden Verkehrsregeln weitgehend eingehalten und die Straßenbeschilderung erfolgt fast immer dreisprachig in Hebräisch, Arabisch und Englisch. Das Autobahnnetz ist gut ausgebaut und die Orientierung recht einfach. Uns hat man wie selbstverständlich mit einem Automatik-Auto ausgestattet und ich weiß bis heute nicht, ob ich mich nicht vielleicht ein bisschen darüber kränken sollte…IMG_0217

Zuerst machten wir in Haifa halt, um die berühmten Bahaa-Gärten zu besichtigen. Eine wunderschön angelegte Garten-Anlage mit einem goldkippeligen Schrein und einem Gebetszentrum, die über Haifa thront und einen herrlichen Blick über die Stadt bietet – all das gehört der sogenannten Bahai-Religion, die paradoxer Weise in Israel selbst aber gar keine Mitglieder haben darf. Leider kann man die Gärten nicht durchgehend besichtigen sondern muss für die einzelnen Terrassen immer wieder eigene Eingänge benutzen, was uns ziemlich genervt hat. Nichtsdestotrotz lohnt es sich, sich bis ganz nach oben „vorzuarbeiten“ um dann den wunderschönen Ausblick genießen zu können.IMG_E0130

Dann ging es weiter in die alte Seefahrer-Stadt Akko. Akko hat eine entzückende Altstadt, die nur aus engen Gässchen besteht und diese wiederum sind voll mit Marktständen. Und Akko hat einen Hafen, in dem bunte Fischerboote vor Anker liegen.IMG_6531

Von dem abgesehen wird man in Akko in die Zeit der Kreuzfahrer zurück versetzt. Beherrscht wird die Stadt von einer riesigen Burganlage und die Kreuzfahrertunnel, über die früher die Stadt betreten und verlassen werden konnte, sind auch noch zu besichtigen. Ein bisschen spooky, oder? Wir hatten nur ein paar Stunden für diese hübsche Stadt eingeplant, hätten aber noch locker einen ganzen Tag bleiben und herumschlendern können.IMG_6636

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Uhuuuu… 2 Geister, oder wie?

Aber nein, wir mussten weiter. Zum See Genezareth – ich hatte nämlich eine Mission: ich wollte über’s Wasser gehen. Soll ja schon mal vorgekommen sein und irgendwie klang das Ganze nicht so schwierig… War es dann aber doch und ich muss zugeben, ich bin gescheitert. Nichtsdestotrotz ist ein Abstecher an den See Genezareth eine feine Sache. Er liegt nämlich 200 m unter dem Meeresspiegel und es herrscht eine ganz eine eigene Atmosphäre dort. Die erste Anlaufstelle, wenn man von der Küste kommt, ist Tiberias, ein Ferienort, in dem es im Sommer wohl schon ganz schön voll werden kann. Im Jänner war dort aber fast keiner und wir konnten beinahe ungestört (die Möwen, die Möwen…) ein herrliches Abendessen an der Esplanade genießen – quasi erste Reihe fußfrei.IMG_E0234

Am Sonntag erwartete uns das Highlight unserer Reise: Jerusalem stand am Programm. Jerusalem muss man gesehen und erlebt haben! Betritt man die Stadt durch eines der 8 Tore der Stadtmauer, ticken die Uhren anders. Es ist schwer zu beschreiben, aber in Jerusalem liegt etwas in der Luft. Es herrscht eine ganz eine eigene Stimmung und auch wenn man nicht sonderlich gläubig ist, hat man das Gefühl von etwas Spirituellem umgeben zu sein. Es hätte mich auch nicht gewundert, wenn Jesus mit seinen Jüngern plötzlich über die Via Dolorosa spaziert wäre – das wäre durchaus stimmig gewesen.IMG_6775

Ich kann ja manchmal etwas kompliziert sein, und so habe ich mir hier eingebildet, unbedingt ein Foto von mir vor dem Felsendom haben zu wollen. Aus Israel wegzufahren, ohne dieses Bild ging gar nicht, das war für mich, als wäre ich in Paris, aber nicht am Eiffelturm gewesen. Tatata – bitte sehr – Lisi hat es möglich gemacht!!IMG_0261

Warum ich das extra so erwähne? Nun, es ist gar nicht einfach, den Tempelberg wirklich zu betreten. Von der Ferne sieht man den Felsendom aus der ganzen Stadt, aber direkt davor zu stehen, bedarf einiges organisatorischen Geschickes, die Öffnungszeiten dieser heiligen Stätte sind nämlich sehr überschaubar, und nicht wirklich vorhersehbar. Freitag und Samstag ist grundsätzlich geschlossen. An den anderen Tagen sollte der Tempelberg grundsätzlich am Vormittag und am Nachmittag für 2 Stunden geöffnet sein – dies kann sich aber, je nach Sicherheitslage und Gebetssituation, jederzeit ändern. Wenn nämlich die Moslems in der Al-Aqsa Moschee zu beten beginnen, haben alle anderen Leute ratzfatz den Berg zu verlassen. Und das geht blitzschnell, wir haben es selbst erlebt. Es verspricht auch kein Tourenbieter, bei einem Rundgang durch Jerusalem den Tempelberg zu besichtigen, weil das Ganze eben nicht wirklich planbar ist. Ich bin aber seeehr froh, dass wir dort waren und ich mein Foto hab. Danke, Lisi! Jerusalem kann man nicht so nebenbei abhandeln, ich werde dir daher in den nächsten Tagen in einem eigenen Blogpost nochmal extra darüber berichten.

Von Jerusalem nur ein paar Kilometer entfernt liegt Bethlehem. Jeder kennt Bethlehem, da wurde doch das Christkind geboren und jedes halbwegs religiöse österreichische Kind träumt davon, einmal als „Friedenslichtkind“ für die Aktion des ORF Oberösterreich vor Weihnachten nach Bethlehem zu reisen und dort das Friedenslicht zu entzünden und nach Hause zu bringen. Nach Bethlehem mussten wir also auch unbedingt und die paar Kilometer Entfernung… so nahe kamen wir da nicht so schnell wieder hin. Was wir allerdings nicht bedacht und erst bei unseren Recherchen vor Ort bemerkt haben: Bethlehem liegt im Westjordanland und das ist von Israel abgeriegelt. Durch Zäune und durch eine Meterhohe Mauer. Von „schnell mal hinfahren“ war daher keine Spur, der Autobus, der uns dort hinbringen sollte, umrundete gefühlt die ganze Stadt und brauchte dafür fast 1 1/2 Stunden – Grenzkontrollen durch schwer bewaffnete Soldaten im Autobus inklusive. Da kann einem schon mal kurz mulmig werden.

In Bethlehem selbst hat sich dann ein Taxifahrer angeboten uns ein bisschen herumzufahren, was keine schlechte Idee war. Das idyllische Bethlehem, in dem man mit dem Esel herumreitet und von einem Ende der Stadt zum nächsten mal ein paar Minuten braucht, gibt es nämlich nicht. Das heutige Bethlehem ist eine große Stadt mit über 30.000 Einwohnern, verwinkelten Straßen und von einer schnellen Besichtigung ist da keine Spur. Wir ließen uns also zur Geburtskirche bringen und stiegen in die berühmte Geburtsgrotte hinab – schon ein denkwürdiger Moment. Ich muss ja sagen und ma hört es vielleicht auch heraus, ich bin nicht wirklich religiös. Aber wenn man mal davon ausgeht, dass es stimmt, was über diese Orte und ihre Begebenheiten überliefert wurde, dann ist es schon „wow“, selbst dort zu stehen.

Unser Taxifahrer war Palästinenser und es war ihm ein Anliegen, uns zur Mauer zu fahren und uns darüber zu erzählen, wie sie ab 2005 praktisch über nach errichtet und die West Bank von Israel abgeriegelt wurde. 25 km ist die Mauer lang, die restliche Sperrzone wird mit Zäunen und Wachtürmen gesichert. Das hatten wir doch alles schon mal irgendwo und gerade deshalb fühlt es sich umso bedrückender an. Manche, wie dieses Hotel direkt an der Mauer, versuchen aller Ironie zum Trotz Profit daraus zu schlagen und und bieten Zimmer mit Mauerblick an. Der absolute Großteil der Bevölkerung leidet jedoch darunter, denn sie sind ausgeschlossen von der Welt und ihrem Leben vor dem Mauerbau.

Unseren letzten Tag in Israel widmeten wir weitgehend den archäologischen Stätten des Landes. Und so fuhren wir nach Caesarea, eine Dreiviertelstunde nördlich von Tel Aviv, einer ehemaligen Hafenstadt mit fast 2500 Jahre langer Geschichte, wo sich in einem Nationalpark beeindruckende Überreste Römischer Besiedelung wie ein Hippodrom oder ein altes Theater befinden. Megiddo, auf der Strecke zwischen Tel Aviv und Nazareth haben wir in seiner Bedeutung etwas unterschätzt. Von hier soll laut Bibel Armageddon, der Weltuntergang ausgehen. Lisi war traurig, dass wir keine Zeit für eine Besichtigung hatten, ich fühlte mich fast ein bisschen erleichtert. Man will ja im Fall des Falles dann doch nicht direkt vor Ort sein…

Nazareth mussten wir auch noch einen Besuch abstatten, es war ja schließlich das Dorf, wo alles begann und Maria die frohe Botschaft empfing. Nun ja, Dorf… das ist so eine Sache, denn auch Nazareth hat sich ziemlich gemausert und beherbergt nun fast 80.000 Einwohner – inklusive ihrer Autos, die sich gefühlt alle zur selben Zeit auf den Straßen befanden und einen beträchtlichen Stau verursachten. Außer der Verkündigungskirche und einem bisschen „Streetlife“ bietet Nazareth nicht viel und ich würde retrospektiv fast empfehlen, dass jeder, der nicht aus religiösen Gründen hinmöchte, eher einen Bogen drum macht und seine Zeit andernorts besser verwendet.

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Hier hat Maria gewohnt – anno dazumal…

Nun, 4 1/2 Tage um ein ganzes Land zu erkunden, das ist natürlich viel zu kurz und wir mussten durchaus Abstriche machen. Die Gegend südlich von Jerusalem, die Wüste Negev, das Rote und das Tote Meer konnten wir gar nicht besuchen und auch sonst gibt es bestimmt noch viele Orte, die mehr als sehenswert sind. Diese kurze Zeit hat aber auf jeden Fall gereicht, um einen Eindruck von Israel zu bekommen, im grauen Januar ein paar Sonnenstrahlen zu tanken Bibelkenntnisse aufzufrischen, und sich ein bisschen mit der Geschichte des Nahen Ostens zu beschäftigen.

Ich wurde seitdem mehrmals gefragt, ob ich noch einmal nach Israel fahren würde. Wäre ich noch nicht dort gewesen, würde ich es in der momentanen Situation wieder tun, ein zweites Mal möchte ich vorläufig aber nicht hinreisen. Ich finde es durchaus befremdlich, an allen Ecken und Enden von Uniformierten mit Maschinengewehren überwacht zu werden und auch die penibel genauen Kontrollen und Befragungen am Flughafen Ben Gurion empfand ich als unangenehm. Wir haben aber ansonsten keine brenzligen Situationen erlebt und wir haben uns auch nicht gefürchtet. Trotzdem empfiehlt sich schon, sich vor der Abreise über die Sicherheitswarnung des Außenministeriums zu informieren, denn auch wenn die Lage momentan ruhig ist, kann sich dies natürlich jederzeit wieder ändern.

Warst du auch schon in Israel und möchtest deine Erfahrungen mit uns teilen? Gerne freue ich mich über deinen Kommentar!

Hast du Lust, mehr über Urlaub im Nahen Osten zu erfahren? Vielleicht ist ja mein Bericht über 10 Tage in Jordanien etwas für dich?

 

 

 

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LEGOLAND – Stein auf Stein, Stein auf Stein…

Der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Wortes Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt. Friedrich Schiller (1759-1805)

Wir lieben Vergnügungsparks – manche sogar so sehr, dass wir sie bereits mehrmals besucht haben. Einer unserer Favoriten ist das Legoland Deutschland. Bereits als die Halbstarken noch ziemlich klein und schwach waren, sind wir das erste Mal dort gewesen und seitdem pilgern wir in regelmäßigen Abständen nach Günzburg. Und auch wenn zumindest die beiden Großen dem Legoland-Alter OFFIZIELL entwachsen sind, kommen sie immer noch mit Begeisterung mit. Und sind immer wieder fasziniert von der wunderbaren Welt aus kleinen Steinchen.IMG_E7828

Der Park ist in verschiedene Themenbereiche unterteilt, sodass eigentlich jeder das findet, das ihn am meisten begeistert. Da gibt es eine Piratenwelt, eine Abenteuerwelt, das Reich der Pharaonen, das Land der Ritter, die Lego-City und einen Bereich Imagination sowie Lego-Extreme.

Absolutes Herzstück des Parks ist das Miniland, wo aus über 25 Millionen Steinchen eine beeindruckende Miniwelt nachgebaut wurde. Wir sind jedes Mal wieder fasziniert, wie detailgetreu alles gemacht und können uns gar nicht sattsehen! Auf Knopfdruck kann man sogar selbst ein bisschen ins Geschehen mit eingreifen und Züge und Boote steuern oder Musik spielen lassen.

In der Lego City findet man all das, was man aus der Legekiste im Spielzimmer in klein kennt, im Großformat. Man kann mit Lego-Autos, Zügen und Flugzeugen fahren und sogar einen „echten“ Lego-Führerschein machen. Und die ganz Mutigen können sich bei Ninjago Fly durch die Lüfte wirbeln lassen – einer der Favoriten meiner Halbstarken.img_5073.jpgIMG_6284

Apropos Ninjago. Bei unserem letzten Besuch wurden wir von Ninjago „The Ride“ überrascht, dessen Höhepunkte ich euch natürlich nicht vorweg nehmen möchte. Nur soviel: es ist ein sehr interaktiver Fahrspaß, für den sich ein bisschen anstehen lohnt.IMG_5119

Mir selbst gefällt am besten die Abenteuer-Welt. Warum? Weil man dort eine Safari in einem kleinen Lego-Auto machen kann und an entzückenden Elefanten, Giraffen und Zebras vorbei kommt. Soooo süß!

Die Piraten-Welt ist auch ziemlich cool. Mit Booten fährt man durch eine Lego-Landschaft und kann, so das Wetter mitspielt, vom Boot aus die Zuseher mit Wasserkanonen bespritzen. Aber Vorsicht – sie spritzen zurück!! Und schon ist man mitten in der schönsten Wasserschlacht. Wie gesagt – schönes Wetter vorausgesetzt, oder jede Menge Wechselgewand im Gepäck…IMG_7896

Ziemlich viel Action gibt es bei den Hochschaubahnen, dem Feuerdrachen und Project X. Die Halbstarken genieren sich da immer ein bisschen und keiner will so ganz freiwillig neben mir sitzen. Ich brülle nämlich immer gaaaaanz laut – da ist das Ganze dann gleich nur mehr halb so schlimm. Bitte jetzt nicht sagen, dass man ja nicht Hochschaubahn fahren muss, wenn man sich fürchtet. Das tu ich ja nicht, also maximal ein kleines Bisschen. Aber kennst du nicht den Nervenkitzel, wenn es erst langsam bergauf und dann das erste Mal bergab der geht?? Laut Schreien hilft da ungemein! Glaub es mir – und probiere es das nächste Mal aus!!

Für die Supercoolen gibt es noch eine tolle Sache: Power Builder nennt sich das Ganze und man kann dabei einen Roboter selbst programmieren, mit dem man dann mitfahren kann. Spannend, oder? Da verbringen wir immer viel Zeit – die Jünglinge beim Fahren und ich beim Versuch, Fotos zu machen.

Ganz kleine Kinder kommen übrigens auch auf ihre Rechnung, es gibt etliche Fahrgeschäfte auch für „Minis“. Beim Ritterturnier kann man auf Pferden seine Runden drehen, das Flugzeugkarussell bietet sich ebenfalls an und es gibt sogar eine Fahrschule extra für jüngere Kinder.IMG_6337

Aber nicht nur die Fahrgeschäfte und Miniaturwelten faszinieren uns. Auch das Drumherum im Legoland ist entzückend. Die kleinen Figuren, die einen überall erwarten, die vielen liebevoll gestalteten Details und die zahlreichen Spielplätze, die zwischendurch für jede Menge Unterhaltung sorgen.

Die Anreise ins Legoland haben wir bisher immer so gehandhabt, dass wir entweder in München oder in Günzburg selbst übernachtet haben. Quartiere gibt es zahlreiche, auch solche zu moderaten Preisen. Im Legolandhotel selbst waren wir bisher noch nie, das war mir ehrlich gesagt immer ein bisschen zu hochpreisig. Aber da die Alternativen rundherum durchaus passabel sind (zuletzt haben wir im Herbst im Gasthof „Goldener Löwe“ genächtigt…) und man auch von München weg in ca. 1 Stunde da ist, konnten wir das immer umgehen. Da die Rückfahrt nach Wien doch gute 4 1/2 Stunden dauert, haben wir nach einem Legoland-Besuch gerne noch einen Zwischenstopp bei der Familie in Oberösterreich eingelegt…IMG_6362

Preislich finde ich das Legoland recht moderat. Die regulären Eintrittspreise schlagen zwar mit 45,50 € für Erwachsene und 40,50 € für Kinder zu Buche, es gibt aber immer wieder tolle Aktionen und Familienangebote. Wir hatten für unseren letzten Besuch einen Gutschein von einer Cornflakes-Packung, mit dem wir alle Tickets um 50 % verbilligt bekommen haben. Und dann finde ich einen Tag im Legoland wirklich erschwinglich. Wer kein Geld für Essen oder Getränke ausgeben möchte, kann übrigens völlig problemlos seine eigenen Sachen mitnehmen. Wir haben das nie gemacht, weil ich nicht gerne den enormen Nahrungsbedarf von 3 Halbwüchsigen schleppe. Außerdem duftet es meistens soooo lecker überall, dass wir dann erst recht Lust auf Pizza & Co bekommen. Aber wie gesagt, prinzipiell ist das gut möglich.IMG_7886

Wir haben etliche schöne Familienausflüge ins Legoland unternommen. Ich weiß nicht, ob wir in nächster Zeit nochmal hinfahren, wenn nicht, liegt es aber einzig daran, dass wir halt altersmäßig nicht mehr die richtige Zielgruppe sind. Aber vielleicht kann ich ja doch bald wieder jemanden zu einem Ausflug dorthin überreden – es kann ja eigentlich nicht sein, dass ich dazu erst Enkelkinder kriegen muss, oder?

Praktische Informationen:

Anreise: auf der A8 – Ausfahrt Günzburg. Von dort sind es nur mehr wenige Minuten ins Legoland. Kostenpflichtige Parkplätze stehen ausreichend zur Verfügung

Öffnungszeiten: von 24.3.2018 – 4.11.2018 tageweise unterschiedliche Öffnungszeiten

Preise: Erwachsene 45,50 €, Kinder unter 12 Jahre 40,50 €, zahlreiche Ermäßigungen und Familienkarten

Weitere Informationen auf der Homepage verfügbar

Weitere tolle Abenteuer und Tipps für Familienausflüge findest du hier

 

 

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GMUNDEN – Winter ade beim Glöcklerlauf

Es ist besser, ein Licht zu entzünden, als auf die Dunkelheit zu schimpfen. Konfuzius (551 – 479 v. Chr)

Alljährlich am 5.Jänner, dem Vorabend des Dreikönigstages, findet in weiten Teilen des Salzkammergut der Glöcklerlauf statt. Wir waren vor 2 Jahren in Gmunden und haben uns diese Spektakel einmal selbst angesehen.

Der Ablauf der Veranstaltung ist genauso Tradition, wie das Brauchtum selbst. Tausende Menschen finden sich nach Einbruch der Dunkelheit am Rathausplatz ein, wo Turmbläser vom Rathaus aus den Beginn des Umzugs einleiten. Danach werden die Heiligen Drei Könige erwartet, die mit dem Schiff über den Traumsee nach Gmunden gebracht werden und nach ihrem Eintreffen vor dem Rathaus ihre Hirten- und Dreikönigslieder zum Besten geben.

Danach kommt der eigentliche Höhepunkt: das Eintreffen und der Umzug der Glöckler. Wunderschöne, teilweise bis zu 15 kg schwere Lichterkappen zieren ihre Köpfe. Ein Gerüst aus Holzstäben gibt Stabilität, die Seitenteile sind aus Papier und weisen die schönsten Motive auf: Muster, Brauchtumsszenen, Landschaftsbilder, Figuren – gar vielfältig sind die Dekorationen. Die Kappen weisen verschiedene Formen auf und werden von den Glöcklern selbst gebastelt – unzählige Arbeitsstunden stecken in diesen Kunstwerken. Von innen werden die Kappen beleuchtet und bringen somit Licht in die dunkle Raunacht von 5. auf 6. Dezember.IMG_3537

Die Glöckler tragen weiße Kleidung und haben an ihrem Gürtel eine Kuhglocke befestigt, weshalb der ganze Umzug mit ganz schön viel Lärm auf sich aufmerksam macht. Glöckler laufen übrigens nicht alleine sondern in sogenannten „Passen“ zu ca. 20 Leuten und haben oft kunstvolle Schrittfolgen einstudiert, in denen sie über den Platz laufen.IMG_3549

Der Brauch des Glöckelns stammt original aus dem Salzkammergut und wurde bereits im 19. Jahrhundert begonnen, er dient dazu, den Winter mit seinen bösen Geistern auszutreiben. Die Glöckner bringen Licht und vertreiben die Dämonen der letzten Raunacht – so besagt es die Legende des Heidnischen Brauches. Ursprünglich liefen die Glöckler von Bauernhof zu Bauernhof um diese zu beschützen und ihnen ihre Ehre zu erweisen. Das Stampfen der Glöckler soll übrigens dazu beitragen, das unter dem Schnee begrabene Korn zum Keimen zu erwecken – je lauter daher, desto besser. Nun ja, Schnee gab es bei unserem Besuch ja keinen, aber der Lärm der Glocken und das Trampeln der Glöckler ist bestimmt bis tief in die Erde durchgedrungen.

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Auch der Glöckler-Nachwuchs ist eifrig dabei!

Da ich in Oberösterreich aufgewachsen bin, hab ich natürlich schon oft von den Glöcklerläufen gehört – es war daher ein besonderes Erlebnis, auch einmal „live“ dabei zu sein. Nicht nur in Gmunden wird dieses Brauchtum gepflegt, auch in anderen Orten im Salzkammergut, wie zB in Bad Ischl, Ebensee oder St. Wolfgang ziehen die Glöckler ihre Runden. Wirklich ein Spektakel, bei dem es sich lohnt, einmal dabei zu sein. Die ersten Glöcklerläufe wurden übrigens aus Ebenes überliefert, weshalb die dortige Veranstaltung von der UNESCO zum immateriellen Weltkulturerbe ernannt wurden.IMG_3509

Ich empfehle dir, einigermaßen zeitig vor Ort zu sein und dich warm einzupacken. Da die ganze Veranstaltung doch eine Zeit lang dauert, kann es ganz schön kalt werden. Außerdem willst du doch eine gute Sicht auf die beleuchteten Kappen haben, nicht wahr? Parkplätze direkt im Zentrum von Gmunden gibt es wenige, es lohnt sich auf den Stadtrand auszuweichen, um sich das lästige Suchen zu ersparen. Vom Veranstaltungszentrum Toscana ist man in ca. 15 min am Rathausplatz – dort steht ein großer Parkplatz zur Verfügung.

Wunderschöne Lichtfiguren, allerdings aus einer ganz anderen Welt, gab es auch hier zu sehen:

 

 

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RAX – und die Bergwelt ist so nah…

Die wahre Entdeckungsreise besteht nicht darin, neue Landschaften zu suchen, sondern mit neuen Augen zu sehen. Marcel Proust (1871- 1922)

Nach ein paar erholsamen und eher ruhigen Tagen zu Hause stand mir der Sinn am letzten Tag des Jahres nach etwas „Action“ und frischer Luft. Und nach etwas Winterfeeling. Was passt dafür also besser, als ein bisschen in die Berge zu fahren? Es ist uns ja selten bewusst, aber die Bergwelt ist nah – von Wien aus ist man in ca. 1 Stunde in den östlichen Ausläufern der Alpen und mit dem Schneeberg und der Rax findet man da durchaus noch Erhebungen, die sich wirklich „Berge“ nennen dürfen.

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Blick auf den Schneeberg

Schneeberg im Winter – das geht nur zu Fuss, und so viel Bewegung schwebte mir dann doch nicht vor. Also kündigte ich den Halbstarken vorsichtshalber schon am Vortag an, dass wir den Silvestertag 2017 auf der Rat verbringen würden – dort gab es eine Seilbahn, die auch zur kalten Jahreszeit in Betrieb war, und außerdem ausreichend Hütten, um das Ganze gleich ein bisschen attraktiver zu gestalten.Version 2

Ich rechnete mit Widerstand – doch dieser blieb aus. Vielmehr schauten mir eher verblüffte Gesichter entgegen, und das mit gutem Grund. Ich habe noch vor gar nicht allzulanger Zeit lauthals verkündet, dass ich niiiiieee wieder auf die Rax wolle und diesen Berg von nun an hassen würde. Damals nämlich, als wir eines schönen Frühsommertages mit einem Kollegen gemeinsam die Rax bezwingen wollten. Zu Fuss und über einen Klettersteig. Also so richtig mit Leitern und 100 m steil bergab und so. Und wer mich ein bisschen kennt, der weiß, dass das so gar nicht mein Ding ist. Wandern ja, gerne auch bergauf und gerne auch länger als 1/2 Stunde. Aber mit Herumkraxeln auf wackeligen Leitern hatte ich so gar nichts am Hut, ließ mich dann aber doch dazu überreden.

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Der Versuch, die Rax im Sommer über den Wachthüttelsteig zu erklimmen. Noch lachen wir ein bisschen…

Nach Stunden, während ich mich in schwindeliger Höhe auf diesen Berg gequält habe (mit wunderschönem Panorama, zugegeben, aber wer kann schon darauf achten, wenn er immer Angst hat, gleich abzustürzen…?) – die Halbstarken hüpften problemlos und grazil wie Gämsen bergauf – überraschte uns ein Hagelsturm und wir mussten all den Weg wieder hinunterklettern. Rutschige Leitern, steiles Gelände, saukaltes Wetter. Ungemütlich, gelinde gesagt. Tja und so kam es, dass ich damals all diese Flüche und Verdammnisse des quasi heiligen Berges gegenüber aussprach.

Und so kam es auch, dass die Halbstarken gar so überrascht waren, dass ich nun FREIWILLIG doch wieder da rauf wollte. Aber mit der Seilbahn, das ist doch gleich was ganz anderes, nicht wahr?IMG_9703

Wie gesagt, nach 1 Stunde Fahrzeit erreicht man von Wien aus die Talstation. Von wenigen Revisionstagen abgesehen, bringt einen die Seilbahn in knapp 8 Minuten auf etwa 1600 m Seehöhe in alpines Gelände. Während im Tal von Schnee ja keine Spur war, fanden wir eine wunderschöne Winterlandschaft vor, kaum dass wir die Bergstation verlassen hatten.IMG_6110

Gemeinsam mit etlichen Schneeschuh-Wanderern (das wirkt super nett, ich glaube, das muss ich auch mal probieren) und Tourenschifahrern machten wir uns auf den Weg zu einem kleinen Spaziergang. Unser Ziel war das Otto-Haus, als Wandermotivation versprach ich meinen immer noch nicht murrenden (sehr außergewöhnlich!) Mitwanderern dort eine deftige Hüttenmahlzeit. IMG_E9605

Bei herrlichem Sonnenschein wanderten wir also ein Stückchen bergauf und haben es so richtig genossen, durch den Schnee zu stapfen. Unter den Halbstarken entwickelte sich natürlich recht rasch eine lustige Schneeballschlacht – die Geschosse flogen tief und bald kugelten alle ausgelassen im Schnee herum.IMG_6203

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Ich muss ehrlich sagen, eine sportliche Herausforderung war diese Tour nicht, aber darum ging es uns auch gar nicht. Ohne Schnee hat man das Otto-Haus bestimmt in 30 Minuten erreicht, mit Schneestapfen, Fotopausen und wilden Schneeballschlachten brauchten wir eine knappe Stunde. Als Belohnung wartete in der tief verschneiten Hütte dann schon eine leckere Erbsensuppe mit Würste auf uns – wie es sich eben gehört!

Die Rax bietet ein riesiges Wandergebiet mit unzähligen Möglichkeiten. Im Winter sind zwar nicht alle Hütten bewirtschaftet, für Tourengeher finden sich aber zahllose Varianten und im Sommer gibt es überhaupt ein weitläufige Wanderwege in allen Schwierigkeitsgraden, von einfachen Spaziergängen auf dem Raxplateau bis zu  Klettersteigen mit allem, was dazu gehört. Und egal, ob man zu Fuss raufgeht, klettert, oder sich bequem mit der Seilbahn nach oben bringen lässt – der Ausblick einerseits bis ins Wiener Becken hinein, andererseits über den Semmering bis in die Steiermark, ist phänomenal!IMG_9660

Vor der Abfahrt – unsportlicher Weise wieder mit der Gondelbahn – ließen wir uns noch vor dem Bergrestaurant im Liegestuhl in der Sonne einen Kaffee richtig schmecken, was ein gemütlicher Abschluss dieses schönen Ausfluges war. Wenn ein Jahr so wunderbar endet, wie unseres hier auf der Rat, kann doch das neue auch nur gut beginnen, nicht wahr?IMG_9685

Möchtest du uns noch auf andere Wanderungen begleiten? Vielleicht ist ja ein Ausflug nach Bulgarien was für dich:

Praktische Informationen:

Anfahrt: über Reichenau an der Rax: Talstation: Dr.Ewald Bing-Straße 3

Öffnungszeiten: täglich zur vollen und halben Stunde, bei Bedarf auch öfter, je nach Saison zwischen 8:00 und 9:00 bis 16:30 bzw. 18:00 Uhr

Preise: Erwachsene: 27 €, Kinder 13,50 €, Ermäßigungen für Mitglieder Alpiner Vereine, ÖAMTC, ARBÖ, Jugendliche und Senioren

Nähere Informationen sind der Homepage zu entnehmen!IMG_6101

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Fotoparade – die schönsten Bilder des 2.Halbjahres 2017

Ein Wahnsinn, wie die Zeit vergeht!! Jetzt klinge ich schon, wie meine eigene Großmutter – aber wenn es doch auch wahr ist? Hat nicht gerade die Fotoparade von  Erkunde die Welt stattgefunden, in der Michael aufrief, seine schönsten Fotos zur Schau zu stellen?? Nun, das ist bereits ein halbes Jahr her, und nun ist es Zeit, wieder die Alben zu lüften und nach den schönsten Bildern zu kramen. Eine ziemliche Herausforderung diesmal, gilt es doch bis zu 11 Kategorien zu erfüllen. Na dann, auf geht’s, oder? Und falls du auch Lust hast teilzunehmen – auf zu Michaels 6. Fotoparade!

  • Landschaft

Ein Landschaftsfoto zu zeigen ist für mich immer eine gewisse Herausforderung. Ich bin immer sehr verleitet, eines aus Österreich zu zeigen um gleich ein bisschen „Werbung“ für unser Land zu machen. Dieses Mal fiel mir die Auswahl aber dennoch leicht, weil ich dieses Bild schon für die Fotochallenge ausgewählt habe, als ich es quasi geknipst habe. Es wurde im Rila-Gebirge in Bulgarien aufgenommen, wo ich mit den Halbstarken eine tolle Wanderung zu den 7 Rila Seen gemacht habe. Es geht stetig bergan, nach jeder Steigung kommt man an einem neuen See mit so klingenden Namen wie „Nierensee“ oder „Dreiblattsee“ vorbei, einer ist hübscher als der andere und man kann sich kaum an der wunderschönen Umgebung sattsehen. Und ist man nach etwa 3 Stunden am Gipfel angekommen, bietet sich einem ein atemberaubender Ausblick auf alle 7 Seen.IMG_5850

  • Licht

Ich bin ja nicht arg romantisch veranlagt – aber ein bisschen dann doch und so faszinieren mich Sonnenuntergänge und die Lichtschattierungen dabei schon immer wieder. Dieser hier wurde in Nord-Griechenland, in der Nähe von Thessaloniki aufgenommen, wo wir im Rahmen unseres Balkan-Roadtrips im Sommer ein paar Tage zum Entspannen waren.IMG_5974

  • Schwarz-Weiß

Man muss ja nicht immer unbedingt schöne Dinge auf seinen Fotos abbilden, oder? Dieses Bild von einer Plattenbausiedlung in MOLDAWIEN gefällt mir trotzdem irgendwie, weil es genau das Bild der Hauptstadt Chiçinau widerspiegelt. Eintönig, öde, trostlos und grau. Aber sehr typisch für dort. Und ich musste es nicht einmal wirklich bearbeiten, damit es in die Kategorie Schwarz-Weiß passt!Version 2

  • Tiere

Das ist diesmal eine einfache Kategorie für mich, denn dieser Geselle hier war schon mein Favorit, bevor ich überhaupt ein Foto von ihm gemacht habe. Wir waren im August im DONAUDELTA und da gibt es wirklich haufenweise Pelikane. Dieser hier hat sich geduldig fotografieren lassen, als wir mit unserem Fischerboot vorbeigeschippert sind. Ich mochte ihn von Anfang an!!IMG_2129

  • Natur

Und gleich geht es noch einmal zurück ins Donaudelta – soviel wunderbare Natur wie dort, findet sich ja selten wo. Eine unglaubliche Anzahl and Vogelarten lebt hier gemeinsam mit Fröschen, Bibern und sonstigem Getier.Version 2

  • Nahaufnahme

Nahaufnahmen mache ich selten – also solche ganz aus der Nähe zumindest. Aber dieses schmiedeeiserne Dach eines Pavillons in unserer Hotelanlage in Nessebar am Schwarzen Meer hat mich irgendwie fasziniert und musste doch näher „unter die Lupe“ genommen werden…IMG_2645

  • Stadtbild

Zum Thema „Stadt“ habe ich dieses 2-in-1 Bild der slowenischen Hauptstadt Ljubljana ausgewählt, wo wir im Frühsommer 2 sehr schöne Tage verbracht haben. Einerseits zeigt es die Fotografie eines Acrylbildes von Ljubljana mit der bekannten Brücke, andererseits ist im Hintergrund die Burg „life“ zu sehen. Das ist doch eine gelungene Kombination, oder?IMG_0489

  • Farbkontrast

Meine absolute Lieblingsstadt ist Stockholm. Alle, die meinen Blog verfolgen, wissen das – der Rest erfährt dieses „offene Geheimnis“ jetzt… In Stockholm bieten sich vielfältige Kontraste, die mich immer wieder faszinieren: gelb-blaue Fahnen, rot-weiße Hütten oder Hausfassaden in den buntesten Farben.IMG_4172

  • Essen

Ich habe soooo viele leckere Sachen im letzten halben Jahr gegessen – aber natürlich kaum welche davon fotografiert. Besonders gut geschmeckt hat aber dieses Backhenderl im Lokal „Seejungfrau“ am Neusiedlersee heuer im Juli. Unglaublich lecker – und die wunderschöne Atmosphäre dort direkt am See ließen es gleich noch einmal so gut schmecken. Mmmmh!IMG_4047

  • Aussicht

Im November war ich in Teenie-Begleitung in London, wo wir unter anderem „The Shard“ erklommen haben. Zugegeben, das war nicht sehr sportlich, immerhin bringt einen ein Lift ohne gröbere Anstrengung in den 73. Stock hinauf, wo sich dann aus über 300 m Höhe dieser tolle Blick über die Stadt bietet.IMG_8475

  • schönstes Bild

Das schönste Bild auszuwählen ist eigentlich das Schwierigste an der ganzen Fotoparade. Erstens ist „schön“ etwas sehr Subjektives und zweitens ist man ja auch automatisch emotional involviert, wenn man in seinen eigenen Bildern kramt, weil man mit jedem Bild ja auch Erinnerungen verbindet, die es dann für einen selbst zum „schönsten Bild“ machen. Dieses Bild führt uns noch einmal zurück ins Rila-Gebirge und es strahlt für mich einfach so viel Ruhe, Harmonie und Perfektion aus, dass ich es als mein schönstes Bild für die Fotoparade 2/17 ausgewählt habe.IMG_2965

So, das wär es nun für dieses Halbjahr mit den schönen Bildern. Ein ziemliches Kontrastprogramm zur Fotoparade des letzten Halbjahres, findest du nicht? Falls du noch einmal nachsehen möchtest, welche Bilder mich damals begeistert haben, hier gehts lang:

Michaels Fotoparade 2/2017 erfreut sich wirklich allergrößter Beliebtheit. Über 100 Teilnehmer gab es letztes Jahr und auch heuer haben schon wieder viele Blogger mitgemacht. Vielleicht hast du ja auch Lust, dir ihre Bilder anzusehen? Besonders gefallen haben mir die von

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MAULBRONN – herbstliches Klostererlebnis der Extraklasse

Wenn du die Speisen ablehnst, die Brauchtümer ignorierst, die Religion fürchtest und die Menschen meidest, bleibst du besser Zuhause. James Michener (1907-1997)

Eigentlich eher zufällig sind die Halbstarken und ich in Maulbronn gelandet, weil es fast direkt auf unserem Weg von München nach Strassburg lag und wir auf der Reise plötzlich soooo hungrig geworden sind dass wir eine kleine Pause einlegen mussten. Und weil uns ein bisschen Kultur ja noch nie geschadet hat (auch wenn die Halbstarken das anfangs oft,  ein bisschen anders sehen, fügen sie sich dann doch in meine Besichtigungsideen und sind schlussendlich dann ja auch meistens begeistert…), haben wir dabei auch gleich das alte Kloster besichtigt.IMG_7605

Maulbronn an sich ist eine kleine, beschauliche Stadt nördlich von Pforzheim mit gerade mal 6.500 Einwohnern. Ein paar Fachwerkhäuser am Hauptplatz, einige Geschäfte, mehr gibt es dort nicht zu sehen. Wäre da nicht, ja wäre da nicht das berühmte Zisterzienserkloster, das den Ort so richtig aufpeppt!

Kloster? Langweilig! Nein, bei Gott nicht!!! Das Kloster Maulbronn ist eine großartige Anlage, die einen, einmal durch das alte Klostertor betreten, in eine andere Zeit verzaubert.IMG_7658

Bereits von außen erinnert das Kloster mit seinen Türmen und dem ehemaligen Wassergraben eher an eine Burg als an ein klerikales Gebäude. Wir hatten das große Glück an einem wirklich schönen Herbsttag dort gewesen zu sein, sodass auch die Umgebung mit den vielen Weinbergen noch eine ganz bezaubernde Atmosphäre kreierte.IMG_7595

Das Herzstück des ganzen Ensembles ist natürlich das Kloster selbst. Daneben gibt es aber einen riesigen Klosterhof mit allerhand Nebengebäuden, die zum Teil noch aus dem Mittelalter stammen. Mittelalter – das Interesse der Halbstarken war prompt erwacht, sie mutierten beinahe zu Rittern und sausten mit Begeisterung über das Gelände. Wie herrlich war es auch, sich nach fast 3 Stunden im Auto ein bisschen zu bewegen! Die Klostermühle faszinierte ebenso wie die ehemalige Bäckerei und der riesige alte Speicher, der immer noch gut erhalten ist.IMG_7606

Der Klosterhof ist frei zugänglich, für die Besichtigung des Klosters und die Sonderausstellungen ist ein Eintrittspreis von 7,50 € fällig (Kinder 3,80 €). Mit Audioguide kann man sich selbständig auf Erkundungstour begeben, es werden allerdings auch Führungen angeboten und ich muss sagen, es lohnt sich wirklich.IMG_4370

Das Kloster Heilbronn zählt zum UNESCO Welterbe, alleine deshalb sollte man es schon gesehen haben. Und auch wenn ich finde, dass sich Klöster ja oft schon sehr ähneln (genauso wie Burgen und Schlösser und Kirchen es auch tun…), so finden sich doch einige Besonderheiten: Sehr interessant ist das Chorgestühl in der Klosterkirche, in dem die ehemaligen Mönche früher 5 mal täglich gebetet haben. Das erste Gebet fand schon in den frühesten Morgenstunden statt, das letzte erst um Mitternacht. Aus praktischen Gründen gab es daher eine direkte Stiege von den Schlafgemächern bis in die Kirche, über die die Mönche damals halbschlafend zum Gebet torkeln konnten. Welch eine Vorstellung, fünf mal täglich in der Kirche zu sitzen (bzw. hier eher zu stehen), oder?IMG_7615

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Chorgestühl in der Klosterkirche

Die Vorhalle der Kirche nennt sich übrigens Paradies und ist ein architektonisches Meisterwerk eines unbekannten Künstlers. Zugegeben, das „Paradies“ hab ich mir immer ein bisschen anders vorgestellt, aber ich bin da ja flexibel…

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So sieht das Paradies in Maulbronn aus…

Ganz toll ist auch das Brunnhaus aus dem 14. Jahrhundert im Innenhof des Klosters. Wenn du schon mal Bilder vom Kloster Maulbronn gesehen hast, dann wahrscheinlich von hier, der Brunnen dort ist nämlich quasi der Fotostar der Anlage und tatsächlich fand sich, obwohl während unseres Besuchs sonst nicht sehr viele Leute dort waren, eine kleine Menschen-Schlange davor. Selfie-Time im Kloster!!

Die Ursprünge des Klosters gehen übrigens auf das 12. Jahrhundert zurück und es findet sich eine Mischung verschiedener Baustile von Romantik und Gotik, was ja auch den besonderen Reiz der Anlage ausmacht. Drumherum, außerhalb der Klostermauern, finden sich etliche bereits von den Zisterziensern angelegte Fischteiche in einer teilweise sehr naturbelassenen Landschaft. All dies zusammen hat dazu geführt, dass das Kloster Maulbronn und seine Umgebung als Gesamtbild als die am besten erhaltene Klosteranlage Mitteleuropas gilt. Wasserwirtschaft und Fischzucht waren seit jeher ein besonderes Steckenpferd der Zisterzienser. Heute werden die Teichanlagen auch freizeittechnisch genützt, man kann dort schwimmen und sogar Tretboote ausborgen. Wie schade, das wir dafür keine Zeit hatten!IMG_4417

Im Besucherzentrum finden auch wechselnde Ausstellungen statt, im Jahr von Martin Luther war es daher nur naheliegend, dass es auch eine Ausstellung über die Reformation in Baden-Württemberg zu sehen gab. Unterhaltung gibt’s im Klostergelände also genug. Es finden sich dort auch einige Souvenirgeschäfte, ein Bücherladen, ein Café und das Klosterrestaurant.

Mönche gibt es in Maulbronn schon seit vielen Jahren keine mehr. Die ursprüngliche Klosterschule, in der Mönche ausgebildet wurden, ist heute das evangelische Seminar, ein Gymnasium für Mädchen und Burschen. Hermann Hesse war übrigens der berühmteste Schüler von Maulbronn. Wieder was gelernt, nicht wahr?

Was uns besonders fasziniert hat, sind die vielen Anekdoten, die es um das Kloster Maulbronn gibt. So soll es zum Beispiel eine Maultier gewesen sein, das im 12. Jahrhundert mit seinen Hufen eine Wasserquelle freilegte, und just an dieser Stelle wurde das Kloster errichtet. Oder hast du schon mal vom Wunder von Heilbronn gehört? Einmal im Jahr, am 21.Juni zwischen 11 und 12 Uhr, scheint die Sonne (so sie denn scheint) genau so durch ein Kirchenfenster, dass die Dornenkrone der großen Christusstatue in der Kirche rot leuchtet und wie Blut aussieht. Das ist fast ein bisschen gruselig, findest du nicht? IMG_7617

Dann gibt es auch noch die Geschichte von Doktor Faustus, den Wunderheiler und Alchemisten, der angeblich seinerzeit in dem nach ihm benannten Faust-Turm gelebt und gearbeitet hat und Goethe als Vorbild für sein Buch diente.IMG_4419

Oder hast du schon mal von „Maultaschen“ gehört? Na, woher kommen die wohl? Genau, aus MAULbronn. Und weißt du, was es damit auf sich hat? Früher durften die Mönche in der Fastenzeit ja kein Fleisch essen. Ein besonders findiger Mönch kam aber zu einem Stück Fleisch, das er natürlich auch nicht entsorgen wollte, und so hat er es faschiert und unter Gemüse gemischt. Und damit Gott nicht sah, dass die Mönche in der Fastenzeit Fleisch aßen, wurde es in Nudelteig eingepackt und dann eben so verspeist. Wir haben es den Mönchen gleich getan und konnten es uns natürlich nicht nehmen lassen, diese Spezialität im Klosterrestaurant zu probieren. Das Lokal geht zwar schon als ziemlich „touristisch“ und eher hochpreisig durch, aber die Maultaschen waren ausgesprochen lecker. Und so hat sich’s ja doch gelohnt.IMG_E7645

Tja, du siehst also, dieser Besuch war durchaus amüsant und kurzweilig und hat uns allesamt begeistert. Muss man irgendetwas mit Religion am Hut haben, um dem Kloster Maulbronn einen Besuch abzustatten? Absolut nicht, die ganze Anlage an sich ist wirklich sehenswert. Wenn du also mal in der Nähe bist, schau vorbei, ich bin mir sicher, es wird dich genau so begeistern wie uns. Halbstarke, die nach dem Besuch meinen „war schon cool“, sind doch der beste Beweis dafür!

Praktische Informationen:

Öffnungszeiten:

1. März bis 31. Oktober Mo-So 9 – 17.30 Uhr, 1. November bis 28. Februar Mo-So 9 – 17 Uhr

Eintrittspreise:

Erwachsene: 7,50 €, Ermäßigt 3,80 €

Homepage: www.kloster-maulbronn.de

Hast du noch mehr Lust auf tolle Bauwerke? Vielleicht ist ja das etwas für dich:

 

 

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Fotochallenge Buchtitel

Es gibt mehr Schätze in Büchern als Piratenbeute auf der Schatzinsel…
und das Beste ist, du kannst diesen Reichtum jeden Tag deines Lebens genießen.
Walt Disney (1901-1966)

In diesem heutigen Artikel gibt es keinen reinen Reisebericht, sondern etwas noch viel Spannenderes! Selda von Travellife hat zu einer Foto-Challenge aufgerufen, einer, die mir super gut gefallen hat, seit ich das erste Mal davon gehört habe. Ziel ist es, Bilder zu 9 verschiedenen Buchtiteln zu finden und eine kleine Geschichte dazu zu erzählen. Und da das Lesen neben dem Reisen zu meinen großen Leidenschaften gehört, – vielleicht ist dir ja schon mal aufgefallen, dass ich auch hier am Blog eine Rubrik mit Suchtipps eingerichtet habe… diese habe ich zugegebenermaßen bis jetzt aber ziemlich vernachläßigt… – ist diese Challenge ja wirklich wie für mich gemacht, findest du nicht? Also, los geht’s, mal schauen, welche Bücher da so zur Auswahl stehen. Vielleicht ist ja sogar das ein oder andere dabei, das du schon Gelesen hast?

1. Das Café am Rande der Welt  (John Strelecky)

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Dieses kleine, entzückende Café befindet sich auf der Insel Sandhamn, weit draußen im SCHÄRENGARTEN vor Stockholm. Ich liebe STOCKHOLM und wann immer ich dort bin, gehört ein Besuch der Inselwelt für mich einfach dazu, das ist Schweden, wie man es sich vorstellt. Und eine Fika, eine schwedische Kaffeejause mit Zimtschnecke und Häferlkaffee im Café Strindbergsgården ist einfach Idylle pur. Falls du jetzt Lust auf einen Ausflug nach Sandhamn bekommen hast, kannst du das auch literarisch machen. Viveca Sten hat eine wunderbare Krimireihe um den Kommissar Thomas Andreasson geschrieben, die auf dieser kleinen, pittoresken Insel spielt.

2. Der Gott der kleinen Dinge (Arundhati Roy)

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Du hast geglaubt, ein Vulkan wäre etwas ganz, ganz Großes? Ätsch, Irrtum! Es gibt auch winzig kleine Vulkane – und doch sind sie ganz echt und dürfen sich auch wirklich „Vulkan“ nennen und sie stehen ihren „großen Brüdern“ an Faszination um nichts nach. Dieser Schlammvulkan ist in ASERBAIDSCHAN zu finden und er ist – so wie die vielen anderen Vulkane um ihn herum – gerade mal 2-3 m hoch. Sie blubbern eifrig vor sich hin und immer wieder bricht einer von ihnen aus und versprüht eine ordentliche Ladung Schlamm. Ein wirkliches Naturschauspiel, das uns lange in seinen Bann gezogen hat. Na, das sind doch kleine Götter unter den Vulkanen, findest du nicht?

3. Das Labyrinth der Wörter (Marie-Sabine Roger)

Zu diesem Thema reicht ein Bild natürlich nicht aus – das wäre ja viel zu übersichtlich und von einem Labyrinth meilenweit entfernt. Wohin begibt man sich aber, wenn man auf der Suche nach Wörtern ist? Klar – nach WEIMAR , wo Goethe, Schiller & Konsorten wirklich wahre Labyrinthe im Wortdschungel erschaffen haben. Und mit Recht wird ihrer dort quasi an jeder Hausecke gedacht.

4. Die weiteren Aussichten (Robert Seethaler)IMG_3002

Also ganz ehrlich, eine viel weitere Aussicht als hier im Rila-Gebirge im Süden Bulgariens habe ich selten genossen. Und auch kaum eine schönere! Die Aussicht will allerdings verdient sein, vor allem für jemanden wie mich, der kein absoluter Bergfex ist. Der Rila-Nationalpark bietet unzählige Wandermöglichkeiten, eine der mit Recht beliebtesten ist diese hier zu den 7-Rila-Seen. Das erste Stück geht es mit einem Sessellift hinauf auf etwa 2000 m – dann geht es zu Fuß weiter an den 7 Seen vorbei bis zum Gipfel, von wo aus man mit einem herrlichen Blick über alle 7 Seen belohnt wird.

5. Der Schatten des Windes (Carlos Ruiz Zafon)

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Dies ist eines meiner absoluten Lieblingsbilder von mir und meinen 3 Söhnen. Im Frühjahr haben wir die ALGARVE bereist und wurden am Cabo de São Vicente von Windböen empfangen, die uns beinahe das Fürchten lehrten. Aber nur fast, denn gemeinsam sind wir 4 super-stark und haben uns dem Wind ganz einfach entgegengestellt.

6. Bruno, Chef de Police – Delikatessen (Martin Walker)

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Dies ist ein Foto aus heimischen Gefilden – man muss ja nicht immer weit reisen um Herrliches zu genießen. Am BRUNNENMARKT in Wien-Ottakring treffen viele Kulturen aufeinander und bieten das feil, was ihre Heimat an Delikatessen her gibt. Da finden sich neben exotischem Obst arabische Gewürze, türkische Dönerbuden wechseln sich mit heimischen Würstelständen ab. Und dazwischen finden sich Menschen aus aller Herren Länder, die ebenfalls eine delikate Mischung abgeben. Definitiv ein Erlebnis für jeden Wien-Besucher!

7. Das Paradies ist anderswo (Mario Vargas Llosa)

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Im Juni dieses Jahres bereiste ich die Republik Moldau. Es war ein sehr interessanter und einprägsamer Tripp mit durchaus auch schönen, großteils aber auch sehr bedrückenden Impressionen. Selten habe ich so viel Armut auf einmal gesehen – und das noch dazu nur eine gute Flugstunde von Wien entfernt. Für mich selbst liegt das Paradies definitiv anderswo als im ärmsten Land Europas – seine Einwohner haben  aber vielleicht auch dort ihr ganz eigenes kleines Paradies gefunden. Denn was man braucht um glücklich zu sein, ist wirklich eine sehr persönliche Sache

8. So eine lange Reise (Rohinton Mistry)

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Mit meiner Freundin Karin habe ich im Mai JORDANIEN unsicher gemacht. Wir haben ein Auto gemietet und sind quasi das ganze Land abgefahren, vom Norden bis ganz in den Süden ans Rote Meer, vom Toten Meer im Westen bis tief in die Wüste hinein in den Osten des Landes. Eine tolle, unvergessliche Reise, die uns aber auch an Orte geführt hat, mit denen wir nicht wirklich gerechnet haben. Und hier entstand, ziemlich weit weg von jeglicher Zivilisation und eigentlich schon fast am Ende einer langen Reise, dieses Foto unweit der Grenzen zu Saudi-Arabien und dem Irak.

 9. Selfies (Jussi Adler-Olsen)IMG_9115

Ja, dieses Foto ist ein Selfie, und es macht auch gar keine Anstalten, dies zu verbergen. Es stammt noch aus einer Zeit, in der Selfies nicht so ganz selbstverständlich auf der Tagesordnung standen, weil die Handys damals einfach noch nicht so tipp-topp Kamerafunktionen hatten, wie heute. Aufgenommen habe ich das Bild auf dem Autoreisezug nach Sylt während der Fahrt über den Hindenburg-Damm nach einer durchwachten Nacht, in der uns ein fürchterlicher Sturm beinahe unser Zelt verblasen und zu einem vorzeitigen Aufbruch gezwungen hat. Und kaum waren wir mit Sack und Pack auf den Zug verladen, kam auch tatsächlich die Sonne wieder heraus!

Na, neugierig geworden auf das ein oder andere Buch, von dem hier die Rede ist? Welche spannenden Bücher fallen dir sonst noch ein, die das Thema „Reisen und Lesen“ verbinden? Ich bin gespannt auf deinen Kommentar. Und wenn du gerne sehen möchtest, welche Bilder andere Blogger für diese Challenge aus ihrem Schatzkästchen hervor gekramt haben — hier geht’s lang zu Seldas Fotochallenge!

Besonders schön finde ich übrigens die Bilder von

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STOCKHOLM – einmal und immer wieder

Reisen – es lässt dich sprachlos, dann verwandelt es dich in einen Geschichtenerzähler. Ibn Battuta (1304 – 1377)

Es gibt diese Orte, Städte, Plätze, an denen man sich sofort zu Hause fühlt, an denen man glaubt, bereits ewig dort gewesen zu sein, obwohl man gerade erst angekommen ist. Diese Orte, die man glaubt, schon so gut zu kennen und doch immer wieder Neues entdecken zu wollen. Weißt du, was ich meine? Bestimmt hast du auch so einen Lieblingsplatz irgendwo auf der Welt. Wien mag ich sehr, sehr gerne, es ist mein Zuhause geworden. Auch nach Mitterbergholz, in das kleine Dorf in Oberösterreich, in dem ich aufgewachsen bin, verschlägt es mich immer wieder. Und gleich danach kommt für mich in der Liste der ganz besonderen Orte Stockholm.OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Es ist ganz unmöglich, dir meine Begeisterung für Stockholm in einem Beitrag zu vermitteln. Ich möchte dir daher hier Grundsätzliches über die Stadt erzählen, in einem weiteren Artikel kommt dann das Wichtigste für deinen ersten Besuch in Stockholm und ein bisschen später dann Dinge, für die du vielleicht erst bei einem weiteren Abstecher in Schwedens Hauptstadt Zeit finden wirst.IMG_7648

Zum ersten Mal war ich während einer Interrail-Reise völlig ungeplant in Stockholm. Das war 1998. Einer meiner Reisebegleiter hatte seinen Reisepass verloren, sodass wir  – eigentlich auf dem Weg nach Norwegen – einen Umweg über Stockholm machen mussten und dort ein paar „Extra-Tage“ verbringen mussten, bis der Ersatzpass ausgestellt war. Damals hab ich mich in Stockholm verliebt und gehofft, bald wieder dorthin zurück zu kommen.

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Im Jahr darauf habe ich mit einer lieben Kollegin einen ganzen Sommer dort verbracht. Wir machten ein Praktikum in einem Krankenhaus und haben so das Leben in dieser bezaubernden Stadt nicht nur als Touristen sondern auch im Alltag kennengelernt. Da wir in diesem Sommer keine Wohnung hatten und ein Hotel für uns Studenten für 2 Monate zu teuer gewesen wäre, durften wir in den Wohnungen der Kollegen wohnen, die gerade auf Urlaub waren uns so ihre Wohnungen bzw. Häuser nicht brauchten – zum Housesitting sozusagen. Wir sind in diesem Sommer jede Woche umgezogen, was zwar anstrengend war, aber auf diese Weise hatten wir Gelegenheit, sehr viele Ecken von Stockholm zu entdecken und die Schweden in ihrem Alltag zu beobachten.IMG_7762

Seit diesem einprägsamen Sommer bin ich unzählige Male nach Stockholm zurück gekehrt. Mit Freunden, mit den Halbstarken und gerne auch alleine. Über die Jahre habe ich so meine Lieblingsplätzchen in Stockholm gefunden, an die ich fast jedes Mal zurück kehre, wenn ich in der Stadt bin. Und obwohl ich schon so oft dort war, entdecke ich doch bei jedem Besuch immer wieder Neues.IMG_7764

Ich wurde schon oft gefragt, wann denn Stockholm am schönsten sei. Nun, ich finde, es hat zu jeder Jahreszeit seinen Reiz (außer vielleicht im grauen November, aber wo ist es denn da auch schon wirklich schön…), aber wenn du das erste Mal nach in diese Stadt fährst, würde ich dir Juni oder Juli empfehlen. Da ist das Wetter warm und beständig und die Tage sind einfach endlos lang. Aufgrund seiner Lage gibt es zwar keine Mitternachtssonne zu sehen, dafür müsste man doch noch deutlich weiter nördlich bis über den nördlichen Polarkreis fahren, aber so ganz dunkel wird es zu dieser Jahreszeit in Stockholm nicht (toll, für Touristen, man kann ECHT viel unternehmen an so einem langen Tag, eher weniger schön, wenn man trotzdem am nächsten Morgen in die Arbeit gehen muss…). Das Leben in der Stadt spielt sich von Mai – August hauptsächlich im Freien ab, was nocheinmal speziell zu der tollen Stimmung beiträgt. Es gibt Freiluftfestivals, unzählige Schanigärten und die Schweden zieht es wirklich nach draußen, so oft es nur irgendwie geht. Der besondere Reiz Stockholms geht für mich vom Wasser aus. Die Stadt ist ja auf 14 Inseln erbaut und gleich an Stockholm anschließend beginnt der SCHÄRENGARTEN, der einen ganz großen Teil des Charms der schwedischen Hauptstadt ausmacht.img_8027

Auch im Winter finde ich Stockholm ganz bezaubernd. Wenn die Nächte lang werden hüllt sich die Stadt in ein Lichtermeer und versprüht damit eine unglaubliche Gemütlichkeit. Die unzähligen Weihnachtsmärkte, die dann in der Stadt – einer der stimmungsvollsten ist natürlich auf dem Stortorget in der Altstadt „Gamla Stan“ – verteilt sind, laden ein, eine Tasse herrlichen Glögg (ungefähr so etwas wie unser Glühwein) und Pepparkakar, Pfefferkuchen, zu probieren.img_4199.jpg

Aber egal, für welchen Zeitpunkt du dich für deinen Stockholm-Besuch entscheidest, ich bin mir fast sicher, du wirst von dieser Stadt begeistert sein.IMG_1979

Die Orientierung in Stockholm ist einfach. Internationale Flüge kommen fast immer am Flughafen Arlanda an. Von dort fährst du am besten mit den Flygbussarna, den Flughafenbussen ins Zentrum. Die sind verhältnismäßig günstig (Tickets gibt es direkt am Flughafen oder – etwas günstiger noch – über die Homepage des Unternehmens), du musst dafür mit ca. 200 SKR für ein Retourticket rechnen. Busse fahren alle 10 min bis direkt zum Busterminal in der Stadt. Eine andere – etwas schnellere, dafür aber mit 540 SKR hin und retour doch deutlich teurere Variante ist der Arland Express. Die Version Taxi gibt es natürlich auch noch, aufgrund der Entfernung in die Stadt von über 40 km ist dabei jedoch mit mindestens 500 SKR für eine Strecke zu rechnen.IMG_7472

Jedes dieser Verkehrsmittel bringt dich direkt in das Zentrum der Stadt zum sogenannten Cityterminalen, dort treffen Züge, Busse und die U-Bahn, die „Tunnelbana“ (daher sind die Haltestellen auch immer mit einem T gekennzeichnet) aufeinander. Im Stadtzentrum bewegst du dich am besten zu Fuß, die Entfernungen sind nicht allzu weit und es macht große Freude, die kleinen Gässchen zu entdecken oder an den Ufern entlang zu promenieren. Je nachdem, wo dein Hotel liegt oder was du sonst noch gerne ein bisschen außerhalb des Zentrums unternehmen möchtest, wirst du aber vielleicht doch ein Ticket für die öffentlichen Verkehrsmittel brauchen. Dieses kaufst du in Form einer wiederaufladbaren Plastikkarte entweder an den Schaltern der U-Bahn oder in den Trafiken. Es gilt immer sowohl für die Tunnelbana, als auch für Busse und die Fähre zur Insel Djurgarden. Eine U-Bahnfahrt in Stockholm ist ein wahres Erlebnis, sind doch fast alle Stationen von Künstlern gestaltet worden und wenn du ein bisschen Zeit hast – oder einen kurzen Regenschauer überbrücken möchtest – kann ich dir eine kleine Rundfahrt (besonders schön ist zB die Stationen Kungsträdgården, Stadion oder T-Centralen) nur wärmstens empfehlen.IMG_4093IMG_4111

Stockholm eilt der Ruf voraus, teuer zu sein. Das stimmt in gewissen Bereichen sicher, vor allem Restaurantbesuche sind mir immer sehr kostspielig vorgekommen. Man kann sich aber damit behelfen, von den preiswerteren und durchwegs schmackhaften Mittagsmenüs Gebrauch zu machen, die oftmals angeboten werden und meistens neben der Hauptspeise auch Knäckebrot – ja, die Schweden lieben es! – Salat und Kaffee beinhaltet. Wobei Kaffee, das muss ich bei aller Liebe zu Stockholm schon sagen, für Kenner der Wiener Kaffeehausszene und vor allem Kaffeeauswahl,  in erster Linie einmal enttäuschend ist, da hier vornehmlich Filterkaffee serviert wird. Und das in rauen Mengen, die Schweden sind ja mit dem Pro-Kopf-Kaffee-Konsum gaaaanz weit vorne. Schön langsam etablieren sich Cappuccino, Latte & Co auch in den Kaffeehäusern, man muss aber oft extra nachfragen.img_6685.jpg

Noch etwas ist wichtig, worauf du  vorbereitet sein solltest, wenn du nach Stockholm (oder nach Schweden generell) fährst: Steck deine Kreditkarte ein! Nicht, um dort Unsummen auszugeben oder die teuersten Shops zu plündern, sondern für den Alltag, denn es gibt dort kaum mehr Bargeld. Jede kleinste Summe wird dort am liebsten mit der Kreditkarte bezahlt, manche Geschäfte oder Lokale akzeptieren nicht einmal mehr Bargeld.OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Ich wurde schon oft gefragt, wo man in Stockholm am besten nächtigt. Nun, wie in jeder Großstadt gibt es unzählige Hotels, Hostels und Pensionen, in denen man unterkommen kann und allgemein ist der Standard gut und mit dem zu vergleichen, was wir im deutschsprachigen Raum so kennen. Was mir aber wirklich gut gefällt, weil es etwas ganz Besonderes ist, ist das Hotel bzw. Hostel Långholmen, ein aufgelassenes Gefängnis, in dem man in kleineren (im Hotelbereich) oder Mehrbett-Zellen (im Hostelteil) untergebracht ist. Und ganz, ganz toll ist auch der Dreimaster Af Chapman, der direkt vor der Insel Skepsholmen vor Anker liegt und auf dem man wie ein echter Klabautermann seine Nächte in einer Kabine verbringen kann.IMG_2111.jpg

So, nun bist du also gut angekommen, hast dein Quartier bezogen und deine Kreditkarte und ein Tunnelband-Ticket hast du auch in der Tasche. Dann können wir uns ja auf den Weg zum Sightseeing machen!

Los geht’s, hier geht es weiter zu unserer gemeinsamen Entdeckungsreise!