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Fotosightseeing bei der FOTOPARADE 1/2018

Ich muss ja zugeben, dass ich im ersten Halbjahr dieses Jahres eher mit Reisen und Fotografieren als mit meinem Blog beschäftigt war und da schwer im Hintertreffen bin… Von Israel ging es nach Budapest und weiter nach Malta, von dort hoch in den Norden nach Spitzbergen, dann nach Salzburg und ins schöne Salzkammergut, anschließend nach Armenien und Berg-Karabach, dann ins Burgenland und schlussendlich letzte Woche nach Rom. Kein Wunder, dass ich kaum zum Schreiben komme, nicht wahr?

Aber die Fotoparade von Michael von Erkunde die Welt kann ich mir natürlich nicht entgehen lassen. Mittlerweile nehme ich zum 3. Mal daran teil, es hat sozusagen schon fast Tradition. Michael fordert immer wieder auf, zu bestimmten Kategorien Fotos raus zu kramen und ich lade dich herzlich ein, mit Michael, mir und vielen anderen Blogger-Kollegen auf „Foto-Sightseeing“ zu gehen. Tausende Fotos sind im ersten Halbjahr 2018 schon entstanden und es war wirklich nicht einfach, die paar schönsten herauszusuchen, noch dazu, wo Michael ja immer wieder 6 Kategorien vorgibt, die irgendwie fotografisch dargestellt werden sollen. Also auf gehts, hier sind meine Bilder für die Fotoparade 1/2018:

  • „Nahaufnahme“IMG_0499

Dieses Bild entstand während meiner Israel Reise.  Bei einem Bummel durch Nazareth  hab ich in einem Garten etwas abseits der üblichen Touristenpfade. Ich weiß nicht genau, wie diese Pflanze heißt, aber sie fasziniert in ihrer Perfektion und Symmetrie, findest du nicht?

  • „Nachts“IMG_8592

Gerade erst war ich in Rom und der für mich beeindruckendste Ort dort ist der Petersplatz. Vor allem mag ich ihn nachts, wenn die vielen Menschen, die sich tagsüber dort tummeln weg sind und man das Gefühl hat, der ganze Platz würde einem beinahe alleine gehören.

  • „Nass“IMG_9877

Zum Glück sind wir nicht nass geworden, denn ich glaube, dann hätten wir ganz schön gefroren. Der Sewansee in Armenien liegt auf fast 2000 m Seehöhe und auch im Mai war das Wasser noch bitterkalt. Die Landschaft dort ist traumhaft und die Vegetation so bunt und üppig, dass wir uns kaum sattsehen konnten.

  • „Kontrast“IMG_0279

Kontrastreicher geht es ja wohl wirklich nicht mehr, als hier bei diesem Bild des Felsendoms in Jerusalem. Die Goldgelbe Kuppel strahlt mit dem blauen Himmel ja geradezu um die Wette. „In echt“ war das übrigens noch viiiel beeindruckender, als hier auf dem Foto.

  • „Farbtupfer“IMG_8612

Unglaublich schön fanden wir den kleinen Ort Marsaxlokk im Süden Maltas. Das Fischerdorf besticht durch seine unzähligen, farbenfrohen Boote, die jedes Jahr per Hand wieder neu gestrichen wurden. Es ist herrlich, dort am Ufer in den unzähligen Restaurants frischen Fisch zu essen und dem emsigen Treiben im Hafen zuzusehen.

  • Schönstes Foto“IMG_E3128

Mein allerschönstes Foto des ersten Halbjahres 2018 entstand auf Spitzbergen während einer Schifffahrt weit hinein in einen Fjord. Die Eisschollen im Eismeer, die  schneebedeckten Berge im Hintergrund und der strahlend blaue Himmel ergeben doch eine herrliche Komposition, oder? Die wunderschönen Erinnerungen, die für mich an dieses Bild geknüpft sind, runden es ab und machen es – hoffentlich nicht nur für mich – zum schönsten Bild 😉

Und weil ich natürlich immer noch ein bisschen was „in Reserve“ habe, gibt’s noch ein paar extra Bilder

  • „Geister“ 
  • IMG_6591

Dieses Bild mag ich besonders, wahrscheinlich deshalb, weil es einiger Versuche bedurfte, bis es endlich so war, wie ich es wollte. Und weil meine Freundin Lisi und ich doch wirklich entzückende Geister im Kreuzfahrer-Tunnel in der israelischen Hafenstadt Akko sind, oder nicht?

  • „Heimat“
  • IMG_3907

Ich gebe zu, das ist schon fast ein bisschen kitschig. Aber wunderschön kitschig, nicht wahr? Das Bild wurde am  Wolfgangsee im oberösterreichischen Salzkammergut aufgenommen und wenn das Wetter passt, dann ist es dort wirklich so schön kitschig. Es kann aber auch gaaaanz anders sein und tagelang regnen, dann ist die Freude schon weniger groß. Als meine Schwester und ich Kinder waren, verbrachten wir alle Sommerurlaube am Wolfgangsee. Und nun, zum 70. Geburtstag unseres Vaters gab’s ein „Revival“ in Form eines Familienausfluges. Schön und auch irgendwie besonders.

  • „Eisig“IMG_9021

Zum Thema „eisig“ sticht dieser Gletscher ins Auge. Er war das Ziel einer wunderschönen Snowmobile Tour in den Tempelfjord auf Spitzbergen. Gletschereis hat eine andere chemische Struktur als normales Eis, da es sehr hohen Drücken ausgesetzt ist. Und dadurch schillert es so schön blau. Davor zu stehen ist wirklich beeindruckend!

Ich hoffe, du hattest Freude an der Auswahl meiner schönsten Bilder dieses Halbjahres. Falls du Lust hast zu sehen, mit welchen Fotos ich an den letzten beiden Fotoparaden teilgenommen habe, hier sind sie noch einmal:

Auch andere Blogger haben sich viel Mühe gegeben, wieder tolle Bilder zu präsentieren. Schau doch auch mal hier vorbei, es lohnt sich:

  • Suitcaseandwanderlust entführt dich nach Venedig
  • Borboletameetstheworld war hauptsächlich in Portugal und Griechenland unterwegs
  • Mit Julie-en-voyage kannst du besondere Momente in Irland und Großbritannien erleben
  • Auch die Reiseeule hat wieder atemberaubende Bilder herausgekramt
  • Steilei zeigt so schöne bunte Bilder, dass man sich kaum sattsehen kann
  • Ganz tolle Eindrücke von Island präsentiert Reisewut
  • to be continued…

 

 

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SPITZBERGEN – Mit dem Snowmobil durch die unendliche arktische Weite

Wenn du Einsamkeit nicht ertragen kannst, dann langweilst du vielleicht auch andere. Oscar Wilde (1854 – 1900)

Tag 2 unserer Spitzbergenreise überraschte uns mit herrlichem Sonnenschein. Laut Wettervorhersage sollte das auch der schönste Tag unserer Reise werden, sodass wir für diesen Tag eine Schneemobil-Tour buchten, die retrospektiv gesehen auch der Höhepunkt der Reise werden sollte.IMG_3089

Gebucht haben wir diesen Ausflug über Hurtigruten Svalbard erst am Vortag, was aber problemlos klappte. Zum Glück ist die Zahl der Touristen auf Spitzbergen noch sehr überschaubar, sodass wir problemlos an all den Aktivitäten teilnehmen konnten, die wir uns ausgesucht hatten. Wir wurden – wie bei allen anderen Ausflügen auch von unserem Guide, einer kleinen zierlichen Dame namens Merte – direkt im Hotel abgeholt, danach gab es eine Einschulung zum Gebrauch der Snowmobiles und als alle Tour-Teilnehmer ihren Führerschein vorgezeigt hatten (es gab einen extra dafür abgestellten Polizisten, der sich allen Ernstes draußen in den Fjorden aufhielt und die Fahrlizenzen kontrollierte!! Ohne Führerschein, kein Showmobil!!!) wurden wir mit richtigen Polaranzügen, dicken Stiefeln, Handschuhen, Hauben und Helmen ausgestattet. Und dann ging es auch schon los!!!IMG_2984

Anfangs waren wir noch etwas vorsichtig, aber schon nach kurzer Zeit hatten wir uns an unser Fahrzeug gewöhnt und trauten uns immer mehr Gas zu geben. Helga und ich teilten uns ein Snowmobil, sodass jede von uns mal als Co-Pilot durch die Gegend gefahren wurde und die beeindruckende Landschaft so richtig genießen konnte, danach wechselten wir und konnten unsere Fahrkenntnisse austesten. Wer ein bisschen Mofa oder Motorrad-Erfahrung hat, freundet sich sehr rasch mit diesem anfangs etwas eigenartigen Gefährt an und es macht so richtig Spaß über Schnee und Eis zu düsen! Genauso schön ist es aber auch, einfach nur da zu sitzen und das Wahnsinns-Panorama auf sich wirken zu lassen.IMG_2934

Unser Ziel war der Tempelfjord mit seinen beeindruckenden Gletschern – etwa 170 km wollten wir an diesem Tag zurücklegen. Und die Zeit verging wie im Flug! Dank unserer tollen Ausrüstung war’s auch wirklich überhaupt nicht kalt (zumindest nicht, solange man nicht unendlich viele Fotos machen wollte und immer wieder die Hände aus den dicken Handschuhen rausgeben musste…). Merte war für alle Eventualitäten top ausgerüstet, man weiß in dieser Gegend ja wirklich nicht, ob es sich der Wettergott nicht doch zwischendurch anders überlegte und man nicht mehr weiterfahren konnte. So hatte sie von ausreichend Essen über Campingkocher bis zu Zelten, GPS Geräten, Erste-Hilfe-Ausrüstung, dem notwendigen Gewehr und Reserve-Benzin alles mit dabei!IMG_E3046

Und sie kannte die Fjorde wie ihre Westentasche! Was für uns so wirkte, als würde sich die Landschaft doch irgendwie wiederholen, als wäre ein Fjord dem nächsten sehr ähnlich, all das war für sie wohlbekanntes Terrain und so baute sie in unsere Tour regelmäßige Stops ein, um uns auf die Besonderheiten der Gegend aufmerksam zu machen. Und noch etwas wollte sie uns zeigen und wir hofften so sehr, dass es klappen würde: eine Eisbärenmutter mit ihren 2 Jungen sollte sich in dem Fjord herum treiben, sie war erst am Vortag dort gesichtet worden.

Zeichen der Zivilisation finden sich in dieser Gegend kaum, lediglich die Spuren vorangegangener Snowmobil-Touren konnten wir manchmal entdecken. Und irgendwann, nach vielen, vielen Kilometern endloser weißer Weite tauchte plötzlich eine Hütte aus dem Nichts vor uns auf, Fredheim. Die hatte der Jäger Hilmar Nøis einst dort errichtet und er verbrachte mit seiner Frau mehrere Winter dort. Angeblich hat sie sogar ein Kind dort geboren und immer noch gibt es viele Legenden um diesen Platz.IMG_E2955

Die die Hütte herrlich in der Sonne lag, bot sie sich für unsere Mittagsrast wunderbar an. Merte lud daher ihr Gewehr, steckte es neben sich in den Schnee und  hielt uns erst dann an, sich mit ihr niederzulassen. Der Respekt der Menschen auf Spitzbergen vor den Eisbären ist groß und man ist sich der Gefahr, die von ihnen ausgehen kann – insbesondere im Frühjahr, wenn die Mütter mit ihren Kindern erstmals aus ihrer Wurfhöhle kommen und quasi einen Bärenhunger haben – durchaus bewusst. Nicht umsonst gilt auf der Inselgruppe das Gesetz, dass man sich außerhalb der großen Siedlungen nur bewaffnet fortbewegen darf.

Unser Mittagessen war etwas skurril und gewöhnungsbedürftig, bestand es doch aus „Trockenfutter“ der verschiedensten Geschmacksrichtungen, das man nur mit dem mitgebrachten heißen Wasser aufgießen und etwas ziehen lassen musste, aber ich muss zugeben, es schmeckte richtig gut! Und irgendwie passte so ein „Turmat“ ja auch wirklich gut zu unserer kleinen Expedition!IMG_3102

Da das Eis in den Fjorden noch sehr dick war – auch das wurde von Merte überprüft, indem sie mit einem Eispickel einfach ein Loch in die Eisdecke schlug – konnten wir mit unseren Schneemobilen direkt quer über den Fjord sausen, es trug uns mühelos!IMG_2986

Am Ende des Fjordes erwarteten uns die Ausläufer des Tunabreen-Gletschers in leuchtendem Blau. Gletschereis wird aufgrund des Gewichtes der Eismassen so fest zusammen gepresst, dass es seine Zusammensetzung ändert und daher so intensiv blau schimmert. Wieder was gelernt – und das in der völligen Einöde…IMG_3011IMG_3020

Immer wieder hielten wir an, um nach der Eisbären-Mutter und ihren Kindern Ausschau zu halten, aber sie wollte sich tatsächlich nicht blicken lassen… Oder doch???  Nein, es blieb bei dieser inszenierten Aufnahme und ich weiß nicht recht, ob es nicht auch besser so war, sicher ist sicher. Immerhin wurde 2014 tatsächlich mal ein Tourist von einem Bären getötet… Aber irgendwie… gerne gesehen hätte ich so ein majestätisches Tier natürlich andererseits schon gerne …IMG_2948

Auf unserer Rückfahrt nach Longyearbyen präsentierten sich uns jedoch noch wunderschöne Rentiere und die sind auch gar nicht so scheu. Keine Ahnung, wie sie es schaffen, den langen Winter in dieser kargen Umgebung zu überstehen, aber offenbar klappt es, indem sie sich den Sommer über eine ordentliche Speckschicht zulegen.IMG_3098

Die 8 Stunden, die wir auf unserer Tour unterwegs waren, vergingen wirklich wie im Flug und sie hätten ruhig auch noch etwas länger dauern dürfen, wir konnten uns an der wunderschönen Landschaft wirklich kaum sattsehen und haben dieses einmalige Erlebnis absolut genossen.

Hast du schon gehört, welche Besonderheiten Spitzbergen bereit hält und was es so einzigartig macht? Hier kannst du nachlesen, was man an Einzigartigkeit dort findet bzw. was wir sonst noch alles im Hohen Norden erlebt haben…

 

 

 

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SPITZBERGEN – alles ist das Nördlichste!

 

Wenn man sich bei 78° in der nördlichsten Stadt der Welt befindet, trifft man fast zwangsläufig auf allerlei Superlative und es scheint, als hätten sich die „Spitzbergener“ einen Spaß daraus gemacht, Touristen mit den nördlichsten Dingen aller Zeiten zu locken. Abgesehen von der nördlichsten Kirche der Welt, der nördlichsten Universität und dem nördlichsten Krankenhaus, kann man in Spitzbergen auch das nördlichste Bier der Welt trinken, die nördlichste Pizza essen, es gibt das nördlichste Gourmetrestaurant und man kann im nördlichsten Supermarkt einkaufen.IMG_3380

Was unterscheidet dieses Spitzbergen aber noch vom Rest der Welt, was macht es sonst noch so besonders?

  • Die Tatsache zum Beispiel, dass man die Stadt Longyearbyen nicht unbewaffnet verlassen darf! Das nicht notwendig, weil auf Spitzbergen so eine hohe Kriminalitätsrate herrscht (im Gegenteil, hier kennt jeder jeden und die Einwohner passen gut aufeinander auf), sondern als Schutz vor den Eisbären, die immer und überall auftauchen können. Am Anfang und am Ende der Stadt findet sich dieses entzückende Schild und außerhalb dieser Grenze gilt strenge Waffenpflicht (wird auch kontrolliert!). Wer selbst keine Waffe hat, braucht einen bewaffneten Guide, von dem er begleitet wird.IMG_E3078
  • Apropos Eisbären: Es gibt doppelt so viele Eisbären auf Spitzbergen, wie Menschen – 2500 Einwohner und ca. 5000 gezählte pelzige Genossen. Wer hat hier also die Macht???
  • Der Schutz vor den Eisbären erfordert es auch, dass auf Spitzbergen nichts abgeschlossen wird: Autos und Haustüren müssen immer unversperrt bleiben, damit jeder im Fall des Falles Schutz finden kann. Nicht gerade gemütlich, wenn man sich vorstellt, vorm Fernseher zu sitzen und plötzlich stürmt jemand herein, weil er von einem Eisbären verfolgt wird, nicht wahr? Aber offenbar notwendig und allzu oft dürfte so eine Verfolgungsjagd dann ja doch nicht vorkommen…
  • Außer in Geschäften zieht man immer seine Schuhe aus, wenn man ein Gebäude betritt – sogar, wenn man ins Krankenhaus muss. Oder in schönen Restaurants. Oder im Hotel Im Eingangsbereich findet man daher fast überall ein Schuhregal. Und einen Kasten – um auch das stets mitgeführte Gewehr ablegen zu können.
  • Mehr als 10 % der Einwohner Spitzbergens sind Studenten – und sie studieren and der Universität Svalbard Polarwissenschaften, Physik oder Biologie.IMG_3351
  • Auf Spitzbergen werden geplanter Weise keine Kinder geboren. Das kleinen Krankenhaus bietet lediglich eine Notversorgung, für Geburten ist man nicht wirklich vorbereitet, und auch einen Kinderarzt gibt es nicht. Und so werden schwangere Frauen einige Wochen vor der Geburt aufs Festland ausgeflogen (meist nach Tromsø, die in ca. 1000 km Entfernung nächstgelegene größere Stadt) und kehren erst nach der Geburt des Kindes wieder zurück.
  • Ebenso verlassen ältere Personen die Inseln, da eine Altersversorgung dort nicht gewährleistet ist.
  • Gestorben darf auf Spitzbergen auch nicht werden – oder zumindest ist keine Bestattung möglich. Durch den dort herrschenden Permafrost, würden die Leichen im Falle einer Beerdigung wieder an die Erdoberfläche kommen. Ein bisschen makaber, oder?
  • Spitzbergen ist komplett steuerfrei, was Einkäufe dort, vor allem im Vergleich zum restlichen Norwegen, ziemlich günstig macht. Bier und Spirituosen sind an Menge reglementiert, nicht jedoch Wein. Warum ist das so? Man ging früher davon aus, dass die Bergbauarbeiter sich hauptsächlich mit ersteren Getränken volllaufen lassen würden – und dem wollte man durch die Einschränkung entgegenwirken. Wein tranken eher die „feineren“ Leute, von denen man keine Alkoholexzesse erwartete. Die Bergbauarbeiter sind fast alle abgezogen – die Alkohol-Regelung ist geblieben
  • Katzen sind auf Spitzbergen verboten, nicht jedoch Hunde. Auf der Inselgruppe gibt es einzigartige Vogelarten, und man möchte verhindern, dass diese durch die kleinen Raubtiere in Gefahr geraten
  • Eine sehr kuriose Sammlung befindet sich ebenfalls auf Spitzbergen, ganz in der Nähe des Flughafens: eine Samenbank, in der tief in der Erde in einem Punkersystem Samen aller derzeit bekannter Pflanzen gelagert werden. Spitzbergen hat ein sehr konstantes Klima und ist nicht durch Erdbeben, Krieg und ähnliche Katastrophen bedroht, sodass die Inselgruppe ein idealer Aufbewahrungsort dafür ist. Sollte eine Pflanzenart aussterben, kann man auf das dort lagernde Saatgut zurückgreifen und eine Neuzucht versuchen.
  • Mehr als vier Monate im Jahr ist es auf Spitzbergen übrigens dunkel, in der sogenannten Polarnacht. Morketida nennen die Norweger diese Zeit und zum Höhepunkt der Saison wird es nun nicht mal dämmrig und die Temperaturen sinken schon mal auf unter 40 °C. Dafür ist es im Sommer über 4 Monate lang hell, die Zeit der Mitternachtssonne sorgt für reges Treiben und einen wahren Energieschub der Bewohner.IMG_3070

Spannend, oder? Bestimmt hast du nun selbst Lust auf eine Reise auf eine Inselgruppe bekommen, die vom Nordpol nur noch einen… nun ja… Katzensprung… nämlich 1300 km entfernt ist! Hier kannst du nachlesen, wie du deine Reise am besten planst und was dich an Aktivitäten auf Spitzbergen erwartet.

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SPITZBERGEN – auf Eisbärenjagd in arktischen Gefilden

Ich ziehe deshalb den Herbst dem Frühjahr vor, weil das Auge im Herbst den Himmel, im Frühjahr jedoch die Erde sucht. Søren Aabye Kierkegaard (1813 – 1855)

Eine Reise in die nördlichsten besiedelten Gebiete unseres Planeten war schon immer mein Traum – und nun sollte dieser in Erfüllung gehen: Eine Reise wahrlich ans Ende der Welt, in die unendlichen Weiten der Arktis. Eine solche Expedition wollte ich nicht alleine bestreiten, Gleichgesinnte, die sich für so ausgefallene Destinationen interessieren sind jedoch rar, und so traf es sich ganz herrlich, als ich mit Helga eine Reisepartnerin fand, die sich ebenso aufs ewige Eis freute, wie ich.IMG_9100

Der Zeitpunkt um nach Spitzbergen zu fahren, will wohl überlegt sein, denn ebenso vielfältig, wie die Landschaft und die Witterungsbedingungen zu den unterschiedlichen Jahreszeiten sind, so verschieden sind auch die touristischen Angebote, die man zur jeweiligen Zeit dort nutzen kann. Von 26. Oktober bis 15. Februar ist in Spitzbergen Polarnacht, das heißt, die Sonne erscheint überhaupt nicht über dem Horizont und das einzige, was man an Helligkeit erwarten kann, ist ein paar Stunden Dämmerungslicht. Dafür ist die Nacht lang und die Möglichkeit, Polarlichter zu sehen natürlich immens höher. Vom 20. April bis 23. August tritt dann das genaue Gegenteil ein: der Polartag herrscht vor und die Sonne ist rund um die Uhr zu sehen. Die Natur erwacht und das viele Tageslicht ist ebenfalls ein ganz besonderes Erlebnis. Wir entschieden uns dafür, Mitte April nach Spitzbergen zu reisen. Da war es schon rund um die Uhr hell (für die Mitternachtssonne fehlte nur noch ein ganz, ganz kleines Stückchen, das nicht der Rede Wert war), aber noch kalt genug, um vereiste und verschneite Fjorde vorzufinden und alle möglichen Winteraktivitäten mitzumachen. Schon sehr speziell, oder?

Die Anreise nach Spitzbergen läuft immer über Oslo, von dort aus gibt es mit SAS oder Norwegian Direktflüge nach Longyearbyen. Dieser fast unaussprechliche Ort beherbergt den einzigen Flughafen der Inselgruppe und ist zugleich die größte Siedlung auf Spitzbergen. Eine rechtzeitige empfiehlt sich, gibt es doch nur 1 bzw. max 2 Flüge täglich, die in dieser abgeschiedenen Gegend landen.IMG_2848

Während es schon dunkel war, als wir gegen 22.30 Uhr in Oslo wegflogen, war es plötzlich wieder taghell, als wir nach etwa 3 Stunden schließlich landeten. Bereits im Flughafengebäude wurden wir vom ersten Eisbären begrüßt und waren gleich ganz euphorisch – und wie wir bald feststellen sollten, würden uns diese munteren Gesellen in ausgestopfter Form in den nächsten Tagen so ziemlich überall begegnen.IMG_2876

Longyearbyen, das mit 2000 Einwohnern sogar als Stadt gilt, ist sehr überschaubar und entsprechend einfach gestaltete sich auch der Transfer vom Flughafen zu unserem Hotel, es gab nämlich lediglich einen einzigen Bus und der steuerte einfach der Reihe nach alle verschiedenen Unterkünfte an. Wir hatten uns für die Coalminer’s Cabins entschieden, ein einfaches Hotel, das in den früheren Unterkünften der Kohlebergbau-Arbeiter untergebracht war. Es lag etwas außerhalb des Zentrums, war aber zu Fuß gut erreichbar, sauber, das Frühstück war lecker und ausreichend, lediglich das Badezimmer musste man sich mit anderen Gästen teilen, was uns aber nicht störte. Longyearbyen bietet aber auch noch mehrere andere Hotels unterschiedlicher Preisklassen, irgendwie erschienen uns die „Cabins“ jedoch am authentischsten.

4 Tage verbrachten wir insgesamt auf Spitzbergen, dazu kamen noch jeweils 1 Tag für die An- und Abreise. So man nicht an besonderen Touren teilnehmen möchte, die  mehr Zeit in Anspruch nehmen, ist diese Zeit auch durchaus ausreichend, auch wenn es natürlich noch ein paar kleinere Ausflüge gab, die wir in diesen Tagen nicht unterbringen konnten – aber stressen wollen wir uns dann auch wieder nicht. Da sich die meisten Aktivitäten natürlich im Freien abspielen, ist das Wetter nicht ganz unwesentlich, um die angebotenen Möglichkeiten entsprechend genießen zu können. Wir haben daher im Vorhinein keine Touren gebucht sondern alles kurzfristig entschieden – und es hat sich gelohnt, denn so konnten wir uns die schönsten Tage aussuchen um die Ausflüge zu machen, bei denen wir uns am längsten in der freien Natur aufhalten würden.IMG_3074

Der erste Tag war etwas verzogen, zeitweise schneite und regnete es auch. Es regnete?? Auf Spitzbergen?? Nun, es war – zumindest im April – nicht ganz so kalt, wie man sich diese Inselgruppe vorstellen würde, immerhin zieht der Golfstrom an der Küste vorbei, sodass wir durchaus mit Temperaturen um den Gefrierpunkt überrascht wurden. Das lässt sich doch aushalten. Da wir von der langen Anreise ohnehin noch etwas müde waren, beschlossen wir, den ersten Tag der Hauptstadt Longyearbyen zu widmen und diese so richtig zu erkunden, außerdem wollten wir uns ein bisschen organisieren und unsere weiteren Aktivitäten planen. Und das war gar nicht wenig, was sich uns dort bot: von der nördlichsten Kirche der Welt über eine Universität zu einem Einkaufszentrum und sogar einem kleinen Krankenhaus fand sich dort eigentlich alles, was man zum Leben braucht.IMG_8877IMG_8875

Tag 2 überraschte uns mit herrlichem Sonnenschein, sodass wir beschlossen, an diesem Tag eine Snowmobile Tour weit hinaus in die Fjorde zu unternehmen. Wir hatten diese bei Hurtigruten Svalbard gebucht und waren damit wirklich gut beraten. Nach einer kurzen Einschulung wurden wir mit richtigen Polaranzügen, dicken Stiefeln, Handschuhen, Hauben und Helmen ausgestattet. Und dann ging es auch schon los!!!IMG_2921

Snowmobil fahren ist ein bisschen wir Motorrad fahren und während wir anfangs  noch etwas vorsichtig waren, hatten wir uns bald an unser Fahrzeug gewöhnt und genossen es sehr, über Schnee und Eis zu düsen! Das Ganze ist zwar kein billiges Vergnügen (etwa 340 € wurden für den Fahrer und ca. die Hälfte für den Co-Piloten fällig), aber es hat sich mehr als gelohnt und wurde zu einem ganz speziellen Erlebnis.IMG_3070

Unser Ziel war der Tempelfjord mit seinen beeindruckenden Gletschern – etwa 170 km wollten wir an diesem Tag zurücklegen. Die Landschaft war so atemberaubend und da der Fjord noch dick zugefroren war, konnten wir sogar über das Eis fahren, quasi einfach querfeldein.IMG_8978

Gletschereis hat eine ganz besondere Farbe, es leuchtet richtig blau und da davor zu stehen, war so richtig beeindruckend. Aber auch sonst gab es viel zu sehen und wir legten immer wieder kleine Pausen ein, um unsere Umgebung so richtig auf uns wirken zu lassen: Täler, schroffe Felsen, Eisklötze, Wasserfälle – und sogar eine Rentierherde ließ sich blicken.

IMG_9021 Insgeheim haben wir natürlich auch gehofft, Eisbären zu sehen, aber die haben sich leider doch zu gut versteckt. Ich weiß immer noch nicht, ob ich darüber traurig oder auch ein bisschen erleichtert sein soll, sind diese Tiere doch gerade im Frühjahr, wenn sie mit ihren Jungen erstmals ihre Wurfhöhle verlassen doch recht gefräßig und aggressiv… Aber auch ohne die pelzigen Gesellen wurde dieser Ausflug zu einem unvergesslichen Erlebnis!

Am nächsten Tag hatten wir eine Schiffsfahrt geplant. Es gibt auf Spitzbergen noch 2 russische Siedlungen – Barentsburg und Pyramiden. Letztere war das Ziel unseres Ausflugs. Während es einst ein lebendiges Bergbaudorf war, ist Pyramiden nunmehr fast verlassen, nur noch eine Handvoll Menschen leben dort – und das hauptsächlich aus touristischen Gründen. In Barentsburg wird noch aktiv Kohle abgebaut, dort leben noch dauerhaft etwa 500 EinwohnerIMG_3113 (1)

Die Fahrt mit der „Langøysund“ war traumhaft. Wir fuhren die Küste entlang durch mehrere Fjorde, wo wir aus der Ferne wieder den Rentieren beim Weiden zusehen konnten. Es ging durchs Eismeer und unser Schiff schaffte es mühelos, riesige Eisschollen zu durchbrechen und immer wieder konnten wir Walrosse und Robben beobachten, die sich auf den Schollen sonnten oder im Wasser plantschten.

Mittags wurde dann auf dem Oberdeck ein Griller angeheizt und ein herrliches Mittagessen für uns bereitet. Neben gegrilltem Lachs und Schweinerippchen gab es auch Walsteak. Norwegen ist ja das einzige Land, das noch kontrollierten Walfang betreiben darf und so ließen wir uns diese einmalige Spezialität nicht entgehen. Mmmmh!

Leider war der Fjord tief drinnen noch sehr stark zugefroren, sodass unserer Fahrt durch die dicken Eisschollen ein plötzliches Ende gesetzt wurde. Das Schiff wurde daher kurzerhand „auf Eis“ gelegt und wir hatten die Möglichkeit, auszusteigen und eine kleine Runde mitten auf dem Fjord zu drehen, bevor wir leider umdrehen und zurück nach Longyearbyen fahren mussten. Pyramiden sahen wir daher nur von der Ferne – schade, aber mit solchen witterungsbedingten Planänderungen muss man sich in einer Gegend wie Spitzbergen eben abfinden.IMG_3151

Wie schnell sich das Wetter dort ändern konnte, merkten wir bei unserer Rückfahrt. War der erste Teil der Strecke noch wunderschön sonnig und ruhig, zogen plötzlich dicke Wolken und Nebel auf und man konnte vom umliegenden Panorama so gut wie gar nichts mehr sehen. Und kalt wurde es auch… damit wir nur ja nicht vergessen konnten, dass wir uns in der Arktis befanden.

Unser 4. und gleichzeitig letzter Tag war wieder schön sonnig und es stand ein Besuch auf einer Huskyfarm mit anschließender Hundeschlittenfahrt auf dem Programm. Wer mich kennt weiß, dass Hunde und ich keine allzu gute Kombination sind und ich eigentlich eine Heidenangst vor ihnen habe. Aber ich wollte mutig sein und mir dieses Abenteuer nicht entgehen lassen und die Huskys dort haben es mir leicht gemacht, meine Angst so halbwegs zu überwinden. IMG_3212

Svalbard Husky ist ein kleines Familienunternehmen und Audun, der Besitzer, hat uns selbst auf seiner Farm herum geführt und uns mit seinen Hunden bekannt gemacht. Ca. 100 Huskys tummeln sich dort, jeder hat seine eigene kleine Hütte, nur die Babies leben mit ihren Müttern gemeinsam in eigenen Boxen. Audun kennt jeden einzelnen mit dem Namen und all seinen Eigenheiten und es ist eine Freude zu sehen, wie liebevoll er sich mit seiner Frau um die Tiere kümmert.IMG_3211

Es blieb genug Zeit zum Kennenlernen der Hunde, für allerlei Fragen und Erklärungen, zum Umsehen und Streicheln (und auch zum Fotografieren…), bevor wir unser Hundschlittengespann fertig für die Ausfahrt machen mussten. Ich muss ehrlich sagen, wenn man einen ordentlichen Respekt vor Hunden hat, ist es gar nicht so einfach, ihnen das Geschirr anzuziehen, das sie brauchen um vor den Schlitten gespannt zu werden, sie dann aus ihrer Hütte zu holen zu ihrem Platz zu bringen, aber mit vereinten Kräften haben wir das doch geschafft. Und dann ging’s los!

Die Hunde sind wahnsinnig energiegeladen und sie wollen eigentlich nur eines: laufen! Mühelos ziehen sie einen Schlitten mit 2 Personen (einer sitzt, einer lenkt) herum und sie scheinen dabei überhaupt nicht müde zu werden, sondern die Fahrt so richtig zu genießen.IMG_9455

Per Hundeschlitten ist meiner Meinung nach die stimmigste Art um sich an einem Ort wie Spitzbergen fortzubewegen. Das Tempo passt wunderbar um die Umgebung so richtig auf sich wirken zu lassen und abgesehen davon, dass es manchmal ein bisschen abenteuerlich war, wenn der Schlitten über kleine Unebenheiten drüber sauste, war das wirklich sehr, sehr gemütlich.IMG_9408

Den restlichen Tag ließen wir gemütlich in Longyearbyen ausklingen, kauften noch ein paar Souvenirs und genossen ein herrliches Abendessen, bevor  diese wunderbare Reise dem Ende zu ging und wir uns mitten in der Nacht – wir wissen bis jetzt nicht, warum der einzige Flug unbedingt um 3 Uhr Früh von dort losstarten muss… – wieder auf den Heimweg machen mussten.

Spitzbergen hat einen tiefen Eindruck hinterlassen. Ich hatte große Erwartungen an diesen ganz besonderen Ort und abgesehen davon, dass es mit der Eisbärenjagd nicht so ganz geklappt hat, wurden diese wirklich mehr als übertroffen. Es war eine Reise an einen Ort, an dem die Einheit mit der Natur ganz an vorderster Stelle steht, an dem die Menschen so sehr an den Lauf der Jahreszeiten gebunden sind, wie kaum wo sonst. An einen Ort, so weit weg vom Rest der Zivilisation, an dem die Uhren noch ein bisschen anders gehen und an dem einem so richtig bewusst wird, wie wunderbar und besonders unsere Welt eigentlich ist.

Hast du Lust, Näheres über die Besonderheiten Spitzbergens zu erfahren oder uns auf unsere Snowmobil Tour zu begleiten? Na, dann komm mit!!

 

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UNESCO – Historisches Zentrum von Sighisoara

Einst unter dem Namen Castrum Sex im 12.Jahrhundert von den Siebenbürger Sachsen gegründet, ist Sighisoara (oder Schäßburg, wie es auf Deutsch heißt) ein Paradebeispiel für eine mittelalterliche Stadt, die bis heute erstaunlich gut erhalten ist, eine Mischung aus Barock, Renaissance und Gotik prägt das Stadtbild.

Das wohl schönste Bauwerk der Stadt ist der Stundturm, der seinen Namen von seiner Uhr erhalten hat, die einst lediglich einen Stundenzeiger aufwies. Von den früheren 14 Stadttürmen sind bis heute 9 erhalten, die alle Handwerkszünften gewidmet sind. So gibt es unter anderem einen Schmiedeturm, einen Kürschnerturm, einen Schusterturm und einen Scheiderturm.IMG_4800

Das Stadtbild Sighisoaras ist geprägt von alten Häusern in den unterschiedlichsten Farben von knallig bunt über pastell und von engen Plastersteingassen.IMG_4804

Hoch über der Stadt auf dem Schulberg thronen die deutsche Schule sowie die alte Burgkirche, die von einem idyllischen Friedhof umgeben ist. Den Ausblick von oben auf die Stadt muss man sich verdienen – 175 Stufen führen über die sogenannte überdachte Schulstiege den Berg hinauf. Eine Anstrengung, die sich aber wahrlich lohnt.

Unzählige Kriege und Verwüstungen hat Sighisoara im Laufe der Zeit überstanden und nicht zuletzt die Ära Ceausescus unbeschadet übertaucht. Die morbide Schönheit der Stadt, in der der Legende zufolge einst Graf Dracula geboren wurde, ist erhalten geblieben und ein Besuch dort ist auf jeden Fall ein Erlebnis.

Unsere eigenen Erlebnisse in Sighisoara findest du hier:

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SIEBENBÜRGEN – auf den Spuren von Graf Dracula

„Der glücklichste Mann, der auf Erden wandelt, ist jener, der seine wahre Liebe findet.“ (aus dem Film „Bram Stoker’s Dracula“)

Eine der schönsten Gegenden Rumäniens ist definitiv Siebenbürgen. Das kann ich mit Gewissheit behaupten, haben die Halbstarken und ich doch im letzten Sommer während unserer Osteuropa-Tour Rumänien 2 Wochen lang unsicher gemacht. Und wir sind dort auf einen Gesellen gestoßen, der uns ganz schön das Fürchten gelehrt hat: Graf Dracula! Aber gab es den auch wirklich?

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Foto: Wikipedia

Ja! Graf Dracula, oder Vlad III.Draculea, lebte tatsächlich in der Walachei. 1431 wurde er in Schäßburg (Sighisoara) geboren und er muss ein ziemlich blutrünstiger Genosse gewesen sein, lieferte er sich doch wilde Kämpfe gegen das Osmanische Reich. Es heißt auch, dass er eine besondere Vorliebe für Hinrichtungen durch Pfählung hatte, was ihm auch noch den Beinamen „Tepes“, der Pfähler, einbrachte. Das rumänische „drac“ bedeutet übrigens Teufel – kein Wunder also, dass sein Ruf nicht der Beste ist. So wirklich berühmt wurde Graf Dracula allerdings erst durch den Roman „Graf Dracula“ des irischen Schriftstellers Bram Stroker, der seine Geschichte niederschrieb.

Diese Hintergründe reichten aus, um meine Reisebegleiter neugierig zu machen. Will man mit Teenagern etwas besichtigen, ist das ja auf den ersten Blick nicht immer ganz so einfach und bedarf manchmal guter Argumente. Graf Dracula war jedoch ein herrliches Lockmittel um allerlei Orte und Schlösser in Siebenbürgen aufzusuchen.

Begonnen haben wir unseren Trip ja in Hermannstadt (Sibiu), der Hauptstadt Siebenbürgens. Die ist wunderschön und wir hatten sogar das Glück, dort an einem großen Siebenbürger-Treffen teilnehmen zu können. Doch davon will ich euch ein anderes Mal mehr erzählen, für Sibiu lohnt sich auf jeden Fall ein eigener Artikel.

Erster Halt unserer „Jagd“ nach Graf Dracula war Schäßburg, oder auf rumänisch Sighisoara. Historisch bedingt spielt Deutsch dort ja immer noch eine große Rolle und so hatten wir keinerlei Verständigungsprobleme und konnten uns sehr sanft an das Rumänische gewöhnen und uns für unsere Weiterreise in andere Landesteile wappnen.IMG_1369

Sighisoara ist eine hübsche kleine Stadt mit engen Gässchen und Pflasterstein-Straßen und man ist dort mächtig stolz auf den offenbar berühmtesten Sohn der Stadt. Alles hier dreht sich um den Grafen – vom Dracula-Cafe, über das Vlad Dracul Restaurant bis zum Dracula-Haus findet sich alles, was man mit ihm in Verbindung bringen kann. Souvenirs über Souvenirs, wohin das Auge reicht, und man wirbt hier sogar mit den Geschäften bzw. Lokalen, in denen Graf Dracula NICHT war…IMG_1384

Ein ziemlicher Touristennepp, der groß aufgezogen ist und auf den wir leider auch hineingefallen sind, ist das Gruselkabinett direkt auf der Piata Cetati. Teenies sind ja anfällig für solche Pseudoattraktionen und ich bin schnell mal überredet, etwas auszuprobieren. Man darf für teures Geld etwa 5 min durch eine Art abgedunkeltes Labyrinth durchgehen und sich grausliche Masken ansehen. Sonst passiert dort nichts. GAR nichts.

Abgesehen von Dracula-Hype hat Sighisoara aber auch vieles zu bieten. Eben die kleinen, idyllischen Gässchen, durch die es sich herrlich flanieren lässt, eine Mischung aus Gotik, Barock und Renaissance prägt das Stadtbild und hat Sighisoara einen Platz in der Liste der UNESCO Welterbestätten eingebracht.IMG_4805

Auffälligste Sehenswürdigkeit ist der Stundenturm, dessen Uhr nur einen Stunden- jedoch keinen Minutenzeiger hat. Er ist jedoch nicht der einzige seiner Art, insgesamt 9 (von 14) Türme sind in der kleinen Stadt noch erhalten und sie alle sind unterschiedlichen Zünften zuzuordnen; so fanden wir zB den Schmiedeturm, den Schusterturm, den Scheiderturm oder den Kürschnerturm. Meine Reisegefährten hatten Spaß daran, sie alle, soweit halt möglich, zu erklimmen!

Hoch über der Stadt liegt auf dem sogenannten Burgberg die Burgkirche und die deutsche Schule, umgeben von einem recht idyllischen Friedhof. 175 Stufen (wir haben sie gezählt) führen über eine überdachte Treppe nach oben und man sollte diese kleine Mühe wirklich auf sich nehmen – der Ausblick von oben ist phänomenal!

Und ist man von den vielen Stufen schließlich müde und erschöpft, lohnt sich eine kleine Pause im Café International, wo man mit herrlichem Kuchen verwöhnt wird, vorausgesetzt, man kann sich mit der Selbstbedienung dort anfreunden. Gerade das Richtige für eine kleine Stärkung und durchaus preisgünstig, obwohl am 1. Platz der Stadt gelegen.

Weiter ging unsere Tour dann zu dem klassischen Dracula-Ort schlechthin: Zum Schloss Bran. Ob der Graf dort wirklich gelebt hat, ist zwar umstritten, das rumänische Tourismusamt hat das Schloss jedoch so gut vermarktet, dass man eigentlich kaum Zweifel daran haben kann. Und wenn’s doch nicht so war, dann ist die Geschichte zumindest gut erfunden und das Schloss entspricht in etwa dem, was man sich nach der Lektüre von Bram Strokers Roman unter der Burg Draculas vorstellt. Eine Top-Location, sozusagen…

Das fanden im übrigen auch die vielen anderen Touristen, die wir dort angetroffen haben. Die Warteschlange zur Kasse war lang, es ging dann aber auch relativ zügig voran. Durch den idyllischen Schlossgarten wanderten wir – ein bisschen Gemecker inklusive, schließlich war es wirklich, wirklich heiß an diesem schönen Augusttag – nach oben und wurden, kaum dass wir das Schloss betreten hatten, in eine andere Zeit versetzt.IMG_1458Türmchen, Balkone, enge Schleichwege, knarrende Gänge. Also wenn das nicht authentisch war. Der Schlosshof mit dem tiefen Brunnen hätte glatt auch für Dornröschen gepasstVersion 2 – es war wirklich märchenhaft und hat uns alle 4 restlos begeistert. Einzig störend war, dass es teilweise wirklich ein Gedrängel gab und es uns nicht so wirklich gelang, mal kurz innezuhalten und das Ganze ungestört auf uns wirken zu lassen. Wäre man alleine dort, ich glaube, man könnte sich so richtig gruseln!IMG_4877

In einem Atemzug mit dem Schloss Bran wird auch das Schloss Peles genannt, wenn man sich auf Dracula-Tour macht. Wobei… alles kann man uns auch nicht für wahr verkaufen und meinem Hobby-Historiker Leonhard ist natürlich gleich aufgefallen, dass das zeitlich überhaupt nicht zusammen passt, stammt dieses Schloss doch aus dem späten 19. Jahrhundert. Aber es ist absolut sehenswert und für mich eines der schönsten Schlösser, die ich überhaupt je besucht habe.IMG_1543

Hoch über der kleinen Stadt Sinaia thront es auf einem Hügel und es ist so entzückend und verspielt, dass man sich kaum daran sattsehen kann. Eine Mischung aus Gemäuer und Holz, mit Türmchen, Balkönchen und unendlichen Verzierungen. Wunderschön! Der Schlossgarten beherbergt unzählige Brunnen und Skulpturen und ist mit einer Vielzahl an Blumen geschmückt.

Auch innen hat das Schloss einiges zu bieten, besteht doch das gesamte Interieur aus Holz, ist verschnörkelt und verspielt. Leider waren die Halbstarken und ich ein bisschen in Zeitnot, weshalb wir keine Führung machen konnten, bei meinem ersten Besuch vor ein paar Jahren bin ich allerdings auch innen durchmarschiert und war begeistert.IMG_1541

Das war natürlich bei weitem nicht alles, das Siebenbürgen zu bieten hat, aber es waren die wichtigsten Stationen auf unserer Dracula-Jagd. Waren wir erfolgreich? Nun ja… „Der Kavalier genießt und schweigt“, heißt es ja so gerne – und ungefähr so wollen wir es auch halten. Aber das ist auch gar nicht so wichtig… wir hatten eine tolle Zeit während unserer Suche nach dem Grafen, und das ist es doch, was zählt, oder? Siebenbürgen bietet übrigens noch viele weitere entzückende Städte, über die ich euch später erzählen werde, Klosterburgen, die in ihrer Art einzigartig sind und eine Geschichte, die uns näher steht, als wir denken. Bist du neugierig darauf?? Stay tuned!!

Und falls du in der Zwischenzeit schon Lust auf mehr Impressionen von Rumänien hast: wie wäre es mit einem Abstecher ans Donaudelta?

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VENEDIG – die Narren sind los!

Was die Schelme nicht stehlen, das verderben die Narren! Annette von Droste-Hülshoff (1797-1848)

Alle Jahre wieder findet in Venedig in der Faschingszeit ein großes Treiben statt – der berühmte „Carnevale di Venezia“ geht über die Bühne!IMG_7528

Zehn Tage vor dem Aschermittwoch wird der Karneval offiziell mit dem „Engelsflug“ eröffnet, dabei schwebt ein Prominenter von einem Seil gesichert vom Campanile hinab auf den Markusplatz. Von da weg geht es hoch her in der Stadt. Paraden finden statt, die ganze Lagunenstadt ist in einem Ausnahmezustand.Venedig 2012 117

Die meisten Gäste kommen am Faschingswochenende nach Venedig, da wird es dann so RICHTIG voll! Meine Freundin Christine und ich waren vor mittlerweile 6 Jahren beim Karneval in Venedig – allerdings unter der Woche. Da ist veranstaltungsmäßig zwar nicht so viel los wie am Wochenende, die Maskenprämierung findet ja immer nur sonntags statt, aber es gibt trotzdem genug zu schauen und bewundern, mit dem kleinen Vorteil, dass man doch noch leicht irgendwo in einem Café oder einer Trattoria einen Platz zum Ausruhen ergattert.

Wie nicht anders zu erwarten, spielt sich das meiste am Markusplatz und um den Canal Grande ab. Aber auch in vielen Palazzi gibt es Veranstaltungen und auch in die kleinen Gässchen verirren sich immer wieder bunte Masken.

Wir kamen uns übrigens total „underdressed“ vor, als das Faschingstreiben so richtig begann und wir von bunt kostümierten Menschen gerade so umgeben waren. Was lag daher näher, als uns auch Masken zu besorgen. Komisch, wie anders man sich damit gleich fühlt!IMG_0127

Die Preise sind in Venedig immer hoch – zur Karnevalszeit erreichen sie allerdings ihre Spitzen. Da kommt es schon vor, dass ein Hotelzimmer gleich einmal doppelt so viel kostet, wie sonst. Wie du dem entgehen kannst? Wenn du in Venedig übernachten willst, gar nicht. Ansonsten such dir doch ein Zimmer in einer der umliegenden Städte, da wird es gleich deutlich günstiger. Von Padua oder Treviso brauchst du gerade mal 1 Stunde nach Venedig, das ist auch in der Früh gut machbar, das wirkliche Faschingstreiben beginnt ohnehin erst um die Mittagszeit. Udine und Ferrara sind auch wunderschön, hier musst du allerdings bereits 1 1/2 Stunden Anfahrtszeit einberechnen.

IMG_7523Wenn du ein annähernd so verrückt bist, wie Christine und ich, dann haben wir überhaupt den ultimativen Tipp für dich: wir sind mit dem Nachtzug von Wien nach Venedig angereist, der kam um 7 Uhr Früh an und wir haben uns gleich mal einen ordentlich starken Espresso genehmigt. Danach gab’s Faschingstreiben ohne Ende und mit dem nächsten Nachtzug sind wir wieder retour gefahren. Nach 2 Nächten im Zug waren wir zwar ziemlich geschlaucht, aber zufrieden und glücklich!

Mein Karnevals-Tipp: Die kleine Pasticceria da Bonifacio in einer der Seitengässchen hinter dem Markusdom (Calle Dei Albanesi Castello 4237) kommt zwar mittlerweile schon in einigen Reiseführern vor, ein Besuch lohnt sich aber allemal, die Leckereien dort sind einfach köstlich!!!

2018 geht der Karneval leider nur mehr bis 13.2., du musst dich also beeilen. 2019 findet er von 23.2. bis 5.3. statt!IMG_7535

Hast du Lust auf andere Brauchtumsveranstaltungen? Schau mal hier, was zum Beispiel in Oberösterreich so gefeiert wird…

 

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ISRAEL – und plötzlich bin ich bibelfest

Wenn jemand eine Reise tut, so kann er was erzählen. Drum nähme ich den Stock und Hut und tät das Reisen wählen. Matthias Claudius (1740-1815)

Hallo, ihr Lieben!

Ich habe ein neues Land entdeckt! Also, natürlich nicht weltgeschichtlich gesehen – aber für mich. Meine kleine Welt hat sich erweitert – um ein Land das ich schon lange mal bereisen wollte, das mich irgendwie faszinierte, obwohl ich es gar nicht kannte und von dem man immer wieder in den Medien hört, wenn auch nicht immer aus erfreulichen Gründen. Israel! Eine Jahrtausendelange Geschichte verbirgt sich hinter diesem Land – und die wollte doch erforscht und entdeckt werden, oder?

Auch wenn meine Freundin Lisi und ich nur 4 1/2 Tage Zeit für dieses Projekt hatten, wir wollten es drauf ankommen lassen und einfach das von Israel sehen, das sich in dieser kurzen Zeit machen ließ. Jerusalem war Pflichtprogramm – alles weitere war flexibel. Dachten wir. Bei der Lektüre unseres Reiseführers stellte sich nämlich sehr bald heraus, dass Israel eine Menge zu bieten hat, das wir unbedingt sehen wollten. Aus „nur Jerusalem ist Pflicht“ wurde schließlich „ich will auch nach Haifa und zum See Genezareth und nach Bethlehem und nach Akko….“ – und so haben wir die Idee geboren, doch einen Mietwagen zu nehmen.IMG_9954

Noch ein bisschen komplizierter gestaltete sich unsere Planung, als wir rausfanden, wie man es in Israel mit den Feiertagen hält. Freitag Abend bis Samstag Abend ist Sabbat – alles, was jüdisch ist, ist in dieser Zeit geschlossen. Ausnahmslos. Am Samstag haben dann muslimische Geschäfte und Restaurants oft zu und am Sonntag alles Christliche. Das Bedarf ein bisschen einer Umsicht! Wir haben unseren Reiseablauf einige Male geändert, weil wir drauf gekommen sind, dass manches an einigen Tagen einfach nicht zu besichtigen ist. Wenn man drauf vorbereitet ist, ist das alles nicht schlimm, aber wenn nicht, kann man durchaus seine Überraschungen erleben.

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Jaffa im Sonnenuntergang

Also, auf ging’s! Der größte Flughafen des Landes, Ben Gurion, liegt etwas außerhalb von Tel Aviv und da Israel ein kleines Land ist, schien uns Tel Aviv auch als ein guter Ausgangspunkt für unsere kleine Expedition. Eine kleine Expedition – das schreit doch direkt nach dem Little Tel-Aviv Hostel als Unterkunft. Einfach, sauber und günstig, das waren unsere Ansprüche und denen tat das Little Tel-Aviv mehr als nur Genüge. Die Lage war auch gut, in ein paar Minuten konnten wir auf dem mondänen Rothschild-Boulevard flanieren und bis zum Strand waren es gerade mal eine gute Viertelstunde.img_6358.jpg

Apropos Strand! Der Strand in Tel Aviv ist toll und hipp – wenn man nicht gerade im Jänner dort ist! Uns empfing er nämlich mit einem ordentlichen Sturm, der alles überflutet hat, von Baden oder auch nur Plantschen war daher keine Spur (naja, wäre auch sonst im Jänner nicht soooo verlockend gewesen, aber ein Bikini-Foto hätten wir sonst schon geschafft…), aber wir waren beeindruckt von der Kraft des Wassers, von den riesigen Wellen und auch von dem Chaos, das so ein Sturm gleich mal anrichten kann. Aber irgendwann wär’s wohl schön, nochmal dorthin zurück zu kommen, wenn der Strand so richtig belebt ist, man die verschiedenen Strandabschnitte und das wilde Treiben dort auskosten kann.IMG_E0039

Tags darauf ging machten wir uns auf, die Stadt zu erkunden. Ein Teil Tel-Avivs ist als UNESCO Weltkulturerbe geschützt: die sogenannte „Weiße Stadt“, in der sich Bauten im Bauhausstil aneinanderreihen. Das ist jetzt natürlich Geschmacksache und vielleicht nicht unbedingt schön, aber ich hab ja so ein Faible fürs Welterbe – wie du bestimmt schon mitgekriegt hast – und drum mussten wir dort einfach hin. Irgendwie scheint dieser Baustil überhaupt in der ganzen Stadt allgegenwärtig zu sein, wir entdeckten nämlich eine ganze Menge „Bauhaus-Häuser“, oder glaubten zumindest, sie als solche zu erkennen…

Am Nachmittag ging es nach Jaffa, den südlichen, alten Stadtteil von Tel Aviv. Jaffa ist eine alte Hafenstadt mit einer langen Geschichte und weil wir ja gerade auf dem „Bildungstrip“ waren, beschlossen wir uns einer Free Walking Tour anzuschließen. Diese Gratis-Touren werden ja gerade in vielen Städten angeboten und ich muss wirklich sagen, es war informativ und kurzweilig . Aber auch sonst hat es Spaß gemacht, durch die engen Gässchen der Altstadt zu bummeln oder den Fischerbooten am Hafen zuzusehen. Der Wellengang war ja immer noch gewaltig, sodass die meisten Schiffe im Hafen lagen und gar nicht auslaufen konnten.

Als wir mit der Tour fertig waren und es Zeit war, Souvenirs zu kaufen, staunten wir nicht schlecht. Es war nicht mal 16 Uhr, als in Jaffa alles dicht gemacht und alle Rollläden runtergelassen wurden: klar, der Sabbat begann. Wie gut, dass wir bereits zuvor unser Mietauto abgeholt hatten, denn auch die Busse stellten ihren Betrieb völlig ein. Sei darauf vorbereitet, wenn du vor hast, nach Israel zu fahren. Es fahren in dieser Zeit zum Beispiel auch keinen öffentlichen Busverkehr zwischen Tel Aviv und Jerusalem und es kann durchaus mal passieren, dass man sonst feststeckt. Es gibt aber private Alternativen, die sogenannten Sheruts, die angeblich sehr gut funktionieren, aber leider keinen fixen Fahrplan haben, sondern immer dann los starten, wenn sie eben voll sind.

Zum Glück war die Nahrungsbeschaffung in Tel Aviv selbst trotz des Sabbats unkompliziert, es fanden sich genügend Lokale, die offen hatten (in Jaffa haben wir gerade mal mit Mühe und Not noch einen Kaffee bekommen, bevor alles geschlossen wurden. Sehr lecker haben wir im Restaurant Night kitchen gegessen – wir wussten gar nicht, welch ein In-Lokal das ist, und welch ein Glück wir hatten, das wir ganz spontan einen Tisch bekamen. Eine Reservierung empfiehlt sich daher unbedingt – na fürs nächste Mal wissen wir es… Kulinarisch hat Tel Aviv überhaupt einiges zu bieten, internationale Küche ist genauso vertreten, wie einheimische Kost. Unser Herz erobert hat das Lokal Benedict am Rothschild Boulevard. Haben wir uns erst noch gewundert, dass dort mit „All about breakfast 24/7“ geworben wird, wurden wir bald eines Besseren belehrt: Hier gibt es wirklich rund um die Uhr Frühstück, und nur das – in allen leckeren Varianten.t

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Frühstück zum Abendessen – das „Benedict“ macht’s möglich!

Tags darauf führte uns unsere Tour dann Richtung Norden. Das Autofahren in Israel ist, abgesehen von den Großstädten, wo es schon mal richtig voll werden kann, kein wirkliches Problem. Im Gegensatz zu vielen anderen Ländern (ich erinnere mich da an eine Fahrt durch das nächtliche Amman in Jordanien…) werden Verkehrsregeln weitgehend eingehalten und die Straßenbeschilderung erfolgt fast immer dreisprachig in Hebräisch, Arabisch und Englisch. Das Autobahnnetz ist gut ausgebaut und die Orientierung recht einfach. Uns hat man wie selbstverständlich mit einem Automatik-Auto ausgestattet und ich weiß bis heute nicht, ob ich mich nicht vielleicht ein bisschen darüber kränken sollte…IMG_0217

Zuerst machten wir in Haifa halt, um die berühmten Bahaa-Gärten zu besichtigen. Eine wunderschön angelegte Garten-Anlage mit einem goldkippeligen Schrein und einem Gebetszentrum, die über Haifa thront und einen herrlichen Blick über die Stadt bietet – all das gehört der sogenannten Bahai-Religion, die paradoxer Weise in Israel selbst aber gar keine Mitglieder haben darf. Leider kann man die Gärten nicht durchgehend besichtigen sondern muss für die einzelnen Terrassen immer wieder eigene Eingänge benutzen, was uns ziemlich genervt hat. Nichtsdestotrotz lohnt es sich, sich bis ganz nach oben „vorzuarbeiten“ um dann den wunderschönen Ausblick genießen zu können.IMG_E0130

Dann ging es weiter in die alte Seefahrer-Stadt Akko. Akko hat eine entzückende Altstadt, die nur aus engen Gässchen besteht und diese wiederum sind voll mit Marktständen. Und Akko hat einen Hafen, in dem bunte Fischerboote vor Anker liegen.IMG_6531

Von dem abgesehen wird man in Akko in die Zeit der Kreuzfahrer zurück versetzt. Beherrscht wird die Stadt von einer riesigen Burganlage und die Kreuzfahrertunnel, über die früher die Stadt betreten und verlassen werden konnte, sind auch noch zu besichtigen. Ein bisschen spooky, oder? Wir hatten nur ein paar Stunden für diese hübsche Stadt eingeplant, hätten aber noch locker einen ganzen Tag bleiben und herumschlendern können.IMG_6636

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Uhuuuu… 2 Geister, oder wie?

Aber nein, wir mussten weiter. Zum See Genezareth – ich hatte nämlich eine Mission: ich wollte über’s Wasser gehen. Soll ja schon mal vorgekommen sein und irgendwie klang das Ganze nicht so schwierig… War es dann aber doch und ich muss zugeben, ich bin gescheitert. Nichtsdestotrotz ist ein Abstecher an den See Genezareth eine feine Sache. Er liegt nämlich 200 m unter dem Meeresspiegel und es herrscht eine ganz eine eigene Atmosphäre dort. Die erste Anlaufstelle, wenn man von der Küste kommt, ist Tiberias, ein Ferienort, in dem es im Sommer wohl schon ganz schön voll werden kann. Im Jänner war dort aber fast keiner und wir konnten beinahe ungestört (die Möwen, die Möwen…) ein herrliches Abendessen an der Esplanade genießen – quasi erste Reihe fußfrei.IMG_E0234

Am Sonntag erwartete uns das Highlight unserer Reise: Jerusalem stand am Programm. Jerusalem muss man gesehen und erlebt haben! Betritt man die Stadt durch eines der 8 Tore der Stadtmauer, ticken die Uhren anders. Es ist schwer zu beschreiben, aber in Jerusalem liegt etwas in der Luft. Es herrscht eine ganz eine eigene Stimmung und auch wenn man nicht sonderlich gläubig ist, hat man das Gefühl von etwas Spirituellem umgeben zu sein. Es hätte mich auch nicht gewundert, wenn Jesus mit seinen Jüngern plötzlich über die Via Dolorosa spaziert wäre – das wäre durchaus stimmig gewesen.IMG_6775

Ich kann ja manchmal etwas kompliziert sein, und so habe ich mir hier eingebildet, unbedingt ein Foto von mir vor dem Felsendom haben zu wollen. Aus Israel wegzufahren, ohne dieses Bild ging gar nicht, das war für mich, als wäre ich in Paris, aber nicht am Eiffelturm gewesen. Tatata – bitte sehr – Lisi hat es möglich gemacht!!IMG_0261

Warum ich das extra so erwähne? Nun, es ist gar nicht einfach, den Tempelberg wirklich zu betreten. Von der Ferne sieht man den Felsendom aus der ganzen Stadt, aber direkt davor zu stehen, bedarf einiges organisatorischen Geschickes, die Öffnungszeiten dieser heiligen Stätte sind nämlich sehr überschaubar, und nicht wirklich vorhersehbar. Freitag und Samstag ist grundsätzlich geschlossen. An den anderen Tagen sollte der Tempelberg grundsätzlich am Vormittag und am Nachmittag für 2 Stunden geöffnet sein – dies kann sich aber, je nach Sicherheitslage und Gebetssituation, jederzeit ändern. Wenn nämlich die Moslems in der Al-Aqsa Moschee zu beten beginnen, haben alle anderen Leute ratzfatz den Berg zu verlassen. Und das geht blitzschnell, wir haben es selbst erlebt. Es verspricht auch kein Tourenbieter, bei einem Rundgang durch Jerusalem den Tempelberg zu besichtigen, weil das Ganze eben nicht wirklich planbar ist. Ich bin aber seeehr froh, dass wir dort waren und ich mein Foto hab. Danke, Lisi! Jerusalem kann man nicht so nebenbei abhandeln, ich werde dir daher in den nächsten Tagen in einem eigenen Blogpost nochmal extra darüber berichten.

Von Jerusalem nur ein paar Kilometer entfernt liegt Bethlehem. Jeder kennt Bethlehem, da wurde doch das Christkind geboren und jedes halbwegs religiöse österreichische Kind träumt davon, einmal als „Friedenslichtkind“ für die Aktion des ORF Oberösterreich vor Weihnachten nach Bethlehem zu reisen und dort das Friedenslicht zu entzünden und nach Hause zu bringen. Nach Bethlehem mussten wir also auch unbedingt und die paar Kilometer Entfernung… so nahe kamen wir da nicht so schnell wieder hin. Was wir allerdings nicht bedacht und erst bei unseren Recherchen vor Ort bemerkt haben: Bethlehem liegt im Westjordanland und das ist von Israel abgeriegelt. Durch Zäune und durch eine Meterhohe Mauer. Von „schnell mal hinfahren“ war daher keine Spur, der Autobus, der uns dort hinbringen sollte, umrundete gefühlt die ganze Stadt und brauchte dafür fast 1 1/2 Stunden – Grenzkontrollen durch schwer bewaffnete Soldaten im Autobus inklusive. Da kann einem schon mal kurz mulmig werden.

In Bethlehem selbst hat sich dann ein Taxifahrer angeboten uns ein bisschen herumzufahren, was keine schlechte Idee war. Das idyllische Bethlehem, in dem man mit dem Esel herumreitet und von einem Ende der Stadt zum nächsten mal ein paar Minuten braucht, gibt es nämlich nicht. Das heutige Bethlehem ist eine große Stadt mit über 30.000 Einwohnern, verwinkelten Straßen und von einer schnellen Besichtigung ist da keine Spur. Wir ließen uns also zur Geburtskirche bringen und stiegen in die berühmte Geburtsgrotte hinab – schon ein denkwürdiger Moment. Ich muss ja sagen und ma hört es vielleicht auch heraus, ich bin nicht wirklich religiös. Aber wenn man mal davon ausgeht, dass es stimmt, was über diese Orte und ihre Begebenheiten überliefert wurde, dann ist es schon „wow“, selbst dort zu stehen.

Unser Taxifahrer war Palästinenser und es war ihm ein Anliegen, uns zur Mauer zu fahren und uns darüber zu erzählen, wie sie ab 2005 praktisch über nach errichtet und die West Bank von Israel abgeriegelt wurde. 25 km ist die Mauer lang, die restliche Sperrzone wird mit Zäunen und Wachtürmen gesichert. Das hatten wir doch alles schon mal irgendwo und gerade deshalb fühlt es sich umso bedrückender an. Manche, wie dieses Hotel direkt an der Mauer, versuchen aller Ironie zum Trotz Profit daraus zu schlagen und und bieten Zimmer mit Mauerblick an. Der absolute Großteil der Bevölkerung leidet jedoch darunter, denn sie sind ausgeschlossen von der Welt und ihrem Leben vor dem Mauerbau.

Unseren letzten Tag in Israel widmeten wir weitgehend den archäologischen Stätten des Landes. Und so fuhren wir nach Caesarea, eine Dreiviertelstunde nördlich von Tel Aviv, einer ehemaligen Hafenstadt mit fast 2500 Jahre langer Geschichte, wo sich in einem Nationalpark beeindruckende Überreste Römischer Besiedelung wie ein Hippodrom oder ein altes Theater befinden. Megiddo, auf der Strecke zwischen Tel Aviv und Nazareth haben wir in seiner Bedeutung etwas unterschätzt. Von hier soll laut Bibel Armageddon, der Weltuntergang ausgehen. Lisi war traurig, dass wir keine Zeit für eine Besichtigung hatten, ich fühlte mich fast ein bisschen erleichtert. Man will ja im Fall des Falles dann doch nicht direkt vor Ort sein…

Nazareth mussten wir auch noch einen Besuch abstatten, es war ja schließlich das Dorf, wo alles begann und Maria die frohe Botschaft empfing. Nun ja, Dorf… das ist so eine Sache, denn auch Nazareth hat sich ziemlich gemausert und beherbergt nun fast 80.000 Einwohner – inklusive ihrer Autos, die sich gefühlt alle zur selben Zeit auf den Straßen befanden und einen beträchtlichen Stau verursachten. Außer der Verkündigungskirche und einem bisschen „Streetlife“ bietet Nazareth nicht viel und ich würde retrospektiv fast empfehlen, dass jeder, der nicht aus religiösen Gründen hinmöchte, eher einen Bogen drum macht und seine Zeit andernorts besser verwendet.

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Hier hat Maria gewohnt – anno dazumal…

Nun, 4 1/2 Tage um ein ganzes Land zu erkunden, das ist natürlich viel zu kurz und wir mussten durchaus Abstriche machen. Die Gegend südlich von Jerusalem, die Wüste Negev, das Rote und das Tote Meer konnten wir gar nicht besuchen und auch sonst gibt es bestimmt noch viele Orte, die mehr als sehenswert sind. Diese kurze Zeit hat aber auf jeden Fall gereicht, um einen Eindruck von Israel zu bekommen, im grauen Januar ein paar Sonnenstrahlen zu tanken Bibelkenntnisse aufzufrischen, und sich ein bisschen mit der Geschichte des Nahen Ostens zu beschäftigen.

Ich wurde seitdem mehrmals gefragt, ob ich noch einmal nach Israel fahren würde. Wäre ich noch nicht dort gewesen, würde ich es in der momentanen Situation wieder tun, ein zweites Mal möchte ich vorläufig aber nicht hinreisen. Ich finde es durchaus befremdlich, an allen Ecken und Enden von Uniformierten mit Maschinengewehren überwacht zu werden und auch die penibel genauen Kontrollen und Befragungen am Flughafen Ben Gurion empfand ich als unangenehm. Wir haben aber ansonsten keine brenzligen Situationen erlebt und wir haben uns auch nicht gefürchtet. Trotzdem empfiehlt sich schon, sich vor der Abreise über die Sicherheitswarnung des Außenministeriums zu informieren, denn auch wenn die Lage momentan ruhig ist, kann sich dies natürlich jederzeit wieder ändern.

Warst du auch schon in Israel und möchtest deine Erfahrungen mit uns teilen? Gerne freue ich mich über deinen Kommentar!

Hast du Lust, mehr über Urlaub im Nahen Osten zu erfahren? Vielleicht ist ja mein Bericht über 10 Tage in Jordanien etwas für dich?

 

 

 

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LEGOLAND – Stein auf Stein, Stein auf Stein…

Der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Wortes Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt. Friedrich Schiller (1759-1805)

Wir lieben Vergnügungsparks – manche sogar so sehr, dass wir sie bereits mehrmals besucht haben. Einer unserer Favoriten ist das Legoland Deutschland. Bereits als die Halbstarken noch ziemlich klein und schwach waren, sind wir das erste Mal dort gewesen und seitdem pilgern wir in regelmäßigen Abständen nach Günzburg. Und auch wenn zumindest die beiden Großen dem Legoland-Alter OFFIZIELL entwachsen sind, kommen sie immer noch mit Begeisterung mit. Und sind immer wieder fasziniert von der wunderbaren Welt aus kleinen Steinchen.IMG_E7828

Der Park ist in verschiedene Themenbereiche unterteilt, sodass eigentlich jeder das findet, das ihn am meisten begeistert. Da gibt es eine Piratenwelt, eine Abenteuerwelt, das Reich der Pharaonen, das Land der Ritter, die Lego-City und einen Bereich Imagination sowie Lego-Extreme.

Absolutes Herzstück des Parks ist das Miniland, wo aus über 25 Millionen Steinchen eine beeindruckende Miniwelt nachgebaut wurde. Wir sind jedes Mal wieder fasziniert, wie detailgetreu alles gemacht und können uns gar nicht sattsehen! Auf Knopfdruck kann man sogar selbst ein bisschen ins Geschehen mit eingreifen und Züge und Boote steuern oder Musik spielen lassen.

In der Lego City findet man all das, was man aus der Legekiste im Spielzimmer in klein kennt, im Großformat. Man kann mit Lego-Autos, Zügen und Flugzeugen fahren und sogar einen „echten“ Lego-Führerschein machen. Und die ganz Mutigen können sich bei Ninjago Fly durch die Lüfte wirbeln lassen – einer der Favoriten meiner Halbstarken.img_5073.jpgIMG_6284

Apropos Ninjago. Bei unserem letzten Besuch wurden wir von Ninjago „The Ride“ überrascht, dessen Höhepunkte ich euch natürlich nicht vorweg nehmen möchte. Nur soviel: es ist ein sehr interaktiver Fahrspaß, für den sich ein bisschen anstehen lohnt.IMG_5119

Mir selbst gefällt am besten die Abenteuer-Welt. Warum? Weil man dort eine Safari in einem kleinen Lego-Auto machen kann und an entzückenden Elefanten, Giraffen und Zebras vorbei kommt. Soooo süß!

Die Piraten-Welt ist auch ziemlich cool. Mit Booten fährt man durch eine Lego-Landschaft und kann, so das Wetter mitspielt, vom Boot aus die Zuseher mit Wasserkanonen bespritzen. Aber Vorsicht – sie spritzen zurück!! Und schon ist man mitten in der schönsten Wasserschlacht. Wie gesagt – schönes Wetter vorausgesetzt, oder jede Menge Wechselgewand im Gepäck…IMG_7896

Ziemlich viel Action gibt es bei den Hochschaubahnen, dem Feuerdrachen und Project X. Die Halbstarken genieren sich da immer ein bisschen und keiner will so ganz freiwillig neben mir sitzen. Ich brülle nämlich immer gaaaaanz laut – da ist das Ganze dann gleich nur mehr halb so schlimm. Bitte jetzt nicht sagen, dass man ja nicht Hochschaubahn fahren muss, wenn man sich fürchtet. Das tu ich ja nicht, also maximal ein kleines Bisschen. Aber kennst du nicht den Nervenkitzel, wenn es erst langsam bergauf und dann das erste Mal bergab der geht?? Laut Schreien hilft da ungemein! Glaub es mir – und probiere es das nächste Mal aus!!

Für die Supercoolen gibt es noch eine tolle Sache: Power Builder nennt sich das Ganze und man kann dabei einen Roboter selbst programmieren, mit dem man dann mitfahren kann. Spannend, oder? Da verbringen wir immer viel Zeit – die Jünglinge beim Fahren und ich beim Versuch, Fotos zu machen.

Ganz kleine Kinder kommen übrigens auch auf ihre Rechnung, es gibt etliche Fahrgeschäfte auch für „Minis“. Beim Ritterturnier kann man auf Pferden seine Runden drehen, das Flugzeugkarussell bietet sich ebenfalls an und es gibt sogar eine Fahrschule extra für jüngere Kinder.IMG_6337

Aber nicht nur die Fahrgeschäfte und Miniaturwelten faszinieren uns. Auch das Drumherum im Legoland ist entzückend. Die kleinen Figuren, die einen überall erwarten, die vielen liebevoll gestalteten Details und die zahlreichen Spielplätze, die zwischendurch für jede Menge Unterhaltung sorgen.

Die Anreise ins Legoland haben wir bisher immer so gehandhabt, dass wir entweder in München oder in Günzburg selbst übernachtet haben. Quartiere gibt es zahlreiche, auch solche zu moderaten Preisen. Im Legolandhotel selbst waren wir bisher noch nie, das war mir ehrlich gesagt immer ein bisschen zu hochpreisig. Aber da die Alternativen rundherum durchaus passabel sind (zuletzt haben wir im Herbst im Gasthof „Goldener Löwe“ genächtigt…) und man auch von München weg in ca. 1 Stunde da ist, konnten wir das immer umgehen. Da die Rückfahrt nach Wien doch gute 4 1/2 Stunden dauert, haben wir nach einem Legoland-Besuch gerne noch einen Zwischenstopp bei der Familie in Oberösterreich eingelegt…IMG_6362

Preislich finde ich das Legoland recht moderat. Die regulären Eintrittspreise schlagen zwar mit 45,50 € für Erwachsene und 40,50 € für Kinder zu Buche, es gibt aber immer wieder tolle Aktionen und Familienangebote. Wir hatten für unseren letzten Besuch einen Gutschein von einer Cornflakes-Packung, mit dem wir alle Tickets um 50 % verbilligt bekommen haben. Und dann finde ich einen Tag im Legoland wirklich erschwinglich. Wer kein Geld für Essen oder Getränke ausgeben möchte, kann übrigens völlig problemlos seine eigenen Sachen mitnehmen. Wir haben das nie gemacht, weil ich nicht gerne den enormen Nahrungsbedarf von 3 Halbwüchsigen schleppe. Außerdem duftet es meistens soooo lecker überall, dass wir dann erst recht Lust auf Pizza & Co bekommen. Aber wie gesagt, prinzipiell ist das gut möglich.IMG_7886

Wir haben etliche schöne Familienausflüge ins Legoland unternommen. Ich weiß nicht, ob wir in nächster Zeit nochmal hinfahren, wenn nicht, liegt es aber einzig daran, dass wir halt altersmäßig nicht mehr die richtige Zielgruppe sind. Aber vielleicht kann ich ja doch bald wieder jemanden zu einem Ausflug dorthin überreden – es kann ja eigentlich nicht sein, dass ich dazu erst Enkelkinder kriegen muss, oder?

Praktische Informationen:

Anreise: auf der A8 – Ausfahrt Günzburg. Von dort sind es nur mehr wenige Minuten ins Legoland. Kostenpflichtige Parkplätze stehen ausreichend zur Verfügung

Öffnungszeiten: von 24.3.2018 – 4.11.2018 tageweise unterschiedliche Öffnungszeiten

Preise: Erwachsene 45,50 €, Kinder unter 12 Jahre 40,50 €, zahlreiche Ermäßigungen und Familienkarten

Weitere Informationen auf der Homepage verfügbar

Weitere tolle Abenteuer und Tipps für Familienausflüge findest du hier

 

 

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GMUNDEN – Winter ade beim Glöcklerlauf

Es ist besser, ein Licht zu entzünden, als auf die Dunkelheit zu schimpfen. Konfuzius (551 – 479 v. Chr)

Alljährlich am 5.Jänner, dem Vorabend des Dreikönigstages, findet in weiten Teilen des Salzkammergut der Glöcklerlauf statt. Wir waren vor 2 Jahren in Gmunden und haben uns diese Spektakel einmal selbst angesehen.

Der Ablauf der Veranstaltung ist genauso Tradition, wie das Brauchtum selbst. Tausende Menschen finden sich nach Einbruch der Dunkelheit am Rathausplatz ein, wo Turmbläser vom Rathaus aus den Beginn des Umzugs einleiten. Danach werden die Heiligen Drei Könige erwartet, die mit dem Schiff über den Traumsee nach Gmunden gebracht werden und nach ihrem Eintreffen vor dem Rathaus ihre Hirten- und Dreikönigslieder zum Besten geben.

Danach kommt der eigentliche Höhepunkt: das Eintreffen und der Umzug der Glöckler. Wunderschöne, teilweise bis zu 15 kg schwere Lichterkappen zieren ihre Köpfe. Ein Gerüst aus Holzstäben gibt Stabilität, die Seitenteile sind aus Papier und weisen die schönsten Motive auf: Muster, Brauchtumsszenen, Landschaftsbilder, Figuren – gar vielfältig sind die Dekorationen. Die Kappen weisen verschiedene Formen auf und werden von den Glöcklern selbst gebastelt – unzählige Arbeitsstunden stecken in diesen Kunstwerken. Von innen werden die Kappen beleuchtet und bringen somit Licht in die dunkle Raunacht von 5. auf 6. Dezember.IMG_3537

Die Glöckler tragen weiße Kleidung und haben an ihrem Gürtel eine Kuhglocke befestigt, weshalb der ganze Umzug mit ganz schön viel Lärm auf sich aufmerksam macht. Glöckler laufen übrigens nicht alleine sondern in sogenannten „Passen“ zu ca. 20 Leuten und haben oft kunstvolle Schrittfolgen einstudiert, in denen sie über den Platz laufen.IMG_3549

Der Brauch des Glöckelns stammt original aus dem Salzkammergut und wurde bereits im 19. Jahrhundert begonnen, er dient dazu, den Winter mit seinen bösen Geistern auszutreiben. Die Glöckner bringen Licht und vertreiben die Dämonen der letzten Raunacht – so besagt es die Legende des Heidnischen Brauches. Ursprünglich liefen die Glöckler von Bauernhof zu Bauernhof um diese zu beschützen und ihnen ihre Ehre zu erweisen. Das Stampfen der Glöckler soll übrigens dazu beitragen, das unter dem Schnee begrabene Korn zum Keimen zu erwecken – je lauter daher, desto besser. Nun ja, Schnee gab es bei unserem Besuch ja keinen, aber der Lärm der Glocken und das Trampeln der Glöckler ist bestimmt bis tief in die Erde durchgedrungen.

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Auch der Glöckler-Nachwuchs ist eifrig dabei!

Da ich in Oberösterreich aufgewachsen bin, hab ich natürlich schon oft von den Glöcklerläufen gehört – es war daher ein besonderes Erlebnis, auch einmal „live“ dabei zu sein. Nicht nur in Gmunden wird dieses Brauchtum gepflegt, auch in anderen Orten im Salzkammergut, wie zB in Bad Ischl, Ebensee oder St. Wolfgang ziehen die Glöckler ihre Runden. Wirklich ein Spektakel, bei dem es sich lohnt, einmal dabei zu sein. Die ersten Glöcklerläufe wurden übrigens aus Ebenes überliefert, weshalb die dortige Veranstaltung von der UNESCO zum immateriellen Weltkulturerbe ernannt wurden.IMG_3509

Ich empfehle dir, einigermaßen zeitig vor Ort zu sein und dich warm einzupacken. Da die ganze Veranstaltung doch eine Zeit lang dauert, kann es ganz schön kalt werden. Außerdem willst du doch eine gute Sicht auf die beleuchteten Kappen haben, nicht wahr? Parkplätze direkt im Zentrum von Gmunden gibt es wenige, es lohnt sich auf den Stadtrand auszuweichen, um sich das lästige Suchen zu ersparen. Vom Veranstaltungszentrum Toscana ist man in ca. 15 min am Rathausplatz – dort steht ein großer Parkplatz zur Verfügung.

Wunderschöne Lichtfiguren, allerdings aus einer ganz anderen Welt, gab es auch hier zu sehen: