CUENCA – hängende Häuser im Herzen La Manchas

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Wenn du denkst, Abenteuer seien gefährlich, versuche es mit Routine. Diese ist tödlich. Paulo Coelho (geb. 1947)

Obwohl ich in einer Millionenstadt wohne und das auch sehr genieße, habe ich in den letzten Jahren gelernt, den Charme und den Zauber zu genießen, der oft von viel kleineren Städten ausgeht. Und wie sehr einen genau diese Kleinstädte faszinieren können,  habe ich erst unlängst einmal mehr in Spanien erlebt. Cuenca, eine kleine, idyllische Felsenstadt, liegt ziemlich genau auf halber Strecke zwischen Valencia und Madrid in Kastilien-La Mancha. Den hervorragenden spanischen Schnellzug-Verbindungen ist es zu verdanken, dass man Cuenca von beiden Städten aus in nur etwa 1 Stunde Bahnfahrt erreichen kann. Eine Fahrt in diese entzückende kleine Stadt eignet sich daher wunderbar als Tagesausflug, wenn man dem Trubel der Großstädte einmal kurz entfliehen will. Im Rahmen unseres Valencia-Urlaubs haben meine Freundin Marina und ich auch diese Stadt besucht – und was soll ich dir sagen: wir waren begeistert!IMG_3442 (1)

Reist man mit dem Schnellzug an, dann kommt man an einem eigenen Bahnhof außerhalb der Stadt an, die Regionalzüge halten im Bahnhof in der Neustadt. Infrastrukturell ist das noch nicht optimal gelöst, es gibt zwar eine Busverbindung vom Bahnhof bis zur Plaza Mayor in der Altstadt, die Busse verkehren aber nur sporadisch. Stell dich also besser darauf ein, dir von dort ein Taxi zu nehmen, zu Fuss gehen ist keine wirkliche Option, da der Bahnhof doch einige Kilometer außerhalb der Stadt liegt. Dafür findest du dort bereits eine Touristeninformation, wo du alle wichtigen Dinge über Cuenca erfragen kannst.IMG_3487

Das Hauptaugenmerk aus touristischer Sicht liegt in der Altstadt Cuencas, die auf fast 1000 m Seehöhe regelrecht auf Felsen „geklebt“ wurde. Tiefe Schluchten , in denen der Huécar und der Júcar fließen, begrenzen die Altstadt, von wo aus man einen wunderschönen Blick auf die Neustadt sowie auf die umliegende Landschaft hat. Aufgrund seiner langen Geschichte und architektonischen Besonderheiten wurde die Altstadt Cuenca 1996 ins UNESCO Weltkulturerbe aufgenommen.

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Wahrzeichen der Stadt sind die hängenden Häuser, spektakulär im Überhang auf den Felsen angebrachte Gebäude, die teilweise bereits im 14. Jahrhundert erbaut wurden und immer noch bewohnt sind bzw. Gallerien und Museen beherbergen.IMG_3455 (1)

 

Gleich einmal vorne weg: Cuenca ist überschaubar und die Sehenswürdigkeiten liegen nahe beisammen, sodass man bei einem Tagesausflug mehr als genug Zeit hat, die Stadt kennenzulernen und stressfrei zu entdecken. Am besten beginnt man die Erkundung der Stadt auf der Plaza Major, wo einem abgesehen von der Kathedrale (übrigens das erste gotische Gebäude Spaniens) auch die vielen bunten Häuser ins Auge stechen. Wir waren in der absoluten Nebensaison, im Jänner, und dann noch relativ zeitig in der Früh dort. Entsprechend beschaulich ging es da auf dem Platz noch zu – dennoch fanden wir ein sehr gemütliches Lokal, das Bistro Los Arcos, wo wir ein herrliches, typisch spanisches Frühstück – Café con leche und eine Tostada, ein getoastetes Weißbrot mit einer Tomaten-Knoblauch-Mischung und etwas Serrano Schinken drauf – genossen.

Anschließend spazierten wir „stadtaufwärts“ bis zur alten Burg und den verbliebenen Resten der Stadtmauer in den Stadtteil Barrio del Castillo. Von dort aus hat man erstens einen schönen Ausblick auf die Stadt und kann auch die imposanten Schluchten rundherum auf sich wirken lassen, zweitens starten von dort auch etliche Wanderwege, die die Stadt umrunden bzw. auf die umliegenden Berge führen.IMG_3422

Durch die engen Gassen (ich liebe ja enge Gassen, das erwähnte ich doch schon mal, nicht wahr) spazierten wir wieder zurück Richtung Zentrum, lange Zeit mit einem schönen Blick auf das Kloster San Pablo tief unter uns. Heutzutage beherbergt das Kloster ein Museum sowie ein Hotel. Zu erreichen ist dieses über die gleichnamige Brücke, vorausgesetzt, man ist schwindelfrei, denn die ganze Konstruktion wirkt schon ein bisschen in die Jahre gekommen. Auch wenn es eine etwas wackelige Angelegenheit ist, man sollte zumindest kurz stehen bleiben und den herrlichen Blick auf die Altstadt genießen – von dort bietet sich einem auch das für die Stadt typische Postkartenpanorama.IMG_3464

Ein markantes Wahrzeichen der Stadt ist auch der Torre de Mangana, den man auch besteigen kann. Leider hatten wir da – vermutlich saisonbedingt – kein Glück, denn er war verschlossen. Wir genossen es trotzdem, auf dem Platz davor ein bisschen in der Sonne zu sitzen. Was gibt es herrlicheres, und das im Jänner? Die Infotafel erläutern sehr schön die Geschichte der Stadt, es lohnt sich durchaus, sich ein bisschen Zeit dafür zu nehmen.IMG_0232

Auch museumstechnisch hat Cuenca einiges zu bieten, abgesehen von unzähligen Gallerien findet man dort auch, eigentlich überraschend ein einer so historischen Stadt, das Museum abstrakter Kunst sowie das Wissenschaftsmuseum von Kastilien-La Mancha mit Observatorium, man könnte also durchaus einige Zeit in Cuenca verbringen, ohne dass einem langweilig wird.IMG_3427 (1)

Für uns war dieser Tagesausflug von Valencia eine schöne Abwechslung um neben der Großstadt auch ein bisschen etwas von Land und Leuten mitzubekommen. Alleine die Zugfahrt durch die abwechslungsreiche Landschaft Mittelspaniens von der Küste bis ins hügelige Land war den Ausflug wert und Cuenca selbst hat uns wirklich gefallen.

Magst du Spanien auch so gerne wie ich? Was sind deine absoluten Lieblingsorte dort, was muss man unbedingt gesehen haben? Ich freue mich über deine Tipps! Ein paar meiner Favoriten findest du hier… aber: to be continued…

 

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