Veröffentlicht in Stadt-Reise

BRÜSSEL – zu Gast in Europas Hauptstadt

An zu viel Glück ist noch keiner gestorben. Flämisches Sprichwort

3 Tage lang waren die Halbstarken und ich im August 2014 in Brüssel. 3 Tage, an denen wir viel gesehen und erlebt haben und in denen wir durchaus einen Einblick in diese Stadt gewonnen haben, die aufgrund ihrer Bedeutung innerhalb der Europäischen Union viel mehr Einfluss auf unser tägliches Leben hat, als wir auf den ersten Blick glauben würden. Wir reden heute noch oft und gerne über diese Reise nach Brüssel. Warum? Weil wir in Brüssel

  • soviel Waffeln und Schokolade gegessen haben, wie noch nie
  • unsere Liebe für Comics entdeckt haben
  • den einzigen Strafzettel für Falschparken bekommen haben, den wir nie gezahlt haben und uns so oft verfahren haben, wie sonst noch nirgends
  • drauf gekommen sind, dass uns zu unserem Glück ein Haustier fehlt – prompt haben wir uns nach unserer Rückkehr dann einen Hamster zugelegt
  • ein etwas eigenartiges und langwieriges Erlebnis mit dem Feuermelder in unserem Appartement hatten und nun wissen, dass die Feuerwehr nicht kommt, nur weil der Alarm losgeht
  • versucht haben, in unserem schönsten Französisch zu plaudern – aber immer deutsche oder englische Antworten bekommen haben…

Wenn du selbst noch nie in Brüssel warst, macht dir dieser Artikel vielleicht Lust auf einen Ausflug in die belgische Hauptstadt. Uns hat es gefallen – insbesondere ob der Vielfältigkeit, die wir in jeder Hinsicht dort vorgefunden haben.

Wir hatten Glück mit dem Zeitpunkt, zu dem wir in Brüssel waren. Einmal pro Jahr gibt es genau für ein Wochenende am Grand Place den berühmten Blumenteppich. Innerhalb von wenigen Stunden legen hunderte Freiwillige dieses Kunstwerk aus Begonien auf, das man dann für genau 3 Tage bewundern kann. Welch ein Zufall, dass wir wirklich genau zu diesem Zeitpunkt in Brüssel waren, quasi zur rechten Zeit am rechten Ort… Das hatten wir nicht geplant, aber es war wirklich wunderschön und wenn wir nochmal nach Brüssel fahren, dann werden wir, wenn irgendwie möglich, den Zeitpunkt berücksichtigen. Den nächsten Blumenteppich gibt es übrigens von 11. bis 13. August 2017 und von 17. bis 19. August 2018.IMG_0508

Wenn man sich dann schon am Grand Place im Herzen Brüssels befindet, lohnt es sich durchaus, sich ein wenig umzusehen, befinden sich dort doch mit dem Rathaus (Hôtel de Ville), dem gegenüber liegendem Broothuis (Maison du Roi) und den angrenzenden Zunfthäusern wirklich die Prunkbauten der Stadt.  Nicht zu Unrecht zählt der Grand Place daher auch zum UNESCO Weltkulturerbe! Wenn nicht gerade der Blumenteppich unzählige Einheimische und Touristen anlockt, findet sich auf diesem Platz auch stets ein fröhliches Treiben auf dem Platz selbst und in den umliegenden Lokalen. Wie auch überall sonst im absoluten Stadtzentrum sind die Preise natürlich so, dass man die Lage mit bezahlt, aber es lohnt sich durchaus, kurz inne zu halten und einfach die schöne Atmosphäre auf sich wirken zu lassen.

Apropos wirken lassen: Etliche Spezialitäten hat Belgien natürlich zu bieten, die man sich nicht entgehen lassen soll: da wären einerseits die wirklich SEHR typischen Waffeln, die es mit allerlei Toppings von Schokolade über Erdbeeren, Eis, Schlagobers bis zu den verschiedensten Früchtekombinationen gibt. Dann natürlich die Belgische Schokolade – herrlich, ein absolutes „Muss“… Und dann wäre da noch das Belgische Bier, das meiner Meinung nach ein bisschen gewöhnungsbedürftig ist, gibt es dieses doch in den unterschiedlichsten Geschmacksrichtungen. Kirsche und Pflaume habe ich probiert, weil es halt einfach dazu gehört. Nun ja, was soll ich euch sagen..? Wenn man seit 16 Jahren in Wien-Ottakring wohnt, und sich über die Jahre an das heimische Bier gewöhnt hat, überzeugt einen das nicht so wirklich…IMG_0461

Unweit vom Grand Place findet man den wohl berühmtesten „Einwohner“ Brüssels: das Manneken Pis. Manchmal nackt, manchmal mit verschiedensten Kostümen bekleidet, pinkelt es fröhlich in seinen Brunnen. Menschentrauben davor versuchen, ein Selfie mit sich zu knipsen oder gar die ganze Familie mit dem Manneken Pis abzubilden und man muss eher Glück haben, wenn man einen freien Blick darauf erhaschen kann. Nachvollziehen konnten wir diese Euphorie eigentlich nicht, im Gegenteil, wir waren eher enttäuscht davon, hätten wir doch eine „richtige“ Statue erwartet und nicht bloß einen 60 cm kleinen Gesellen. Aber Größe ist ja angeblich nicht alles und so erlangte der kleine Mann dennoch seine Berühmtheit.IMG_0517

Bei weitem imposanter waren da schon die Shopping Arcarden Galleries Royals, die auf über 100 m Länge etliche Designerläden beherbergen. Für eine richtige Shoppingtour hat unser Reisebudget leider nicht gereicht, aber immerhin konnten wir uns mit ausreichend Schokolade eindecken…IMG_0462

Am nächsten Tag ging es dann in einen moderneren Teil Brüssels. Etwas außerhalb des Stadtzentrums findet man das Wahrzeichen der Stadt: das Atomium. 1958 für die Weltausstellung erbaut, beherbergt das einem Eisenatom nachgebaute Konstrukt heute einerseits seine eigene Geschichte, andererseits wechselnde Ausstellungen über naturwissenschaftliche Themen. Die 9 Kugeln sind mit Aufzügen und Rolltreppen miteinander verbunden und von der obersten Kugel aus hat man aus ca. 100 m Höhe einen herrlichen Blick auf die Stadt.

Gleich daneben befindet sich Europa im Kleinformat – das Mini-Europe. In einem hübsch angelegten Park finden sich die wichtigsten Sehenswürdigkeiten Europas im Maßstab 1:25. Alles ist liebevoll gestaltet und sehr detailgetreu ausgeführt. Alle Länder der Europäischen Union sind vertreten, Österreich wird beispielsweise durch das Stift Melk repräsentiert, aus Deutschland finden sich unter anderem das Brandenburger Tor in Berlin, das Holstentor zu Lübeck und der Dom von Speyer. Die Kinder waren von diesem Mini-Land wirklich beeindruckt und wir haben Stunden dort verbracht 😉 Im Ausgangsbereich findet sich eine Ausstellung über die EU, wo auf spielerische Weise allerlei Wissenswertes vermittelt wird. Wenig politisch, wie wir finden, sondern eher auf die Besonderheiten der einzelnen Länder Bedacht nehmend.

Brüssel ist eine Comic-Stadt. Es gibt ein Comic-Museum und einen Comic Walk, wo man auf einem Rundgang durch die Stadt auf über 5 km verschiedenste Comics an den Fassaden bewundern kann. Noch nie sind die Halbstarken ohne zu murren einfach kilometerweit durch eine Stadt spaziert…IMG_0527

Dann mussten wir uns natürlich auch den Royals etwas widmen und uns ansehen, wo König Philippe und seine Mathilde mit ihrer Familie residieren. Ich mag ja Königsfamilien – die jetzigen mehr, als die der Vergangenheit – und gebe zu, dass ich schon manchmal ganz gerne ein bisschen Klatsch und Tratsch über sie lese. Und ihre Schlösser bewundere. Irgendwie würde ich doch auch selbst eine ganz gute Prinzessin abgeben, oder nicht? Mehr noch als das Schloss hat uns allerdings der Jubelpark mit seinen schönen Gartenanlagen, dem Triumphbogen und den Ausstellungshallen gefallen, in denen ein Oldtimer-Museum untergebracht ist.IMG_0688

Brüssel ist sehr vielseitig und wir waren eigentlich von der Stadt im Großen und Ganzen sehr positiv überrascht, auch wenn wir in den 3 Tagen natürlich bei weitem nicht alles gesehen haben. Eine Reise mit Kindern läuft ja doch immer ein bisschen anders ab, als wenn man eine Stadt alleine oder mit Freunden besuchen würde.

Was eigentlich noch auf unserem Programm stand, was wir leider aus Zeitgründen aber nicht mehr geschafft haben, war ein Besuch des Europäischen Parlaments mit dem sogenannten Parlamentarium, dem zugehörigen Besucherzentrum, das uns sehr empfohlen wurde. Aber Brüssel ist ja nicht aus der Welt und bestimmt findet sich irgendwann wieder mal die Gelegenheit hinzufahren – und dann muss ja auch noch ein bisschen etwas übrig sein, das man noch nicht gesehen hat, nicht wahr?

Mein Brüssel-Tipp: nimm dir genug Zeit, einfach durch die Gassen zu flanieren. Die Innenstadt von Brüssel ist kompakt und zu Fuss leicht zu erkunden, an jeder Ecke gibt es etwas zu entdecken. Zwischendurch lohnt sich immer wieder ein Abstecher in eines der zahlreichen Cafés. Sehr stilvoll ist zum Beispiel das Café Métropole auf der Place de Brouquere

 

4 Kommentare zu „BRÜSSEL – zu Gast in Europas Hauptstadt

  1. Schöner Artikel, beschreibt Brüssel und seine Sehenswürdigkeiten wirklich sehr gut. Mir persönlich fehlt jedoch die Erwähnung der typischen Fritten. Habt ihr keine gegessen? Oder das nur nicht erwähnt? 😛
    Liebe Grüße 🙂

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