Veröffentlicht in Allgemein, Stadt-Reise

ROTHENBURG OB DER TAUBER – es weihnachtet so sehr

Es gibt tatsächlich Leute, die Weihnachtsfeste veranstalten. Ist das nicht komisch? Gustave Flaubert (1821 – 1880)

Was stimmt einen besser auf das bevorstehende Weihnachtsfest ein, als ein Besuch auf einem Christkindlmarkt? Derer gibt es zwar auch in Wien viele, aber – so berichten es zuverlässige Quellen – besonders schön sollte derjenige in Rothenburg ob der Tauber sein. Und so weihnachtlich und romantisch wäre es dort… Und überhaupt…! Also gut, meine liebe Kollegin Sissy eingepackt und dann nichts wie rein ins Auto und ab in diese kleine, beschauliche Stadt. img_0439img_0465

Nun, was soll ich euch sagen? Es war zauberhaft!! Rothenburg ist winzig klein, gerade mal 11.000 Einwohner leben zu normalen Zeiten dort – vor allem in der Weihnachtszeit finden sich aber auch eine Vielzahl an Touristen dort ein. Und das mit gutem Recht! Diese mittelalterliche Stadt verwandelt sich im Advent in ein derartig prunkvolles Weihnachtsdorf, dass es eine wahre Freude ist! Kitschig? Ja, aber auf eine sehr nette und stimmige Art. Die ganze Stadt ist ein einziges Weihnachtsdorf, jedes Haus ist geschmückt und beleuchtet, an den Schaufenstern kann man sich kaum satt sehen vor lauter Weihnachtsdekorationen und auf dem Marktplatz findet sich der Reiterlesmarkt, einer der schönsten und traditionellsten Christkindlmärkte Deutschlands. Unzählige Buden säumen den Platz und die umliegenden Gassen, es durftet herrlich nach Punsch und den berühmten Bratwürsteln. Die Stände bieten allerlei Kunsthandwerk, heimische Köstlichkeiten und natürlich konnten wir es nicht lassen, die legendären Ritterrollen – eine Art Flaumkuchen, aber eingerollt und daherauch im Vorbeigehen gut zu essen – gleich mal zu probieren.

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Gekrönt wird die Weihnachtsatmosphäre vom Deutschen Weihnachtsmuseum, das man rund um das Jahr in Rothenburg besichtigen kann. Da gibt es historische Weihnachtsbäume zu sehen, verschiedenster Christbaumschmuck von einst und jetzt ist ausgestellt und auch der Weihnachtsmann und seine Helfer sind vertreten. Am Ende des Weihnachtsmuseums wird man in Käthe Wohlfahrts Weihnachtsdorf geleitet, wo das Weihnachtsmärchen erst so richtig los geht!

In einer Halle ist ein richtiges Dorf mit einem 5 m hohen Christbaum und vielen, vielen Marktständen aufgebaut und es findet sich dort wirklich ALLES an Weihnachtsdekoration, was das Herz begehrt. Es glitzert und funkelt und man kann wirklich Stunden dort verbringen, ohne aus dem Staunen heraus zu kommen. Und natürlich geht man nicht von dort weg, ohne das ein oder andere Erinnerungsstück einzukaufen – allen guten Vorsätzen zum Trotz, aber das geht gar nicht anders…

Allgegenwärtig sind auch die berühmten Schneeballen, „die“ Spezialität in Rothenburg, die wir uns natürlich auch nicht entgehen lassen wollten. Es bedarf einigen Geschicks, dieses Mürbteiggebäck halbwegs bröselfrei und einigermaßen sozial akzeptabel zu essen. Schade, dass man nach einem Ballen wirklich satt ist und es einfach keinen Platz mehr im Bauch gibt um die verschiedenen Geschmacksrichtungen zu testen. img_0356

Doch auch abseits des Weihnachtsrummels hat Rothenburg viel zu bieten. Ein absolutes „Muss“ ist ein Besuch des Mittelalterlichen Kriminalmuseums, wo man mit diversen Foltermethoden und vielen Jahrhunderten deutscher Rechtsgeschichte vertraut gemacht wird. Ganz schön gruselig… Passend dazu – und absolut empfehlenswert – wagten wir am Abend einen Rundgang durch die Stadt mit dem „Henker“, der uns an die Schauplätze der früheren Hinrichtungen führte und uns viel über das Leben in der Stadt seit dem Mittelalter erzählte. Der Gute hätte mich beinahe geheiratet, wäre ich doch ein paar Jährchen jünger gewesen… Aber das ist eine andere Geschichte…

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Wobei man sich ja in Rothenburg überhaupt in eine andere Zeit zurückversetzt fühlt. Das beginnt schon beim Betreten der Stadt durch eines der vielen Stadttore und setzt sich bei einem Bummel durch die Stadt unentwegt fort. Wohin man auch schaut, ist man von historischen Gebäuden, Fachwerkbauten und Türmchen umgeben. Auf jeden Fall lohnend ist ein Spaziergang über die Stadtmauer, von wo aus man aus anderer Perspektive einen herrlichen Blick auf die Stadt und weit über das Taubertal mit seinen vielen Mühlen hat.

img_0436Unseren zweiten Abend verbrachten wir bei einer Führung mit dem Nachtwächter durch die Stadt und so haben wir gemeinsam mit einer Horde anderer Touristen eine Menge über die damaligen Gegebenheiten erfahren. Überhaupt ist Rothenburg am schönsten am Abend, wenn alles so wunderbar beleuchtet ist. Wie in einem Wintermärchen ist das!img_0364

Ja, und so sind wir uns nun perfekt auf Weihnachten eingestimmt, konnten auch in den vielen, vielen Weihnachtsgeschäften schon das ein oder andere Geschenk besorgen und sind unserer zuverlässigen Quelle sehr dankbar dafür, dass sie uns an diesen besonderen Ort gelotst hat, den wir sonst womöglich gar nicht kennengelernt hätten. Fröhliche Weihnachten!

Mein Rothenburg-Tipp: Den nächtlichen Rundgang mit dem Henker oder dem Nachtwächter sollte man sich nicht entgehen lassen. Einfach ohne Voranmeldung um 18 Uhr bzw. 21.30 Uhr auf dem Marktplatz einfinden, für 7 Euro darf man dann mitmarschieren.

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