UPPSALA – wo Schwedens Studenten zu Hause sind

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In den kleinsten Dingen zeigt die Natur die allergrößten Wunder. Carl von Linné (1707 – 1778)

Etwa 50 km nördlich von Stockholm, und von der Hauptstadt aus gut mit Bahn und Bus zu erreichen, liegt die beschauliche Stadt Uppsala. Abgesehen davon, dass der Name lustig klingt, und du vielleicht den alten Schlager von Kirsti Sparboe „Ein Student aus Uppsala-la-la-la-la la-la-la-la-la la-la-la-la-la“ im Ohr hast, gibt es noch viele andere Gründe, Uppsala zu besuchen. Ein Ausflug nach Uppsala eignet sich hervorragend für eine Tagestour von Stockholm aus, oder als Ausgangspunkt für eine Tour in den Schärengarten.

Kirsti Sparboe hat schon recht, wenn sie von ihrem Studenten aus Uppsala singt, immerhin sind ein knappes Viertel der 140.000-Einwohner-Stadt tatsächlich Studenten, beheimatet Uppsala doch die älteste Universität Nordeuropas. Entsprechend ist die Stadt vom studentischen Leben geprägt. Die Stadt wirkt jung und – trotz des schlechten Wetters, an dem Tag, als ich dort war, – belebt, es gibt unzählige Cafés und gemütliche Lokale und in den Geschäften wird groß damit geworben, Studentenrabatt anzubieten. Die Atmosphäre ist überall gemütlich und entspannt und innerhalb kürzester Zeit fühlt man sich gleich selbst ein bisschen „studentisch“.IMG_E3733

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten Uppsalas erreichst du bequem zu Fuss, wenn du Lust hast, kannst du dir auch eines der Citybikes ausborgen, die es wie fast in jeder größeren Stadt, auch hier im ganzen Stadtgebiet verfügbar sind. Damit passt du dich gleich noch besser in der Stadt an, wimmelt es doch in Uppsala geradezu vor Fahrrädern. Für mich war das allerdings weniger verlockend, hatte es doch am Tag meines letzten Besuches 0° und Schneefall – und das Anfang April!IMG_E3772

Bereits von weitem leuchtet dir das Wahrzeichen Uppsalas entgegen und du kannst ihn auf gar keinen Fall verpassen: den Dom, seines Zeichens der größte und höchste Nordeuropas und Krönungs- und Bestattungsort zahlreicher schwedischer Könige.IMG_3754

Gleich dahinter findest du das Gustavianum mit dem berühmtem anatomischen Theater unter einer Kuppel, das früher als Seziersaal diente. Sooo gerne hätte ich es gesehen, aber leider war ich gerade an einem Montag in Uppsala und da hatte das Gustavianum so wie die meisten Museen geschlossen. Falls du also mal an einem anderen Wochentag hin kommst – bitte, bitte mach wenigstens ein Foto und schick es mir 😉IMG_3763

Uppsalas Universität hat eine lange Geschichte und hat etliche bekannte Abgänger hervor gebracht. Wandle ein bisschen auf ihren Spuren und besichtige das Universitätsgebäude. Wenn du Glück hast, kannst du sogar in die Aula rein schauen und dich selbst davon überzeugen, wo der Naturwissenschaftler Carl von Linné, der schwedische König Carl XVI Gustav oder der Schriftsteller Håkan Nesser promoviert haben. Sehr sehenswert ist auch die Universitätsbibliothek Carolina Rediviva mit der Silberbibel Codex argenteus.

Von der Bibliothek marschierst du am besten gleich weiter hügelaufwärts zum Schloss. Ich muss zugeben, es wirkt von unten imposanter, als wenn man direkt davor steht. Der Ausblick über die Stadt ist aber schön und so finde ich, dass sich der Aufstieg doch lohnt.IMG_3788

Nach einer kleinen Aufwärmepause im Café Storken direkt am Hauptplatz, dem Stora Torget, das mir mit seiner heimeligen Wohnzimmeratmosphäre sehr gut gefallen hat (unbedingt den Blaubeerkuchen probieren, der war ein Hit!), wollte ich mich noch ein bisschen mit dem wichtigsten Sohn der Stadt beschäftigen. Nein, ich habe keinen Schweden kennengelernt, wie kommst du bloß auf so eine Idee!?IMG_3800

Der wohl berühmteste Bewohner Uppsalas war Carl von Linné, der sich viel mit Vererbungslehre und der systematischen Auflistung von Pflanzen beschäftigt hat. Wie stolz Uppsala auf ihn ist, merkt man daran, was alles nach ihm benannt ist. Eine Straße, ein Café, mehrere Rundwege,… Zu besichtigen gibt es in Uppsala übrigens den Botanischen Garten (Botaniska trädgården), dann den Garten von Linné (Linnéträdgården) im Norden der Stadt sowie den Gutshof Hammarby, auf dem er einst gelebt hat. Ich hab nur von außen einen Blick in den Botanischen Garten geworfen, es war ja noch quasi Winter, sodass es jetzt nicht viel zu besichtigen gab. Aber vor etlichen Jahren war ich mal dort und da hat alles wunderschön geblüht.  Ein Besuch im Café Linné in der Svartbäcksgatan ist übrigens auch eine gute Idee – nicht nur an kalten Tagen…

Eine besonders gemütliche Atmosphäre herrscht – vor allem an laueren Tagen – entlang des Flusses Fyrisån, der Uppsala durchquert. Hier kann man im Sommer in Gastgärten sitzen und sich ein Gläschen gönnen (die Preise in Uppsala sind übrigens bedeutend günstiger als in Stockholm, selbst wenn man sich nicht mehr für einen Studentenrabatt qualifiziert…) und dabei das bunte Treiben am Ufer beobachten oder auch mal Kanus oder SUPs ausborgen und sich sportlich betätigen.

Wenn nicht gerade Montag ist und alles geschlossen hat, bietet Uppsala auch etliche Museen, die auf jeden Fall einen Besuch wert sind. Sehr empfohlen wurde mir neben dem Wikinger-Museum auch das Museumsdorf Gamla Uppsala mit seinen alten Hügelgräbern.

Was gibt es sonst noch zu erleben und zu unternehmen in Uppsala und Umgebung? Wie schon erwähnt, ist der Schärengarten immer ein heißer Tipp, Roslagen heißt die Inselwelt nördlich von Stockholm. Von Kappelskär fahren sogar große Fährschiffe weg, die dich bis zu den idyllischen Åland-Inseln bringen können.IMG_1520

Uppsala ist umgeben von vielen Seen, die im Sommer zum Baden einladen. Und da auch  die Küste nicht weit entfernt ist, ist zur wärmeren Jahreszeit natürlich auch ein Strand-Tag immer eine Option. Du wirst begeistert sein, wie viele traumhafte, ruhige Orte du findest, wenn du dich ans Meer begibst. Und wenn du wieder Großstadt-Luft schnuppern willst, dann geht’s ganz flott wieder retour nach Stockholm.

Bestimmt hast du jetzt Lust auf noch mehr Schweden-Feeling bekommen. Schau mal, vielleicht entdeckst du ja hier dein nächstes Urlaubsziel…

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