Ich hab mein Herz in HEIDELBERG verloren…

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Ich hab‘ mein Herz in Heidelberg verloren,
In einer lauen Sommernacht.
Ich war verliebt bis über beide Ohren
Und wie ein Röslein hat ihr Mund gelacht. Fritz Löhner-Beda (1883-1942)

Ein Zufall führte mich im Frühjahr 2016 nach Heidelberg – ein Zufall in Form eines Kongresses, an dem ich teilnehmen durfte. Da ein Kongress viel Anstrengung und „Lernerei“ bedeutet, war es umso wichtiger, sich zur Erholung auch ein bisschen auf die netten Dinge in der Umgebung zu konzentrieren. Wie optimal, dass ich mich schon in Heidelberg befand, wo sich all dies ganz herrlich vereinbaren ließ.

In Heidelberg, dieser sehr jungen, lebendigen Studentenstadt, die gleichzeitig eine ganze Menge Geschichte mit sich bringt und die aufgrund seiner Schönheit das Ziel unzähliger Touristen ist. Mit etwa 150.000 Einwohnern ist Heidelberg durchaus überschaubar – es fehlt aber dennoch in keinem Reiseführer – und da sich die meisten Sehenswürdigkeiten direkt in der Altstadt befinden, ist es sehr gut zu Fuß zu erkunden.

Malerisch am Neckar gelegen wird Heidelberg vom alten Schloss dominiert, welches ebenso wie die Alte Brücke ein absolutes „Muss“ bei einem Heidelberg-Besuch ist. Aber daran führt ohnehin kein Weg vorbei. Am besten erreicht man das Schloss zu Fuß, wobei man auch gleich einen wunderbaren Ausblick über die Altstadt und den Fluss hat. Einfacher geht es mit der Bergbahn, die bereits im Eintrittsticket inkludiert ist.

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Warum das Schloss immer noch Schloss heißt, weiß ich nicht, in Wahrheit ist es nur eine Ruine, die bereits im Pfälzischen Erbfolgekrieg im 17. Jahrhundert und ein paar Jahrzehnte später durch einen Brand ziemlich zerstört und nur mehr teilweise wiederaufgebaut wurde. Die alten Schlosshöfe lassen sich aber noch immer herrlich erkunden, und im Inneren ist das berühmte Große Fass zu besichtigen – kongressbedingt hab ich mich allerdings auf das Äußere des Schlosses beschränken müssen.

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Das Stadtzentrum wird dominiert von der Heiligengeistkirche, die geschäftstüchtig touristisch vermarktet wird – befinden sich doch in ihren Arkadengängen unzählige Souvenirstände. Gleich in unmittelbarer Umgebung wird es jedoch wieder urtümlicher mit wunderschönen alten Häusern und weitläufigen Plätzen, wo es viele Lokale gibt, die in der warmen Jahreszeit auch zum Heraußen-sitzen einladen. Besonders malerische finde ich den Kornmarkt, der auch einen herrlichen Blick auf das Schloss bietet.

Direkt hinter der Heiligengeistkirche erstreckt sich Deutschlands längste Fußgängerzone durch die Altstadt. Ich hätte ja Stunden dort herum bummeln können, wäre nicht – du weißt schon – der Kongress gewesen…

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Unbedingt muss man vom Zentrum aus einmal den Neckar über die Alte Brücke überqueren. Drüben angekommen, wird man ebenfalls mit einem herrlichen Blick über die Stadt belohnt. Wer das Ganze noch mehr genießen möchte und etwas Zeit hat, wandere über den Philosophenweg den Hügel auf der anderen Flußseite hinauf – der Ausblick soll sich mehr als lohnen.

Beim Vorbeigehen sollte man unbedingt dem Brückenaffen (gleich links vor dem Brückentor) einen Besuch abstatten, er ist eines der geheimen Wahrzeichen Heidelbergs und soll den Menschen ihre Schattenseiten vor Augen führen, symbolisiert er doch – vor allem durch sein nacktes Hinterteil – Häßlichkeit, Schamlosigkeit, Lüsternheit und Eitelkeit. Wenn man ihm über den Spiegel streicht, den er in der Hand hält, soll das jedoch Wohlstand bringen, streicht man über seinen ausgestreckten Finger, bedeutet das, dass man nach Heidelberg zurück kommt und wenn man die kleinen Mäuse angreift, die neben ihm sitzen, soll ein Kindersegen zu erwarten sein. Soweit die Legende. Ich habe mich übrigens für zweiteres entschieden…img_4443

Einfach herum wandern und die Eindrücke auf sich wirken lassen. Zwischendurch ein bisschen einkehren in einem der vielen originellen Cafés und Bars, ich denke, so lässt sich Heidelberg am besten genießen. Und ich muss schon zugeben, auch ich hab ein bisschen – wie Paul Hörbiger im Schnulzenfilm von anno dazumal – „mein Herz in Heidelberg verloren…“

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